Synchronisation der baltischen Staaten

Feb 05, 2025 Last reply: 1 year ago 31 Replies

Dieses Wochenende soll ja die Umstellung der baltischen Staaten vom (russischen) BRELL Stromnetz zum europäischen ENTSO-E passieren.



Gibt es da irgendwo eine Webseite wo man das live mitverfolgen kann (z.B. ob es Frequenzsprünge gibt, wenn umgeschaltet wird)?



/ralph


Hallo,

Am 05.02.25 um 15:11 schrieb Ralph Aichinger:

"On the 8th of February, the Baltic TSOs will disconnect Estonian, Latvian, and Lithuanian electricity systems from IPS/UPS and will start a joint isolated operation test. The synchronisation of the Baltic electricity systems with the Continental Europe Synchronous Area is

*planned on the 9th of February 2025* ...."
formatting link

Ciao Walter

Ja, nur wie beantwortet das meine Frage? Oder hab ich da was übersehen?

/ralph

Der Synchronisationsvorgang findet in irgendeiner Hauptschaltwarte statt und da wird es kaum Kameras geben, die diesen Vorgang filmen.

Einerseits bin ich mir fast sicher, dass es bei so einem historischen Ereignis Kameras gibt, aber: Ich suche eher nach Live-Datenfeeds, wo man die Netzfrequenz im Baltikum, im ENTSO-Netz, und im Brell-Netz live verfolgen kann.

/ralph

Mir sind nur zwei bekannt und die liegen im ENTSO-E Bereich. S.u.

Ich lese da heraus das die ihre Netze am 8. von der einen Seite her abtrennen, speziell was die Synchronisation an geht. Und bis zum 9. wird das Segment vermutlich als Inselnetz seine Frequenz autonom steuern. Und man wird sicherlich in der Zeit schon die Sync-lage der neuen Koppelstelle(n) beobachten und das eigene Netz langsam annähern. Und wenn es dann bis zu einem Tolerablen Wert angenähert ist werden die vermutlich auf Last zusammen geschaltet.

Du könntest um den Umschalt-zeitpunkt herum bei netzfrequenzmessung.de oder bei swissgrid.ch rein schauen ob sich Sprünge (die ja auf lastwechsel hindeuten) ab zeichnen. Bei der Zusammenschaltung am 9. sollten sich Sprünge auf den o.g. bemerkbar machen.

Aber entsprechende Seiten mit Graphen in/aus den anderen (vorherigen) Betroffenen Gebieten (gar in deren Landessprache) kenne ich nicht. Die müßtest du bitte selbst suchen wenn es für dich aus irgend einem speziellen Grunde wichtig ist.

Oder hoffst du auf Große Frequenzwanderungen auf russischer Seite und möchtest spicken wie deren Netz verreckt (oder auch nicht)? :)

Wäre natürlich lustig (und peinlich) wenn bei der Aktion in Moskau die Lichter aus gingen und Putin der Arsch auf Grundeis ginge...

Hoffentlich haben sie kein Doomsday-Device das dann automatisch los ginge.

Bye/ /Kay

So verstehe ich das auch, und alles am lastärmeren Wochenende.

Werd ich ;)

Nur ist es für mich überasschend, dass nicht jemand ein Dashboard macht mit den Frequenzen in den beteiligten 3 Zonen.

Die Trägheit des Russischen Netzes dürfte riesig sein.

/ralph

Am 05.02.2025 um 15:11 schrieb Ralph Aichinger:

Die Frequenzen und Phasenwinkel im Netz:

formatting link
noch Häkchen setzen bei Animation und Legende.

Die aktuelle Frequenz im Netz:

formatting link
Oder den Verlauf der Netzfrequenz:
formatting link

Ralph Aichinger schrieb:

Ich wüsste nicht, was da wo springen würde oder gar müsste.

Heute 18:00 lieferte Finnland gigantische 35 MW an Estland. Das Kabel soll > 1 GW aushalten.

500 MW haben sie aus Lettland importiert.

Da wird man wohl ganz langsam bei Null angefangen haben, also zum Beispiel mit 535 MW aus Lettland und 0 W aus Finnland.

electricitymaps.com

Na hoffentlich nichts, aber interessant wäre es schon gewesen den Zeitpunkt des Wegschaltens von BRELL und den Zeipunkt des Zuschaltens zum kontinentaleuropäischen Netzes zu sehen, auch ob man irgendwas "merkt", und sei es dass die Kurven irgeneinen Knick zeigen o.ä.

Auch nach dem "Unfall" mit dem Anker noch ;)

Anscheinend hat das ganze zumindest am Wochenende auch im Inseletrieb gut funktioniert, und die haben auch noch irgenwelche Test gefahren, also noch reichlich Reserven gehabt.

/ralph

Am 05.02.25 um 16:01 schrieb Walter Brill:

Zumindest ist die englische Sprache einheitlich als Symbol für alle EU-Staaten.

