Redundante Versorgung von Haustechnik

Oct 13, 2024 Last reply: 1 year ago 64 Replies

Bei _einem_ Server mit einem Spannungsversorgungsstecker, einer CPU, einem Massenspeicher, einem Netzwerkanschluß usw. sollte man überlegen, ab welcher Stelle man keinen Single Point of Failure haben können möchte.

BTW "damals" in der Leittechnik doppelten wir die Server ((n-1)-Regel) und überhaupt die einzelnen Rechner, die Netzwerkkomponenten sowieso, aber insbesondere die Netzwerkverbindungen und -trassen. D.h. ein einzelner Rechner bekam zwei Netzwerkanschlüsse, denn wir zogen die Grenze an der Außenhaut der Einzelrechner/-Server (Netzteil intern).

Das kann ansonsten konkret bedeuten: was nutzt der schönste Server, wenn der eine Switch oder das eine Netzwerkkabel zum Fehlerfall werden.

Gruß, Ralf

Ich vermute eher nicht. Nach der Beschreibung steht das Gerät samt Netzteil irgendwo mit einer Zuführung und die Zusatzschaltung soll in der Unterverteilung liegen, wo auf mehrere Phasen Zugriff besteht.

Wenn es so ist, macht es allerdings mehrere Vorschläge unpassend, auch meinen. Es war allerdings weniger ein solcher, sondern nur meine Zustimmung zu einer für mich neuen und imho sehr reizvollen Idee.

"Hutschienennetzteile" Überlesen? Hutschienen findet man in Verteilern!

Bye/ /Kay

Eben. Und wie bekommst Du die Kleinspannung dann von da zum Verbraucher?

Marc hat, so wie ich es verstehe, eine Leitung zu einer Netzspannungssteckdose und er möchte sicherstellen, daß auf der eine Versorgung ankommt.

Ähm, mit einem "Kabel"!? ;)

Ich meine er hätte hierzuthread auch angegeben das die zu versorgende HW in oder in der Nähe der Verteilung sitzt und er eine Lösung präferierte bei der er die Redundante Versorgung in der Verteilung abfrühstücken kann.

Das hieße m.E. 2-3 gleiche vorgenannte Netzteile in der Verteilung und eine, meinetwegen auch zwei oder drei Zuleitungen (von wg. SPoF bei einem Kabel) zu seiner Hardware. Das wäre dann Kleinspannung die aus der UV kommt. Und seine KNX-Installation sitzt ja auch irgendwo, mutmaßlich in genau der UV oder einer daneben.

Bye/ /Kay

Mit einer etwa 10 cm langen Leitung. Der Server hängt direkt daneben.

Grüße Marc

Axel Berger schrieb am Tue, 15 Oct 2024 10:42:34 +0200:

Ich möchte bezweifeln, daß für die gesuchte Leistungsklasse aktive PFC gefordert ist und passive PVC, also wahlweise eine Drossel oder eine Leiterschleife in einem Zementklotz, kommt da auch gut mit klar.

MfG

Frank

Am 16.10.24 um 21:43 schrieb Frank Scheffski:

Richtig. Wie man lesen kann, erst ab 50 Watt oder höher. Damit betreibt man keinen halbwegs modernen PC für den Desktop.

Aber für den Zweck der Redundanz hielte ich das dennoch für zu obskur.

Bye/ /Kay

Am 15.10.2024 um 22:38 schrieb Kay Martinen:

...

Ich rate die Herstellerhinweise sorgfältig zu lesen (immer). Bei einem Bsp 12V, 1,5A:

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(wieder Downloads > Datenblatt, das erste Dokument, Seite 12) "... Redundanzbetrieb Redundante Schaltungen eignen sich zur Versorgung von Anlagen, die besonders hohe Anforderungen an die Be- triebssicherheit stellen. Kommt es im Primärkreis der ersten Stromversorgung zu einem Defekt, so übernimmt automa- tisch das zweite Gerät unterbrechungsfrei die vollständige Stromversorgung und umgekehrt. Zu diesem Zweck werden die parallel zu schaltenden Stromversorgungen so dimensio- niert, dass der Gesamtstrombedarf aller Verbraucher von einer Stromversorgung vollständig abgedeckt werden kann.

