digitalSTROM

Mar 21, 2009 34 Replies

Matthias Dingeldein schrieb:

Hallo,

und wenn das Gerät die Frequenz auf 1 mHz genau bestimmen können soll, dann braucht es dazu einen Quarz mit Fehler kleiner 20 ppm,aber Abgleich, Temperaturdrift, Alterung zusammen kleiner als 20 ppm, das erfordert schon einen recht guten Quarz.

Bye

Hallo Uwe,

Es braucht überhaupt keinen Quarz, da nur Frequenzänderungen relevant sind. Wegen der Tertiärregelung ist der absolute Wert nahe des Sollwerts *kein* Maß für die Lastsituation und über den Lastabwurf bei Grenzbelastung kümmern sich die Netzleitstellen. Massenhaft selbstagierende Lasten sind dabei eher kontraproduktiv.

Siegfried

Das passt wohl auch zu diesem Thema:

Auch Philip Bane, Gesch=E4ftsf=FChrer von GlobalSmartEnergy, einer Firma, die Konzerne und Regierungsfonds bei Anlagen im Green-Tech-Sektor ber=E4t, h=E4lt das intelligente Stromnetz f=FCr den n=E4chsten gro=DFen Bo= om- Markt. "Der Fokus wird bald nicht mehr auf der g=FCnstigen Erzeugung von Strom liegen, sondern auf der Verbesserung der Energie-Infrastruktur", sagt er. "Greentech Media"-Chef Kanellos prognostiziert sogar, das Smart Grid werde mittelfristig den Solarmarkt =FCberfl=FCgeln.

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Siegfried Schmidt schrieb:

Hallo,

und wie willst Du ohne Quarz Frequenzänderungen von nur einigen mHz bei einer Frequenz von 50 Hz erkennen?

Bye

snipped-for-privacy@epost.de schrieb:

Jau. Das funktioniert solange, bis Du in Deutschland eine neue Hochspannungstrasse bauen willst. Dann werfen sich Dir Horden von Bürgerinitiativen in den Weg.

Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek schrieb:

Hallo,

oder sie behaupten es würde statt mit einer Freileitung genauso mit einem Kabel unter der Erde gehen, Bau und Betrieb würde nicht wesentlich teurer.

Bye

Hallo Uwe,

Für eine Änderungserkennung reicht jede Vergleichsfrequenz, die auf 20ppm einige Sekunden lang stabil ist, da nach längstens 30s die Primärregelung der Änderung entgegenwirkt. Damit ist praktisch alles verwendbar.

Eine mHz genaue Absolutwertmessung ist völliger Blödsinn, da es keinen Zusammenhang zwischen dem Frequenzwert und der Lastsituation gibt. Das Netz kann auf jeder Frequenz im Gleichgewicht laufen, ein Wert >50Hz bedeutet nicht automatisch ein Stromüberangebot.

Und auch eine Erkennung eines verbundweiten Über- oder Unterangebots bedeutet noch lange nicht, dass dies im Teilnetz des Verbrauchers ebenfalls der Fall ist. Da aber nur die Situation des örtlichen Versorgers und nicht die des ganzen Verbundes maßgebend für den aktuellen Strompreis ist, hilft eine Frequenzmessung dabei überhaupt nichts.

Siegfried

Siegfried Schmidt schrieb:

Genau, denn die Betreiber versuchen AFAIR u.a. auch, die Netzzeit wieder ins Lot zu bringen, d.h. es wird absichtlich über oder unter der Nennfrequenz gefahren, wenn sich aus betrieblichen Gründen eine zu grosse Abweichung kummuliert hat. Weiss jetzt nicht mehr, wo genau ich das her habe, ist länger her, dass ich zu diesen Themen recherchiert hatte, man haue und korrigiere mich bitte, falls falsch.

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Felix

Hallo Felix,

Das gesuchte Stichwort steht zwei Postings weiter vorne und heisst 'Tertiärregelung'.

Siegfried

Matthias Dingeldein schrieb:

Abgesehen von prinzipiellen Schwächen, die andere besser beschrieben haben: Ein Fünftel der Energie wird in Form von Elektrizität genutzt, ein Fünftel davon in privaten Haushalten, ein Fünftel davon für den Kühlschrank. Das Potenzieren von Brüchen bleibt dem Leser als Übung vorbehalten. Und von diesem Fünftel des Fünftels vom Fünftel sollen jetzt einige Prozent nicht gespart, sondern nur verschoben werden. Mit einer einige Watt fressenden und damit irgendwie auch den Kühlschrank heizenden Elektronik.

Zum Glück sitz ich gerade.

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass der eine oder andere die Art und Grössenordnung des Energie- und Umweltproblems noch nicht ganz überblickt.

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Rolf_Bombach schrieb:

Du hast offenbar das Prinzip von Symbolpolitik nicht verstanden: Beim Glühlampenverbot geht es nicht darum, was es *bewirkt*, sondern darum, daß es für jedermann *sichtbar* ist. Auf jedem Kassenzettel der Leuchtobstabteilung steht praktisch der fette Hinweis "Sieh her, Bürger, der Große Bruder ist allmächtig und allgegenwärtig". Und das hält so lange vor, bis die Existenz von Glühlampen als Standardbeleuchtungsbetriebsmittel in Vergessenheit geraten ist.

