Merkwürdiger Stromausfall

Jul 07, 2008 17 Replies

Hallo !



wegen eines unvorsichtigen Baggerfahrers hatten wir heute in einem Stadtteil einen "Stromausfall". An sich ist das ja nichts Besonderes.



Interessant daran war aber, dass der Strom nicht "weg" war, wie man etwa bei einem durchtrennten Kabel erwarten müsste, sondern die Spannung auf ziemlich genau die Hälfe (115V) abgefallen ist.



Hat jemand eine Erklärung für dieses Phänomen ? Normalerweise würde man bei einem durchtrennten oder kurzgeschlossenen Kabel doch einen vollständigen Ausfall (0V) erwarten.



Vielen Dank



Viele Grüße ~~ Meike


Meike Talbach schrieb:

Rückstrom von irgentwoher(was eigentlich nicht sein darf)? Da wir es sicher mit Drehstrom zu tun haben, verschieben des MP? Ich nehme doch an, das du die Spannung unter Last gemessen hast? Also min. eine leistungsstarke Glühlampe sollte leuchten.

Ich kenne Euer Netz nicht gut, aber das passiert hier (USA) schonmal bei Ausfall einer der drei Phasen. Die E-Werker nennen das "Single-Phasing". Die Lichter gehen kurz auf Schummerbeleuchtung und kurz darauf schaltet ein Automat das Netz dann ab, weil sonst Asynchronmotoren und dergleichen abrauchen koennen.

Hallo,

Der "Ausfall" hat knapp eine Stunde gedauert. Ich hatte also genug Zeit die Spannung an einer Steckdose mit einem Multimeter zu messen.

Am gleichen Stromkreis waren ebenfalls zwei Glühlampen, die deutlich dunkler geleuchtet haben. Ein PC an diesem Stromkreis ist noch nicht einmal ausgegangen (Universalnetzteil 90-250V). Ohne das Warn-Piepen der USV hätte ich das normalerweise überhaupt nicht mitbekommen.

Ich habe so was in dieser Form noch nie gesehen und war recht überrascht...

Gruß ~~ Meike

"horst-d.winzler" schrieb im Newsbeitrag news:g4thst$t6f$00$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Tach Meike Talbach schrieb:

da hat der Bagger eins von den drei einadrigen Kabeln erwischt

MfG

Meike Talbach schrieb:

Da hat ganz einfach von einem Mehrphasenkabel (Drehstrom) eine Phase gefehlt. Genauso gut hätte dabei die Spannung drastisch hochgehen können. Das habe ich mal in einer Messehalle erlebt. War "lustig" reihenweise den unzähligen Computern und Geräten beim Sterben zuzusehen. Damals (ca. 1980) waren die Netzteile noch nicht so gut wie heute. Zwischen einfachem Sicherungsdurchbrennen und komplettem Abrauchen des Gerätes gab es alle Varianten der Zerstörungen

Gruss

J.F.

Moin,

Jens Fittig schrub:

Ich habe es mal vor vielen Jahren erlebt. Ging ein paar Minuten, in der Zeit konnte ich die Spannung messen. Und ich konnte mich in der Nachbarschaft umsehen und entdeckte auch die rauchende Unterverteilung (oder wie man die grauen Kästen am Straßenrand nennt). Dann war der Strom ganz weg.

Wenn zwischen dem Defekt und dem Endverbraucher noch ein Trafo ist, sollte die Spannung beim Endverbraucher wieder symmetrisch sein.

Sowas 'lustiges' hab ich mal erlebt, als ich verschiedenen Musikanlagenteile über ein Drehstromkabel versorgt habe, von dem keiner wusste, dass es keinen Nullleiter hat :-> Verstärker einschalten und alles außer dem Verstärker geht kaputt....

CU Rollo

Am 07.07.2008, 22:47 Uhr, schrieb Roland Damm :

Teure Sache, das...

Der hat dann halt den Sternpunkt etwas[tm] zu seinen Gunsten verschoben. :)

Ansgar

Bernd Löffler schrieb:

Könnte man sich eigentlich davor schützen, wenn man im eigenen Verteilerkasten die Spannung zwischen PE und Null ständig überwacht? Werden 20V für 1-2 Halbwellen überschritten, lässt man einen FI auslösen. Oder gibts sowas fertig?

Michael

Sowas nennt sich Fehlerspannungsschutzschalter, war früher mal üblich. Gips aber schon lange nicht mehr, müsste man vermutlich selberbauen.

B

Am 08.07.2008, 16:11 Uhr, schrieb Bernd Stolle :

Wir haben öfter mal Dips, offensichtlich nur auf einer Phase. Der Anrufbeantworter resettet sich dann, andere (sensible) Geräte an anderen Phasen machen weiter, als wäre nix gewesen... wäre für uns vielleicht auch was.

Ansgar

Michael Rübig schrubbte

Schau mal bei Relais-"Dold" nach.

Gruß Peter

ach Bernd Stolle schrieb:

Drehstromspannungswächter ohne/mit Neutralleiterüberwachung gibt es lagermäßig,Schütze auch

MfG

12V oder 24V-Relais zwischen PE und N und damit über einen Widerstand den FI auslösen.

Michael

Die LÖsung hat einen gewissen Charme; gefällt mir :-)

-ras

Michael Rübig schrieb:

Würde vermutlich nur im TT-Netz was bringen.

Im TN sind N und PE niederohmig verbunden. Wenn Dir da der N wegbricht, wandern Dir N und PE zusammen in der Gegend rum, je nach Qualität der Erdung mehr oder weniger weit...

Thomas

Michael Rübig schrieb am Dienstag, 8. Juli 2008 16:10:

der sicherste Schutz gegen "sowas" ist ein Synchronmotor geeigneter Größe mit einem angemessenen Schwungrad, der im Störfall so vom Netz entkoppelt werden kann, daß er als Generator weiterwerkeln kann. Ein Diesel mit Kupplung als backup dahinter für die Erweiterung des Schwungrades ist erwägenswert.

:-)

Am 11.07.2008, 22:19 Uhr, schrieb Franz Glaser :

Oder man nimmt ein elektrisches Schwungrad, aka Zwischenkreisumrichter. Der Energiespeicher darf dann halt etwas größer sein. *g*

Ansgar

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