Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Berlin pflastert sich schadensfrei

Jun 01, 2008 Last reply: vor 18 Jahren 9 Replies

Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Berlin pflastert sich schadensfrei


Auch Berlin will sich im 19.Jahrhundert zu einer moder- nen Verkehrsdrehscheibe entwickeln. Omnisbus-Wagen waren aufgekommen, was Stadt und Umland in Bewe- gung gebracht hatte. Der Verkehr hatte rasch zugenom- men. Im Jahre 1869 wurde in der Fachpresse geschrieben:



"F=FCr Berlin beginnt in den Hauptstrassen eine radikale Neugestaltung des Pflasters, da in Folge des bedeutend gestiegenen Verkehrs in denselben und durch die vielen schnellfahrenden schweren Omnisbus-Wagen das Pflaster ziemlich zerr=FCttet ist." (1)



Das sagt uns, die vielen Omnibus-Wagen haben das alte Strassenpflaster ruiniert und dieser Verkehr sei da- mals sehr angewachsen. Man fragt sich, seit wann die- ser Verkehr existierte und wie rasch er zunahm?



Da ein solcher schnellfahrender Verkehr das Pflaster =FCberforderte, interessiert nat=FCrlich die Art dieses Pfla- sters, das zu Bruch ging. Da eine Neugestaltung des Pflasters vorgenommen wurde, mu=DFte eine Pflasterung gew=E4hlt worden sein, von der man sich mehr Haltbar- keit versprach.



Zun=E4chst seien aber die Orte in Berlin genannt, wo die neue Pflasterung vorgenommen wurde, bevor auf das Pflaster selbst eingegangen wird.



"Diese Neupflasterung hat ihren Anfang in der Leipziger Strasse, zwischen der Wilhelms- und Mauerstrasse genommen, und werden jetzt nur noch die h=E4rtesten Porphyre von Dom-Reichenbach verwendet, weil die bisher angewendeten Pflastersteine nicht mehr gen=FC- gen." (2)



Man kann also die Neupflasterung einerseits sehr ge- nau verorten und hat andererseits schon einen Hinweis, auf was abgehoben wurde. Man nahm h=E4rteres Gestein zum Pflastern. Es wurden also h=E4rteste Porphyre ge- nommen. Die Bezugsquelle "Dom-Reichenbach" w=E4re genauer zu ermitteln.



Man hatte sich genauer =FCberlegt, wie vorzugehen ist:



"Die Herstellung des Pflasters kann nur vortheilhaft geschehen, wenn das ganze Profil der Strasse mit einem Male in Angriff genommen und somit die Stras- se dem Verkehr v=F6llig versperrt wird. Die Fugen zwi- schen den Steinen m=FCssen m=F6glichst dichtschlies- send hergestellt werden, damit eine Zertr=FCmmerung der Kanten erschwert wird" (3)



Man sperrte also f=FCr die Bauarbeiten die gesamte Strassenbreite und sorgte f=FCr ein Pflaster aus h=E4r- testem Pophyr, wobei die Steine m=F6glichst "dicht- schlie=DFend" zu legen waren, um Kantenzersplitterung m=F6glichst weitgehend zu reduzieren. Bei Kanten- splitterung kam es zum raschen Zerrieb der Pflaster- steine, da die harten Wagenr=E4der st=E4rker gegen die Steine sto=DFen konnten. Die Folge war ein besseres Eindringen von Wasser unter die Stra=DFendecke und das Aufweichen des Untergrundes, weil das st=E4ndige Sto=DFen der R=E4der die Steine im Unterbau der Stras- se in Bewegung brachte und abrieb. Sie wurden da- bei kugelig geschliffen und so verformte sich bald die Stra=DFendecke zu Unebenheiten, die rasch zu losen Pflastersteinen f=FChrte, soda=DF die Sch=E4digung der Stra=DFe immer schneller voranschritt.



Da die "Omnibus-Wagen" also schwerer bezeichnet wurden, ist also anzunehmen, da=DF sich die St=F6=DFe der Wagenr=E4der bei unebener Stra=DFendecke wesent- lich schneller auswirkten. Die Anforderungen an die Stra=DFenpflasterung waren also gewachsen. Berlin rea- gierte mit neuem Pflaster. Das neue Pflaster barg je- doch auch Nachteile:



"es folgt daraus aber eine betr=E4chtliche Gl=E4tte der Fahrbahn" (4)



Eine gestiegene Gl=E4tte der Fahrbahn war jedoch f=FCr das Kutschieren gef=E4hrlich. Die Pferde konnten da- rauf ausrutschen. Auch war das Bremsen und die Anfahrt der Pferdewagen dadurch ung=FCnstiger gewor- den. Man wird also bei der Entscheidung der Frage, was durch die neue Pflasterung erreicht werden soll- te, abzuw=E4gen gehabt haben, ob man noch l=E4nger die rasche Zerst=F6rung durch die schweren Omnibus- Wagen hinnehmen soll, oder das Ausrutschen der Pferde in Kauf zu nehmen war. Man entschied sich f=FCr das etwas glattere Pflaster, und das, obwohl der Fachwelt in Berlin schon bekannt war, da=DF in Paris bereits gewalzte Asphaltstrassen ausgef=FChrt worden waren, die schon als "zweckentsprechend, am billig- sten und dauerhaftesten" angesehen wurden. Dazu, so wird in der Deutschen Bauzeitung informiert, war bereits eine Abhandlung in der "Zeitschrift des Archi- tekten- und Ingenieur-Vereins f=FCr Hannover" im Band XI erschienen, in der zum Asphaltbelag dies ausgesagt wurde:



