BHKW

Hallo, wir arbeiten in Afghanistan und bauen und entwickeln BHKWs für den hiesigen Markt. Die Energieversorgung ist hier generell ein großes Problem.
Unser aktuelles Projekt BHKW250 versorgt einen sechsgeschossigen Block mit 40 Wohnungen und 8 Geschäften im Erdgeschoß mit Strom und Wärme. Die Wohnungen werden mit 16A abgesichert, die Geschäfte mit 20A. Im Gebäude sind noch 4 Aufzüge mit je 20kW Leistung. Außerdem ist noch eine Tauchpumpe im zum Gebäude gehörenden Tiefbrunnen mit etwa 10kW zu versorgen.
Dazu nehmen wir ein Generator-Set marapco250H (28.500 US$). Der bringt maximal elektrisch 250kVA (275kVA bei 110%). Der Dieselverbrauch liegt bei 0,21 bis 0,24 l/kWh. Am Abgassystem werden maximal thermisch 173kW (190kW bei 110%), am Motorkühler maximal thermisch 97kW (107kW bei 110%) abgegeben.
Das Generator-Set läuft, bis auf notwendige Abschaltungen bei Wartung usw. durch und wird lastabhängig (elektrische Last) gesteuert. Das Gebäude wird nicht ans öffentliche Netz angeschlossen.
Die Abwärme aus dem Wasserkühlsystem und dem Abgassystem des Dieselmotors wird in den Boiler eingespeist. Der Boiler aus 4mm Stahlblech hat 3m Durchmesser und ist 3m hoch, also etwa 20m³ Volumen. Im Boiler sind die Wärmetauscher integriert. Ganz unten der Wärmetauscher für das Motorkühlwasser (Stahlrohr 4mm, Durchmesser etwa 100mm, Gesamtrohrlänge etwa 15m). Darüber der Abgaswärmetauscher (Stahlrohr 4mm, Durchmesser etwa 300mm, Gesamtrohrlänge etwa 15m), das Abgas tritt am höchstgelegenen Stutzen mit etwa 500°C ein und am untersten Stutzen wieder aus. Deckel an den Wärmetauscherrohren dienen der Zugänglichkeit zum Russfegen. Ganz oben der Wärmetauscher für das Trinkwasser (Stahlrohr, Durchmesser 2Zoll, Gesamtrohrlänge etwa 43m, parallel). Zudem sind insgesamt 4 elektrische Heizpatronen mit je 15kW oberhalb des Abgaswärmetauschers eingebaut.
Die Regelung der Boilerfunktionen erfolgt temperaturgesteuert. Oberhalb etwa 90°C Wassertemperatur wird das Abgas über einen Bypass am Boiler vorbeigeleitet, das Motorkühlwasser geht dann durch den Standardmotorkühler. Unterhalb etwa 65°C werden stufenweise die elektrischen Heizpatronen zugeschaltet.
Das ganze wird in ein massives, separates Gebäude eingebaut, inkl. Dieseltank 10.000l und Abgasschalldämpfer. Leitungen und Kabel werden über einen etwa 10m langen unterirdischen Kanal bis in den Keller des Gebäudes geführt.
Gruß
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
parallel hatte ich schon mal bei den Elektrikern (de.sci.ing.elektrotechnik) gepostet, da wir im Moment noch folgendes Problem haben:
Die Generatorsets werden standardmäßig mit luftgekühlten Generatoren geliefert, dadurch geht uns im Moment noch die Abwärme der Generatoren verloren. Besser wären natürlich wassergekühlte Generatoren. Da sind wir aber noch nicht fündig geworden und die Lieferanten der Generatorsets sind da auch etwas unflexibel.
Gruß
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am Thu, 05 Oct 2006 10:48:48 +0430 schrieb Mathias Schröder:

Bau die Generatoren doch in einen Raum oder Container o.ä. und betreibe damit eine Wärmepumpe. Die bindest Du in Deine Heizung. Et Voila. Man könnte damit auch WW bereiten.
Nur eine Idee ...
Ciao CHRiSTiAN.
--
..// http://www.twd.kueken.de
..// EOT
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo Fritz, Du hast sicher recht, aber hier in Afghanistan kostet der Liter Diesel etwa 30 Afghani, das sind etwas weniger als 50 €cent und die Leute sind froh, wenn sie überhaupt Strom und Wärme bekommen. Der Winter steht vor der Tür und hier sind -30°C im Januar keine Seltenheit. Dazu kommt, dass die eingesetzten Generatorsets so robust sind, dass sie auch unter "orientalischen" Verhältnissen sicher durchlaufen. Gruß Mathias
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Mathias Schrder schrieb:

Hallo Mathias In Afganistan und jetzt auch im Libanon ist die Mglichkeit ein anderes System zu installieren. Ich meine: Der Dielenmotor treibt einen Kompressor. Die Abwrme von Motor und Kompressor heizt Wasser. Die Druckluft und das Wasser werden gespeichert. Die Druckluft treibt den Stromgenerator. Die kalte Abluft versorgt Druckluftspeicher, Lftung, Trinkwasseraufbereitung und Wrmetauscher. Das System kann alle Arten der Drucklufterzeugung ohne grossen Steueraufwand intergieren. Die Vernetzung ist ber die Wasserleitung mglich. mfg Fritz
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Mathias Schröder schrieb:

Das Projekt scheint ja bereits durch zu sein. Ist geplant, in der Gegend noch mehrere Stromerzeuger zu realisieren? Die könnte man dann per automatischem Stromhandelssystem managen.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo Christoph, prima Idee mit dem Stromhandelssystem (in die Richtung denken wir auch, wir wollen eben auch Geld verdienen ;-) ), können wir momentan aber nur lokal angehen, praktisch mit einem privaten Netz, da das öffentliche Netz katastrophal ist. Zudem läuft gerade die Privatisierung der Netze, es ist alles noch etwas unübersichtlich. Aber mal ein aktuelles Beispiel: Kabul, Vier Blöcke mit etwa 200 Geschäften und 400 Wohnungen, daneben noch ein Geschäftshaus mit nochmal 330 Geschäften, alles Neubau. Das ganze wird mit etwa 3 MW elektrisch bedient (die schon erwähnten Geratorsets) und die Abwärme entsprechend genutzt. Der Strom wird vom Investor/Betreiber verkauft, die Wärme auch. Also ein "kleines", lokales Netz. Gruß Mathias
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo Mathias,

In meinem Büro wurden Anfang des Jahres zwei Diplomarbeiten zum Thema mit jeweils "sehr gut" abgeschlossen.

Wer einen Stromhandel aufmacht, sollte aber nicht unbedingt der Monopolproduzent sein. Mit einem automatischen Stromhandel wird nämlich der Boden für die ganze Palette sämtlicher Energieträger aufbereitet und deren jeweilige spezifischen Eigenschaften optimal genutzt. So viele Einergieträger kann ein einzelner gar nicht mehr optimal verwerten. Ein automatisches Stromhandelssystem wäre die Basis, mit der man so energiehungrige Länder wie Deutschland zu rund 70% auf heimische regenerative Energien umstellen könnte. Weniger industrieorientierte Länder könnten damit leicht zu Energieexporteuren werden und die fehlenden 30% ebenfalls noch in regenerativ beisteuern. Die Opec und die Russen hätten dann vielleicht ein Problem. Aber der Übergang zur neuen Wirtschaftsform mitsamt Hardwareumstellung wird ja nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern viele Jahre brauchen.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Christoph Mller schrieb:

Hallo,
toll 70 % regenerativ, aber wie werden dabei die Lcken und Schwankungen von Strom aus Solarzellen, Windrdern, Wasserkraftwerken, Blockheizkraftwerken mit regenerativen Brennstoffen, Gezeitenkraftwerken geschlossen?
Bye
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Uwe Hercksen schrieb:

Na wie wohl? Mit ein- und ausschalten von Verbrauchern und Erzeugern. Das Ganze ist im durchaus technischen Sinne ein stinknormaler Regelkreis, der permanent auf das Verhältnis Angebot/Nachfrage=1 hin regelt und als Stellgröße eben den Preis verwendet.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Christoph Mller schrieb:

Hallo,
aber wie sinnvoll ist es zur Regelung Solaranlagen und Windrder sowie Laufwasserkraftwerke auszuschalten? Regelkreis gut und schn, aber wenn man thermische Kraftwerke zur berbrckung einer Lastspitze bentigt mu man die rechtzeitig vorher anfahren damit sie dann kurzfristig auch zur Verfgung stehen.
Bye
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Christoph Müller schrieb:

Hallo,
aber wie sinnvoll ist es zur Regelung Solaranlagen und Windräder sowie Laufwasserkraftwerke auszuschalten? Regelkreis gut und schön, aber wenn man thermische Kraftwerke zur Überbrückung einer Lastspitze benötigt muß man die rechtzeitig vorher anfahren damit sie dann kurzfristig auch zur Verfügung stehen.
-------------
Die Lastanforderungen (Verbraucherverhalten) werden bei der Inbetriebnahme festgestellt und sind z.B. auf +/- 10% bekannt.
Bei Überschreiten von Lastspitzen werden zuvor definierte Verbraucher abgeschaltet. Das bringt aber die Netzfrequenz durcheinander.
--
Regards / Gruss Jan C. Hoffmann
http://home.arcor.de/janch/janch/menue.htm
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, "Jan C. Hoffmann" schrieb:

Das mit dem Quoten üben wir aber noch.

Nein, genau so wird es eben nicht gemacht. Einzige Regelgröße ist der Preis - unter Marktbedingungen ist ganz von allein soviel Reserveleistung (Regelenergie) im Netz vorhanden, daß _plötzliche_ Lastanstiege durch deren Betreiber lukrativ durch den dann sehr hohen Strompreis abgefangen werden können. (Rechnerisch wird der gleiche Gewinn von den Betreibern unterbrechbarer Verbraucher (typischerweise thermische Anwendungen (Warmwasser, Kühlhäuser usw.) mit längeren Zeitkonstanten, die auch mal für eine Stunde abschalten und auf thermische Speicher zurückgreifen können) erzielt, wenn sie während der Hochpreiszeiten ihre Last vom Netz nehmen - in der Auswirkung ist das genauso wie die entsprechende Bereitstellung zusätzlicher Erzeuger.)
Die Vorstellung von "langen Vorheizzeiten" von KW mit fossilen Brennstoffen ist einfach überholt - moderne KW arbeiten mit Gasturbinen, die "von jetzt auf gleich" aus dem Stand auf Nennleistung gehen können, desgleichen die vielen dezentralen Motorkraftwerke, die unter geeigneten Bedingungen reelle Chancen hätten. Aber selbst für die "Fossilen" wäre noch Platz: Da für die meisten Erzeuger und Verbraucher die Nutzung und damit der gesamte Lastgang gut prognostizierbar (Wetter, Jahres- und Tageszeit, Wochentag usw.) ist, können auch die im voraus wissen, wann sie wahrscheinlich Geld verdienen können, und dann entsprechend umlaufend oder warm bereitstehen.
Der Markt würde es richten!

