Plastikfaser-Netzwerk?

Vor 12 Jahren wurde eine Arztpraxis mit Computeranlage geplant. 1 Server, 5 Arbeitsplätze. Damals waren noch Ethernet-Coax-Kabel üblich.
Das Netzwerk wurde als Strecke ausgeführt. Eine Seite vom Server 3 Computer (ca. 40 Meter lang), die andere 2 (ca. 10 Meter lang). Verlegt im Leerror. Nun steht Modernisierung an. Busleitungen nach Ethernet-Muster sind nicht mehr üblich, weil die Übertragungsraten zu gering sind und es kaum noch Netzwerkkarten dafür gibt. 100 Mbit-Leitungen via Hub oder Switch sollten es jetzt schon sein. Die aber brauchen je Computer eine Leitung vom Server. Der Ast mit den 3 Computern ist via Leerrohr wahrscheinlich kaum noch zu bedienen. Es sei denn, jemand kennt dünnere Kabel, die das leisten können. Das wäre wohl die einfachste Lösung des Problems. Solche Kabel habe ich aber nirgendwo gefunden. Alternativ könnte ich mir ein Plastikfaser-Netzwerk vorstellen. Solche Leitungen sollten doch wesentlich dünner sein als die üblichen Netzwerkkabel. Nur weiß ich nicht, wie weit die gehen und wo man die entsprechenden Schnittstellen bekommt. Glasfaser könnte natürlich die Probleme locker lösen. Aber die wäre dann wohl teurer als die ganze Computeranlage. WLAN scheidet wg. der schlechten Abhörsicherheit aus. Außerdem besteht die Gefahr von Wechselwirkungen mit empfindlichen Messgeräten, z.B. EKG.
Wer weiß Rat?
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Christoph Mller wrote:

Es reicht doch _eine_ CAT-5 Leitung, und dann am anderen Ende einen weiteren Hub oder Switch.
Bye Achim
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Achim Peters schrieb:

Im Prinzip ja. Nur, wenn schon modernisiert wird, dann sollte die Sache dann hinterher wenigstens besser funktionieren als vorher. Wenn dann wieder alles nur über eine Leitung läuft, ist nicht viel gewonnen. Die Datenraten werden halt leider immer mehr. Der Zuwachs an Verwaltungsarbeiten, die den Ärzten abverlangt wird, ist unglaublich. Vor 12 Jahren rechneten die meisten Ärzte noch manuell ab. Ein DOS-Arztprogramm war das Überding schlechthin. Man musste zur Abrechnung nicht mal die Praxis schließen. Dann kam der ICD-Schlüssel (Diagnosen werden als Nummer ausgedrückt). Manuell konnte nun gar nicht mehr abgerechnet werden. Die damals üblichen 30 MHz-Kisten waren überfordert, weil sie für jede Diagnose ein dickes Buch durchsuchen mussten. Ähnliches mit Medikamenten. Jetzt müssen die Billigsten herausgesucht werden. Was teuerer ist, darf der Arzt aus seiner Privatschatulle drauflegen. Die Ergebnisse konnte man kaum noch abwarten. Also alle Computer raus, 700 MHz-Kisten rein. Der Vewaltungswahnsinn ist damit aber noch lange nicht am Ende. Die Abrechnungsnummern werden alle paar Jahre komplett über den Haufen geworfen, zwischen den Abrechnungsnummern gibt es x gegeneitige Verriegelungen mit Wenn- und Aber-Bestimmungen, gesetzliche Regelungen, Ausnahmen für beliebig verschiedene Krankenkassen, Zuzahlungen ... DOS-Programmen wird dieser Verwaltungswust allmählich zu viel. Außerdem werden sie nicht mehr lange gepflegt. Windows-Programme fordern allerdings mächtig Ressourcen, auch bezüglich Netzwerk. Ach ja - richtige ärztliche Leistungen - na ja, kommt später, wenn noch Zeit bleibt.
Vor diesem Hintergrund hoffe ich, dass es verständlich ist, wenn auf ein flottes Netzwerk hin gearbeitet werden soll. In Serie geschaltete Switches und Hubs dürften zwar funktionieren, den Datenverkehr aber wohl ziemlich ausbremsen.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Moin.
Christoph Müller wrote:

Läuft sie ja auch - deutlich schneller. (Faktor 10 für 100 statt 10 MBit, ein geswitchtes Netz bringt zusätzlich noch ein Plus.) Du bist ja nicht auf CAT5 festgelegt. Cat5e kannst du einziehen. Damit geht dann mindestens 1 GBit, wenn du ein zweites Kabel einziehen kannst, könntest du bei Bedarf mit geeigneter Hardware auch einen 2GBit-Trunc herstellen - was für drei Clients auch in fünf Jahren noch ziemlich sicher ausreichen wird. Über einen noch längern Zeitraum realistisch zu planen ist schwierig bis unmöglich. Wenn es preislich kaum einen Unterschied macht, kannst du natürlich zu höherwertigem Kabel greifen, aber das ist das gleiche Problem wie mit Glasfaser, die man einsetzt, "weil sie ja schneller ist, und irgendwann 100MBit ablöst" - kein Mensch kann dir garantieren, das du damit den denjenigen Standard getroffen hast, der sich am Markt durchsetzt. Sorge dann lieber dafür, das du dieses Kabel leicht austauschen kannst. Das bringt in der Regel mehr, als auf Verdacht "Cat7" (AFAIK noch immer nicht fertig genormt?), Monomode etc. einzuziehen. Was sagen denn die Messungen oder zumindest Annahmen welche Datenraten zu erwarten sind? "Viel hilft viel" ersetzt auch bei Netzwerken keine Planung, sonst sitzt der Flaschenhals meist unerwartet woanders.

Warum? Willst du explizit keinen Switch oder was versprichst du dir von mehreren Leitungen? Mit der von Frank-Christian vorgeschlagenen Sparvariante 2x100 MBit über ein Kabel zu nutzen, hast du 2x100 MBit statt 1xGBit. Es gibt durchaus Szenarien, wo das Sinn machen kann, weil z.B. definitiv kein Switch aufgestellt werden kann oder über ein Kabel ISDN und LAN versorgt werden müssen. Ein kleiner 5-Port-Switch kostet aber praktisch nix und findet in der kleinsten Ecke Platz. Dann gibts auch noch Sonderlösungen wie z.B. die 4er-Switches von 3COM, die in eine Dose eingesetzt werden und somit "gar keinen" Platz (außerhalb des Kanals) einnnehmen. Die Clients müssen ja anfangs noch gar kein GBit können, es reicht ja den Switch damit anzubinden. Ein unmanaged 5-Port-GBit-Switch liegt heutzutage schon unter 100 EUR und reicht für dieses Szenario GBit zum Server, 3 Clients mit 100 MBit oder 1 GBit inkl. Zukunftsreserven aus.

s.o. - Was erwartest du denn für Datenraten? Bzw. welche möchtest du über die Anbindung erreichen? (Dann kann man eingrenzen, was noch an Verkabelungstechnik in Frage kommt.) Ich befürchte, du hast hier zu hohe Erwartungen an die ultimative Verkabelungslösung.

Nein, nicht wenn du nicht dauernd sehr große Datenmengen von mehreren PCs zur gleichen Zeit bewegst. Der Server dürfte da wesentlich schneller ein Flaschenhals werden. Vieles was heute als "Server" verkauft wird, bekommt nicht mal eine GBit-Leitung gesättigt.
Die erwähnte Doppelbelegung (2x100MBit über ein Kabel) sollte eine Notlösung bleiben. Ein oder zwei mind. GBit-fähige Kupferkabel oder falls aus elektrotechnischen Gründen nötig Glasfaser halte ich für die deutlich bessere Lösung. Dazu die nötigen Vorbereitungen um in fünf bis zehn Jahren die Anbindung leicht tauschen zu können.
Falls du noch konkrete elektrotechnische Fragen hast, kann der Thread gerne hier weiter laufen, andernfalls halte ich einen Umzug nach de.comp.hardware.netzwerke.misc für sinnvoll, da dort mehr Netzwerk-KnowHow vorhanden ist und das Thema besser passt. Installationsfragen kann man dir dort (sofern es das Netzwerk betrifft und nicht exotisch ist) in der Regel auch beantworten. Momentan scheint dein Problem aber eher in einem schlüssigen Gesamtkonzept für die neue LAN-Struktur (inkl. Verkabelung) zu liegen. (Den ein oder anderen aus d.s.i.e. wirst du dort übrigens wieder treffen, die Leser-/Schreiber- schaft überschneidet sich zum Teil.)
Gruß Bernd
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Bernd Waterkamp schrieb:

Auf der Leitung selbst läuft's schon schneller. Aber die drei Rechner liegen dann ja hintereinander, wenn ich die Kabel nicht parallel durch das Leerrohr kriege. DAS ist doch das Problem. Ist der erste Hub mal defekt, geht weiter hinten gar nichts mehr. Putzfrauen mit ihrem Reinigungsgerät sind überall!

Sind die dicker als CAT5? Wenn nein und wenn damit der Vorschlag von Frank-Christian Kruegel auch geht, dann wird's wohl so ein Kabel werden. Oder ist das eine grundsätzlich andere Konstruktion?

Wenn der Verwaltungsirrsinn so weiter geht, dann wird das schon in 3 Jahren nicht mehr reichen ;-( Die eigentliche Medizin spielt in dem ganzen Geschehen ja kaum noch eine Rolle. Die ist längst Nebensache geworden. Wir steuern auf Verwaltungsfachwirte mit zwingenden EDV-Fachkenntnissen zu, die im NEBENerwerb vielleicht auch noch Ärzte sind, was aber eher bedeutungslos wird. Die hauptberuflichen Ärzte wird es dank ewiger Gesundheitsreform bald nicht mehr geben.

Glaube ich gerne.

Deshalb sind ja Leerrohre verbaut. Dass die allerdings angesichts der immer kleiner werdenden EDV einmal zu knapp werden könnten, glaubte damals halt niemand.

Die Regulierungswut der Oberen ist leider nicht abzuschätzen. Bis jetzt war es so, dass man so alle 4 Jahre eine komplett neue Computeranlage brauchte, weil's die alten Computer nicht mehr gepackt haben. Es wird ja jeder Handgriff, jede Abrechnungsnummer und jeder "Furz" x mal mit tausend anderen Dingen gegengechecked, damit nur ja niemand auf dumme Gedanken kommt. Die zu berücksichtigenden Vorschriften scheinen exponentiell zu wachsen. Mit ihnen auch wieder Ausnahmeregulungen, die diese nötig machen. Wenn ein Arzt sein Zeug einfach hin schmeißt, weil ihm sein Beruf nicht mehr gefällt, kann ich gut verstehen. Gottseidank bin ich Ingenieur und kein Arzt.

Geht's mit Cat5e nicht analog? Wäre dann 2x1GBit, wenn ich nicht irre.

Möglicherweise mache ich mir ganz falsche Vorstellungen von dem Ganzen. Das Problem sehe ich darin, dass die 3 Computer in 3 verschieden Räumen stehen. Das ergäbe dann folgendes Bild:
vom Server Raum 1 Raum 2 Raum 3 |---| -------------------|Hub|---Computer |---|----------------Computer -------------------------------------------------------Computer
Frank-Christians Vorschlag habe ich so verstanden:
|-- Computer ========================-----------------Computer =======================================================Computer
Das könnte mit Cat5e möglicherweise auch funktionieren. Ich kenne halt die Konstruktion des Kabels nicht. Dann könnten alle 3 später auch mal mit 1000 Mbit versorgt werden, ohne eine neue Leitung einziehen zu müssen.

Wie Einstein so schön sagte: "Zwei Dinge sind unendlich. Das Weltall und und menschliche Dummheit. Wobei ich mir mit Ersterem gar nicht mal so sicher bin." Folglich ist mit unendlich großem Vewaltungsaufwand zu rechnen. Natürlich verbunden mit entsprechenden Datenraten.

Für's Erste sollten mal 100 Mbit reichen.