"Die Vorz=FCge dieses Pflasters sind folgende: es bildet sich weder Staub noch Schmutz, es ist v=F6llig ohne Ger=E4usch, es bedarf geringer Zugkraft, die Unterhal- tungskosten der Fahrzeuge werden in betr=E4chtlicher Weise vermindert, die benachbarten H=E4user und Bau- lichkeiten leiden nicht durch Ersch=FCtterung, da die Schl=E4ge und St=F6sse der Wagen aufh=F6ren." (5)



Wagen zu ziehen, war auf Asphaltdecken f=FCr die Pfer- de leichter. Die Wagen rollten leiser und ruhiger, was sehr zum Vorteil der Stra=DFenanwohner war. Der Architekten-Verlin zu Berlin empfahl also der Stadt Berlin im Jahre 1869 sehr dringend, auch in Berlin Stra=DFen mit Asphaltbelag zu versehen. Sie machte au=DFerdem am Preisgef=FCge der unterschied- lichen Stra=DFendecken deutlich, da=DF Asphaltstra=DFen preiswerter sind.



Trotz dieser Vorz=FCge war man in Berlin zu dieser Zeit offensichtlich noch nicht geneigt, die Steinpflaste- rungen einzustellen. Die Beweggr=FCnde m=FC=DFte man genauer herausfinden. Denkbar sind Verquickungen der Stadtoberen, also der Entscheidungstr=E4ger, mit den Bezugsquellen der Pflastersteine und den Firmen, die solche Pflasterungen vornahmen. Konservativer Geist, das Strassenbild nicht ver=E4ndern zu wollen, kann eine Rolle gespielt haben. Es konnte sich aber auch eine Skepsis breit gemacht haben, die Vorbe- halten nachgab, die Asphaltdecke sei in Wirklichkeit nicht so haltbar, wie man ihr nachsage. Die Asphalt- forschung in dieser Zeit hatte sich damit auseinander zu setzen, wie sich verhindern lie=DF, da=DF Asphalt bei Sommerhitze nicht aufweicht und bei klirrendem Frost im Winter nicht spr=F6de und rissig wurde. Es gab Fortschritte, die nat=FCrlich nie ein Ende fanden Wichtig blieb f=FCr den Stadtraum immer die Frage, was =E4sthetischer war: Steinpflaster oder Asphalt. Der stand die Frage gegen=FCber, was kosteng=FCnstiger und haltbarer war. Die Fachwelt mu=DFte auf diese Fra- gen Antworten geben. Darauf reagierten die Entschei- dungstr=E4ger.



Um all die offenen Fragen zu kl=E4ren, die sich daraus ergeben, w=E4re nachzuforschen, was den Entschei- dungstr=E4ger entgegengebracht wurde, also auf was f=FCr einer Grundlage sie ihre Entscheidungen f=E4llten. Das bedeutet Archivarbeit zu den Bauarbeiten in den sp=E4ten 1860er Jahren in Berlin und wie sich das Thema danach entwickelte.



Berlin wandelte sich rasch zu einer modernen Ver- kehrsdrehscheibe. Das hohe Verkehrsaufkommen der Omnibus-Wagen und der Zwang zu moderneren Stadt- stra=DFen macht das deutlich.



K.L.



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Anmerkungen: (1) zitiert aus: Sch.: Ueber Strassenpflaster. S.435-436 in:Deutsche Bauzeitung. Berlin, 1869. S.435f. (2)-(4) zitiert aus: Sch., wie vor, S.436 (5) die Abhandlung auf S.113 dieser Fachzeitschrift ist zitiert in: Sch., wie vor, S.436



Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Wien stattet sich mit Kettenbr=FCcken aus (2)


Kettenbr=FCcken waren im Wien der Biedermeierzeit ge- baut worden, um die Verkehrsverh=E4ltnisse zu verbessern. Der Bautypus Kettenbr=FCcke, eine H=E4ngebr=FCckenform, bot Vorteile, durch die Probleme vermieden werden konn- ten, die mit dem Bogenbr=FCckenbau aus Gestein einher- gingen. Bogenbr=FCcken erforderten, um eine ungehinderte Durchfahrt der Schiffe sicherzustellen, aufgrund ihrer Form eine gr=F6=DFere H=F6he, was wiederum Zufahrtsrampen gr=F6=DFeren Ausma=DFes erzwang. An den Stellen in Wien, wo diese Br=FCcken zu bauen waren, gab es relativ wenig Platz. Aber auch eine Kettenbr=FCcke mu=DFte genau auf die =D6rtlichkeit abgestimmt werden. Nicht jeder Bautyp einer H=E4ngebr=FCcke eignete sich. Es kam also zu Vari- ationen im Kettenbr=FCckenbau, der unterschiedlichen Anforderungen zu gen=FCgen hatte. Neben der Sophien- br=FCcke war die Karlsbr=FCcke als Kettenbr=FCcke f=FCr den Fu=DFg=E4ngerverkehr entstanden. Gleichzeitig mit der Karls- br=FCcke war eine dritte Kettenbr=FCcke f=FCr den allgemeinen Verkehr im Bau.


