Starterbatterie <> Traktionsbatterie?

Hallo miteinander,
mein kleiner Karren, d.h. sein Antrieb (2x 350 W Motoren im Teillastbetrieb), beschäftigen mich immer noch.
Der Original-Akku (Blei-Säure chinesisch, wartungsfrei) hatte schnell den Geist aufgegeben, und mit einer soliden Starterbatterie (ebenfalls Blei-Säure, wartungsfrei) hoffte ich auf Besserung.
Vergeblich, nach 8 Wochen und ca. 30 Lastzyklen machte sie die Grätsche. Bei ca. den letzten fünf "Ausfahrten" war die nachlassende Leistung deutlich zu bemerken, zum Schluss nur noch 40 % der Fahrstrecke.
Batterie: 12 V, 35 Ah von *TU, längere Lagerung nicht auszuschließen Ladegerät: Aldi, mit Ladelogik und Erhaltungsladung, sehr bauähnlich mit Ctek XS 4003.
Die Betriebs-Endspannung war normalerweise 12,5 V, zum Schluss 12,2 V. Ladeschlussspannung 13,1 V, zum Schluss absinkend auf 12,9 V.
Nach Aussage eines Fachverkäufers war es "Missbrauch" an der Starterbatterie, die sei für Traktionsbetrieb gar nicht geeignet. Die verbliebene Kapazität bestimmte er in der Werkstatt zu 7 Ah (Nennwert 35 Ah). Er verkaufte mir eine Blei-Gel-Batterie.
Was ist dazu zu sagen?
- Ist eine Starterbatterie tatsächlich so ungeeignet? (das Gerät wurde schließlich mit einem solchen Bleiakku verkauft)
- Was passiert in dem Akku, wenn die Ladeschlussspannung so absinkt?
- Hält der Blei-Gel-Akku seinem Preis entsprechend länger?
Neugierige Grüße,
Paul
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Paul Schmitz-Josten wrote:

Ein Bleiakku wird nicht mit Ladelogik sondern im Idealfall mit strombegrenzter Konstantspannung geladen. Nimm ein einstellbares Labornetzgerät, wenn du so was hast. Die Leistung ist zweitrangig, es dauert bei kleinen Geräten nur länger.
Man lädt bis 14,5 V, wenn man bald nach erreichen der Spannung abschaltet.
Oder mit 13,4 V (2,23 V pro Zelle) wenn man das Ladegerät unbegrenzt angeschaltet lassen will. Das ist unterhalb der Gasungsspannung, es geht dabei kein Wasser verloren und es gibt keine Schäden. Die letzten Prozente Ladezustand erreicht man so aber erst nach langer Zeit oder gar nicht.

Offenbar hast du nicht voll geladen.
Entladeschlussspannung ist 10,8 V, du hast also auch nicht alle Ladung ausgenutzt!
Unter diesen Umständen ist die mangelnde Leistung erklärlich.

Naja, optimiert sind die Starterakkus für den Zyklenbetrieb natürlich nicht, aber eine Weile sollte es schon gehen.

Das machst du besser selbst: Eine Scheinwerferglühlampe oder so etwas und dann schauen, wie lang sie brennt, bis 10,8 V erreicht sind. Anschließend sofort wieder laden.

Sollte schon eine Weile funktionieren, speziell wenn man sie nicht ganz entlädt und dann bald wieder lädt, was für Blei immer richtig ist.

Das kann nur passieren, wenn der Akku zu heiß wird oder wenn eine Zelle Kurzschluss hat. Ansonsten ist das Ladegerät ungeeignet.

Damit kenne ich mich nicht aus, ich vermute aber, dass der Auslaufschutz der einzige Vorteil des Blei-Gel-Akkus ist.
--
Gruß Werner

http://www.youtube.com/watch?v=tCOPjB8BDK0

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Hallo,
Paul Schmitz-Josten wrote:

Damit kommst Du nicht weit. Für Voll sollten es ruhig 13,8-14,1V sein. Entleeren kann man die Dinger bis etwa 12V. Wer frech ist, geht auch noch weiter runter. Man muss halt aufpassen, dass die schwächste Zelle nicht tiefentladen oder gar umgepolt wird.

