Solarstrom

Moin,
robert schrub:


Die politische Idee dahinter ist wohl die, durch diese Subvention die Photovoltaik-Industrie so sehr zu fördern, dass sie ins Rollen kommt und genügend Geld für Weiterentwicklung und Verbesserung/Verbilligung hat.
Nur hab ich auch meine Zweifel, ob das so funktioniert. Eine Subvention des Photo-Stroms führt nur dazu, dass die Dinger auch bei hohem Preis noch wirtschaftlich sind (für den Geldbeutel des Kunden) und wieso sollte ein Photovoltaik-Hersteller Solarzellen verbessern oder billiger verkaufen, wenn die schon vorhandenen hinreichend preiswert sind (wenn man die Subvention mitrechnet)? Den Verkaufspreis bestimmt wie immer der Markt und nicht so sehr das Maß an Subvention. Die Subvention fließt irgendwie indirekt am Ende in die Taschen der Hersteller und bringt diese zwar in die Situation, Forschung finanzieren zu können - bewirkt aber nicht automatisch einen Zwang, dieses auch zu tun. Gut Konkurrenzdruck, sicher. Aber ob der alleine reicht? Und offen ist natürlich die Frage, was technisch überhaupt machbar ist.
CU Rollo
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Roland Damm wrote:

Eben. Preissubvention ist eine der am schlechtesten funktionierenden (bis hin zu nach hinten losgehenden Schmarozzer-) Katalysatoren. Siehe Milchseen im Agrarbereich. Eine technische Verbesserung um mehrere Faktoren ist nicht vorstellbar. Jedenfalls nicht durch bloße Evolution mittels 100000-mal fast dasselbe auf den Dächern. Da hatten wohl mal wieder romantische "komplexitätsreduzierende" Grüne mit Plastikblümlein im Haar die Finger im Spiel.
Wenn überhaupt, dann sollte man gewöhnliche (prozentuale) Kostensubvention auf Antrags- Und Prüfungsbasis fahren. Da ist dann ein echter proportionaler wirkender Kostendruck in Richtung Effizienzsteigerung da.
Grüsse Robert
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robert schrieb:

Die feste Einspeisevergütung ala EEG ist nicht nur effektiv (d.h. es bewegt sich etwas) sondern auch effizient (d.h. es ist billig), wenn man diesen Fördermechanismus mit anderen Förderprogrammen wie z.B. Ausschreibungen, Quotenregelung + handelbare Zertifikate, Steuervergünstigungen etc. vergleicht.
Siehe: Held, A. et al (2005): Evaluation of renewable promotion schemes in the European Electricity market, in: Current development of Green IPPs, Universitätsverlag Karlsruhe http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/vvv/2005/wiwi/7/7.pdf S. 41 oder auch Hilligweg, G. et al (2006): Europäische Förderinstrumente zum Ausbau der Windstromerzeugung, BWK 58(6), S. 63-66.
Die Art der Förderung steht daher nicht zur Debatte, aber die Höhe des Einspeisesatzes.

Ähem, die Bearbeitung der Anträge und deren Prüfung soll wohl eine Arbeitsbeschaffungsprogramm für Verwaltungsfachangestellte werden? Da steck ich doch lieber jede Mark in die Schokolade und keine in die Werbung;-)
Gruß Gunnar
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Roland Damm schrieb:

Vor einigen Monaten las ich in den VDI-Nachrichten einen Artikel zu diesem Thema.
Inhalt war ungefähr: Die Subventionen werden gewährt, weil die Solarzellenhersteller eine Selbstverpflichtung aufgestellt haben, nach der die Preise für die Module um bestimmte Faktoren sinken.
Danach gibt es schon einen Anreiz, die Module zu verbessern bzw. billiger herzustellen.
Aber wenn sich die Autoindustrie nicht an ihre Selbstverpflichtung gebunden fühlt, finde ich es sehr anständig, wenn die Photovoltaik-Hersteller sich an ihre eigenen Versprechungen halten wollen.
Wie gesagt, habe ich vor einigen Monaten so ungefähr gelesen.
Viele Grüße Andreas Demant
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Roland Damm schrieb:

Zu Zeiten der Atomenergieeinführung gab es dort wohl ähnliche Verhältnisse.