3.Kettenbr=FCcke in Wien: eine Br=FCcke ohne Namen?

Als dritte Kettenbr=FCcke entstand in Wien gleichzeitig mit der Karlsbr=FCcke eine Kettenbr=FCcke =FCber den Wienflu=DF. Sie hatte die Vorstadt Laimgrube an der Wien und die Vorstadt namens Neue Wieden miteinander zu verbinden. An dieser Stelle gab es zuvor keine Br=FCcke und keine Querung. Fuhrwerke sollten hier fahren k=F6nnen. Eine auf- wendigere Br=FCcke war also zu schaffen. Es fand sich ein Ingenieur, der die Aufgabe =FCbernahm. Anton Robausch entwarf und schuf den Bau. (1) Als im Jahre 1836 =FCber diese dritte H=E4ngebr=FCcke in der Allgemeinen Bauzeitung berichtet wurde, gab es bis dahin, so schreibt Schmid, noch keine Ver=F6ffentlichung zu dieser Br=FCcke:



"Da bis jetzt die Konstrukzionsart dieser Br=FCcke weder durch eine Schrift noch durch Pl=E4ne ver=F6ffentlicht, und es jedem Architekten und Ingenieur willkommen sein wird, auch dieses Beispiel wirklicher Anwendung der H=E4ngebr=FCcken den anderen bereits bekannten anzurei- hen, so folgt in gedr=E4ngter K=FCrze eine, die drei Bl=E4tter der beigegebenen Zeichnungen erkl=E4rende Beschrei- bung, dieser ersten in Wien f=FCr Fuhrwerke erbauten Kettenbr=FCcke." (2)



Eine Auswertung dieser Ver=F6ffentlichung mu=DF sich also sehr lohnen. Danach ist nach weiteren Ver=F6ffentlichun- gen und Archivalien zu suchen.



Die Sophienbr=FCcke war eine Kettenbr=FCcke f=FCr Fu=DFg=E4n- ger. Die Karlsbr=FCcke war ebenfalls f=FCr Fu=DFg=E4nger er- baut worden. Mit der dritten H=E4ngebr=FCcke in Wien wagte man sich also an den Bau einer H=E4ngebr=FCcke f=FCr Fuhr- werke, also Fahrzeuge, und f=FCr Fu=DFg=E4nger heran. Bei der Sophienbr=FCcke war auf Fuhrwerke zu achten ge- wesen, als es um den Standort der Br=FCckenpfeiler ging:



"Auf keiner Seite war es /../ bei der Sophienbr=FCcke m=F6glich, die Kettenpfeiler unmittelbar an dem Uferrande aufzuf=FChren, sondern es mu=DFte links nebst der Ufer- b=F6schung, f=FCr den Hufschlag 2 Klafter, und rechts 3=BA 3' Raum, besonders de=DFhalb frei bleiben, weil dort zur Zu- und Abfahrt jener Frachtwagen, durch welche die bei der nahe gelegenen Wassermauth gelandeten Waaren, unter der Bahn durch nach der Stadt bef=F6rdert werden, ein Fahrweg nothwendig war." (3)



Man hatte also bei ihr nur Raum neben den Br=FCcken- pfeilern f=FCr den Warenverkehr auf Fuhrwerken unter der Br=FCcke hindurch freizuhalten. Diesmal mu=DFte jedoch eine Kettenbr=FCcke gebaut werden, auf der auch schwe- re Fuhrwerke fahren konnten. Man hatte sich schlie=DF- lich f=FCr eine H=E4ngebr=FCcke entschieden, die schmiede- eiserne Ketten bekommen sollte. Der Br=FCckenbau wur- de 1827 begonnen und war 1828 abgeschlossen. (4) Wie war zu bauen gewesen? Es gab nur beschr=E4nkten Raum. Fuhrwerke und Fu=DFg=E4nger mu=DFten ungehindert passieren k=F6nnen. Da durften Ketten, an denen die Fahrbahn aufgeh=E4ngt war nicht st=F6ren.



"Selbst bei Anwendung einer Kettenbr=FCcke mu=DFten wegen beschr=E4nkten Raumes zur m=F6glichsten Vermei- dung der Ber=FChrung des nachbarschaftlichen Privat- eigenthums, in Bezug auf die abgesonderten Bahnen f=FCr das Fuhrwerk und f=FCr die Fu=DFgeher, Anordnungen getroffen werden, die bis dahin bei keiner Br=FCcke ange- wendet worden waren, n=E4mlich, da=DF f=FCr die Fahrbahn und zwei Fu=DFwege zwar vier Ketten, jedoch immer zwei =FCber einander h=E4ngend, in der Entfernung der Fahrbahnbreite gespannt sind, so da=DF die Gehwege ganz au=DFerhalb dieser Ketten, also au=DFer den Unter- st=FCtzungspunkten der Bahn liegen. Durch diese An- ordnung entstand die Nothwendigkeit, zwei H=E4user einzul=F6sen, wodurch der Zweck der unbeirrten Kom- munikazion vollkommen erreicht wurde." (5)



Man sah also eine mittlere Fahrbahn f=FCr die Fuhrwerke vor, die von den H=E4ngeketten gerahmt wurde, au=DFer- halb davon befanden sich die Gehwege. Der Satzteil



"Durch diese Anordnung entstand die Nothwendigkeit, zwei H=E4user einzul=F6sen" (6)



scheint darauf hinzuweisen, da=DF zwei H=E4user ange- kauft werden mu=DFten, um zus=E4tzlichen Raum f=FCr die Br=FCckenzufahrt zu erhalten.



