Entweder funktioniert Astrohs zur Etablierung eines Massenmarktes für Klein-BHKWs oder nicht. Wenn man sowieso Subventionen braucht, warum sollte man Astrohs einführen?
Wie ich schon geschrieben habe, gibt es heute keine Hürden für die Einspeisung von Strom aus Klein-BHKWs mehr. Dafür hat die Strom-GVV, das KWK-Gesetz und das EEG gesorgt.
Ich stelle mir immer noch die Frage was denn Astrohs gegenüber der heutigen Situation noch verbessern soll, damit es zum Massenmarkt für Klein-BHKWs kommt.
Ja, das hatten wir im schon in 2008. Der Effekt ist aber erstmal wieder verflogen. Dies ist ein weiterer Punkt der mich zweifeln lässt dass Astrohs eine Hilfe für Klein-BHKWs ist. Man ist zu stark von den Schwankungen des Marktes abhängig. Damit wird das Risiko unkalkulierbar. Bei Subventionen die mir für eine Zeit, die länger als die Amortisationszeit ist, Einnahmen garantieren, sieht das ganz anders aus. Dies ist ganz gut am Beispiel des EEG zu sehen.
Wenn und würde nutzen wenig. Die Situation ist wie sie ist und es gibt kaum Möglichkeiten das zu ändern. Das wird auch wahrscheinlich in der Zukunft wieder vorkommen. Die Enteignungen waren alle nach den Gesetzen rechtmäßig. Das heisst nicht dass ich sie für Gut halte, im Gegenteil. Aber wir leben nun Mal in diesem Staat und Minderheiten müssen sich Mehrheiten unterordnen.
Ich bin mit Dir auf einer Linie hinsichtlich der KWK als wichtigen Bestandteil der Energieversorgung. Ich bin allerdings weiterhin nicht der Meinung das Astrohs ein Hilfe bei der Einführung ist, eher das Gegenteil.
Man kann sie sich wegdenken, aber man kann sie in der Realität nicht mehr beseitigen. Wir leben nicht in einer Traumwelt sondern in der Realität. Und ich sehe aus der momentanen Realität keinen Weg um sowas wie Astrohs gegen die aktuellen Strukturen durch zu setzen. Den einzigen Weg den ich für den kleinen Mann momentan sehe die Macht der Konzerne zu brechen, und die Energieversorgung mehr zu "demokratisieren" ist, massenweise PV auf jedes Hausdach zu plazieren.
Jede kWh die entweder nicht mehr im Netz nachgefragt wird, oder eingespeist wird, verringert den Marktanteil der Konzerne. Und gleichzeitig hat die Politik kaum mehr die Möglichkeit den Konzernen weitere Zugeständnisse zu machen. Denn die die ganzen PV-Anlagenbesitzer sind auch Wähler.
Gleichzeitig muss jeder Verbraucher durch Wahl des günstigsten Stromanbieters mit vernünftigen Bedingungen, den Markt stärken, selbst wenn der Anbieter einer der Konzerne ist. Wenn eben Vattenfall momentan die günstigsten Strompreis hat, dann sollte man diesen trotzdem wählen. Wenn das ein Großteil der Bevölkerung tut dann kann dies zu einer Spaltung unter den den Stromkonzernen, und zu einem heftigen Wettbewerb kommen. Wenn mal einfach 50 % der Stromeinnahmen bei drei von vier Monopolisten wegfallen, dann werden sich diese drei schnell was überlegen müssen. Denn sie müssen dann ihren Aktionären erklären warum dies passiert. Von sogenannten Ökostromanbietern halte ich übrigens gar nichts. Diese machen in der Regel nur Green Washing des Stromes aus Kraftwerken die schon lange existieren, und sich möglicherweise sogar im Ausland befinden. Der Strom der dann nur rechnerisch nach D importiert wird, wird dann rechnerisch durch Strom aus unseren Atom- und Kohlekraftwerken ersetzt. Dies ist alles nur eine Abzocke gutgläubiger Kunden.
Wir haben das EEG. Das sorgt für die Einspeisung von lokal erzeugtem Ökostrom in die Stromnetze. Je schneller der Ausbau eigener regenerativer Energiequellen erfolgt, desto schneller werden die AKWs ersetzt, und auch die absoluten Emissionen aus den vorhandenen Kohlekraftwerken reduziert. Und in diesem Zusammenhang bin ich auch für den Ausbau der KWK, dort wo es sinnvoll ist. Und dazu zählt nicht einfach nur die Heizungen in Gebäuden mit einem Dämmstandard der 70er Jahre durch Klein-BHKWs zu ersetzen, so wie es propagiert wird. Dies ist sehr kurzfristiges Denken.