Wenn man sieht, in was die Firmen so investieren und welche Lösungen so präsentiert werden, keimt in mir schon die Hoffnung, dass die Rechnung auf gehen wird.

Richtig. Damit sie auch gekauft und angewandt werden und somit massenweise praktische Erfahrungen mit den realen Betriebsbedingungen gesammelt werden können.

Weil die Subventionen ein Verfallsdatum haben und die Firmen später auch noch im Markt sein wollen. Wenn sie dafür keine Möglichkeit sehen würden, würden sie wahrscheinlich auch nicht in ihre Produktionserweiterung investieren, sondern das Geschäft mit weniger werdenden Subventionen sterben lassen.

Wer's nicht tut, weiß jetzt schon, wann er aus dem Markt fliegen wird.

Der Trick beim Ganzen ist das Verfallsdatum der Subventionen. Den gab es mit der Kernenergie nicht. Sie wird noch immer subventioniert. Z.B. in Form "nicht erforderlicher Versicherungen".
Eines gibt es allerdings schon zu bemerken: Mit anderen Dingen als ausgerechnet PV hätten wir in kürzerer Zeit viel mehr Umweltbelastung vermeiden können.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
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Hallo,

Da diese Technik wohl immer noch als Innovativ gilt, wird auch dort noch kräftig subventioniert...

... fehlender Verpflichtung, ehrlich kalkulierte Rücklagen für die Endlagerung zu bilden... Wer will das Ganze dann irgendwann bezahlen? Was wird das Ganze über die vielen Jahre danach kosten?
Ach so, das kann man nicht kalkulieren, also auch nicht versichern, Rücklagen bilden auch nicht... Am Besten, man vertagt die Diskussion nach Endlos, schlägt immer mal wieder Endlager vor, die mit großer Sicherheit am Protest der Anwohner/Umweltschützer scheitern... dann sind nämlich die schuld an der Entsorgungsmisere...
So einfach ist das...
Marte
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Roland Damm schrieb:

Das ist die Absicht, ja.

Das liegt einfach daran, daß (nach Ansicht der Politiker) absehbar ist, daß es einen Bedarf in der Zukunft geben wird, dieser aber nicht ausreichend ist, um die Strukturen aufzubauen, die dann, wenn es so weit ist, erforderlich sind. (Siehe auch: <http://www.sfv.de/druckver/lokal/mails/wvf/teurerwe.htm .)

Die Sache findet ohne die Subventionen einfach nicht statt, weil unwirtschaftlich. Die Subventionen haben eine Höhe, die den Anwendern eine bescheidene Rendite auf dem Niveau von Bundesschatzbriefen liefert. (Ich hatte es kürzlich durchgerechnet und festgestellt, daß es mutmaßlich weitaus profitabler ist, in Solarmodulherstelleraktien zu investieren als in Solarmodule.)

Der Wettbewerb ist sehr hart.

Eigentlich nicht: Viel mehr, als derzeit an Output aus den Geräten herauskommt, ist nicht möglich - Rationalisierungseffekte sind eigentlich nur in der Produktion zu erwarten.
Zur OP-Frage: <http://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.html (war übrigens ein Link in Wikipedia - soweit zum Thema "Arsch nachtragen").
Gruß aus Bremen Ralf
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R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
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Roland Damm schrieb:

Yep, das ist die Idee. Hat bei der Windkraft und bei den Biogasanlagen funktioniert. Tut auch seit der Neufassung 2004 mit PV.