Der Wienflu=DF, der zu =FCberqueren war, hatte eine Breite von "12 Klaftern". Er konnte manchmal sehr viel Wasser f=FChren, soda=DF man sich dazu entschlo=DF, "die Br=FCcken- bahn mit ihrer obern Fl=E4che 3=BA 2' 10'' =FCber die Flu=DFsohle" zu legen. Dadurch ergab sich in dieser H=F6he eine Ent- fernung von 13=BA 5' 6'' im Lichten zwischen den eingezo- genen Brustmauern und Fl=FCgelmauern als Unterbaue f=FCr die Kettenpfeiler. F=FCr die Sockel der Br=FCcke rammte man "Piloten" in den Baugrund, =FCber denen in geeigne- ter H=F6he ein Holzrost aus Tannenholz eingebaut wurde. Darauf wurden die Brustmauer, der eigentliche Unterbau f=FCr die Pfeiler und die Fl=FCgelmauern bis zur veranschlag- ten H=F6he gemauert. Einerseits nahm man gro=DFe Quader- steine f=FCr Brust- und Fl=FCgelmauern, andererseits wurde Ziegelmauerwerk dort aufgef=FChrt, wo der Flu=DF nicht so w=FCten konnte, wenn Hochwasser unter der Br=FCcke durchflo=DF. (7)



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Zwischen den Fl=FCgelmauern, die bis zu den Unterbauten der Br=FCckenpfeiler reichten, befanden sich Hohlr=E4ume, die mit Gew=F6lben =FCberdeckt wurden,



"f=FCr welche die fr=FCher nach der Form des Gew=F6lbes angesch=FCttete Erde als Lehre diente, und zugleich die Stelle eines Ger=FCstes vertrat" (8).



Man hatte also Erde so aufgeformt, da=DF =FCber ihr die Gew=F6lbe f=FCr die Fl=FCgelmauern der Br=FCcke leicht ge- mauert werden konnten. Dadurch sparte man die kost- spieligen Lehrger=FCste aus Holz.



"Am linken Ufer mu=DFten zur Bildung der 3=BA 3' breiten Auffahrten, welchen auf die Klafter 3 Zoll Gef=E4ll gegeben wurde, Futtermauern errichtet, und inzwischen mit Erde angesch=FCttet werden" (9).



Hier ist nicht von Gew=F6lben die Rede. Auch die Auf- g=E4nge f=FCr die Fu=DFg=E4nger erhielten unter sich eine Erd- aufsch=FCttung, die mit Futtermauern gefa=DFt wurde. Auch hier ist nicht von Gew=F6lben die Rede. Die Beschreibung der Br=FCckenpfeiler hilft zum Verst=E4ndnis der Br=FCcke weiter:



"Die 2=BA 4' 6'' langen, 5' dicken und 2=BA 0' 6'' hohen, aus Ziegelmauerwerk bestehenden, mit Kupfer eingedeckten Kettenpfeiler /.../ stehen von der obern Kante der Brust- mauer 1=BA ab, und lassen f=FCr die Zufahrt auf die Br=FCcke einen Raum von 2=BA 5' zwischen sich. Ihre Entfernung von einem Ufer an das andere gemessen, betr=E4gt



16=BA 1' 2'' /.../." (10)

Zuvor war zu den gegen=FCberliegenden Brustmauern der Br=FCckenpfeiler geschrieben worden: "(Es) ergab sich in dieser H=F6he eine Entfernung von



13=BA 5' 6'' im Lichten zwischen den eingezogenen Brust- mauern" (11)

Die Fahrbahn hatte also eine etwas gr=F6=DFere Spannweite als die Distanz der Brustmauern der Pfeilersockel.



