Laie an Verteilerkasten/Schraubsicherung, was darf er?

Hallo Gemeinde,
gegeben ist ein Verteilerkasten in einer Kleingartenanlage, der
freistehend, aber logischerweise verschlossen ist.
Untergebracht sind in diesem ein HAK mit 3x100A NH-Sicherung, ein Zähler
und 3 Blöcke mit 3x63A Nezoed-Sicherungen.
Lasttrenner ist nicht vorhanden. Ab da geht es weiter über Erdkabel zu
mehreren Parzellen/Unterverteilungen.
Nun löste eine 63A-Neozed für einen Strang aus, und ein Laie
(Kleingärtner schrauben ja gerne selbst), meinte sich den Schlüssel
besorgen und die Sicherung selber austauschen zu müssen, was zur Folge
hatte, dass diese natürlich sofort wieder defekt war.
Ich erfuhr erst später von seinem Vorgehen. Auch wenn meine
EAE-Ausbildung lange zurückliegt, bin ich dennoch eigentlich der erste
Ansprechpartner, auch wenn Arbeiten dann extern an einen Meister
abgegeben werden.
§3 DGUV erklärt, dass Laien keine Elektroinstallationen im öffentlichen
Bereich (denn das ist eine Kleingartenanlage)
errichten/ändern/instandhalten dürfen, was klar ist, er zudem keine
verschlossene Anschlüsse/Betriebstätten öffnen darf, wenn keine
Elektrofachkraft anwesend ist.
Abgesehen von o.g. unerlaubten Öffnen der Verteilung, dürfte er aber
jedoch Schraubsicherungen selber wechseln ohne die Spannungsfreiheit
feststellen zu müssen.
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ein Laie eine Sicherung
einschrauben darf, selbst auch dann wenn - wie gegeben - ein Schluss
nach wie vor vorliegt, dies ist recht "ungesund" für den Sockel/Material
etc. bei 63A.
Fehlerfall war hier halt nicht eine "normale" Überlast, zudem nicht in
seiner Unterverteilung, sondern in einer Zuleitung zu mehreren Parzellen.
Was meint Ihr dazu?
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Steve Frank
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Nachtrag... ich beziehe mich u.a. auf dieses PDF
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Am 2022-06-22 um 02:06 schrieb Steve Frank:
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Steve Frank
Hat er eine Lizenz zum Scheißen? Braucht er die? Darf er denn ohneweiters scheißen? Was meinst du?
Abgesehen von der Obrigkeitshörichkeit isses ratsam mitm Duspol auf Kurzen zu prüfen ehe ich eine neue Sicherung reinschraub. Die sind nämlich ganz schön teuer.
w.
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...
Eine durchgebrannte Schraubsicherung wechseln ist "nichts davon"!
Was sich wohl eher auf die Isolierstoffverkleidung über den eigentlich Spannung führenden Leitungen beziehen dürfte.
Sollte man annehmen, ja.
Das ist ungefähr das einzige was man vom Laien erwarten darf. Nach mehrmaligem Durchbrennen der gleichen Sicherung zu erkennen "Da muß jemand vom Fach dran!". Und wenn, die Elektrofirma will auch leben und Umsonst ist nicht mal der Tod. Muß der Sockel halt auch getauscht werden wenn die Kontaktflächen hemmungslos verbrutzelt sind.
Hast du eine Lizenz zum Dummfug reden (S.u.)? Du brauchst eine! ;-)
Nicht ohne Lizenz... der Abwasserbehörde! :-)
Jaja, heute wird man sofort verklagt wenn man es wagt Sicherungen zu wechseln, oder DRM-Los auf's Klo zu gehen. Tod allen Anwälten!? :-)
Prüfen=Messen. Dummfug! Ein Allerwelts-Duspol ist *kein* Meßgerät! Meine Ansicht.
Echt? 63A E18 Patrone ist teuer? Teurer als 1-3 E18 Neozed-Sockel (inkl. Fachkraft zum Wechseln derselben)?
[Erster *nicht* Amazon Treffer mit Preisangabe]
Oh, Wow. NEUN Euro fünfundneunzig, und das in 24 Karat Vergoldet... Was es nicht alles gibt heutzutage...
