Koelner Stadtarchiv

On Wed, 18 Mar 2009 00:15:00 +0100, "Ralf . K u s m i e r z"


Der "Fehler" ist mE ganz am Anfang, schon beim gewhlten Bauverfahren zu suchen. In der Einschtzung der Verhltnisse. Im nachhinein, hinterher sind natrlichimer alle klger, htte man sich fr wohl ein Bauverfahren entschieden, das ohne Wasserhaltung auskommt. Also etwa Vereisen. In Wien hat man so eine ziemlich aufwndige Methode angewandt. Vielleicht htten auch Zementinjektionen hilfreich sein knnen. Aber schon vor den ersten Grabungsmanahmen.
h
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Ich war davon ausgegangen, dass so ein offensichtliches Ereignis quasi sofort an die Öffentlichkeit gekommen währe, und da es nicht ist, hatte ich vermutet, dass es nicht passiert ist.
Aber es klingt aktuell wohl so (gerade bei 'Frontal21'), als ob das passiert ist.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Wieso "offensichtlich"? Es dürfte alles andere als trivial sein, diesen Ablauf zu rekonstruieren und von anderen möglichen Schadensverläufen abzugrenzen. (Naja, die Gutachter werden es schon richten...)

Die lesen hier mit ;-)
Gruß aus Bremen Ralf
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begin quoting, "Ralf . K u s m i e r z" schrieb:

Ergänzung: <http://www.sueddeutsche.de/panorama/427/462047/text/print.html
Das ist aber nicht neu, der WDR hatte das schon am 9. 3. in der Aktuellen Stunde.
Gruß aus Bremen Ralf
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Dazu gleich eine Gegendarstellung: http://www.geotechnik.rwth-aachen.de/aktuelles/09-03-18_Gegendarstellung.pdf
Weiss zufällig jemand, wo die genannte "84-seitige Studie" zu finden ist?
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Also eine zusammegesackte Baugrube (irgendwo müssen etliche Kubikmeter Material ja hin) finde ich etwas ziemlich offensichtliches.
Also einfach: Wo ist das fehlende Erdreich? Liegt es in irgendeiner Baugrube oder nicht? Es ist ja nicht so, dass man jetzt erst ganz Köln nach einem fehlenden Kilogramm Erde absuchen müsste.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Sorry? *Daß* der Untergrund zusammengesackt ist, ist völlig klar. Nicht so offensichtlich ist allerdings die Frage nach der Ursache. Und die ist entscheidend.

Schon sind wir mittendrin: Fehlt denn überhaupt Erdreich, wurde es abgepumpt und ist sonstwo? Oder ist alles hübsch noch da, aber leider in die Baugrube gerutscht? Ich glaube nicht, daß sich das überhaupt feststellen läßt.
Und wie ist der Einbruch passiert? Es gibt ungefähr drei Möglichkeiten, und zwar kann die Schlitzwand oben, unten oder mehr in der Mitte nachgegeben haben. Und die Ursachen und Verantwortlichkeiten wären jeweils ganz verschiedene. Als exotische Möglichkeit wäre sogar noch denkbar, daß ein Versagen der Wand nicht unfallursächlich war, sondern hinter ihr munter Erdreich ausgespült wurde, und erst das sich absenkende Gebäudefundament dann Erdmassen in Bewegung gesetzt hat, deren Trägheit dann auch die Wand umgehauen hat.
Vielleicht kennst Du jemanden, der das jetzt schon weiß - ich jedenfalls nicht.
Wahrscheinlich wird man die Verantwortung eher nach dem Ausschlußprinzip zuweisen: Diverse Möglichkeiten werden durchgespeilt und auf Vereinbarkeit mit den Befunden geprüft, und diejenige, die nicht offensichtlich unmöglich ist, wird dann als wahr angesehen. Und es könnte gut sein, daß diesmal keine Technikerköpfe rollen werden (genau wie bei Eschede), weil man den Einwand der Unvorhersehbarkeit ggf. nicht widerlegen können wird.
Warten wir's ab...
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf . K u s m i e r z schrub:

Also bitte, wenn mir (wenn ich auf dem Bau arbeiten würde) plötzlich jemand etliche 100 LKW-Ladungen Erdreich in die Baugrube schüttet, dann wäre vermutlich auch die Tiefbau-Bauarbeiter geistig dazu in der Lage zu erkennen: 'Boh ey, das war da gestern noch nicht.' Sowas halte ich für das, was man landläufig als _offensichtlich_ bezeichnet.
Ich habe diesbezüglich aber zumindest noch keine Aufnamen gesehen, auf denen diese Masse Erdreich in einer Baugrube zu sehen gewesen währe. Statt dessen munkelt man seit 2 Wochen, dass es so sein könnte oder auch nicht.