Das ist so. Die ist für kurzzeitige, hohe Ströme ausgelegt. Volle Zyklen bei geringen Strömen sind nicht so ihr Ding. Dabei altern sie wohl beschleunigt. AFAIK werden die Bleisulfatkristalle immer Größer und damit nimmt deren Oberfläche ab und der Innenwiderstand steigt.

Vom Prinzip her kann das passen. Ich kann natürlich nichts über den individuellen Akkutyp sagen. Wenn das alles China-Böller sind, so wie beim letzten mal, ins jeder Versuch, den Erfolg oder auch Misserfolg der gewählten Akkutechnologie zuzuschreiben, natürlich zum scheitern verurteilt.

Nicht jeder Bleiakku ist eine Starterbatterie.

Das Ladegerät taugt nichts. Eine matschige Batterie kann Ewigkeiten brauchen, bis sie voll wird. Bei nur 13V schafft man das aber schon bei einer funktionierenden Batterie kaum noch.

Ein ordentlicher Akku sollte schon ein paar Runden überstehen. Blei-Gel ist dafür weder notwendig noch hinreichend. Allerdings gibt es keine Blei-Gel Starterakkus für PKWs. Das ist zumindest ein Indiz.
Marcel
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Eigentlich sollten Starterbatterien schon ne Zeit lang halten. Frage ist, wieviele Zyklen pro Woche/Monat anstehen.
Ev wars tatschlich ein alter Ladenhter... Kein Codedatum drauf ?
Andererseits sind richtige Versorgungsbatterien derart teuer, da man das mal genau rechnen sollte.
MfG bastian
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Am 15.09.2011 06:00, schrieb bastian:

Wie gesagt, fahre ich schon einige Zyklen damit, im Durchschnitt vielleicht drei pro Woche. Der alte Akku ist entsorgt, ohne dass ich ihn auf sein Alter geprüft hätte. Wenn ich noch die Verkaufsquittung gehabt hätte, hätte ich ihn sicher reklamiert.
Der neue Akku ist übrigens ein Traktionsmodell deutscher Marke, S*nnenschein.
Entladeschlussspannung,,, Bei knapp über 12 V macht die Steuerungselektronik meines Karrens dicht, schaltet das Gerät ab.
Ladegerät... Da hab ich nun zwei Geräte, die nach Eurer Beschreibung nix taugen? Die Ladespannung ist übrigens höher, bis über 14 V, nur stehen am nächsten Morgen "nur" 13,1 V an, bzw. 13,3 V beim neuen Akku. Das entspricht IMHO der Betriebsspannung, oder nicht?
Ciao,
Paul
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Wurde Sonnenschein nicht vor mehr als fünf Jahren von einer israelischen Firma (AFAIR Tadiran) aufgekauft? Eine deutsch Marke wäre das dann nicht mehr.
Grüße,
Günther
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Hi, Ladeschluß ohne Strom wäre 13,8. Vermutlich schaltet das Ladegerät ab, und es gibt einen kleinen Verbrauch durch die Fahrzeugelektronik. Vielleicht irgendeine Oberwelle, Schaltnetzteil, das verwirt das Meßgerät? Immerhin hat die Batterie ja auch einen Innenwiderstand. Für Golfkarren und Rollstühle muß jedenfalls der Lader an den Akku angepaßt sein, sonst zahlt man entweder beim Akku gewaltig drauf oder kriegt ungenügend Leistung raus. Mit sinnvoller Kombination kann man solche Akkus über 500 Zyklen peitschen und dabei fast jeden Zyklus auch leerfahren. Die Fahrzeugelektronik muß sich aber genauso auskennen. Etwa ist ein fastleerer Akku oft besonders benachteiligt, weil der Nutzer für die letzte Meile das allerletzte Restchen rausholt und nurnoch Vollgas fährt. Was dem Akku garnicht gut tut. Die Elektronik geht daher besser in einen Schleichmode und warnt früh vor dieser Schwelle. Selbstgebaute Fahrzeuge lassen solche Feinheiten meist vermissen und ruinieren sich damit den Akku. Da reicht schon eine ungünstige Fahrt, eine Zelle polt um und der ganze Block ist schrottreif. Ein Grund, weshalb man Akkus gerne in Einzelzellen verbaut. Beim Laden muß der Lader jedenfalls deutlich über 14V gehen, bei Gelakkus mit ihrem hohen Innenwiderstand braucht man keine c/10-Ladung, aber so 4A sollten schon reingehen. Höhere Ladeströme sind riskant, weil ja ev. die Elektronik weiterhin angeschlossen ist und dann ebenfalls unter Ladespannung stirbt.
--
mfg,
gUnther
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Am 15.09.2011 17:01, schrieb gUnther nanonüm:

Nein, kein Fahrzeug: Der Akku ist beim Laden vom Gerät getrennt.
(Schleichmode) Das macht die Elektronik des Golftrolley (mit Fernbedienung). Sie verweigert hohe Geschwindigkeiten, wenn die Spannung sinkt, und schaltet frühzeitig ab. Die niedrigeste Spannung, die ich gemessen habe (allerdings nicht unter Last), war 12,2 V.

AFAIK lädt das Gerät mit 3,... Ampere.
Ciao,
Paul
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Paul Schmitz-Josten wrote:

Dann passt es ja vielleicht doch.

Das ist normal aber nicht aussagekräftig. Ladeschlussspannung wird unter Ladestrom gemessen. Wie auch die Entladeschlussspannung unter Entladestrom gemessen wird.
Die Ausführung
| H�here Ladestr�me sind riskant, weil ja ev. die Elektronik weiterhin | angeschlossen ist und dann ebenfalls unter Ladespannung stirbt.
ist abwegig, wenn die Ladeschlussspannung durch das Ladegerät niemals überschritten wird.
--
Gruß Werner

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Am 15.09.2011 18:35, schrieb Werner Holtfreter:

<Uff!>
Beides bereitet mir Schwierigkeiten, weil ich im Betrieb kein Voltmeter angeschlossen habe und während des Ladens nicht in der Garage rumstehe ;->
Ciao,
Paul
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Hi, sagt der Meister, als der Peaklader seinen Spitzenstrompuls durch alle Sicherungen hindurchknallte. Du weißt offensichtlich genau, wie sämtliche Lader arbeiten. Oder nicht? Aber Du hast natürlich Recht, ein Gerät, das sich an eine Regel hält, ist regelkonform. So gesehen ist an sonnigen Tagen kein Regen zu erwarten. Und eine Ziege ist keine Kuh.
--
mfg,
gUnther
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Paul Schmitz-Josten schrieb:

Was soll dieses Wörterverstümmeln eigentlich? Könntest Du mir die Chance geben, zu begreifen, was sich jemand dabei denken mag?
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
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Hi, das soll es Gugelanten und Bremern erschweren, soein Posting mit Markenbezug aufzufinden :-)
--
mfg,
gUnther
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Hi, doch, einige Japaner haben inzwischen Gelakkus. Erhöht die Sicherheit beim Crash... Es gibt ja auch noch den "Vlies-Akku"...technisch dem Gelakku sehr ähnlich.
--
mfg,
gUnther
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Hallo,
gUnther nanonüm wrote:

echt? Kennst Du ein Fahrzeugmodell? Wie kriegen die denn das mit dem Strom hin? Gel-Akkus haben doch einiges mehr an Innenwiderstand. Das kannte ich bisher nur von kleinen Moped-Akkus.

Die haben aber wieder mehr Strom.
Marcel
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Hi, gesehen hab ichs an einem Mazda, wimre. Schon älteres Modell, leider nur von vorne und mit offener Haube gesehen. Batterie war alt & eindeutig Gel...vermutlich soein Minimotörchen.