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OT: Fehlt eigentlich nur noch die verstiegene Behauptung die Vergoldung wirke wie bei High-End Lautsprecherkabeln oder sei besonders gut für "Ökostrom" geeignet... LoL.
Nach 1-3 mal Anziehen und lösen der Patrone ist die Goldschicht doch bestimmt auch weg gerieben, oder? Und was nützt es, wenn der Sockel "unedler" ist?
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Steve Frank schrieb:
Uiui, die haben aber einen sehr zweckoptimistischen Glauben an den Gleichzeitigkeitsfaktor. Selektivität?
Die Frage ist ja auch, warum ist die "Verteilung" abgeschlossen. Meist, damit niemand juxeshalber daran rumfummelt oder damit halt kein Dreck drankommt. Also die Verteilungen, die innerhalb eines Hauses nicht verschlossen sind, allenfalls in einem Keller, den man abschliesst (ohne direkte Sicherheitsfunktion). Hier (CH, ländliche Siedlung) sind die Anschlusskästen mit dem "Hauptsicherungen" und dem Zähler aussen in einem Stahlkasten, welcher mit einem Vierkant "abgeschlossen" ist. Der Ableser ist wohl kaum Fachkraft oder E-Sicherheits-instruierte Person.
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Rolf Bombach
Und innen der Schmelzdraht ist aus reinem Silber! Alles hat seinen Preis!
(Jeder Bayer soll einen haben)
w.
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Am 22.06.22 um 23:10 schrieb Rolf Bombach:
Hat mich eher peripher gewundert da es ja immerhin 2 Größen unterschied sind (63, 80, 100A) aber was mich mehr wundert ist das ein Häuschen einer Schrebergartenkolonie abgesichert sind wie früher ein ganzes Wohnhaus.
Da könnte man sich allerdings fragen ob die Küchen, Boiler, Durchlauferhitzer oder WM/TR hätten. Ist denn so was in einer Kleingartenanlage überhaupt erlaubt? Sind doch AFAIR nicht zum dauerhaften Bewohnen gestattet.
Prinzip Bungarage (=Lass dich nicht erwischen)? :)
An einen Vierkant kommt auch jeder Laie und ein Ableser sollte m.E. zumindest eine kleine E-Sicherheits-unterweisung bekommen haben. Irgendwas das über "fasse keine Blanken Drähte an" hinaus geht. :-)
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Gerade deshalb entsprechen hohe Leistungen keinen großen Jahresarbeiten uind keinen hohen Kosten. Spätsommerabende können kühl werden und die preiswerteste (vom Gerät) und einfachste Heizmethode ist direkt elektrisch. 10 kW als Strahler hat eine gemütliche Runde schnell. Es war gesagt, daß an den 63 A mehrere hängen, aber nicht wie viele. Die Wochenenden kommen halt immer für alle gleichzeitig.
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Axel Berger
Am 22.06.22 um 07:53 schrieb Helmut Wabnig:
Erklär mal bitte, wie man mit einem Duspol auf Kurzschluss prüft. Die Funktion ist mir neu.
Gruß Otwin
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Otwin
Am 23.06.2022 um 20:03 schrieb Otwin:
Vermutlich ist die Funktion Durchgangsprüfer gemeint, die _manche_ Duspol Prüfer haben.
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Thomas Einzel
Am 23.06.22 um 22:06 schrieb Thomas Einzel:
Nicht unbedingt. Vermutlich meint er den Duspol an Fuß- und Ring-kontakt des Sockels zu halten. Wenn der Ausgang offen ist wird nix passieren. Wenn er niederohmig ist wird die Tauchspule anziehen wie zw. L und N.
Niederohmig ist aber relativ. Kann ein Kurzschluß sein. Kann aber auch nur ein Verbraucher sein der nicht abgeschaltet wurde.
Darum taugt ein Duspol nicht als Meßgerät.