Ja hat den überhaupt eine Schlitzwand nachgegeben? Entweder ist das so selbstverständlich, dass es niemand bei der Presse für nötig hält, diese Kleinigkeit zu erwähnen. Oder es ist eben garnicht so klar.

Sind dann die nächste Frage. Aber erstmal würde ich wissen wollen, wo die ganze Erde denn geblieben ist. Und komme da jetzt bitte niemand irgendwelchen unterirdischen Hohlräumen aus der Römerzeit...:-)
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Wovon redest Du eigentlich? Die Gebäude sind vermutlich deswegen eingestürzt, weil eine gewisse (relativ kleine) Menge des Erdreichs, auf dem sie standen, seinen Platz verlassen hat. (Ich würde vermuten, daß ein Haus einstürzt, wenn man es an einer Längskante ca. einen halben Meter gegenüber der anderen absenkt, so als Größenordnung.) Die Frage war, bei welcher Gelegenheit sich die entsprechende Erdmasse mobilisiert hat: Wurde sie lange vor dem eigentlichen Unglück vom Grundwasser ausgewaschen und mit diesem abgepumpt, was aus den Setzungserscheinungen Monate zuvor suggeriert wird? Dann ist die entsprechende Masse "weg" und wird sich wohl kaum wiederfinden lassen.
Oder hat der Boden erst unmittelbar vor dem Zusammenbruch nachgegeben? Dann ist er im wesentlichen immer noch da, wo er vorher war, nur liegt jetzt einiges davon in der Baugrube.

Was wollst Du da denn sehen können? Die Baugrube ist riesengroß, so in der Größenordnung 30 m tief und 10 m breit. Das Erdreich, durch dessen Bewegung das Unglück ausgelöst worden sein kann, braucht nur einen winzigen Bruchteil dieses Volumens auszumachen. Kannst Du unter die Trümmer gucken?

Genau genommen ist das nicht klar. Evtl. haben die Bauarbeiter, die dann letztlich durch die Warnung das Schlimmste verhindert haben, eine solche Beschädigung wahrgenommen. Sie werden dazu sicher befragt werden (oder wurden schon).

S.o.: welche "ganze Erde" denn, wieviel erwartest Du?

Es ist zumindest hypothetisch tatsächlich gar nicht ausgeschlossen, daß die Baustelle den Einsturz nicht kausal verursacht hat. Es könnte nämlich tatsächlich dieser ominöse "Hohlraum aus der Römerzeit" nachgegeben haben oder simpler das Gebäudefundament wegen "Pfusch am Bau" zur Zeit der Errichtung (s. a. "Kölner Klüngel"), und die Auswirkungen des Baustellenbetriebs waren dann evtl. nur der berühmte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat. Man wird sich zu gegebener Zeit wohl auch die Fundamente der eingestürzten Gebäude genau ansehen müssen: Armierungen und Betondicken usw. lassen sich nämlich auch nachträglich nachmessen, Statiken nachrechnen, und die Schadensbilder dürften auch aufschlußreich sein. Wenn die Leiterin des Archivs öffentlich erklärt, sie hätte lange zuvor gehofft, daß man das Archiv noch heil aus dem Gebäude rauskriegen würde, dann dürfte da ja wohl so einiges marode gewesen sein.
Und dann haften nicht die U-Bahn-Bauer für die Bausschäden, sondern die Erbauer der Gebäude für die Schäden an der U-Bahn.
Ett ess halt, wie ett ess... Schau'n ma mal, dann seh'n ma schon.
Vermutungen kann man anstellen, auch Wahrscheinlichkeiten erwägen, aber für definitive Beurteilungen ist es wohl ganz eindeutig noch zu früh. "Offensichtlich" ist jedenfalls gar nichts, wenn man berücksichtigt, daß an so einer Baustelle keine Idioten oder Brüder Leichtfüße planen und werkeln, sondern ein komplexes Kontrollsystem für jeden Schritt Genehmigungen vorschreibt.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Diese gewisse Menge war groß genug, als dass man 30 Stunden (oder so) lang einen Betonmischer nach den anderen in dieses 'kleine Volumen' reingeschüttet hat, ohne dass das Loch dadurch verfüllt worden währe.

Das ist eben die Frage. Entweder ist das so passiert, oder aber es müssen jetzt auf einmal viele m^3 irgendwo in einer Baugrube liegen. Wenn zweiteres nicht der Fall ist, dann muss ersteres der Fall sein.