Kleine Spitzfindigkeit: Es ist keine Subvention (die käme direkt vom Staat) sondern eine gesetzlich auferlegte Umlage unter den Energiesystemnutzern (nicht deckungsgleich mit dem Steuerzahler).
Neben dem Konkurrenzdruck ist dann auch noch die Degression der Fördersätze zu nennen, die die Latte jedes Jahr ein bischen höher hängt. Bei den PV-Herstellern kann die Geschwindigkeit offenbar weiter angezogen werden.
Die Frage nach der technischen Machbarkeit spielt sich auf zwei verschiedenen Schauplätzen ab. Zum einen bei der weiteren Effizienzsteigerung der verschiedenen Zelltypen, das passt in den Bereich der Grundlagenforschung. Zum anderen gibt es die Produktionstechnik, die noch in den Kinderschuhen steckt. Bis vor kurzem waren die Modulfabrikanten mehr oder weniger Manufakturen - erst bei anziehender Nachfrage lohnt sich eine automatisierte Fertigungsstraße.
Gruß
Gunnar
PS. Hier mein Plädoyer pro EEG:
Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien hat sich in Deutschland als ein erfolgreiches Mittel zur Förderung neuer, dezentraler Energieerzeugungsanlagen erwiesen. Obwohl marktbasierte Zertifikatsmodelle in akademischen Kreisen bevorzugt werden, hat der garantierte Einspeisetarif seine Überlegenheit gegenüber anderen Förderungsmechanismen im europäischen Vergleich gezeigt. Die hohe Planungssicherheit hat trotz der relativ niedrigen Renditen eine Vielzahl kleiner privater Investorengruppen aktivieren können.
Das EEG hat ein selbstfinanziertes F&E-System innerhalb der Energiewirtschaft bewirkt, mit dem neuartige Techniken zur Marktreife entwickelt werden. Die Forschungsziele wurden durch die Politik grob vorgegeben. Sie hat darauf verzichtet, eng umrissene Projekte per Subvention zu alimentieren.
Die EEG-Vergütung wird per Umlage auf alle Stromkunden verteilt, d. h. jeder Nutzer elektrischer Energie zahlt für die Weiterentwicklung in Hinblick auf regenerative Erzeugung. Die planbaren Einkünfte ziehen private Investoren an, welche sich im Gegensatz zu institutionellen oder industriellen Geldgebern auch mit geringeren aber risikolosen Renditen begnügen. Sie finanzieren die Anlagen vor und generieren einen Bedarf im Markt für Energieanlagen. Dieser stößt einen Forschungs- und Entwicklungsbedarf an, für den Dank eines aufkeimenden Absatzmarktes auch Gelder bereitstehen. Die Degression der Fördersätze hält den Kostensenkungsdruck aufrecht und verhindert einen Stillstand der technischen Entwicklung.
Durch die Größe des Marktes im Vergleich zur Einzelanlage erfolgt eine Entkopplung der Akteure aus Investition, Produktion und Forschung. Auf jeder Ebene konkurrieren eine Vielzahl von mittelständischen Wettbewerbern. Es ist eine stetige Mittelzirkulation garantiert, wodurch der Motor des Innovationskreislaufs am Laufen gehalten wird (vgl. mit dem Konzept des technologiespezifischen Innovationssystems (TSIS)).
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Moin,
Gunnar Kaestle schrub:

Es haben sich Änderungen ergeben, ja. In wie weit die Folge der Gesetzgebung sind, ist mangels Vergleichsfall nicht feststellbar.

Genau genommen nein. Das Gesetz wurde eingeführt, es haben sich Änderungen am Markt ergeben. Für einen Bewes des kausalen Zusammenhangs bräuchte es einen Vergleichsstaat, der exakt wie Detuschland aufgestellt ist aber dieses Gesetz nicht hat. Utopisch.