Am oberen Ende der Br=FCckenpfeiler gab es mittig je- weils eine =D6ffnung im Mauerwerk, durch welche die Ketten gef=FChrt wurden. Sie formen die Kettenb=F6gen, an denen die Fahrbahn samt der Gel=E4ndern h=E4ngt, zwi- schen den Pfeilern. Danach gehen die Ketten durch die- se Pfeiler=F6ffnungen und werden durch ein gew=F6lbten Mauerwerksk=F6rper zu einer Stelle gef=FChrt, von wo aus sie senkrecht nach unten zu den Befestigungskammern der Ketten verlaufen. Ein Bauteil wird herausgehoben:



"Der wesentlichste Theil dieser Pfeiler ist derjenige K=F6r- per, auf welchem die Ketten ruhen; diesen hat man, um den Druck, welchen die Ketten aus=FCben, so fortzupflan- zen, da=DF ein m=F6glichst geringer Schub nach au=DFen Statt findet, nach der ganzen Dicke der Pfeiler aus ei- nem vollen Gew=F6lbe, nach einem aus zwei Mittelpunk- ten beschriebenen Schwanenbogen bestehend, ausge- f=FChrt". (12)



Die Verlaufsform dieses gew=F6lbten Mauerwerks f=FCr die Kettenf=FChrung wird im Text von 1836 "Schwanenbogen" genannt. Er scheint f=FCr diese Art der Kettenbr=FCcken sehr typisch zu sein, wenn eine Kette in die Senkrechte =FCber- zuleiten war. Die Mauerungsart soll den Druck, den die Lasten der Br=FCcke und der Verkehrsteilnehmer aus=FCben, aushalten. Da vermutet worden war, da=DF die vorderen Gew=F6lbesteine dieser Schwanenb=F6gen zu sehr bean- sprucht werden k=F6nnen, hat man dort "Schlie=DFen" aus Schmiedeeisen angebracht. Der Schlauch f=FCr die Ketten, also der gebogene Hohlraum, war sehr auf- wendig zu mauern gewesen. Ansonsten wurden die Pfeiler



"durch gerades Ziegelmauerwerk erg=E4nzt und mit einem steinernen Gesims verziert, so wie der dar=FCber stehen- de Theil als auch der Zokel mit Steinplatten verkleidet." (13)



Der gemauerte Bogen als Auflager f=FCr die Ketten, der eigentlich nur =FCber sich ein Gew=F6lbe tr=E4gt, wird im Text immerzu als Gew=F6lbe bezeichnet:



"Auf diesem Gew=F6lbe ruhen vier gu=DFeiserne, 3' 6'' von einander entfernte Geh=E4use, welche die =FCber jeden Pfeiler nach dem Befestigungspunkte gehenden zwei Spannketten tragen." (14)



Zu den H=E4ngeketten wird gesagt:



"Die Br=FCckenbahn tragen vier aus Schmiedeeisen be- stehende Ketten /.../. Die Kettenpaare begr=E4nzen nach der L=E4nge der Br=FCcke den Raum f=FCr die Fahrbahn /.../. Die einzelnen Glieder der Trag- und Spannketten /.../ bestehen aus Stangen und Platten, wovon je vier ein k=FCrzeres oder l=E4ngeres Glied bildend neben einander liegen, und durch Bolzen zur erforderlichen Kettenl=E4n- ge mit einander verbunden sind." (15)



Die Br=FCckenbahn, durch Stangen an den H=E4ngeketten aufgeh=E4ngt, liegt =FCber L=E4ngsschienen aus Eisen und Querbalken, die mit Bohlen zudeckt wurden. Das Br=FCckengel=E4nder besteht aus Holz. Die Farbbehandlung der Br=FCcke ist von Interesse:



"Zur m=F6glichen Verhinderung der Einwirkung der Wit- terung auf die zu Tage liegenden Fl=E4chen des Quader- mauerwerks und der Verkleidung, ist dasselbe, nach sorgf=E4ltiger Verkittung der Fugen, mit Oehl steinfarbig, die gu=DF- und schmiedeeisernen Bestandtheile, mit Ausnahme der =E4u=DFeren Br=FCckengel=E4nder, schwarz, die h=F6lzernen Gel=E4nder silberfarbig, und das =E4u=DFere Ge- l=E4nder gr=FCn angestrichen." (16)



Neben der Sch=F6nheit der Br=FCcke war durch den Farb- anstrich nat=FCrlich eine l=E4ngere Haltbarkeit der Bauteile angestrebt worden. Man mu=DFte jedoch auch die Haltbar- keit der Br=FCcke bei Belastung sicherstellen. Zun=E4chst war die Konstruktion nur durch ihr Eigengewicht belastet, dann kam Auflast hinzu:



"Ehe noch die Br=FCcke mit einer andern als der eigenen Belastung beschwert war, wurden die Befestigungspunk- te der Spannketten nicht in Anspruch genommen, son- dern die letzten Glieder erhielten keine Spannung, da die Reibung der Ketten auf den gu=DFeisernen Geh=E4usen allein hinreichte, das Gleichgewicht zu halten; erst nachdem ein Theil der zuf=E4lligen Belastung auf die Br=FCcke kam, trat die Spannung ein, und gab sich durch ein knallartiges Ger=E4usch zu erkennen." (17)



Sp=E4ter hat sich bei einer Vollbelastung der Br=FCcke "das Gew=F6lbe, wor=FCber die Ketten laufen", um ein Wenig ge- setzt, wodurch die H=E4ngekette etwas mehr nachgab und "eine Rektifikazion der H=E4ngestangen" vorzunehmen war, damit die Fahrbahn die eigentlich geplante H=F6he =FCber dem Wienflu=DF einnehmen konnte. Sie verblieb dann in dieser H=F6he. (18)