Was soll diese 'Boden gibt nach'? Dass er plötzlich in sich zusammenfällt? Sein Volumen vernichtet, sich in Luft auflöst? Irgendwo muss er hin sein.

Das Volumen von etlichen Betonmischern wird ja wohl auffallen.
Gut, ich gebe zu, dass ich auch erst nach meinem Stuienwechsel von der Aerodynamik weg hin zu Lasertechnik erkannt habe, wie viele fast Ingenöre kein Verständnis für Volumenkonstanz eines Mediums haben. Aber dass dieses Unverständnis so weit verbreitet ist... :-)

Soweit ich das mitbekommen habe, waren die Bauarbeiter, die die Anwohner gewarnt haben, welche, die auf einer ganz anderen Baustelle in der Nähe gearbeitet haben, die hatten nichts mit dem Tunnelbau zu tun.

Wie viel erwartest du, wenn da ein ganzes Gebäude in einem Loch versackt und dennoch ein großer Krater übrig bleibt. Ein Krater in den man noch viele Stunden lang einen Betonmischer nach dem anderen entleeren kann?

Die Römer haben IMO nicht mehrstöckig unterirdisch unterhalb des Grundwasserspiegels gebaut.

Da muss man aber schon mächtig am Bau pfuschen, wenn man aus Versehen eine Baugrube aushebt, die ein paar 1000m^3 zu groß ist und dann einfach eine Decke drüber baut und die dem Kunden als Grundplatte verkauft.

Offensichtlich wurden aber Gefahren unterschätzt.
Also ganz einfach: Da ist ein riesen Krater. Das Volumen schätze ich auf ein paar 1000m^3. So große Hohlräume haben die Römer nicht hinterlassen und wurden auch nicht durch Pfusch am Bau erzeugt. Entweder ist diese Masse jetzt in einer U-Bahn-Baugrube (was man ausschließen kann, denn dann wären da sicher einige Leute verschüttet worden) oder sie sind in Form von Dreckwasser abgepumpt worden. Haben sich die Leute, die da das Dreckwasser abgepumpt haben, keine Gedanken gemacht, wo der Dreck im Wasser herkommt, den sie abbumpen? Ich frage mich, wie man vermutlich mehrere 1000 m^3 Erdreich abpumpen kann, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wo diese dann fehlen. Für mich klingt das so, als ist es so passiert. Und dann würde ich sagen: Schuldig. 10 Jahre Knast und für den Fall, dass sie dabei nichts verbotenes getan haben (man also ungestraft Erdreich abpumpen darf, es darüber keine Bestimmungen gibt): nochmal 10 Jahre wegen Dummheit.
:-)
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

...wäre.
Ich fürchte, Du hast den Ablauf grundsätzlich nicht verstanden: Das Stadtarchiv ist nicht in einen riesenhaften Erdkrater unter ihm versunken, sondern über seine Vorderkante umgekippt und dabei in ein 25 m tiefe Baugrube gefallen, die sich "zufällig" vor ihm in der Straße befand und nur teilweise mit einer dünnen Abdeckung (Fahrbahn) versehen war, die natürlich ebenfalls zusammengebrochen ist. Ein bißchen von dem Erdreich, auf dem es stand, ist ebenfalls in die Baugrube hineingerutscht, was möglicherweise die Einsturzursache war. Der "Krater", der jetzt zu sehen ist, ist die ehemalige U-Bahn-Baustelle bzw. schon weitgehend fertiggestellte Tunnelröhre, wobei sich aber vor dem Stadtarchiv zusätzlich ein großer tiefer Schacht für eine sog. "Gleiswechselanlage" befand. Das "fehlende Erdreich", das sich einst in dem nunmehr Krater befand, ist nicht mehr da, weil es weggebaggert und mit LKW abgefahren wurde. Grundwasser wurde abgepumpt, damit die so geschaffene Baugrube nicht absäuft. Die Schlitzwand am Rand der Baugrube war dafür vorgesehen, dafür zu sorgen, daß das Erdreich hinter ihr, auf dem die eingestürzten Gebäude standen, hybsch da bleibt, wo es war.

Sehr scharfsinnig, Watson.

Stiefel einfach mal durch einen Sumpf, dann weißt Du, wo Boden, der nachgibt, hin ist. Ein Gebäude ist kein Blechkasten, der seine Unterlage gleichmäßig belastet, sondern leitet die Aufstandskraft über Gründungspfeiler und Streifenfundamente in den Untergrund ein. Darin entsteht dadurch ein örtlich variabler Spannungstensor; den damit auch verbundenen Scherspannungen muß der Untergrund standhalten können, was vor der Baugenehmigung durch geophysikalische Bodengutachten nachzuweisen ist.

