Definition von "TechnikstÀrke"?

Guten Tag Kollegen!
In einer 20 Jahre alten grafischen Darstellung der Marktsituation einer bestimmten Branche wurde fĂŒr einzelne HerkunftslĂ€nder jeweils die
"MarktstĂ€rke" in Relation zur "relativen TechnikstĂ€rke" aufgetragen. Mir gefĂ€llt dieser Gedanke nicht schlecht, und ich wĂŒrde die Grafik gerne aktualisieren. Das Dumme ist: Der Autor hat nicht angegeben, wie er diese Kennwerte definiert hat. Da auch die Angabe des Autors fehlt, kann ich ihn dazu nicht fragen.
WĂ€hrend man die "MarkstĂ€rke" relativ einfach ĂŒber den Marktanteil quantifizieren kann, bin ich noch auf keine Idee gekommen, wie man die "relative TechnikstĂ€rke" sinnvoll bewerten könnte. Der Exportanteil scheint mir kein brauchbarer Parameter zu sein. Eine reine Guru-Meditation mit anschließendem Orakel ist mir aber eine zu dĂŒnne Basis.
Hat jemand eine Idee, wie man "relative TechnikstĂ€rke" als quantifizierbare GrĂ¶ĂŸe definieren kann?
Joachim
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Moin,
Joachim Schmid hat geschrieben:

ZunĂ€chst mal mußt du wissen, was du ĂŒberhaupt darstellen willst sprich welche LĂ€nder in dieser Darstellung besonders gut dastehen sollen und welche nicht.
SCNR, CU Rollo
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Roland Damm verfasste am 12.05.2005 18:15:

Wenn ich sowas haben wollte, wĂŒrde ich es bei einer simplen Guru-Session meinerseits belassen.
Joachim
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Joachim Schmid schrieb:

Eine ziemliche "weiche" Fragestellung - Versuch einer AnnÀherung:
1. Grad oder Anteil am Weltmarkt, mit dem Produkte in einem bestimmten Marktsegment mit Hilfe "innovativer" (tbd) Technologien realisiert werden?
Maschinenbau: innovative Werkstoffe (Verbundwerkstoffe? ...), innovative FĂŒgeverfahren (Kleben? ...), innovative Entwurfsverfahren (CAD?, Flow Simulation?, Thermal Simulation?, ...) ...
Elektronik: innovative Bauelemente (hochintegriertes?, DSPs?, PLDs? ...), innovative Entwurfsverfahren (Simulation?, EMV-Simulation?...), innovative Fertigungsverfahren (bleifreies Löten? Multilayer-Boards?, ...)
2. Vielleicht könntest Du Dich der Frage auch ĂŒber Patente (Anzahl erteilte, umgesetzte, ...) nĂ€hern?
3. Gibt es vielleicht auch Daten von Marktforschern zur Frage, wer in bestimmten MĂ€rkten als "technisch fĂŒhrend" angesehen wird- die Infos dĂŒrften aber wohl teuer werden...
4. haben sicherlich auch Unternehmen Informationen zum technical benchmarking- da dĂŒrfte aber schwierig dranzukommen sein.
Gruß, V.
--
Volker Staben

Fachhochschule Flensburg - Flensburg University of Applied Sciences
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Volker Staben verfasste am 12.05.2005 18:57:

Ich weiß. WĂ€re froh, ich könnte es besser fassen.

Da es sich um eine definierte, technologieintensive, aber stark zersplitterte Branche (Werkzeugmaschinen) handelt, komme ich mit so einer Betrachtung mangels Datenmaterial bzw. einander ĂŒberschneidender Merkmale nicht weiter. Außerdem soll die Untersuchung ja gerade als Resultat die GegenĂŒberstellung von Marktanteil vs. "TechnikstĂ€rke" liefern. Beispiel: China ist inzwischen trotz guru-postulierter TechnikschwĂ€che die Nr. 4 auf dem Weltmarkt und kurz davor, Italien vom 3. Platz zu verdrĂ€ngen. Die US-Industrie wiederum ist nach kurzzeitiger Hausse sogar ohne Inflationsbereinigung auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren eingebrochen - und das trotz innovativer Produkte.