Man sieht, der Umbauproze=DF der Stadt Wien ging z=F6- gerlich voran. Br=FCcken schufen jedoch schon mehr Bewegungsm=F6glichkeiten f=FCr den Verkehr, was die Herausbildung einer modernen Verkehrsdrehscheibe f=F6r- derte. Noch verlief die Stadtentwicklung Wiens in ruhi- geren Bahnen. Doch wie schrieb Ferdinand Opll:



"In den Jahrzehnten des so genannten "Vorm=E4rz" - der Zeitspanne zwischen dem Wiener Kongress (1814/15) und der M=E4rzrevolution des Jahres 1848 - wurde eine Modernisierung der baulichen und infrastrukturellen Gegebenheiten immer dr=E4ngender." (19)



Zwar gab es noch die Stadtmauer, und es gab Kr=E4fte, die am Erhalt der Stadtmauer festhielten, aber es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die =C4ra Metternichs =FCberwunden war und die Mauern insgesamt fallen konnten. Als Napoleon die Stadt Wien von 1805 bis



1809 besetzt hielt, begann er mit dem Abri=DF der Stadt- mauer. Aber als seine Despotie =FCber Europa zusam- menbrach, wollte man die weitere Schleifung der Stadt- mauer nicht fortsetzen, sondern errichtete damals ein repr=E4sentativeres neues Stadttor, "das =C4u=DFere Burg- tor". Ausgerechnet dieses Tor ist heute der einzige erhaltene Rest der Stadtbefestigung, die der Moderne weichen mu=DFte, um aus Wien eine moderne Verkehrs- drehscheibe machen zu k=F6nnen. Im Jahre 1840 wurde die vierte Kettenbr=FCcke in Wien gebaut. Mit ihr wird man sich ebenfalls zu besch=E4ftigen haben.

K.L.



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Anmerkungen: (1) siehe: Adalbert Schmid: Ueber die in Wien bestehenden Kettenbr=FCcken. S.121-122; S.131-134; S.137-142; Abbild.29, 32-34 in: Allgemeine Bauzeitung. Wien, 1836. S.134 (2) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.137 (3) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.132 (4) siehe: A.Schmid, wie vor, S.140f. (5)-(6) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.137 (7) siehe bei: A.Schmid, wie vor, S.137f. (8)-(10) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.138 (11) zitiert aus: (7) (12) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.138 (13) siehe das Zitat im Zusammenhang bei: A.Schmid, wie vor, S.138 (14)-(15) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.138 (16)-(17) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.140 (18) siehe bei: A.Schmid, wie vor, S.141 (19) zitiert aus:

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Karl-Ludwig Diehl schrieb:

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K.L.

Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Wien stattet sich mit Kettenbr=FCcken aus (3)


Kettenbr=FCcken waren in der Biedermeierzeit im moder- nen Br=FCckenbau aufgekommen. Sie halfen dabei, das Verkehrswesen zu modernisieren. Am Beginn des Auf- baus moderner Verkehrsdrehscheiben wirkte auch der Kettenbr=FCckenbau als Mittel, die Bev=F6lkerung von Stadt und Land in Bewegung zu setzen. Mit dem Verkehrs- wesen entfaltete sich ein modernes Zeitalter, das in al- len seinen Aspekten zu untersuchen ist. Hier geht es um die Kettenbr=FCcken in Wien, einen modernen Bautyp, der in Wien ausprobiert wurde, um Anschlu=DF an die modernen Entwicklungen zu gewinnen.



Drei Kettenbr=FCcken waren bereits zum Bau gekommen. Im Jahre 1824 hatte man die Sophienbr=FCcke zu bauen begonnen, die ein Jahr sp=E4ter fertiggestellt war. Im Jah- re 1827 begann der Bau der Karlsbr=FCcke, die ebenfalls eine einj=E4hrige Bauzeit hatte. Beides waren Fu=DFg=E4nger- br=FCcken. Gleichzeitig mit der Karlsbr=FCcke entstand eine Kettenbr=FCcke =FCber den Wienflu=DF, die f=FCr den Ver- kehr von Fuhrwerken und Fu=DFg=E4ngern genutzt werden konnte. Eine Benennung f=FCr diese Br=FCcke wird in dem Aufsatz von Schmid zu den Kettenbr=FCcken, der im Jah- re 1836 ver=F6ffentlicht wurde (1), nicht angegeben. Im Jahre 1830 entstand eine vierte Kettenbr=FCcke in Wien.


4.Kettenbr=FCcke in Wien: noch eine Br=FCcke ohne Namen?

Die vierte Kettenbr=FCcke von Wien wurde im Jahre 1830 als Fu=DFg=E4ngerbr=FCcke zur Verbindung der Vorstadt Wie- den mit dem Stadtgebiet Laimgrube gebaut. Sie mu=DFte den schmalen Theatersteg aus Holz ersetzen. (2)



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Als Motiv zum Bau dieser Kettenbr=FCcke wird angege- ben:



"Sie wurde an dieselbe Stelle erbaut, wo vorher der auf mehreren h=F6lzernen Jochen ruhende, ebenfalls nur f=FCr Fu=DFgeher bestimmt gewesene, sogenannte Theater- steg n=E4chst den ersten H=E4usern der benannten Vor- st=E4dte bestand, der jedoch wegen seiner geringen Brei- te weder den Anforderungen der Bequemlichkeit ent- sprach, noch weniger aber den seit mehreren Jahren schnellen Schrittes vor sich gehenden Versch=F6nerun- gen um die Stadt anpassend war. Der schadhafte Zu- stand desselben f=FChrte die Nothwendigkeit einer Neu- herstellung herbei, und der Inhaber der priv.Bauplan- Zeichnungs-Anstalt, Herr Joseph J=E4ckl, stellte den Antrag, die die=DFf=E4llige Bauausf=FChrung unter der Be- dingung zu =FCbernehmen, da=DF ihm die Einhebung einer Br=FCckenmauth von 1 kr.W.W., oder wenn die- se W=E4hrung aufh=F6ren sollte, von 1/2 kr.C.M. f=FCr jede dar=FCber gehende Person, durch 30 nach einander folgende Jahre bewilligt werde." (3)



Der Text sagt aus, eine breitere Br=FCcke sei damals erforderlich gewesen. Man wollte sie auch, weil im Stadtgebiet "Versch=F6nerungen" angelaufen waren, die rasch an Ausma=DF gewannen. Das, was mit dem Wort "Versch=F6nerung" gemeint war, umfa=DFte moder- ne Stadtentwicklung, ein bequemeres Verkehrswe- sen, Ma=DFnahmen zur Hygiene im Stadtgebiet und nat=FCrlich eine qualitativ hochwertige Stadtgestaltung. Die Aufgabenfelder zur Ver=E4nderung der Stadt, die man sich vorgenommen hatte, waren weit gesteckt.



Kaiser Franz selbst "geruhten" den Bau der Ketten- br=FCcke als Ersatz des Theaterstegs zu genehmigen. Nach der 30j=E4hrigen Erhebung des Br=FCckenzolls durch den Erbauer sollte die Br=FCcke in das Eigen- tum der Stadt Wien =FCbergehen.



F=FCr den Unterbau der Br=FCcke wurden Rammpf=E4hle, damals "Piloten" genannt, in das Erdreich gerammt, darauf in der richtigen H=F6he ein Holzrost aus dicken Balken ausgebreitet, um dar=FCber den gemauerten Unterbau der Br=FCckenpfeiler errichten zu k=F6nnen. Dieser Unterbau mit seiner Brustmauer wurde nach oben hin etwas schmaler werdend gemauert.



"Hierauf liegen die 2=BA 2' langen, 2' breiten und 1' 6'' hohen steinernen Zockel, und =FCber ihrer Mitte stehen die 1' 9'' dicken halben Kreisscheiben, deren Halbmes- ser 1=BA betr=E4gt; sie sind aus einem 2' 6'' hohen Kern, und neun keilf=F6rmigen St=FCcken, deren Fugen in der Richtung der Radien liegen, mithin ein Gew=F6lbe bilden, zusammengesetzt. In die krumme Oberfl=E4che ist ein nuthf=F6rmiges Lager f=FCr die Ketten ausgehaut, so da=DF sie da, wo sie auf- liegen, in der L=E4ngenansicht dem Auge verborgen, al- so nur von den h=F6chsten Punkten =FCber die Flu=DFbreite sichtbar sind. Jeden Pfeiler umfa=DFt nach der krummen Oberfl=E4che ein eiserner Reif, welcher in das Mauer- werk des Unterbaues senkrecht hinab reicht, und dort befestiget ist." (4)



Man hat also auch bei dieser Br=FCcke "Gew=F6lbe" ge- mauert. Auf ihnen wurden eiserne Reifen zur Auflage der H=E4ngeketten der Kettenbr=FCcke befestigt, die =FCber die Pfeiler im Bogen dann senkrecht nach unten gef=FChrt wurden, wo sie befestigt wurden. Wenn man sich die Zeichnung der Br=FCcke ansieht, erkennt man die Absicht des Entwerfers, den Umlauf der Ketten =FCber eine Walze sehr deutlich sichtbar zu machen. Die keilsteinf=F6rmige Vermauerung zum Rustika-Halb- kreisbogen monumentalisiert dieses Motiv, den Ar- beitszusammenhang zwischen den auf Zug bean- spruchten Ketten und den unter Druck arbeitenden Halbkreisb=F6gen zu verdeutlichen. Das Rustikamauer- werk zieht sich auch an der zum Flu=DF gewandten Schildwand herunter und betont als Mauerwerks- streifen aus Bindern und L=E4ufern die Mauerkante der Br=FCckenpfeiler.



Die Halbkreisb=F6gen der Br=FCckenpfeiler, die auf einer niedrigen gemauerten Platte links und rechts der Br=FCckenbahn f=FCr die Fu=DFg=E4nger stehen, sind lange und schmale Aufbauten, die in der Aufsicht der Br=FCcke, welche als Zeichnung beigegeben ist, nur unwesentlich breiter als die H=E4ngekettenlinien wirken.