100 % Redundanz erfordert externe Entkoppeldioden ( TRIO-DIODE/12-24DC/2X10/1X20, Art.-Nr. 2866514)! ..."

Bei dem in meinem vorherigen Beitrag erwähnten KNX Netzteil habe ich zum Redundanzbetrieb mit 2 parallelen Netzteilen nichts von weiteren Entkopplungsdioden gesehen. Immer bitte alles selbst nachlesen.

Deswegen schrieb ich es, die genauen Hinweise Herstellers sind aber stets zu beachten. Die NG Vorschläge wurden mir etwas zu abenteuerlich für einen einzelnen Anwendungsfall. Klar, individuell entwickeln und bauen kann man viel, aber wer repariert es in... 10 Jahren?

DC/DC Wandler für die 2. Spannung würde ich genau deswegen nicht nehmen.

Mein Vorschlag für Marc: für die gewünschte Redundanz: 2x für KNX und 2x für 12V (mit TRIO-DIODE zur Entkopplung, siehe oben), Anschluss an unterschiedliche Außenleiter. Jedes Netzteil 100% für die jeweilige Last bemessen (aka Vollredundanz).

Solche Netzteile werden zwar nicht verschenkt, aber sie sind erschwinglich und wenn es tatsächlich wichtig ist, auch der/dem heimischen Controller/in gut erklärbar ;->

Hallo Marc,

Wenn ich das richtig lese, gab es ein Ereignis nach der FI-LS, das zur Auslösung desselbigen geführt hatte. Was verleitet Dich zu den Annahme, dass an diesem Stromkreis nicht gleich wieder der nächste FI-LS reißen sollte, wenn die nächste Phase / der nächste Stromkreis dafür übernehmen sollte?

IMHO sollte die Maßnahme sein, den Stromkreis fürs KNX auf einen eigenen FI-LS zu legen. Wenn es den dann reißt, dann ist ohnehin alles zu spät. Wenn dessen Zuleitung ausfallen sollte, dann sehr wahrscheinlich auch die anderen Phasen.

Ich sehe in den Phasenumschaltereien keinen Mehrwert. Der Rest sind unterbrechungsfreie Stromversorgungen, die ich auch bei DC-Systemen auf der DC-Seite lösen würde. Auf AC-Seite gibts das fertig, aber teuer - uns sei es durch deren Standby-Verbräuche.

Marte

Am 13.10.24 um 17:30 schrieb Marc Haber:

ibts denn sowas daß nur 1 Phase ausfällt?

Hatten wir erst vor ein paar Wochen. Nach Starkregen ist in eine Abzweigmuffe unter einem Gehweg Wasser eingedrungen und hat eine Phase geschossen die dann 12h weg war. Fehler wurde dann mit einer Schnüffelsonde lokalisiert: Alle paar Meter mit dem Akku-Bohrer ein 10mm (?) Loch in den Boden und die Gase gemessen. Nach ca 15min war die Schadstelle lokalisiert. Hat dann nur Stunden gedauert bis ein Bautrupp und ein Reparaturteam verfügbar waren.

Gerald

Am 20.10.24 um 03:45 schrieb Gerald Oppen:

Die Dokumentation der Verlegung und Muffen-Standorte muß da wohl fehlen oder mangelhaft gewesen sein, oder? Auch wenn 15 min. für einige Meter Streckensuche mir kurz erscheinen müsste man doch auch auf solchen Leitungen mit Meßmethoden auf dem Kabel (wie bei Netzwerk-Leitungen) die Fehlstelle auf wenige Meter eingrenzen können und dann schon schließen können welche Muffe wo liegt (wenn man das weiß!) und Ursächlich wäre. Oder ist die Methode bei Stromleitungen wg. der Umstände (Querschnitte, Wasser, Kurzschluß-"größe") nicht so zuverlässig?

BTW, "Gase" durch den Kurzschluß? Muß man dazu die Leitung nicht mehrmals gegen den Kurzschluß einschalten damit genug aus der eh undichten Muffe entweicht um im Erdreich "hoffentlich" nach oben aus treten zu können?