Der eingefüllte Beton war dazu da, den Grund der Baugrube gegen weitere hydraulische Grundbrüche zu stabilisieren, damit sich der Schaden nicht ausweitet und die Rettungsmaßnahmen durchgeführt werden konnten, denn sonst hätte das Risiko bestanden, daß weiteres Erdreich von der Böschung nachrutscht und noch mehr Gebäude in der Umgebung einstürzen. Mit dem Boden, der sich unter dem Stadtarchiv bewegt hat, hat der genau gar nichts zu tun. 1000 m^3 klingt im übrigen nach viel, ist es aber angesichts der Volumina der Baugrube nicht, sondern halt nur ein Würfel von 10 m Kantenlänge, in geeignete Scheiben geschnitten, mit denen der Baugrubengrund "gepflastert" wurde.

Die andere Krankheit der Zeit ist die Unfähigkeit zu verstehendem Lesen...

Das habe ich ganz anders gelesen: <http://ksta.de/servlet/OriginalContentServer?pagename=ksta/ksArtikel/Druckfassung&aid 33584114110>. [Anmerkung: Die betreffenden Personen sollten zur Dekorierung vorgeschlagen und vorgemerkt werden.]

Was hat das Volumen der Baugrube mit dem des mobilisierten Erdreichs unter den Fundamenten zu tun?

Das ist auch gar nicht erforderlich. Da könnte ein ganz popeliger knapp 2 m hoher überwölbter ehemaliger Weinkeller unter einem Fundament des Archivs, der vor dessen Errichtung übersehen wurde, eingekracht sein. Sowas setzt dann Spannungsänderungen frei, die einen Dominoeffekt auslösen können: Zunächst verteilt sich die Gesamtlast auf alle Fundamente, wenn dann darunter an einer Stelle etwas wegbricht (und da reichen 20 cm), dann steigt die Kraft in der Umgebung entsprechend an und kann weitere Brüche bzw. die Ausbreitung des Bruchs auslösen. "Normalerweise" stoppt so ein Setzung nach wenigen Millimetern oder Zentimetern Bewegung, und es stellt sich ein neues Gleichgewicht ein, aber wenn sich dummerweise direkt daneben ein Riesenloch befindet, dessen Wände nur auf statische, aber nicht auf dynamische Beanspruchungen ausgelegt sind, dann kann das leider auch fatale Weiterungen haben.

Welche Baugrube soll zu groß gewesen sein? Das Loch in der Severinstraße war da, weil das so sollte.

Der mögliche "Pfusch am Bau" bezog sich auf die Bauausführung des Stadtarchivs vor 30 Jahren (wer verwendet für Archive eigentlich Wegwerf-Bauwerke? Kölscher Klüngel, das...). Da kann dann z. B. eine Fundamentplatte zu dünn gegossen oder nicht ausreichend armiert sein, dann ist die nicht hinreichend fest oder biegesteif, und dann können Gebäude auch mal "einfach so" einstürzen. Wenn in der Umgebung der Boden ein bißchen wackelt, weil da gerade zufällig eine U-Bahn gebaut wird, dann kann das der berühmte Tropfen am seidenen Faden sein, der dem Faß die Krone ins Gesicht schlägt. Wenn ett dann mol nicht joot jejange hätt, dann läßt sich sowas aber nachträglich feststellen.

Wurden? Woher Du wisse?

"Riesen" ist ein Substantiv, also "Riesenkrater".

Welches Volumen? Das Loch, das man auf den Bildern sieht, ist der Teil des U-Bahn-Baustellenschachts, der von den Trümmern des hineingestürzten Stadtarchivs nicht vollständig ausgefüllt wurde. Wie es unter dem Stadtarchiv aussieht, ist derzeit überhaupt nicht zu erkennen: <http://www.ksta.de/html/fotolines/1236100099505/rahmen.shtml?4 . Im hinteren Teil des Stadtarchivgeländes hat sich der Boden etwas abgesenkt - der dürfte zusammen mit der Hauptmasse des Stadzarchivgebäuses in die Baugrube gerutscht sein: <http://www.ksta.de/html/fotolines/1236100099505/rahmen.shtml?7 .

Kann man nicht ausschließen, die sind gerade noch rechtzeitig getürmt.

Kann man auch nicht ausschließen.

Waren da nennenswerte Menge mineralische Substanzen drin?

Da das Wasser andernorts offenbar wieder durch Brunnen in den Untergrund eingeleitet wurde, wohl gar nicht, sonst wären die nämlich hoffnungslos verstopft.

Für mich nicht.