Kriterien und Technologien kann ich identifizieren, aber es fehlt an einer nicht-subjektiven, quantifizierbaren Bewertungsmöglichkeit des technischen Standes im internationalen Vergleich.

Das wĂ€re eine gut quantifizierbare GrĂ¶ĂŸe. Problematisch: Auswertung im internationalen Vergleich branchengezielt fast aussichtslos, da einerseits enorme Zahl relevanter Patentschriften, andererseits branchentypisch geringe Patentierungsquote wegen Kosten, Geheimhaltung, usw.

Womit wir wieder bei "Guru-Orakeln" wÀren. Die kann ich - mit Verlaub - selber liefern.

Zumal die wenigsten Unternehmen der Branche einauch nur halbwegs professionelles Marketing betreiben. Und der Branchenverband hat zwar eine exzellente Statistik-Abteilung, kann aber bei solchen EinschÀtzungen nicht gerade als unvereingenommen gelten.
Ich danke dir fĂŒr deine Gedanken, einige Kristallisationspunkte fĂŒr weiteres Nachdenken sind entstanden. :-)
Joachim
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Am Thu, 12 May 2005 15:31:19 +0200 schrieb Joachim Schmid:

Ausgaben fĂŒr F&E der börsennotierten Technologie- und produktionslastigen Firmen, z.B. bezogen auf das BIP zur Normierung? Kickt leider LĂ€nder ohne Börsen heraus, aber unter den Top20 solltest du ein gutes Ranking erzielen.
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Ansgar Kursawe verfasste am 12.05.2005 21:30:

Gute Idee. Das Kriterium gefÀllt mir. Jetzt muss ich nur noch an die F&E-Ausgaben von Yamazaki, Krupp-Thyssen GeschÀftsbereich Manufacturing Systems, Comau usw. rankommen. ;-)
Augenblick mal: Solche Zahlen könnte der VDW in seinen Statistik-Daten verfĂŒgbar haben. Werde gleich morgen mal nachsehen.

Kein Problem, in der betrachteten Branche sind die wenigsten Unternehmen eigenstÀndig börsennotiert :-)
Joachim
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Hallo Joachim,
Technikstaerke = Fahigkeit der Leute, einen tropfenden Wasserhahn oder ein Auto zu reparieren...?
Schwammig ist der Begriff schon.

Boersennotierte Unternehmen stellen in Sachen Innovation nicht immer die Fuehrung dar. Zumindest in USA beginnt noch vieles in der legendaeren Garage, danach Venture Funding und viele Jahre danach IPO.
Vor der IPO wird kein Statistiker auch nur ein Sterbenswoertchen erfahren, alles streng geheim. Deswegen laesst sich "Technikstaerke" nur ueber lange Zeit (Jahrzehnte) erfassen.
Gruesse, Joerg
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Joerg verfasste am 15.05.2005 01:25:

Genau deswegen ist mir die Börsennotierung piepegal.

Wegen des schnellen Wechsels des Standes der Technik sehe die TechnikstĂ€rke im Gegenteil als sehr aktuelle GrĂ¶ĂŸe an, die auch nach entsprechend kurzfristigen Parametern beurteilt werden muss.
Joachim
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Hallo Joachim,

Waere schoen, wenn es ginge. Geht aber meist nicht kurzfristig, weil die heissesten Eisen um keinen Preis herausgerueckt werden. Jedenfalls nicht vor der Patentanmeldung.
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Joerg verfasste am 17.05.2005 03:50:

Entgegen des von interessierten Kreisen gerne erweckten Eindruck geben Patentrecherchen den technischen Stand oft nur unvollstĂ€ndig wieder wegen * langwieriger Patentverfahren * bewusste Verschleierung von Anwendungspotenzial und Einsatzgebieten durch Anmelder * Tendenz vieler Firmen, statt auf in Anmeldung und Durchsetzung oft teuren und trĂ€gen Patentschutz lieber auf Geheimhaltung, ĂŒberlegene (und daher nicht einfach nachahmbare) Technik, bzw. rasche Innovationszyklen zu setzen
Dennoch kann die Zahl der Patentanmeldungen durchaus ein wichtiges Indiz fĂŒr die "Technologiefreudigkeit" einer Branche oder eines Landes sein. Dazu braucht man nicht den aktuellen Stand der Technik.
Joachim
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Hallo Joachim,

Genau deswegen glaube ich, dass eine kurzfristige Beurteilung der "Technikstaerke" kaum moeglich ist. Punkt 3 (Bevorzugung der Geheimhaltung) ist ein sehr haeufiges Phaenomen.