Bye/ /Kay

Neugierige Frage: Nach was sucht man da? Erhöhte Werte für Wasserstoff/ Sauerstoff als Elektrolysegase?

Man liest sich, Alex.

Vermutlich, Verbrennungsgase der (Mutmaßlich) verwendeten Isolierungen oder Leiterwerkstoffe. Also Kupfer, Aluminium oder PVC o.ä. Was davon sich eben am einfachsten Schnell detektieren ließe - und auch durch Erdreich hindurch dringen mag.

Was davon es sein wird weiß ich auch nicht.

Hmm, andere Option. Das abgeschaltete Kabel mit einem bestimmten Signal beaufschlagen und eine EM-Feld sonde im Bohrloch erkennt die Unterschiede zum nächsten Bohrloch - und damit die Unterbrechungs-stelle. Und bohren ist evtl. nötig weil man so näher an das Kabel heran kommt und drüber liegende Störeinflüße ausschalten könnte.

Aber da oben Gase genannt wurden...?

Kontaktlose Kabelsuchgeräte gibt es ja schon länger. Aber bei einem Kabel mit einem Kurzschluß wäre das wohl etwas schwierig an zu wenden.

Bye/ /Kay

Am 20.10.24 um 17:34 schrieb Kay Martinen:

Ein Plan hilft wenig wenig wenn man nicht weiss welche Muffe betroffen ist.

Das wäre Plan B gewesen wenndie Schnüffel-Methode nicht zum Erfolg geführt hätte.

Mir wurde gesagt dass man dann an die Hausanschlüße ran müsse. Ich vermute überall die Hauptschalter raus damit man erfolgreich messen kann. Das wird schwierig wenn keiner da ist der den Zugang ermöglicht.

Davon habe ich nichts mit bekommen - möglich dass man das gemacht hat.

Gerald

Am 21.10.24 um 00:23 schrieb Kay Martinen:

Das war kein sehr großer Bohrer mit dem man nahe an das Kabel hätte heran kommen können. Weiss ja auch keiner was da noch für Kabel lang gehen die beschädigt werden könnten. Ging wohl nur darum durch die Deckschicht durch ins Kiesbett zu gelangen.

Ja.

Gerald

Das ist in der Tat sehr hübsch. Nur Prüfzeichen hab ich keine gesehen.

Und ein wenig skeptisch bin ich auch, ob man hier als die beiden Quellen unterschiedliche Phasen des Drehstromnetzes verwenden sollte. Da sind dann immerhin 400 V relativ nahe beieinander und es ist essenziell wichtig dass zuerst die eine Quelle mit hinreichendem Kontaktabstand getrennt sein muss bevor die andere verbunden werden darf.

Sonst sind im Zweifel nicht nur die vorgeschalteten LSS aus, sondern mit etwas Pech auch noch die Panzersicherungen.

Ich merk mir das Produkt mal.

Grüße Marc

Danke fürs Nachhaken. Ich habe den Thread mal zur Ruhe kommen lassen und schließlich kommentiert.

Grüße Marc

Im Zweifel: Alle Hauptschalter raus bzw. Panzersicherungen ziehen, und dann mit höherer Spannung aufs Netz. Irgendo wird's dann rauchen.

Grüße Marc

Im konkreten Fall hätte das den Vorteil, dass man defekte NH-Einsätze auch ohne persönliche Schutzausrüstung wechseln könnte: Aufmachen, Deckel aushaken, in sicherer Entfernung die Einsätze wechseln, Deckel wieder einhaken, zu. Okay, wenn die Last nicht abgeschaltet wurde will man das auch nicht ohne PSA machen, aber ohne Last sollte das gehen.

Im konkreten Fall wurde der HAK von einem Subunternehmer des Netzbetreibers eingebaut.

Der Kasten drumrum könnte ja unverändert bleiben.

Das stimmt freilich. Es soll ja Situationen geben in denen man die verbliebene Phase nicht abschalten möchte. Daran hab ich nicht gedacht.

Grüße Marc

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