Dabei ist das Glühlampenverbot nicht einmal von Nachteil: Tatsächlich sparen die Bürger bares Geld, wenn sie dadurch zu ihrem Entladungslampenglück gezwungen werden.

So erkennt man wieder die weise Voraussicht der Vorsehung, die es uns gewährt, in der besten aller möglichen Welten zu leben.

Gruß aus Bremen Ralf

Rolf_Bombach schrieb:

mal ausgehend von dem Fuenftel Energie (Primaerenergie, nehme ich an), das elektrisch genutzt wird - aus der Tabelle auf der zwoten Seite von

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lese ich etwa

235 TWh el. Energieverbrauch fuer den Monat Dezember des Jahres 2008. Macht bei 744 Stunden in jenem Monat eine mittlere Leistung von 315 GW, davon ein Fuenftel in Haushalte, davon wiederum ein Fuenftel in Kuehlschraenke, macht 12,6 GW. Das bedeutet, ...

... wenn die Haelfte der Kuehlschraenke mit einer passenden Steuerung ausgestattet waeren, wuerden sie gerade so viel Primaerregelreserve vorhalten, wie im UCTE-Verbund laut dem mir vorliegenden Skriptum insgesamt vorzuhalten ist, um das Netz bei Kraftwerksausfaellen stabilzuhalten (zusaetzliche Annahme: die Haelfte der Kuehlschrank- regelungen befindet sich grade in der Haelfte des Toleranzbandes, in der eine Frequenzverschiebung einen veraenderten Einschaltzeitpunkt bewirkt).

ich schrieb bereits, dass an dieser Stelle der Knackpunkt sein wird; man koennte den Regler statt der schicken Temperaturanzeige ueber der Tuer einbauen, und die Temperatur ueber ein herkoemmliches Thermometer anzeigen, das koennte verbrauchsneutral auskommen

Natuerlich wird das *dieses* Problem nicht ansatzweise loesen, aber dazu isses auch nicht gedacht - das ist hoechstens ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg. Wir werden nicht umhinkommen, uns Gedanken ueber unsere Verbraeuche zu machen und diese *bewusst* zu reduzieren, so weit, dass wir nicht mehr verbrauchen, als regenerativ bereitgestellt werden kann. Das ist noch ein laaanger Weg...

Gruss, Matthias Dingeldein

f'up dsie, da jetzt fachspezifisch

Rolf_Bombach schrieb:

Das kann aber durchaus sehr positiven Effekt ergeben! Es geht nämlich genau genommen NICHT um Energie, sondern um Umweltschaden. Das sind zwei paar Stiefel.

Es gibt speicherbare und nicht speicherbare Energieträger. Je kürzer eine Energieform speicherbar ist, desto weniger umweltbelastend ist sie und desto weniger interessant wird der aktuelle Strompreis. So gesehen macht es durchaus Sinn, wenn der Kühlschrank wartet, bis er mit Solarenergie betrieben werden kann und deshalb ein Verbrennungsprozess abgeschaltet wird.

Christoph Müller schrieb:

Das ist schon klar, dennoch geht das Ganze an der Dimension des Problems vorbei. Deinem Astrail-Konzept gebe ich zwar keine grossen Chancen, aber es packt das Problem dort an, wo es gross ist und wo viel bewirkt werden kann.

Statt die paar Watt des Kühlschranks hin und her zu schieben, sollte man diese besser ganz vermeiden, etwa durch Verminderung oder Vermeidung der Stand-By-Energiefresser. Aber der Trend geht ja hin zum eigenen File-Server usw.

Rolf_Bombach schrieb:

du kannst helfen, die Chancen zu verbessern, indem du deine Umgebung vom demnächst ins Leben gerufene profi.astrail.de - Netzwerk erzählst. Dieses ist vor allem für die Industrie gedacht, um mit diesem Themenkreis gute Geschäfte zu machen. Nur so dürfte es möglich sein, eine ordentliche Marktdurchdringung mit entsprechendem Umwelteffekt zu erreichen. Gleichzeitig werden aus normalen Haushalten echte Unternehmer mit nur minimalem Risiko. Man lernt also das ganze Handwerkszeug für ein "richtiges" Unternehmen, verliert deshalb die Angst davor und packt dann auch wirklich wieder was an.

Es entstand auch aufgrund einer ABC-Analyse.

je mehr man im Land anpackt, desto wahrscheinlicher werden auch Lösungen. Kühlschränke und Klimaanlagen könnte man ja auch mit Abwärme oder Solarwärme betreiben. Nur fehlen die Unternehmen, die sowas auch anbieten. Im Astrail-Umfeld wird die Wahrscheinlichkeit, dass es solche Unternehmen geben wird, drastisch erhöht.

Ich bin mir keineswegs sicher, dass das ein Schaden sein muss. Ein Schaden ist es ja nur dann, wenn damit Umweltprobleme aufgetürmt werden. Mit der aktuellen Energieversorgung ist das leider so. Passiert das allerdings nicht, ist vom energetischen Standpunkt her gegen solche Lösungen nichts einzuwänden. Energie haben wir genug! Wir müssen sie nur intelligent anzapfen. Momentan regiert eher die Dummheit. SIE macht uns die ganz großen Probleme. Nicht die Energie.

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