Baustahl so erhältlich?

Jul 19, 2005 67 Replies

Hallo, ich beschäftige mich gerade mal wieder mit dem Thema Stahlbau. Dabei habe ich einen Zugstab, den als Rundstab mit Durchmesser 100mm ausführen muss. Die Bemessungslast ist allerdings so hoch, daß ich einen S355 benötige. Laut meinen Unterlagen ist ein S355N bis zu der von mir gewünschten Dicke zulässig. Das Problem ist nur, daß der längste Stab ca.19m lang ist. Weiß hier jemand, ob so etwas herstellbar ist? Eine Schweißung auf der Baustelle soll möglichst vermieden werden.



Vielen Dank Steffen


X-No-Archive: Yes

begin quoting, Steffen Bertz schrieb:

Wie willst Du das "Stäbchen" (1,2 t) transportieren? Hubschrauber? Wie sollen die Enden denn befestigt werden?

(Rundwalzen könnte in der Länge funktionieren, aber normale Längen von Rundmaterial sind ca. 6 m - passen ganz gut auf einen LKW.)

Gruß aus Bremen Ralf

Walzwerke liefern auch Sonderlängen. Aber _sicher_ nicht (bezahlbar) bei einem Stück. Ist das Transportproblem gelöst? IIRC dürfen bei uns LKW-Züge nur 18m lang sein (incl. Führerhaus).

Bei _Zug_belastung fällt einem schnell ein Stahlseil ein. Dir doch auch?

Gruß, Nick

Herstellbar ist das sicherlich. Stäbe bis 18 m Länge habe ich immer problemlos bekommen. Frage mal den Stahlhändler deines geringsten Mißtrauens nach den Lieferfristen.

Andere Frage, warum benutzt du keine Seile? Bei den Abmessungen, die du andeutest, würden sich doch Paralleldrahtbündel aus hochfestem Stahl anbieten.

Gruss, Werner

Bei 100 mm Dicke ist das etwas mehr als 1 Tonne.

Da das eine Sonderanfertigung ist (12m ist eine Standardlänge), muß Du Dich wahrscheinlich direkt mit dem Stahlwerk in Verbindung setzen. In Georgsmarienhütte beispielsweise sollten sie das können. Das Problem ist die geringe Menge.

Hm. Warum eigentlich? Ich würde aber zu einem mittelfesten Feinkornbaustahl wie S460 oder S690 wechseln. Da können die Querschnitte noch reduziert werden.

Michael Dahms

Wahrscheinlich so wie die Flügel von Windkraftanlagen.

Michael Dahms

Nur neugierhalber: Was ist für Dich ein hochfester Stahl?

Michael Dahms

Michael Dahms schrieb:

Er meinte sicherlich Spannstahl S 1570/1770, den es in D meist in

0,6'-Litzenform gibt. Ist für die Abtragung großer Zugkräfte im Bauwesen die gebräuliche Lösung. Stichworte Spannbeton oder Schrägkabelbrücken Infos z.B. bei suspa.de.

Gruß, Bernhard.

Hm. S 1570/1770 ist mir unbekannt. Könnte das eine Firmenbezeichnung sein? Wie lautet die EN-Bezeichnung?

Michael Dahms

Michael Dahms schrieb:

Das ist ein Spezialstahl nur für Drähte bzw. Litzen. St 1570/1770 ist eine firmenneutrale Bezeichnung. Eine EN-Bez. ist mir unbekannt bzw. gibt es nicht. Welche metallurgische Zusammensetzung diese Stähle genau haben, kann ich jetzt nicht sagen. Auf jeden Fall korrodieren sie wahnsinnig schnell. Zu prüfen sind sie i.d.R. nach DIN EN 10138 (Spannstähle ? Teil 1: Allgemeine Anforderungen) oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung.

1570/1770 sind Streck- und Bruchgrenze in N/mm².

Europäische Hersteller sind aufgelistet auf

Gruß Bernhard.

Im Bauwesen werden damit Spannstähle und Seile mit einer Bruchfestigkeit von 1030 bis 1770 N/mm^2 bezeichnet.

Für Seile werden Drähte mit einer Bruchfestigkeit von 1570 oder 1770 N/mm^2 verwendet.

Gruss, Werner

Der Preis dürfte nicht das Problem sein. Eher der Liefertermin. Die Walzwerke wechseln ja nicht ihr Walzprogramm nach Gusto, sondern nach einem festen Plan.

Die Stahlhändler haben auch Laster mit schmälerem Führerhaus, bei denen langes Material bis Vorderkante LKW geladen werden kann.

Bei 19 m Länge brauchst du nur eine Sondergenehmigung, evtl. ein Begleitfahrzeug, aber noch nicht mal Polizeischutz.

Gruss, Werner

Nein, die Ladung darf hinten bis 2 m herausragen. Anselm aus Stuttgart/Esslingen

In EN 10138 sollten auch die korrekten Werkstoffbezeichnungen drinstehen. Mal sehen, ob ich nächste Woche dran denke reinzuschauen.

Spannstähle werden nach EN mit einem "Y" bezeichnet.

Michael Dahms

Das ist auch für mich hochfest.

Michael Dahms

^^ Huch[TM]! Auf einmal wird da ein 't' eingeschmuggelt. Das klingt nach einer uralten DIN-Bezeichnung.

Michael Dahms

Und wie klappt das mit der gelenkigen Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger?

Gruß, Nick

Das ist ein Sattelzug - der Sattel ist ausziehbar

Gruß aus Stolberg Axel

Moin,

Michael Dahms hat geschrieben:

Mal dumm dazwischen gefragt, wenn man das Zeug als meinetwegen

100mm-Rundmaterial von der Stange dann auf der Baustelle liegen hat, was macht man dann damit? Ich meine einfach irgendwo anschweißen dürfte bei der Festigkeit ja wohl kaum gehen, die Festigkeit dürfte doch eher auch aus der Bearbeitung/Walzen des Materials nach dem Erstarren aus der Schmelze resultieren und das geht doch durch jegliche Schweißstelle ja wieder kaputt. Stahlseile werden ja anders befestigt, Spleißen oder auch mit einer Blombe aus Blei (oder vermutlich besserem) vergossen oder sowas halt.

CU Rollo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

Genau das hatte ich ja auch gefragt. Bevor es gleich jemand richtig erklärt, rate ich einfach mal. Einklemmen:

_____ _____|xxxxx|_____ _______\ |xxxxx| /_______ \ |xxxxx| / \ |xxxxx| / \ |xxxxx| / \|xxxxx|/ ____________|xxxxx|____________ |xxxxx| |xxxxx| ~~~~~ | V

Der Zug preßt Keile an die Stange an.

Gruß aus Bremen Ralf

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