äh, NATO Staaten

GL

Hallo,

Am 09.02.25 um 20:23 schrieb Ralph Aich>> Ich wüsste nicht, was da wo springen würde oder gar müsste. >

Im Nachgang (Video klicken):

*The moment Estonia disconnected its power grid from Russia*
formatting link

Ciao Walter

Walter Brill schrieb:

Das mag ja so einen symbolischen und fotogenen Wert haben. Das Öffnen der Schalter sieht man ja von aussen nicht. Was gezeigt wird, ist das Öffnen der Trenner. Das werden kaum mehr als einige wenige A an Blindstrom gewesen sein, eher weniger.

Längere Leitung, mehr Blindstrom. Der Klassiker:

formatting link
Beim Öffnen eines Trenners (220 kV) unter Last in einem Unterwerk in Basel gab es IIRC Tote. Ein Maler hatte in einem Nebenraum einen Pressluftschlauch mal rasch abgehängt, da er im Wege war.

Naja, man wird das schon passend runtergedreht haben auf "sieht noch etwas beeindruckend für Laien aus, ist aber weder für Material noch anwesendes Personal gefährlich". Wurde ja auch gezielt als symbolischer Akt in Scene gesetzt.

*autsch*

Man liest sich, Alex.

Am 11.02.25 um 00:07 schrieb Rolf Bombach:

Huch! Wie konnte denn das passieren? 220 kV dürften wohl Freiluft-schalter sein (= nicht innen). Dann deutet es auf Druckluft-betätigung hin, und das der betreffende Schalter nicht oder nicht schnell schalten konnte. = Jakobsleiter/lichtbogen beim Trennversuch. Stand da jemand zu nahe am Schalter?

Das in einem Nebenraum ein Schlauch zu dessen Versorgung so hemdsärmelig im weg liegen konnte mag ich kaum glauben.

Sollte so was nicht fest installiert sein.

Wobei ich mir schlimmstenfalls vorstellen könnte das der Kompressor per (kurzem) Schlauch mit der Anlage verbunden war. DEN raus zu ziehen wä'r allerdings a bisserl dämlitsch oda? ;)

Gibt es bei so was keinen Zweitkompressor und einen Zentralen Druckluft-speicher (Redundanz zum Erhalt der Schaltfähigkeit)?

Bye/ /Kay

So ähnlich vor Jahrzehnten auch hier, der Gemeinde-Betriebselektriker hatte die Schutzgitter von den Trennhebeln entfernt, als sei ungeduldig gewordener Kollege einige km weiter die Trenung auslöste. Ein Unterarm samt Hand zertrümmert, jahrzehntelange Schmerztherapie und so...

Gruß, U.

Kay Martinen schrieb:

Das ist das Unterwerk Jakobsberg, unmittelbar bei der gleichnamigen Tramhaltestelle. Sozusagen gegenüber der Rudolf-Steiner-Schule, wertneutral ergänzt. https://www.google.ch/maps/@47.5305271,7.6000805,740m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MDMxOS4yIKXMDSoASAFQAw%3D%3DDie grüne Wiese in der Mitte, Jakobsbergerstrasse/Gempenfluh, ist unterbunkert. Das Werk ist für schweizer Verhältnisse gigantisch. Ich kenne es allerdings eher aus der Bauzeit, letzte Führung war unmittelbar vor der Inbetriebnahme. Der Trenner (möglicherweise damals 145 kV/150 kV) ist in einer riesigen Halle. Nach dem Umbau 2010-2014 gibt es eventuell diese Trenner gar nicht mehr. Bildmaterial scheint rar zu sein.

Die Schalter wurden ja nicht betätigt; unmittelbar wurde der Trenner geöffnet. Gab dann halt einen multi-MW Lichtbogen.

Das waren schon fest montierte Leitungen an der sehr hohen Decke. Aber der Maler wollte wohl nicht drum rum malen müssen.

Daran lag's sicher nicht.

Hi Rolf,

Niemals nicht. Bei einem Flughafen braucht man ja auch keine (funktionierende) redundante Versorgung, warum sollte man das bei einem Umspannwerk sowas vorsehen, was man noch nicht einmal bei AKWs braucht, wenn die Wellen am Meer mal so hoch kommen, wie sie schon mal waren.

Hat ja niemand ahnen können, niemals nicht.

Marte

Am 24.03.25 um 19:29 schrieb Marte Schwarz:

Früher hatten die das.

warum sollte man das bei einem

AKW s hatten das.

Man sollte aber eben so was auch einsatzbereit halten. Und eben nicht wie bei einem von Wasser getroffenen vorher festlegen, wird sowieso bald abgeschaltet, eine Anlage Funktionsbereit reicht. Leider wird so was heutzutage gerne unter den Tisch gekehrt,

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required