Mir wär's ja ziemlich wurscht. Nur die Oberverwaltungsheinis bremsen das eigentliche Geschehen durch immer mehr Datenverkehr immer mehr aus. Man hat anscheinend die Sprüche irgendeines AOK-Oberhäuptlings etwas zu ernst genommen, der da meint, dass man die Gesundheitskosten dadurch in den Griff bekommen könnte, dass man weniger Ärzte hätte. Wenn man sie schon nicht einfach abschaffen kann, dann kann man sie aber wenigstens an ihrer geldtreibenden Tätigkeit hindern, indem man ihnen immer mehr Verwaltung anhängt. Dann kommen die zu nix mehr und können folglich auch keine Behandlungskosten mehr in Rechnung stellen. Damit, so deren ernst gemeinte Rechnung, wird das Gesundheitssystem insgesamt billiger.

Genau das ist aber zu befürchten. Man ist an einem Punkt angelangt, bei dem man, um ein Hustenmittel zu verordnen, megabyteweise Daten über das Netz jagen muss, um das billigste Mittel aufzuschreiben. Andernfalls halten sich die Kassen am privaten Geldbeutel des Arztes schadlos. Wird irgendeine Leistung verordnet, muss auch erst mal eine Datenbank befragt werden, ob da nicht irgendwas gegen diese Leistung sprechen könnte. Weil nicht alles "on the fly" zu machen ist, müssen während des Quartals immer wieder Probeabrechnungen gemacht werden, die dann auch die statistischen Eigenheiten der Praxis herausrechnen und mit Werten vergangener Quartale vergleichen und checken, ob eine solche Häufigkeit innerhalb eines Quartals überhaupt erlaubt ist. Dabei sollte der normale Praxisbetrieb möglichst ungestört weiter laufen.

Im Moment ist ein 700 MHz Windows-NT-Server dran, der nichts anderes macht.

Brächte aber wohl eine schnelle und brauchbare Lösung mit sich.

Wo liegt der Unterschied in den Kupferkabeln?

Wenn die Kabel nicht dicker werden... Das Problem ist nur der Querschnitt des Leerrohres.

Gut zu wissen, dass es eine solche Gruppe gibt. Aber ich denke, dass die aktuellen Fragen - zumindest für den Augenblick - erst mal gelöst sind. Wenn nicht noch irgendwas gegen Frank-Christians Vorschlag spricht, wird's wahrscheinlich so angegangen werden.

Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
(Christoph Müller) 02.02.05 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Sorry, die paar Verwaltungs-Daten sind zwar deutlcih mehr geworden, aber dennoch absolute Peanuts, wenn die Software nicht völlig hirntod programmiert ist ala: es gibt 60000 datensätzen, man kann max. 5 anzeigen, also lädt man nicht etwas 5 sondern alle 60000 runter, wiel man sich da keine Gedanken machen muss...
Was die Bandbreite braucht sind die Bilder! Z.B. war früher ein EKG ein papierstreifen, heute ist es eine Datei auf dem Server... Ebendso Röntgenbilder (auch soll hirnies in der MedComputerei geben, die allen ernstes Röntggenbilder ausschliesslich als JPGs speichern... ist aber auch schade das der JPG-Algorthmus meinte, das der Schatten da links überflüssig ist zu speichern und das JPG-Artefakt rechts sich trotz schmerzhafter Punktur doch nicht als Tumor erwies..

Mir kommen die Tränen!

Wie bitte? Mein Doc arbeitet immer noch mit -lüfterfreien, nur 20W verbrauchednen "Wyse" terminals- vermutlich von 1985... (Jetzt kommt er aber um laute, sperrige Winoberdoofs-Kisten nicht mehr rum)

Seltsam. im TV wurde neulich von einem Chefarzt berichtet, der es fertig bekommen hat, einen Handgriff einzeln abzurechnen obwohl er bereits in der auch in rechnunggestellten Pausche enthalten war. das fiel der *Privat* Patienting nur auf, weil sie Fachanwältin war... Böser Verdacht: die Software hat eine geheime "Betrugs"-Taste mit der man die Veriegelungen aufheben kann oder bietet "optionen" zu einer Handlung alle Posten heruan ziehen zu können die evtl. auch zusammen damit auftreten dürfen... Dsa es Sofware gibt, die das Budget des Ärtzes darauf hin prüft, das es im "Durchschnitt" der KV bleibt um eine Einzeprüfung zu vermeiden, ist auch bekannt. Die KV ist leider zu doof resp. zu korrupt die Abrechnungen rein auf Zufallsbasis zu prüfen...wie sollten sich die zahlenden Ärtzte denn darauf einstellen?