Ähh, es wurde sehr genau festgelegt, in welche Technologie wie viel investiert wird. In Solarstrom ganz viel, in Windkraft weniger, in Wasserkraft recht wenig. Der Staat hat festgelegt, welcher Strom viel viel Förderung bekommt. Dabei könnte der Markt das sehr gut automatisch regeln, aber durch dieses Gesetz wird die Sache verzerrt und eine suboptimale Lösung setzt sich durch.
Wenn man CO2-Emission verringern will, dann kann man doch auch einfach CO2-Emission besteuern. Aber bitte konsequent überall wo sie auftritt. Deswegen muss der Staat ja nicht gleich im Geld schwimmen, sondern kann parallel dazu Unternehmenssteuern oder Einkommenssteuer oder beides senken. Das würde dazu führen, dass nicht irgendeine Technologie forciert wird, von dem mal jemand meinte, sie sei toll, sondern genau die Technologie, die mit der geringsten CO2-Emission den meisten Strom produziert.
Ich habe auch nichts gegen das EEG, aber ich würde aus dem Erfolg noch nicht schließen, dass es die beste Lösung ist.
CU Rollo
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On 23 Jul., Roland Damm wrote:

Wie wre es mit einer Vergleichsstudie zu der Wirksamkeit unterschiedlicher Frdermechanismen in den Lndern der EU: http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/vvv/2005/wiwi/7/7.pdf Die Zusammenfassung steht auf Seite 48.

Im Regelfall wird dazu die Gegenhypothese geprft: "Durch die Einfhrung des EEG haben sich keine Auswirkungen ergeben." Mit Ausnahme bereits bestehender Wasserkraftwerke sind mir keine EE- Anlagen bekannt, die auf eine EEG-Frderung verzichten.

Nein, das ist falsch formuliert. Es wurde nicht gesagt: Wind bekommt 1,5 Mrd, Solar 500 Mio, Biomasse 1 Mrd und so weiter. Es wurden lediglich solche Vergtungsstze gewhlt, so dass bei Volleinspeisung ber 20 Jahre Anlagenlaufzeit der Investor einen geringen, aber kalkulierbaren Gewinn erzielen kann. Das hat unglaublich viel Kapital mobilisiert. Mit prognostizierten Verbesserungen in der Anlagen- und Produktionstechnik wurde dann eine Degression der Vergtungsstze fr Neuanlagen festgelegt, die fr weitere Impulse sorgen. Diese zwei Parameter, Hhe der Einspeisevergtung (in Abhngigkeit der Anlagengre und der genutzten Energieform) und jhrliche Reduktionsrate, werden in regelmigen Abstnden berprft und knnen bei einer berarbeitung des Gesetzeswerks angepasst werden.

Der Markt denkt viel zu kurzfristig und zu kurzsichtig. Wenn brsennotierte Gesellschaften vierteljhrlich gute Finanzdaten prsentieren mssen, kann man verstehen, dass das primre Interesse dem nchsten Jahresabschluss dient und nur sehr bedingt 20 Jahre in die Zukunft geschaut wird. Solche Fernziele mssen gesellschaftspolitisch erfasst werden und dann mit verllichen Rahmenbedingungen in die Wirtschaftssysteme eingeprgt werden. Das kurzsichtig bezieht sich auf die rein betriebswirtschaftliche Perspektive, die externe Kosten auen vor lsst und auch Gesamtbetrachtungen mit anderswo auftretenden negativen aber auch positiven Effekten durch weiter gefasste Bilanzgrenzen unterschlgt.

