Der Spannungsverlauf (genauer: Spannungstensor) und die dazugehörigen Verformungskomponenten stehen modellentsprechend im Zusammenhang. Das wird in Lehrbüchern (z. B. über Technische Mechanik und Statik, Szabo, Hirschfeld, Duschek/Hochrainer...) ausführlich beschrieben. Da es den absolut starren Körper endlicher Ausdehnung nicht gibt, sorgen im ingenieurtechnischen Verständnis insbesondere der Energieerhaltungssatz und Verformungsverträglichkeiten zwischen verschiedenen miteinander verbundener Strukturen dafür, daß an halbwegs realitätsnahen Modellen unter Beanspruchung mechanische Arbeit geleistet wird, die sich auch in Verformung äußert. Das trifft auch für die Bockwurst zu, die als Modell praktisch z. B. im Kesselbau vorkommt. Der Verformungs- und Beanspruchungszustand läßt sich mit Hilfe einschlägiger Software nach Erzeugung eines geometrischen Startmodells und anschließender Atomisierung in finite Elemente leicht nachvollziehen.
In den praktisch interessierenden Fällen wird die Verformung auf dem Wege der Bemessung meist auf ein zulässiges Maß hin gesteuert. Sie kann daher recht klein gehalten werden, daß sie praktisch uninteressant/vernachlässigbar ist und man meinen könnte, sie wäre "Null". Tatsächlich ist sie dann rechnerisch zwar klein, aber dennoch vorhanden und liefert entsprechend dem aktuellen Materialgesetz Beanspruchungen/Spannungen.
Zur Erinnerung: Die vollständige Deformationsmethode zur Berechnung statisch unbestimmter Stabwerke verdeutlicht die Abhängigkeit zwischen Schnittgrößen und Verformungen - ganz zu schweigen von der (M/M_quer-) "Arbeitsgleichung" ;-).
Gruß, Alfred Flaßhaar