Tja, an der Planwirtschfat ist auch die DDR zu grunde gegangen. Viele der Typen von Drüben sind heute auch bei uns wieder in Toppositionenwas man zunehmend merkt.

Das eine schliesst da andere nicht aus...

Nein Gigabit braucht alle 8 Ader/4Paare. 10/100 braucht nur 2 Paare. Die anderen liegen ungenutzt rum.
Ist also kein Problem 3 Computer mit 2 Leitungen an 4*100MBit/s anzuschliessen.
Solche T-Stücke oder Y-Stücke gibt's für 4,95 bei Reichelt &Co. Da musst Du nix basteln.

Der Unterschied zwischen Koax und Twisted-Pair an switch ist merklich.
Die Chance bei Koax einen Total-Ausfall zu haben ist deutlich höher als bei TP. Zur Not kann man die Ersatz-Kabelage lose aus dem Fenster hängen lassen, bis der Fehler gefunden.

Oder mit 10Gbit...?

M.E. hat es auch keinen Sinn mehr zu machen (Wenn Du Dir keine goldene NAse verdienen willst).
Die Leute damals haben ja auch teures Leerrohr eingebaut und trotzdem lagen sie falsch...
Rainer
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Rainer Zocholl schrieb:

Sollen jetzt die Ärzte auch noch ihre Software selbst programmieren, um der Datenflut Herr zu werden? Sie werden wohl oder übel die am Markt erhältliche Software verwenden müssen. Ob die jetzt von Hirntoten programmiert wird oder nicht - darüber können sie nicht entscheiden. Solche "hirntot" programmierten Programme gibt es insbesondere auch irren Hektik, mit der permanent neue Bestimmungen durch gepeitscht werden. Jetzt beschlossen. In zwei Wochen muss das draußen im Feld funktionieren. Da bleibt nun mal nicht viel Zeit für solchen Schnickschnack wie Datenbankoptimierung. Da müssen erst mal die Vorgaben korrekt implementiert werden. Deshalb wird da durchaus zu "unschicklichen" Methoden gegriffen. Eine andere Chance wird den Entwicklern oft genug überhaupt nicht mehr eingeräumt. Die Ärzte müssen den Folgen dieser Hektik dann irgendwie klar kommen.

Dachte ich früher auch. Die sind in Allgemeinarztpraxen nur Peanuts. Das Bisserl Ultraschall, EKG oder Lungenfunktion steckt auch ein kleines System locker weg.

Spätestens, wenn dich so ein Verwaltungsheini ohne Narkose am Blinddarm operiert...

Wie viele Patienten hat er denn so am Tag? Mit 10...30 Patienten am Tag, könnte das noch klappen. Grippewelle mit 150 Patienten pro Tag - da dürfte ihm gewaltig der Hut hoch gehen.

Genau wegen solcher Fälle wird das Ganze ja immer weiter atomisiert, bis man am Ende mit der Abrechnung mehr Zeit verbringt als mit den Patienten. Oder man verbringt mehr mit den Patienten, weil man ein guter Arzt sein will und geht dann pleite, weil man nicht richtig abgerechnet hat. Jedes System zieht sich die Leute, die es braucht.

Bei Privatpatienten ist der Vewaltungsirrsinn nicht annhähernd so stark ausgeprägt wie mit Kassenpatienten. Man kann wahrscheinlich deshalb so leicht drauf verzichten, weil die Patienten ihre Rechnung selbst in die Hand bekommen und erst mal selber zahlen müssen. Deshalb prüfen sie ihre Rechnungen selber, so weit sie dazu in der Lage sind. Sind sie nicht in Ordnung, laufen sie schließlich Gefahr, nicht alles von der Kasse erstattet zu bekommen. Dieser Prüfmechanismus scheint deutlich effektiver zu funktionieren als der der gesetzlichen Kassen.