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Am Thu, 23 Jun 2022 08:45:58 +0200 schrieb Helmut Wabnig <hwabnig@.- --- -.dotat>:
Das wirkt eigentlich viel besser, wenn man den Löschsand durch Kupferspäne ersetzt. ;-))
Gruß Lennart
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Lennart Blume
Am Wed, 22 Jun 2022 07:53:33 +0200 schrieb Helmut Wabnig <hwabnig@.- --- -.dotat>:
Naja, eine 63A Neozed ist eher Standardware, die bekommt man mit etwas Glück sogar im Baumarkt. Schwieriger zu beschaffen wären 100A Diazed, weshalb ich mir davon auch einige auf Lager gelegt habe.
Gruß Lennart
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Lennart Blume
Lennart Blume schrieb:
Geht auch Löschpapier?
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Rolf Bombach
Am 23.06.2022 um 23:39 schrieb Kay Martinen:
Ja, ich weiß nicht wie es Helmut gemeint hat, es war ja nicht meine Idee. Ich würde vor dem einsetzen der 63A Strangsicherung die betroffenen Unterverteilungen abschalten und dann zumindest an der Hauptverteilung das Kabel auf Kurzschluss der Adern durchprüfen. Die betroffenen stromlosen Kleingärtner sind sicher an einer schnellen Zusammenarbeit recht interessiert. Nach einsetzen der 63A Sicherung die UVn gezielt nacheinander einschalten, wenn es dabei wieder eine Überlast/Kurzschluss gibt, weiß man gleich wo man weiter suchen darf.
Übrigens sind die 63A Neozed gar nicht so teuer, <1€, wie z.B.:
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(nur als Beispiel, ich habe nichts mit Shop zu tun)
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Thomas Einzel
Am 24.06.22 um 00:50 schrieb Lennart Blume:
Das meine ich aber auch. Halten zwar i.allg. recht lange aber üblicherweise gibt es die im 10'er Pack. Der Preis hat mich (damals) aber nie wirklich interessiert.
Dürfen/werden Diazed noch (Neu) Eingesetzt oder nur in Altanlagen. Vermutlich wg. der höheren Kontaktabstände & erlaubter Spannung (IMHO =>500V) Die Kontaktflächen dürften auch etwas größer sein wg. E27 und E33
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Am 24.06.22 um 10:27 schrieb Rolf Bombach:
Weiß jemand was grad teurer ist? Gold, Kupfer oder Silber.
Nur wenn du zeitig "Fire in the Hole" schreist. ;-)
Du mußt das Löschpapier feucht machen, dann leitet es besser und brennt auch nicht so leicht...
Wahnsinn was es hier für Tips gibt. ;-)
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Am Fri, 24 Jun 2022 13:41:02 +0200 schrieb Kay Martinen:
Die werden seit Jahrzehnten nicht mehr neu verbaut. Es gibt aber noch genügend Altanlagen mit Diazed und gerade für die Größe D04 hat nicht mehr jeder Elektriker Ersatz auf Lager. Deshalb ist es ratsam für solche Altanlagen einen kleinen Vorrat bereit zu legen. Wäre blöd, wenn ein Ausfall am Wochenende kommt und keiner hat Ersatz.
Gruß Lennart
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Lennart Blume
Am 25.06.22 um 18:23 schrieb Lennart Blume:
Meintest du wirklich D04 oder DIV?
Hab's selbst erst bei Wikipedia nachschlagen müssen weil ich früher nur häufiger mit DII und DIII (also die üblichen E27, E33) zu tun hatte.
Und Neozed (D01-DO3) kenne ich auch nur in Größen bis D02. Darum kam mir D04 gleich merkwürdig vor.
Wenn du welche brauchst, einige DII und DIII habe ich vermutlich noch im Keller. Ich hatte mal einen Kinogleichrichter in einer eigenen Hobbywerkstatt (just for Fun) und der brauchte diese Größen - bei 50A DC und 50 V Leerlauf am Ausgang...
DIV oder DO4 habe/kenne ich aber nicht.
Bye/ /Kay
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Kay Martinen
Steve Frank schrieb: ...
...
Die nicht zitierfähige Wikipedia meint:
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dass Schraubsicherungen bis 63 A auch unter Last von Laien bedient werden dürfen.
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Rolf Bombach

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