Eine CO2-Steuer ist ein brauchbares Instrument im Klimaschutz, die Emissionszertifikate fr die Groanlagen knnen als eine Art CO2- Steuer angesehen werden, sobald der Staat die Zertifikate nicht mehr verschenkt. (Ich gebe Dir vollkommen recht, dass auch Distributionsunternehmen, die CO2-emittierende Energietrger an Endkunden verteilen wie z.B. Minerallgesellschaften und Erdgasverkufer auch auf ihren Umsatz mit einer CO2-Abgabe belegt werden sollten, damit auch Kleinverbraucher den Unterschied zwischen den Energietrgern spren.)
Der CO2-Aufschlag heisst aber noch lange nicht, dass in CO2- Minderungsoptionen investiert wird. Es bedeutet nur, dass es teurer wird und sich eventuell die Investitionsalternativen anders darstellen. Kleines Beispiel: Kohle + Emissionsrecht ist ber einen weiten Bereich billiger als Gas + Emissionsrecht. Gas ist nun mal teuer und die Prognosen sehen ber eine Kraftwerkslaufzeit von rund 40 Jahren nicht so aus, als wrde sich das ndern. Wenn man CO2- Emissionen verringern mchte, dann muss man vor allen Dingen dafr sorgen, dass CO2-freie bzw. arme Technologien installiert werden. Man muss die jungen Pflanzen hegen und nicht den alten Wald kappen.

Statt aus einem Misserfolg zu schlieen, dass eine Lsung schlecht ist, schliee ich lieber aus einem Erfolg, dass sie zu gebrauchen ist. Die normative Kraft des Faktischen spricht fr eine EE-Frderung ala EEG: hnliche Regelungen mit einer festen Einspeisevergtung wurden auch von anderen Lndern aufgegriffen. Das Erneuerbare Energien Gesetz hat sich als kologischer Exportschlager der Bundesrepublik herausgestellt - warum wohl wird es als Vorlage in acht Sprachen zum Download angeboten? http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/5982
Gru Gunnar
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Moin,
Gunnar Kaestle schrub:

Klar, aber rein wissenschaftlich beweist das nichts. ISt aber eher eine Spitzfindigkeit.

Es wurde also festgelegt, wie viel ein Investor für den von ihm produzierten Strom bekommt, je nach Technik unterschiedlich viel. Ob also mehr in Wasserkraft oder Windkraft investiert wird, hängt davon ab, wofür es wieviel Geld gibt. Somit wird schon gesteuert, in welche Technik wie viel Geld fließt. Und das Unabhängig davon, wie langfristig ervorgversprechend oder ökologisch sinnvoll die Technik ist. Das halte ich eben nicht gerade für optimal.

Es hat übrigens zu keinerlei Kapitalmobilisierung geführt hin sichtlich der Einsparung von Strom. Logischerweise. Es wurde ja auch ökologische Stromproduktion gesponsort, nicht Stromersparnis. Eine einfache CO2-Abgabe, die auch wirklich so groß ist, dass sie am Preis zu spüren ist (und nicht nur z.B. 1¢/kWh bei Strom ausmacht), würde automatisch einen Zwang erzeugen, der es lukrativ macht, Strom ohne CO2-Emission zu produzieren _und_ Strom einzusparen. Jedes auf seine Weise so, wie es sich als wirtschaftlich sinnvoll erweist. Ich hielte das für die bessere Herangehensweise.

Ist mir aber aus grundsätzlichen Überlegungen heraus wenig sympathisch. Will einen einen Besen in aufrechter Lage lagern, dann stellt man ihn auch nicht hin (und balanciert in laufend neu aus) sondern hängt ihn hin, auf dass er sich von selbst ausbalanciert. Macht nämlich erheblich weniger Arbeit, ist sicherer gegen Beeinflussung (durch Lobbyisten, wie in der Politik üblich) und sicherer gegen Irrtümer. Eine Regelung, die nur funktioniert, wenn sie ständig nachgebessert wird, halte ich nicht für optimal.

Na ja, Solarzellen finden sich meistens auf Privatdächern, und die Investoren müssen keinen vierteljählichen Rechenschaftsbericht ablegen und denken meist auch viel langfristiger. Aber auch große Unternehmen bauen durchaus auch schon mal für 20 Jahre oder länger.