ALLE Abrechnungen werden geprüft. Aus diesem Grund ist zur Vorabprüfung ein KV-Prüfmodul zu installieren. Jede Abrechnung muss vor Abgabe durch dieses Modul gegangen sein. Eine Quartalsabrechnung wird dann etwa mit einem 50-seitigen Bericht quittiert. Aufgedröselt nach tausend unterschiedlichen Dingen, die kaum noch ein Arzt versteht. Nur, wer sich in die Abrechnung ordentlich vertieft, kann optimieren. Doch das kostet viel Zeit, die der eigentlichen ärztlichen Aufgabe fehlen. Effekt: Wer sich mehr mit abrechnungstechnischen Dingen als mit Patienten befasst, bekommt mehr Geld. Das System zieht sich die Leute heran, die es haben will. Das sind offenbar eher Verwalter und Abrechnungskünstler als Ärzte.

Prima! Dann sollte dieses Problem ja eigentlich als gelöst abgehakt werden können.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Newsbeitrag:
Moin!

Sorry, aber Du hast keine Ahnung. Mußte mal ein Zahni-Prog einrichten, nach nur 5000 Patienten war es schon deutlich langsamer. Die 100Mbit waren einfach am Limit. Bei 10k konnte ich eigentlich nur noch direkt am Server ohne Frust arbeiten. Jetzt sind über 50k drin ... und bin heil froh da nicht mehr vorbeischauen zu müssen.
CU Stefan
PS: Und das Prog war schon das, was unterm Strich das geringste übel ist. Davor waren Terminals mit oversized 486er seriell am Server. - Flott ... einfach nur sehr flott.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo Stefan,

Warum hat er keine Ahnung? Er hat doch recht.

Und? Warum wurde es nicht umgehend reklamiert und die Abnahme bis zur Nachbesserung ausgesetzt? War dem Arzt mit 5000 Patienten auch so naiv, einen Bohrer mit KB 5min zu kaufen?

Jeder bekommt das was er bestellt und bezahlt.

Die seriellen Terminals werden wohl kaum Tabellen sequenziell durchgekurbelt haben, also kann die Struktur vorher gar nicht so übel gewesen sein.
Siegfried
--
http://www.schmidt.ath.cx

Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo!

Weil der Großteil - nein sämtliche - der begutachteten Software Mißt war. Ich hätte es damals selber kaum geglaubt, aber es gibt in einigen großen Patientensparten keine vernünftige Anwendungen! Meist wird dies erst deutlich, wenn da mal als Poweruser dran geht, oder mit Leuten in der Abrechnung zu tun hat, deren Wissen über eine durchschnittliche Artspraxis hinaus geht bzw. das Wissen derer die das programmiert haben ein vielfaches übersteigt.

Es war eine komplette Umstellung keine einzige Non-Human-Schnittstelle. Du kannst nicht nach 4 Wochen - mitten im Quartal mal eben so ein System austauschen. Und das das Sys so klemmt, hat man erst gemerkt nachdem 4 Wochen lang an >20 Rechnern Daten eingegeben wurden.
btw: War an ner Klinik, da drehen die Uhren nicht nur langsamer sonder ganz anders ... :-)
CU Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo Stefan,

Und wie geht die gestreßte und jammernde Ärzteschaft bzw. Klinikbetreiber mit dieser Situation um? Würde eine ähnliche Softwarequalität in einem medizinischen Gerät einfach mit Achselzucken zur Kenntnis genommen?

Und man hat *vor* dem Kauf einer so für den Klinikbetrieb essentiell wichtigen Anlage bei gleichzeitig begrenzten Angebot keine Referenzinstallation gefunden, angesehen, Erfahrungen ausgetauscht und dem Hersteller gesagt was man von der Sache hält?
Hat der Verwaltungsleiter seinen Dienstwagen und die Laborausstattung auch blind beim erstbesten Händler bestellt und den Haftpflichtvertrag beim ersten Versicherungsvertreter eingedeckt der durch die Tür kam? Hat er bei solchen Vorgehen wenigsten eine anständige D&O?