Das ist einfach nur Unsinn. Die Netzfrequenz als Regelgröße ist in einem europaweiten synchronen Verbundnetz schon lange überholt, die Bilanzgleichgewichte müssen lokal hergestellt werden. Im Gegenteil wird die Netzfrequenz sogar unabhängig von der Lastsituation im Mittel "phase locked" nachgeregelt, so daß netzgeführte Synchronuhren (wo gibt es die eigentlich noch?) im Mittel keine Abweichungen von der gesetzlichen Zeit zeigen. Die Frequenzregelung ist nur noch eine unterlagerte Regelgröße, die bei transienten Vorgängen eine Rolle spielt, und da muß dann auch schon dramatisches passieren (z. B. ein Kraftwerk der GW-Klasse ungeplant vom Netz gehen oder entsprechender Verbrauch durch Störung einer Höchstspannungsleitung wegbrechen), damit die Kraftwerke europaweit dann im Promille-Bereich nachregeln.
Grundsätzlich gilt auch im Verbundnetz, daß die Austauschleistungen klein gehalten werden, also der Verbrauch im wesentlichen lokal erzeugt, oder wenigstens lokal Reserveleistung für Ausfälle vorgehalten wird. Deshalb ist es auch normalerweise nicht so schlimm, wenn einzelne Netzbereiche abgetrennt werden und in den Störungs- oder Inselbetrieb gehen. Ein Versorgungssystem ist gegen Störungen um so unempfindlicher, je stärker es vernetzt ist, und um so kleiner die einzelnen Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten sind, weil die dann jeweils *unabhängig voneinander* sind und Störungen sich nur stochastisch und nicht systemisch überlagern.
Das Problem mit Christophs Vorstellungen liegt woanders: Aufgrund der hohen Effiziensteigerungen bei modernen fossilen Kraftwerken (Wirkungsgrade an die 60 %) sind kleine Motorkraftwerke derzeit nicht mehr wirtschaftlich, weil sie von der Abwärmenutzung "leben" - der Bedarf an Niedertemperaturwärme geht aber wegen der Gebäudeisolation (Trend zum Nullenergiehaus) zurück, ferner kann sie günstiger über elektrische Wärmepumpen als aus Abwärme erzeugt werden. In Entwicklungsländern mag das anders aussehen, aber das ist dann zum einen eine vorübergehende Situation, zum anderen werden die sich aufgrund der Kostensituation (billige Energie durch billige Bio-Brennstoffe, Kameldung kostet praktisch nichts) die relativ teure Verrechnungstechnik (derzeit sind die erforderlichen Zähler sowie Schutz- und Steuergeräte für den massenhaften Anschluß von Kleinerzeugern ans Netz kommerziell überhaupt noch nicht verfügbar) nicht leisten können.
Schließlich dürfen wir auch nicht vergessen, daß Mineralöl keineswegs knapp und dessen Preis ein "politischer" ist: Es wäre unter denkbaren Bedingungen (Preisdruck auf die Förderkartelle durch Ausbau alternativer Energien) auch wieder vorstellbar, daß der Ölpreis auf 20 bis 30 Dollar zurückgehen kann (womit dann Investoren in "grüne" Energien fürchterlich auf die Nase fallen werden).
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Ralf Kusmierz schrieb:

Hallo,
und wie macht man das dann bei den Kombinationen aus Gasturbine und Dampfturbine die sich durch besonders hohen Wirkungsgrad auszeichnen? http://de.wikipedia.org/wiki/GuD Ausserdem mssen bestehende Dampfkraftwerke noch lnger ihre Pflicht tun. Umlaufend oder warm bereitzustehen kostet Geld fr das Vorheizen und wenn das Kraftwerk fr die Regelung mit nur einem Teil seiner Nennleistung betrieben wird kostet das auch Geld durch den dadurch geringeren Wirkungsgrad und erhhten Brennstoffverbrauch bezogen auf die abgegebene Leistung.
Bye
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Uwe Hercksen schrieb:

Das ist erst einmal die falsche Frage: Wie macht "man" das denn, wenn der Strompreis aufgrund günstiger Angebote aus dem Ausland plötzlich fällt und sich *irgendein* Kraftwerk nicht mehr rechnet? Dann macht "man" es eben dicht, das ist nun einmal so in der Marktwirtschaft.
Wie man das im übrigen konkret technisch machen *könnte*, ist klar: Für die fraglichen Zeiten hält man den Dampf-Teil eben "warm" oder läßt ihn mit kleiner Leistung laufen.