Klar, deswegen meine ich, die Politik sollte dafür sorgen, dass das, was individuell profitabel ist auch gleichzeitig das ist, was gesellschaftlich gewollt ist. Die Gesellschaft will keine Solarzellen oder Windkraftanlagen - sondern gewünscht ist eine Stromerzeugung, die kein oder wenig CO2 erzeugt. Also warum nicht einfach den Markt entscheiden lassen, welche Technologie die bessere ist und die Regeln einfach für alle gleich machen?

Gas wird ja auch besteuert, Kohle nicht - hab ich zumindest neulich so aufgeschnappt.

Darin sehe ich gar keinen so großen Unterschied. Staatseinkünfte aus CO2-Steuer können ja als andere Steuern wieder erlassen werden. Das Ganze kann ein Nullsummenspiel bleiben, nur dass sich die optimale Spielstrategie ändert.

Sicher. Wie gesagt, ist das EEG ja auch nicht unbedingt verkehrt. Ich finde nur, dass es nicht optimal ist.
Im Extremfall könnte man sich eine Steuerreform vorstellen, die die Steuern hautpsächlich auf Recourcen bezieht. Also Wasser, Luftverschmutzung, Gründstücke. Für sowas würde man Steuern zahlen, sonst (wie gesagt im Extremfall) für nichts. Klar ist so eine Steuerreform utopisch, allein schon wegen der vielen internationalen Verflechtungen wohl kaum durchführbar (es sei denn begleitet von einem riesen Regelberg bezüglich Einfuhrzölle und sowas). Aber ich sehe nicht, wieso eine solche Steuergesetzgebung nicht auch sehr wohl dazu führen kann, dass ökologisch vertretbare Technologieen einen so großen finanziellen Vorsprung vor CO2-emission bekommen, dass sie sich durchsetzen. Aber eben ohne irgendwie direkt subventioniert zu werden.

Ein alternatives Modell (mit heftiger CO2-besteuerung) hat ja auch bisher noch niemand versucht.
CU Rollo
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Roland Damm schrieb:

Üblicherweise werden nicht Hinweise zur Unterstützung einer Hypothese gesammelt, sondern man versucht, ein Beispiel für die Gegenhypothese zu finden, um die Behauptung zu falsifizieren. Solange dies nicht gelingt, wird die Hypothese als gültig erachtet.

Nö, es hängt davon ab, wieviel am Ende des Tages übrig bleibt. Nicht die Einnahmen sind entscheidend, sondern der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben.

Deiner Meinung ist also das solare Potential langfristig gesehen nicht ökologisch zu erschließen? Um die Ziele bis 2050 (50% Emissionsreduktion bei 30% Bevölkerungswachstum und dem Nachholbedarf in den Entwicklungsländern) zu erreichen werden wir uns ganz schön strecken müssen.

Der Primärenergieverbrauch hat sich vom BIP-Wachstum entkoppelt, der Strombedarf nicht - der wächst stetig an, auch mit Effizienzverbesserung in der Endenergienutzung. Ich glaube kaum, dass X% CO2-Minderung durch weniger Stromverbrauch erzielt werden kann. Effizienzverbesserungen von elektrischen Anwendungen können m.E. nur den Anstieg der Baseline reduzieren.

Und warum? Weil einzelwirtschaftliche Anreize da sind. Wenn der Strompreis einfach nur steigt, weil eine zusätzliche CO2-Abgabe eingepreist ist, wird das vom Privatkunden murrend hingenommen. So investiert er in ein Anlage, oder einen Teil z.B. bei Windkraftfonds und wird Teil der produzierenden Waagschale.

Andersherum wird ein Schuh daraus: Die Politik soll dafür sorgen, dass das was gesellschaftlich gewollt ist, auch individuell profitabel ist. Eine im Zentralausschuß vorgefertigte Richtung ist nur schwer dem Volk aufzupressen.