Ich weis ungefähr wie sich solche Uhren drehen und lebe von der Erstellung von Abrechnungssoftware. Und da gibt es in Sachen Netzwerkbelastung keineswegs die Tendenz, daß man mit 100Mbit im LAN nicht mehr auskommt, sondern im Gegenteil, das die Clients in einem WAN lauffähig sein müssen, was in der Praxis VPN über ISDN oder ADSL heisst. Das ist durchaus machbar, wenn auch mit Bausteinsoftware nicht ganz einfach. Und solche Clients laufen dann auch anständig in einem vorhandenen LAN und mir kann keiner erzählen, daß man für läppische 50k Stammdaten und ein paar 100k Abrechnungsdatensätze eine Gigabitverbindung zum Server braucht.
Davon mal abgesehen, daß eine Arztpraxis keine 20 Clients parallel laufen hat und eine andere EDV-Infrastruktur als eine Klinik hat.
Siegfried
--
http://www.schmidt.ath.cx

Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo!

Ärtze? IdR sitzen da nur Helferinnen vor den Kisten. Ein fertiges Gerät wird ja geprüft und dafür gibt es normen - für "Ärzte-Softeware" eigentlich nicht. Ich war selbst überrascht an wieviel Stellen mit kalten Wasser gekocht wird. Verschlüsselte Diagnose ist ein Kuckucksei und Chip-Karten von den Kassen weniger Mißbrauchssicher wie eine Visitenkarte - aber wir sind schon genug OT.

Huhu ... :-) wir sparen über eine Klinik, nicht über eine wirtschaftlich geführte Arztpraxis. Zum Glück hatte ich mit der Systemwahl nichts am Hut, ein paar kleinere Kräfte haben sich m.W. eigenverantwortlich auch mal umgehört. Aber was nutzt deren Meinung bzw. Wissen? Der Markt ist (zumindest in diesem Bereich) ziemlich schlecht. Und wenn die Entscheidung eh schon steht ... weil einer der Profs privat schon mit dem gleichen Prog abrechnet ...
CU Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Stefan Hundler wrote:

Und da trat der Geschwindigkeit-Verlust nicht auf? Was ging denn da wirklich an Transfer für so einen Zugriff übers Netz? (Menge, Protokoll) Was waren das für Anfragen? (ODBC, oder irgendwas propietäres etc.)
Gruß Bernd
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Moin!

Das war leider nicht alles reproduzierbar. Die Clients hatten eine Art nicht beeinflußbaren Cache der sich das Zeug aus einer Eigenentwicklung von DB geholt hat. Umstellung auf SQL ist meines wissen im 2 Jahr schon aufgeschoben .. aber egal. Mal hat die Pantinennamensuche nach "Quarks" mit 5k 30Sek gedauert, dann wieder ging Müller wieder in unter 2 Sekunden. Netzwerkverkabelung war gut und schon vorhanden. 6MB waren immer drin. Gleich in den ersten Tagen hab ich gemessen was an den zwei Rechner in der Pat-Aufnahme an Traffic rüber ging. Zahlen im zweistelligen GB-Bereich - in beide Richtungen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller hab ich erst gar nicht weiter nach Lösungen gesucht. Its a Feature.
CU Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Stefan Hundler wrote:

Hi dann hat der von Dir kritisierte doch recht. Von Hirntoten programmiert. Und wohl von BWLern bestellt und abgenommen. bye Jupp
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
(Stefan Hundler) 05.02.05 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Ah, danke alles klar...
Ich verstehe die "Kunden" nicht, warum die sich so einen Schrott andrehen lassen. Es gibt einen "Anerkannten Stand der Technik". Das ist z.B. seine Datenbank NICHT selbst zubasteln, sondern was SQL mässiges zu nehmen.
Warum verlangen die Kunden für ihr (vieles) gutes Geld keine TÜV Abnahme der Software?