Und? Ist doch deren Problem, oder? Stehen die unter Naturschutz?
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hi Ralf,
Ralf Kusmierz wrote:

das nun verstehe ich nicht. Wenn die alternativen Energien den Preisdruck erzeugen, dann doch wohl nur bis zu dem Punkt, wo sie sich noch rechnen. Darunter können sie doch den Ölpreis kaum zwingen, oder?
Gruß Schorsch
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Georg Mildenberger schrieb:

Oder. Was kostet ein Solarmodul im Betrieb im Vergleich zur Anschaffung?
Die Investoren installieren "grüne" Energie in Erwartung bestimmter Energiepreise - wenn die nun total in den Keller fallen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ein dummes Gesicht zu machen. (Ähnliches gilt auch für WKA und andere Anlagen.)
Und erst recht fallen die Aktionäre der entsprechenden Unternehmen auf die Schnauze: Natürlich gibt es nach dem Energiepreiscrash keine Folgeaufträge mehr.
Den Scheichs bleibt auch nichts anderes übrig, als den Saft zu verschleudern: Rennkamele und Entsalzungsanlagen sind teuer, irgendwo müssen Moses und die Propheten schließlich herkommen, also macht die Masse den Umsatz.
Den Schweinezyklus gibt es nicht nur in der Landwirtschaft (und es wird mir ein Vergnügen sein, mich an der Ölmafia zu rächen und Leuna-Benzin in meine alte Karre reinzukippen, selbst wenn es doppelt so viel wie Sprit aus Mineralöl kostet - sollen die Muchels doch Sand fressen).
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Ralf Kusmierz wrote:

das verstehe ich immer noch nicht. Die Investoren haben doch eine Idee, welchen Preis sie brauchen, um ihren Investition zu amortisieren. Warum sollten sie nun einen Preisdruck ausüben, um Energie billiger werden zu lassen? Na, wie auch immer. Gruß Schorsch
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Georg Mildenberger schrieb:

Klar haben sie die. Die Leute, die zu Neuer-Markt-Zeiten eine Mobilcom-Aktie für "dausend" kauften, hatten auch eine Idee, daß die noch kräftig steigen könnte. Und erst recht haben Landwirte eine Idee, was ihnen die Ferkelmast bei aktuellen Schweinepreisen einbringen wird. Was haben die alle gemeinsam? Sie irrensich fürchterlich, und dann ist das Geld zwar nicht weg, aber "es hat jemnd anders".

Sie haben gar keinen Einfluß auf den Preis - der ergibt sich unter Wettbewerbsbedingungen aus Angebot und Nachfrage. Die Preiselastizität des Angebots ist bei regenerierbaren Energiequellen extrem niedrig, die Angebotskurve verläuft also im Marktdiagramm <http://de.wikipedia.org/wiki/Marktdiagramm extrem steil, weil die mittelfristigen Grenzkosten extrem niedrig sind (die fixen Kosten sind bereits angefallen). Also kann bei einem geringfügigen Nachfragerückgang, der ohne weiteres durch die Eigenproduktion (egal, ob Solarstrom oder Biomasse für z. B. BHKW bzw. Christophs Motorkraftwerke) ausgelöst werden kann, der Preis vollkommen zusammenbrechen.
Beispiel:
Schwäbele ("Schaffe, schaffe, Häusle baue ...") hat sich unter der Annahme von Ölpreisen von 5 Cent/kWh und weiter steigenden Öl und Gaspreisen eine solarthermische Anlage aufschwatzen lassen, die sich auf zehn oder zwanzig Jahre gerechnet bei Energiepreisen oberhalb von 4 Cent/kWh rentiert. Natürlich legt er (bzw. seine Bausparkasse) die gesamten Errichtungskosten auf einmal hin (weg ist das Geld), der laufende Betrieb (Wartung) kostet ihn bloß noch 0,1 Cent/kWh.
Kauft der jetzt wieder Öl und baut sich eine Ölheizung ein, wenn der Ölpreis auf 2 Cent/kWh fällt? Nein, natürlich nicht, der heizt weiterhin mit Sonne, tritt am Mineralölmarkt nicht als Nachfrager auf und ärgert sich im übrigen über die Buchverluste.
(Fast) niemand "macht" die Preise am Energiemarkt - der Ölpreis ist hoch? Ja, und warum? Weil er ein Kartellpreis ist - die OPEC hält ihn über Fördermengenabsprachen künstlich hoch. Aufgrund dieses Kartellpreises investiert jetzt alle Welt in regenerative Energien, die sich unter dieser Voraussetzung natürlich rechnen. Ergebnis: Die Abnahme (der Absatz) beim Mineralöl bröckelt weg, trotz Kartellpreis *sinken* die Öleinnahmen.
Kannst Du Dir wirklich nicht vorstellen, daß unter solchen Bedingungen ein Kartell ganz plötzlich zerbricht? Wenn irgendein politischer Habenichts pötzlich Öl findet, wird er irgendwann auf Fördermengenabsprachen pfeifen und dreht die Produktion hoch - wer kauft dann noch OPEC-Öl zu Kartellpreisen? Schwupps, ist der Barrell-Preis bei 10 Dollar.
Ölscheichs sind zwar mächtig, aber nicht allmächtig. Die haben spiegelbildlich das gleiche Problem wie wir: Wir sind einstweilen von den Förderländern abhängig. Die haben ihre Petrodollars aber in Industriebeteiligungen bei ihren Kunden angelegt - wenn die pampig werden, kann man ihnen auch ganz schnell den Geldhahn zudrehen (Enteignungen, Kapitalverkehrskontrollen). Glaubst Du etwa, die saudische Armee marschiert im Ruhrgebiet ein, um die Kontrolle über ThyssenKrupp zurückzuerobern? (Auch der blutige Herr Putin mag sich mal nicht allzusehr aufs Hohe Roß setzen.)