Weil der Markt nicht 100% perfekt ist und oftmals Fehlallokationen produziert. Übrigends entsteht durch das EEG doch ein offener Markt mit vielen Teilnehmern, in dem sich entscheidet, welche Technologie zu bevorzugen ist: Gittermasten oder Stahlturm (Wind), Fermentierung oder Vergasung (Biomasse), Dünnschicht oder Polykristallin (Solar).

http://www.gesetze-im-internet.de/energiestg/__2.html Das Energiesteuergesetz umfasst beide: Kohle 33ct/GJ, Erdgas 31,80 EUR/MWh

http://theorie.physik.uni-wuerzburg.de/TP1/kuemmel/energiesteuern.pdf Zusammenfassung: Energie ist ein mächtiger Produktionsfaktor, auf den nur ein geringer Anteil der Produktionskosten entfällt. Arbeit hingegen ist ein schwacher Produktionsfaktor, auf den der Löwenanteil der Produktionskosten entfällt. Das zeigen öokonometrische Analysen des Wirtschaftswachstums in Deutschland, Japan und den USA. Dies erzeugt den Rationalisierungsdruck zur Ersetzung teurer Arbeit/Kapital-Kombinationen durch billige Energie/Kapital-Kombinationen und den dauerhaften Verlust gut bezahlter Vollzeitarbeitsplatze. Dem Trend zu wachsender Arbeitslosigkeit und Zerrüttung der öffntlichen Finanzen kann entgegengewirkt werden, wenn zur Finanzierung der Gemeinschaftsaufgaben des Staates und der sozialen Sicherungssysteme die Last der Steuern und Abgaben von der Arbeit auf die Energie gemäß den Produktionsmächtigkeiten der Faktoren verlagert wird.

http://www.eex.de/chart?l &wt5&fpPE&pc 08.12&tt=E&avg=&bp=PE&d 070723&ctPE&di65 Momentan haben wir für die zweite Handelsperiode eine CO2-Abgabe von etwa 20 Euro pro Tonne, bzw. 2 cent pro Kilogramm. Sofern bei diesem Cap & Trade Mechanismus nicht die Kappe heftig nach unten gedrückt wird, passiert da erstmal gar nichts - wenn man die Wirkung mit dem des EEG vergleicht. Und das Geschrei war schon groß, als bei der Überarbeitung des NAP II 26 (?) Mio Tonnen weniger Emissionsrechte ausgegeben wurden - bei einem nationalem Emissionsvolumen von rund 800 Mio t.
Gruß Gunnar
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Hallo, Gunnar,
Du (gunnar.kaestle) meintest am 23.07.07:

Mit gleichen Einheiten: Kohle 9,2 ct/MWh
Also nur 1/345 der Gassteuer.

Bei Steinkohle wären das 2,9 ct/MWh. Verglichen mit der o.g. Gassteuer eher vernachlässigbar.
Viele Gruesse! Helmut
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1 MWh = 3,6 GJ also muss man für 1 MWh das 3,6 fache an GJ Kohle in den Ofen werfen -> 33ct/GJ ~ 1,20 Euro/MWh
[CO2-Steuer]

Sofern man den Benchmark mit 750 g/kWh für Kohlestrom aus dem NAP II (http://ec.europa.eu/environment/climat/pdf/nap_germany_final.pdf ) als Referenz nimmt, kommt man auf 2,66 ct/kWh bzw. 26,66 Euro/MWh_el
Wenn man jetzt sich das Energiesteuergesetz genauer anschaut, findet man in §2(3) den Passus für Erdgas ("zum Verheizen oder zum Antrieb von Gasturbinen und Verbrennungsmotoren in begünstigten Anlagen") mit einem reduziertem Steuersatz von 5,50 EUR/MWh - das macht bei 60% Wirkungsgrad eines GUD-Kraftwerkes rund 9,20 Euro/MWh_el.
Gruß Gunnar
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Hallo, Gunnar,
Du (gunnar.kaestle) meintest am 24.07.07:

Aua - da hatte ich Zähler und Nenner vertauscht und die Einheiten nicht kontrolliert. Das kommt davon, wenn ich mich auf meinen Kopfrechner verlasse ..