2 sek im Hauptindex für -lächerliche- 5000 Sätze bei "gefunden" und 30sec bei "nicht gefunden". Das klingt nach linearer Suche= Murks ab ein paar 10 Datensätzen. Würde ich das unsern Usern auch nur die 2sec anbieten würde ich standrechtlich erschossen werden(zu recht). Die müssen in ca. 200.000 Postitionen suchen... (Was eigentlich auch eher "wenig" ist.).
Wie lange würde wohl die Suche bei Google dauern? Bei 2 Milliarden Seiten? (OK, Google hat ein "paar" Rechner mehr, aber suchen garantiert nicht "linear")

Vermutlich cachen die die Daten auf den Clients. Nur, sowas "skaliert nicht". Es sieht nur gut aus wenn der Verkäufer es mit ein paar Datensätzen vorführt.

Traurig, aber Monopole waren noch nie dem Fortschritt förderlich denn sie machen träge.
Rainer
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Moin.
Stefan Hundler wrote:

Uargs. Danke für die "Aufklärung".

Ne, ist es nicht. ;-) Die machen hoffentlich nur nicht sicherheits- relevante Software?

BTW: Über welches Protokoll? Das ist eigentlich eher wenig, vorausgesetzt wir reden nicht über Windows-Netzwerk-Freigaben.

Igitt.
Was hatten die denn zu ihrer Verteidigung zu sagen?
Gruß Bernd
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
(Stefan Hundler) 05.02.05 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Boa.. ..sehr sachlich.

Dann ist da in der Sofware was faul!
Es KANN nur eine begrenzte Zahl von Menschen arbeiten. D.h. die Netzbelastung hängt von der Anzahl der Terminals ab. Die zu transportiereden Datenmenge DÜRFEN nicht davon abhängen wieviel in der Datenbank steht...Das ist doch absurd. Warum kann ein Datenbankserver "Stored procedures" ?? richtig, damit die Deppen das im Client un Windows programmieren, weil das die Programmier-GUI einfacher (schneller!) jedem Affen erlaubt. Von Sicherheitsfrage solcher Client-orientierter Software ganz zu schweigen. Ich kenne da Fälle, bei denen das komplette Rechtemangemanent auf dem Client implementiert ist... Zum Glück sind das keine personenbezogegen Daten und es besteht kein (halb) öffentlicher Zuagang...

Dann ist die Software murks!

Em, 50000 Patienten bei EINEM Zahnarzt???

Nenne es doch beim Namen.

Ebend. Damals kam einfach nienmand auf die bescheuerte Idee, bei jedem Seitenaufbau alle 50000 Datensätze zum Client transferieren. Aber heute? "Boa, wir haben doch 100MBit/s warum sollten wir Zeit darauf verschwenden die Datemengen zu reduzieren? Die "Götter(V-Deppen) in Weiss" nehmen die Verzögerungen doch eh als "Gott gegeben" hin..."
Rainer
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Rainer Zocholl wrote:

Ich hatte mal eine mysql-Tabelle "übernommen", die jährlich 100k neue Datensätze erhält und keinerlei brauchbare Indizes gesetzt hatte. Weiters hat der Webserver bei jedem Aufruf ein 500kB grosses, externes javascript übertragen. Nur mussten auch User über Dialup damit arbeiten... :)
Der Programmierer hatte vermutlich auf einer 100mbit-Leitung mit einigen Testeinträgen gearbeitet, und mit 2h Änderungsaufwand konnten die praktischen Wartezeiten für die User von "unbrauchbar langsam" auf "recht flott" gekürzt werden.
HC
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Newsbeitrag:
Moin!

Tschuldigung ... zum einen ist mir Dein Satz vorhin Inhaltlich etwas anders ins Auge gesprungen. Zum anderen hat mir Dein guter Glaube aus dem Sessel gehauen ...

Ja, ich sehe dies am i.M. das die Regel bzw. Stand der Technik an. :-(

s.o.
jep, Klinik.
Progamme gibt es auf Nachfrage per PM.
CU Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload

Polytechforum.com is a website by engineers for engineers. It is not affiliated with any of manufacturers or vendors discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.