Die Uferh=E4nge haben eine Neigung, die vielleicht 45=BA nicht =FCbersteigt. Zwischen den Br=FCckenpfeilern und der Ebene der Grundst=FCcke zu beiden Seiten des Wasserlaufs waren deshalb "Futtermauern f=FCr die Br=FCckenaufg=E4nge" zu schaffen. Bevor man auf diese Br=FCckenzug=E4nge gelangte, waren links und rechts des Weges Unterk=FCnfte f=FCr die "Mautheinnehmer" als "kleine Beh=E4ltnisse" zu erbauen. Im Grundri=DF sind diese Aufenthaltsr=E4ume quadratisch gehalten und sehen wie schlichte Wachh=E4uschen aus.



Die Ketten, die =FCber die Druckb=F6gen der vier Pfeiler verlaufen, "gehen vom r=FCckw=E4rtigen Ende des Bogens der Pfeiler 2=BA 3' tief in den Unterbau". Dort sind die H=E4ngeketten an "Spannketten" befestigt worden, die "blo=DF aus Stangen gebildet" wurden. Die Befestigungs- art wird so beschrieben:



"vom Ende des Pfeilers geht ein Glied bis zu den 3=BA langen Befestigungsplatten, die mittelst eines Bol- zens und der ganzen Breite des Unterbaues, nach dar=FCber gelegten Quadersteinen, verankert sind." (5)



Es wurde von Schmid darauf hingewiesen, da=DF die Konstruktion der Br=FCckenbahn sehr =E4hnlich zu der zuvor errichteten Karlsbr=FCcke, also der zweiten Ketten- br=FCcke von Wien, ausgef=FChrt worden ist. Er weist da- rauf hin, da=DF die Nuten in den B=F6gen der Br=FCckenpfeiler, in denen die H=E4ngeketten liegen, die zu den senkrech- ten Spannketten f=FChren, mit Kupferblechen abgedeckt wurden, soda=DF kein Wasser eindringen kann.



Zur Haltbarkeit der H=E4ngebr=FCcke wird gesagt, sie sei im Jahre 1831 aus Anla=DF eines "feierlichen Einzuges Ihrer Majest=E4t der damaligen Kaiserin von =D6sterreich" =FCberaus belastet worden, als die Menschen die Mauth- stellen =FCberrannten und sich dicht an dicht auf der Br=FCcke befanden, nur um die Kaiserin zu sehen. Man habe danach, erschrocken von dem Vorgang, die H=E4ngebr=FCcke sehr genau untersucht, aber keine Be- eintr=E4chtigung der Haltbarkeit der Br=FCcke feststellen k=F6nnen. Damals hatte durch diesen Vorgang die Be- lastbarkeit "sicher das Maximum" erreicht, vermutete Schmid f=FCnf Jahre sp=E4ter. (6)



Mit der vierten Kettenbr=FCcke war der Stadt Wien ein weiterer Schritt hin zur modernen Stadtentwicklung gegl=FCckt. Als Aufeinanderfolge waren die vier Ketten- br=FCcken zusammen mit anderen Verkehrsbauwerken ein Beitrag zum Aufbau einer modernen Verkehrsdreh- scheibe, welche die Stadt Wien werden wollte. Noch dominierten die konservativen Kr=E4fte in Wien. Aber der Beginn des Aufbaus dieser modernen Verkehrsdreh- scheibe hatte stattgefunden. Aus Wien wurde im Verlauf der Biedermeierzeit durch modernen Stra=DFen- bau und das neue Eisenbahnwesen, sowie durch die moderne Flu=DFschiffahrt eine dynamische Metropole. Die Bev=F6lkerung wuchs zun=E4chst langsam, dann aber immer schneller:



"1754 waren es 175.000 Einwohnerinnen und Einwoh- ner. In den 1840er-Jahren lebten hier bereits etwa



400.000 Menschen. Damit lag die Einwohnerzahl von Wien zwar deutlich hinter London (um 1800: 959.000 Einwohnerinnen und Einwohner) und Paris (um 1800:
584.000 Einwohnerinnen und Einwohner). Dennoch hatte Wien einen wahren Bev=F6lkerungsboom zu ver- zeichnen." (7)

Stadt und Land gerieten in Bewegung. Wien begann sich darauf einstellen und zog die Menschen an. Da- f=FCr war Infrastruktur aufzubauen.



K.L.



Dieser Text von Karl-Ludwig Diehl wurde in

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Diskussion gestellt. Der Autor ist =FCber folgende Emailadresse erreichbar: baugeschichte (at) email.de



Anmerkungen: (1) Adalbert Schmid: Ueber die in Wien bestehenden Kettenbr=FCcken. S.121-122; S.131-134; S.137-142; Ab- bildungen 29, 32-34 in: Allgemeine Bauzeitung. Wien, 1836. (2) siehe: A.Schmid, wie vor, S.141f. (3) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.141 (4) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.141f. (5) zitiert aus: A.Schmid, wie vor, S.142 (6) siehe: A.Schmid, wie vor, S.142 (7) zitiert aus: Ferdinand Opll in:

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"Karl-Ludwig Diehl" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@c65g2000hsa.googlegroups.com...

Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Wien stattet sich mit Kettenbrücken aus (3)

Was soll das werden ? Troll? Gruß Thomas

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K.L.

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Und nun??

Newsbeitragnews: snipped-for-privacy@p25g2000hsf.googlegroups.com...>

Was tun?, fragte Lenin in einem Aufsatz.

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