Also die gleiche Grössenordnung.

Also immer noch mehr als bei Kohle (wo vermutlich auch der Kraftwerks- Wirkungsgrad einzurechnen wäre).
Viele Gruesse! Helmut
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You are welcome;-) Passiert mir auch vonzeitzuzeit, besonders dann wenn das Ergebnis in die bevorzugte Richtung weist.
[CO2-Abgabe von etwa 20 Euro pro Tonne]

Ähem. Da war doch was mit oben und unten auf dem Bruchstrich: 20 Euro/t * 750 g/kWh = 15 Euro/MWh = 1,5 ct/kWh so ist's besser, aber es bleibt die Sache mit den Größenordnungen: 2,9 ct/MWh << 1,5 ct/kWh

Gassteuer: 9,20 Euro/MWh_el (bei eta`%) CO2-Gas 7,30 Euro/MWh_el (bei 20 Euro/t und 365g/kWh)
Kohlesteuer: 2,60 Euro/MWh_el (bei etaE%) CO2-Kohle 15,00 Euro/MWh_el (bei 20 Euro/t und 750g/kWh)
Gas bleibt von den Abgaben her billiger, wenn der CO2-Preis nicht stark unter 20 Euro/t sinkt. Allerdings ist Kesselkohle günstiger einzukaufen als Kraftwerksgas, da liegen AFAIK die Preise bei 10 Euro und 20 Euro pro MWh Brennstoff. Noch günstiger ist Braunkohle, die kann man für 5-7 Euro pro MWh fördern.
Ich glaube nicht, dass der CO2-Preis - außer er macht irgendwelche Kapriolen jenseits der 50 Euro - die prinzipielle Investitionsentscheidung umstoßen kann. Dazu schlagen die Brennstoffpreise zu sehr durch (Größenordnung: 15 Euro/MWh aus BK, 20 Euro/MWh_el aus SK, 35 Euro/MWh_el aus Erdgas). Und der Preisanstieg von CO2-Zertifikaten kann beim Senken des kappenden Deckels durch massive Beteiligung and JI- und CDM-Projekten gedämpft werden.
Gruß Gunnar
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Hallo, Gunnar,
Du (gunnar.kaestle) meintest am 24.07.07:

Nein - zu schräg gelesen. MWh ist ein wenig grösser als kWh ... Dabei ist es heute doch gar nicht so heiss - ist das schon der natürliche Zerfall?
Viele Gruesse! Helmut
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Hallo, Gunnar,
Du (gunnar.kaestle) meintest am 24.07.07:

Ich trau mich trotzdem noch mal ... Steinkohle dürfte derzeit oberhalb von 40 Euro/t (Importkohle) liegen. Bei Braunkohle dürften bestenfalls heimische Angebote interessant sein, und da ist die Abbaubarkeit auch politisch beeinflusst.
Ganz anders formuliert: Braunkohle hat einen niedrigen Heizwert, die zu verfeuern lohnt (wie bei Holz) höchstens dann, wenn die Transportkosten gering sind. Anders ist es bei der Müllverbrennung (mit ähnlichem Heizwert): das Zeugs muss "irgendwie" entsorgt werden; da können die Transportkosten anders kalkuliert werden.
Viele Gruesse! Helmut
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Gunnar Kaestle schrieb:

Bessere Energienutzung kann sehr wohl einen höheren Stromverbrauch zur Folge haben. Das heisst ja noch lange nicht, dass der Gesamt- bedarf steigt. Siehe auch die endlosen Diskussionen zur Wärmepumpen- heizung.
--
mfg Rolf Bombach

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Ich stell mir grade eine 10kV-Leitung zur ISS vor... mit Schleifkontakt auf der Erde...
*g*
Ansgar
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