Ja, weil kein Geliermittel drin ist, sondern "Minizellen" mit normal liquider Batteriesäure. Die erlauben natürlich höhere Ionenbeweglichkeit. Dennoch, gegen Gasbildung sind die genauso übersensibel. Eine normale Starterbatterie steckt etwas Geperle weg...
--
mfg,
gUnther
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On Wed, 14 Sep 2011 23:28:44 +0200, Paul Schmitz-Josten

Der Startakku ist für die kurzzeitige Belastung mit hohen Strömen und ein sofortiges Wiederaufladen optimiert. Sie hat sehr dünne Platten die bei zyklischer Belastung sehr schnell ihre wenige aktive Masse verlieren. Man geht bei Startakkus von einer Lebensdauer von 30-50 Zyklen aus.
Zudem wurde der Akku falsch geladen. Nasse Bleiakkus sollte man bis 14,8 V (temperaturkompensiert) laden damit einmal die Säureschichtung aufgeben wird, und zum Anderen ein Ausgleich der Zellen erfolgt. Natürlich ist dann der Flüssigkeitsstand regelmäßig zu prüfen und dafür zu sorgen dass die Platten immer bedeckt sind.

Eine zyklefeste Batterie wäre viel teuerer. Vielleicht hättest Du das Gerät dann zu dem Gesamtpreis nicht gekauft.

Wenn auf Erhaltungsspannung zurück geschaltet wird dann wird erst Mal nicht mehr geladen. Erst wenn die Selbstentladung den Ladezustand verringert dann wird das durch einen geringen Strom wieder ausgeglichen.

Wenn es ein zyklenfester Blei-Gel-Akku ist dann hält dieser bei preiswerten Modellen typischerweise 300-500 Zyklen. Voraussetzung ist dass er richtig geladen wird. D.h. die Ladespannung sollte im Bereich 14,2-14,4 V (temperaturkompensiert) sein. Wenn es wärmer ist als 20° C dann weniger, wenn es kälter ist dann mehr. Sinnvollerweise nimmt man dazu ein vernünftiges Ladegerät mit externem Temperatursensor und einer Einstellung für Blei-Gel. Der Ladestrom sollte dabei mindestens 10 % der Kapazität betragen, also bei 100 Ah dann 10 A.
Ich würde Dir empfehlen dich bei den Elektromobilfahrern noch genauer zu informieren. http://forum.mysnip.de/list.php?567
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Am 15.09.2011 07:46, schrieb Emil Naepflein:

Die habe ich tatsächlich erreicht, und das erklärt auch, warum ich mir mit meinen wenigen Wochen oder Monaten so einsam vorkomme: Die anderen nutzen den Karren nicht so oft.

Wie gesagt, ist die Ladespannung höher, lediglich nach einer Nacht am Netz lagen 13,1 V (oder weniger) an - vermutlich mit Erhaltungsladung. Wg. Temperaturkompensation muss ich mal nachlesen.

Das ist bei wartungsfreien Akkus etwas schwierig ;->

Touché!
Missverständnis: Ich gehe davon aus, dass der Akku mit >14 V geladen wurde. Ganz zum Schluss sank jedoch die Spannung bei Erhaltungsladung um 0,2 V. Als Grund vermute ich nun, dass die aktive Masse "verbraucht" war (s.o.).

Ja, es ist ein Modell für Traktionsbetrieb. Die 10fachen Zyklen haben aber nur den dreifachen Preis gekostet ;->

<sigh> So wird der preiswerte Karren zum Groschengrab!

Danke für den Tipp - das ist Hardcore-Traktion gegen mein Gerätle!
Ciao,
Paul
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Hallo!
Paul Schmitz-Josten wrote:

Achso. Die Spannung nach abgeschaltetem Ladegerät (mit oder ohne Erhaltungsladung) ist eine totale Hausnummer. Es dauert Stunden, bis sich da eine stabile Spannung einstellt. Und die liegt auch im vollen Zustand immer unter 13V.

Das würde ja noch passen... Mal sehen, wie er sich schlägt.
Marcel
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