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begin quoting, Martin Kobil schrieb:
Und wie wird das aussehen? Das wird so aussehen, daß die lokalen Netzbetreiber wohl nicht mehr gezwungen sind, einen Pflichttarif anzubieten, sondern allgemein Preisstellungen nach Börsenpreisen erfolgen - technische Voraussetzung dafür sind die "intelligenten Zähler", deren Einbau bereits jetzt beginnt. Und dagegen ist auich schlicht nichts zu sagen. Auf relativ einfache Art werden dann aktuelle Einspeisevergütungen in Abhängigkeit von diesen Börsenpreisen gezahlt werden - im wesentlichen nicht an die paar PV-Krauter oder Biovergaser, sondern natürlich für Leistungsentnahmen zur Spitznelastdeckung aus den Traktionsbatterien (die bis dahin hoffentlich deutlich billiger sind und einen viel höheren Zykluswirkungsgrad haben werden).
Mit WKK wird das kaum etwas zu tun haben, die Strompreise werden natürlich von den Großen (Großkraftwerkbetreiber sowie gewerbliche Wirtschaft als Hauptabnehmer) unter sich ausgehandelt - nicht, weil die "Kleinen" nicht mitspielen dürften, sondern schlicht deswegen, weil die einfach keine relevanten Marktmengen vertreten. Man wird aus Kostengründen sicher energiesparendere Technologien einsetzen - das macht aber meistens keine qualitativen, sondern nur relativ kleine quantitative Unterschiede.
Wenn also z. B. irgendwo ein Stahlwerk steht, dann wird das weiterhin der regionale Hauptverbraucher sein - gegen dessen Verbrauch werden die privaten Verbrauchsmengen seiner direkten Mitarbeiter und deren Dienstleister (Beschäftigte in Handel und Handwerk: Der Stahlarbeiter muß natürlich einkaufen, autofahren, und seine Frau geht zum Friseur etc. - alle diese Gewerke sind im weiteren Sinn auch vom Stahlwerk abhängig) eine nur sehr nachrangige Rolle spielen. Also wird der lokale Strompreis für alle letztlich davon abhängen, wie der Energiebroker des Stahlwerks (es bezieht seinen Bedarf direkt über die Börse) am Markt agiert bzw. der Markt darauf reagiert - evtl. kann es dabei wirklich zu Synergien kommen, etwa, indem Hochtemperaturprozeßwärme aus chemischen Energieträgern erzeugt und die dann sekundär auch noch für Stromerzeugung und/oder Fernwärmeversorgung genutzt wird - dann hat das Stahlwerk u. U. ein eigenes oder angeliedertes Kraftwerk mit Eigenerzeugungsanteilen oder sogar (zeitweiser) Einspeisung ins Netz.
Ich würde als Konsequenz übrigens erwarten, das durch eine große Verbreitung von Traktionsbatterien der Tageslastgang bzw. der Tagespreisverlauf so geglättet wird, daß ausgesprochene "Spitzenlastkraftwerke" entfallen können: Der Preis wird eine untere Interventionsschwelle haben, bei der die Batterien anfangen zu laden, und eine obere, bei der sie Last rückspeisen, mit einer nur kleinen Floatingbandbreite. Das sind insbesondere für typische Grundlastkraftwerke (Laufwasser, Kernenergie und Braunkohle) mit hohen Kapitalkosten ideale Bedingungen. Der private Stromhandel der "Kleinen" kann da nichts reißen: Entweder lohnen sich kleine Eigenerzeugungsanlagen zu diesem Quasi-Fixpreis, oder eben nicht - vermutlich letzteres, denn es ist eher mit Skaleneffekten zu rechnen.
Raumheizung ist in zwanzig Jahren wegen Passivhaustechnik kein Thema mehr, und wenn irgendwo energetisch verwertbare kleine Abfallmengen anfallen, dann ist es plausibler, die zu einem zentralen Verwertungspunkt zu schaffen, als sie in der eigenen Kleinanlage zu verwenden. Was die Transportkosten angeht: Es ist dann vermutlich am günstigsten, die verwertbaren Mengen geeignet zu klassifizieren (Biomasse nach Brennwert und Wassergehalt, Abfallstoffe nach grundsätzlicher Zusammensetzung) und zu vergüten und und nur über kurze Entfernungen (wenige km) zu einfachen Verschwelungsanlagen zu transportieren und dort thermisch zu behandeln - das hochwertige Produkt "Schwelgas" wird dann über Rohrleitungen zu den Verwendern (z. B. größere Kraftwerke) transportiert, die stark gewichtsreduzierten Reststoffmengen werden in verwertbare Komponenten (hauptsächlich Metalle) und Baustoffe (Schlacken) bzw. Deponiegut getrennt und abtransportiert. Eine Wärmekraftmmaschine anstatt des Vergasers wäre wahrscheinlich viel zu ungünstig und aufwendig.
Wie mwäre es mit Finanzbeteiligungen an großen Energiekonzernen?
Wieso "Gefahr"? Natürlich sollen sie das tun. Die Volkswirtschaft soll optimal effizient und zugleich gemeinnützig und umweltverträglich organisiert werden - demokratisch kontrollierte Staatskonzerne wie z. B. Vattenfall (was hacken bloß alle auf denen herum? Das ist ein "volkseigener Betrieb", der "daheim" umfängliche Auskunfts- und Berichtspflichten hat) bieten dafür ideale Voraussetzungen.
Wenn das Volk zu doof ist, sich die richtigen Volksvertreter zu wählen, wirst Du die Zustände nicht verbessern, indem Du die staatlichen Institutionen entmachtest, dann verlagert sich der Dschungelkampf lediglich auf die Nachbarschaftsebene, die für jegliche Durchstechereien viel anfälliger, weil viel schwerer kontrollierbar ist.
Gruß aus Bremen Ralf