Das kostet enormen Arbeitsaufwand. Es gibt Gegenden, in denen jeder noch so funzelige Mist und jede noch so kleine Abwandlung davon patentiert wird. Man muesste neue Patente zumindest in statistisch signifikanter Anzahl studieren. In anderen Laendern ist Patentierung entweder zu langwierig oder viel kostspieliger und dann macht man es eben wie gehabt ueber Geheimhaltung.
Gruesse, Joerg
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Am Tue, 17 May 2005 20:48:59 GMT schrieb Joerg:

Und genau deswegen sind die Forschungsausgaben eines Unternehmens als Grösse nicht so irrelevant.
/Ansgar
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Hallo Ansgar,

Bei grossen hast Du recht. Bei kleinen wirst Du sie um keinen Preis erfahren. Die kleinen sind es aber oft, welche Innovation vorantreiben. Siehe die beruehmte HP Garage.
Gruesse, Joerg
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Joachim Schmid wrote:

Nach all den anderen Ideen noch eine - Kannst Du ĂŒber BeschĂ€ftigung gehen? Zum Beispiel mit solchen Fragen:
- Wieviele Ingenieure sind in der Branche des jeweiligen Landes angestellt?
- Welche durchschnittliche Ausbildung haben die Werker? In den neuen MĂ€rkten dĂŒrfte die Antwort sicher oft genung "ungelernt" oder "nicht berufsgerecht" lauten.
- Vielleicht lĂ€ĂŸt sich der Automatisierungsgrad in der Fertigung als Indikator heranziehen - aber in welcher Kennzahl ist der enthalten?
Gruß, Ralf.
--
www.ArsTechnica.de --- www.ArsMartialis.com

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Ralf Pfeifer verfasste am 15.05.2005 12:16:
Interessante Kriterien:

Könnte aussagefĂ€hig sein, die Zahlen sind aber fĂŒr mich nicht verfĂŒgbar. Gleiches gilt fĂŒr den Anteil von Software-Leuten.

Das ist bei den sehr unterschiedlichen Ausbildungssystemen der HerkunftslÀnder, und auch den unterschiedlichen Fertigungsstrukturen leider kaum vergleichbar.

Werkzeugmaschinenbau z.B. technologieintensiv, aber Kleinserienfertigung - da sind eher die Produkte automatisiert. ;-)
Joachim
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Hallo Joachim,

Ist kein Scherz: In Silicon Valley sagt man sich, dass die aktuelle Innovationskraft dieser Gegend an den Testarossa Verkaufszahlen der Ferrari-Niederlassung messbar sei.
Gruesse, Joerg
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Joerg verfasste am 17.05.2005 22:52:

:-)))
Jaaa! SO einen leicht handhabbaren Indikator suche ich! ;-)
Joachim
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Joachim Schmid schrieb:

Der Witz ist eben, solche relativ weichen aber handhabbaren Indikatoren zu finden. Große EinzelhĂ€ndler schĂ€tzen der Umsatz an besonders umsatzstarken Tagen beispielsweise tatsĂ€chlich frĂŒhzeitig an der Auslastung ihrer ParkplĂ€tze ab und bestellen zusĂ€tzliche Kassiererinnen, wenn die ZĂ€hlanlage 80 Prozent Stellplatzbelegung im Parkhaus signalisiert. Da mir Deine Definition von "TechnikstĂ€rke" nicht klar ist, habe ich vorlĂ€ufig auch keinen Vorschlag zu deren Indexbildung.
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen verfasste am 18.05.2005 00:46:

Wie ich in meinem ersten Posting schrieb, stammt der Begriff nicht von mir. Ich habe selber meine Probleme mit seiner Definition. Ich verstehe ihn als "technologisches Niveau der Produkte". VernĂŒnftige Definitionen werden eben so dankbar angenommen wie handhabbare Indikatoren.
Joachim
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