Wenn Du meinst ...
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Ralf Kusmierz schrieb:

Auf meinem Nachttisch. Läuft seit über 30 Jahren.

Kann ich bestätigen. Die Uhr geht auch über Monate hinweg auf die Sekunde genau. Wahrscheinlich auch über Jahre. Aber zweimal im Jahr muss ich sie wg. Zeitumstellung manuell verstellen.

Auch 40% Verlust sind noch ein haufen Zeug! Es geht auch nicht nur um diese 40%, sondern auch darum, die vor Ort vorhandenen Energieformen nutzen zu können. Also insbesondere die nachwachsenden Formen. Aufgrund ihrer geringen Energiedichte macht es wenig Sinn, sie in große zentrale Anlagen zu karren. Sie müssen vor Ort verstrom werden, wenn die Umweltbelastung gering gehalten werden soll. Außerdem wird damit die Abhängigkeit von nur wenigen, meist importierten Energieträgern, drastisch minimiert.

Wirtschaftlichkeit ist das Verhältnis vom Willen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand. Jetzt kommt es natürlich drauf an, WER WAS will und welchen Aufwand zu treiben er dafür bereit ist. Unabhängigkeit ist sehr wohl auch ein Wert.

nicht nur.

Aktuell ist das zweifellos so. Aber Nullenergiehäuser produzieren halt keinen Strom. Und so lange sie das nicht tun, fallen große Mengen Abwärme (und seien es nur 40%) auf der Grünen Wiese an, wo niemandem Nutzen bringen. Die Optimierung mit einem automatischen Stromhandel ginge dann wahrscheinlich in eine etwas andere Richtung. Da ist dann nicht mehr Null vom Nullenergiehaus der zentrale Punkt, sondern eher die Umweltbelastung unter dem Strich. Diese optimiert sich sehr wahrscheinlich ganz von selbst über die Definition der Wirtschaftlichkeit.

??? Selbst wenn eine Maschine 60% Wirkungsgrad hat, fallen 40% noch immer in Form von Wärme an. Kann man diese nutzen - wozu braucht man dann noch eine Wärmepumpe?

Immerhin gibt es schon mal zwei Diplomarbeiten zum Thema.

Was auch ein Ausdruck für einen nicht funktionierenden Markt ist.

Derartige Preisreduktionen halte ich eher für unwahrscheinlich. 40 vielleicht und auch nur vorübergehend da die leicht anzuzapfenden Quellen allmählich versiegt sind.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload

Polytechforum.com is a website by engineers for engineers. It is not affiliated with any of manufacturers or vendors discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.