Ex falso quodlibet.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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begin quoting, "Ralf . K u s m i e r z" schrieb:

Ergänzung: Das Stadtarchiv ist wohl schon an den Tagen vor dem Umglück um ca. 2 cm abgesackt: <http://ksta.de/servlet/OriginalContentServer?pagename=ksta/ksArtikel/Druckfassung&aid 33584158367>.
Da gibt es dann wohl doch heiße Ohren für die U-Bahn-Bauer.
Gruß aus Bremen Ralf
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Wenn der Boden wie ein schweizer Käse von Kanälen durchzogen sei, die dann beim Einsturz komprimiert würden, hätte das ebenfalls einen Druckanstieg zur Folge.

Das wurde nicht ständig untersucht. Die vorgeschriebenen Untersuchungen dienten offensichtlich nur dem Gewässerschutz.
"Das geförderte und in den Rhein abgeleitete Grundwasser wurde im Auftrag der ARGE durch das Büro CDM untersucht. Die halbjährlich zu liefernden chemischen Grundwasseruntersuchungen, organoleptische Parameter (Trübung, Färbung, Geruch), Phosphor oder Eisen, wurden dem Umweltamt vorgelegt und gaben keine Hinweise auf unzulässige Einleitwerte in den Rhein."

Soweit mir bekannt, wurde das Wasser von der Grube Waidmarkt nicht in Negativbrunnen geleitet. Kannst ja einmal recherchieren.
"Für Genehmigungen nach § 99 Landeswassergesetz ist das Staatliche Umweltamt, bzw. nach dessen Auflösung die Bezirksregierung Köln zuständig. Dies betrifft unter anderem die Genehmigung 53.1.2-1.2(K48)125-R69/06) von baulichen Anlagen im Überschwemmungsgebiet bzw. in und an Gewässern vom 01.12.2006 für das temporäre Auslaufbauwerk bei Rhein-km 687,9 ....., über welches die aus der Baugrube Waidmarkt abgepumpten Grundwassermengen in den Rhein eingeleitet werden."
Quelle: http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2009/03087 /
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begin quoting, Christian Rueger schrieb:

Du meinst, daß /vorher/ der Druck lokal, also in den "tragenden Wänden" zwischen den Hohlräumen, höher ist? Ja, das ist natürlich so und die Ursache der zu geringen Festigkeit bzw. Standsicherheit. Aber diese "Zwischenwände" *können* dann eben einbrechen, mit der Möglichkeit der "Kettenreaktion".

Dann kann es auch nicht aufgefallen sein.

Ich werde die Augen offenhalten.
Offenbar /wurde/ Boden unter dem Archiv weggepült, denn es ist ja abgesackt (ok, Hohlräume...), aber die muß auch nicht abgepumpt worden sein: Es gab wohl im September schon einen "kleinen hydraulischen Grundbruch" (<http://www.kvb-koeln.de/german/news/press.html?NID 17>), und bei dem könnte dann Erde in die Grube gespült worden sein (und möglicherweise unerkannt: Wer mißt denn schon nach, ob die dort aufgebrochene Bodenmasse zu dem Volumen des entstandenen Lochs paßt?) und dann eben nicht weggepumpt, sondern abgebaggert. Und bei der Gelegenheit könnte dann unter dem Gebäude ein Hohlraum entstanden sein, der progressiv kollabierte und dann am 3. 3. zu dem katastrophalen Einsturz führte - und nun verteil mal die Verantwortlichkeiten gerecht...
Gruß aus Bremen Ralf
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Dort in geringer Tiefe unter dem Fundament (etwa im Grenzbereich des Grundwasserstandes), aber auch an der Grenze von quartären zu tertiären Bodenschichten, wo die Fließgeschwindigkeiten zur Senke der Baugrube hoch sind und sich die Wasserfüllung der Hohlräume möglicherweise in Abhängigkeit vom geförderten Volumenstrom ändert. Bei 15 Brunnen können nicht alle zur gleichen Zeit den vollen Volumenstrom erbringen, die oberidische Wasserleitung war nur für etwa 1000 m³ pro Stunde ausgelegt.
Wenn sich Bodenschichten mit unterschiedlichen Korngrößen vermischen, kann das resultierende Volumen ebenfalls kleiner sein als die Ausgangsvolumina.

Und wenn es jemandem aus dem Bereich der Wasserhaltung aufgefallen sein sollte, wird er sich möglicherweise nicht selber belasten.
> verteil mal die Verantworlichkeiten gerecht
Offenbar kann man nach den Erkentnissen nicht mehr von Fahrlässigkeit ausgehen, sondern von "Begehen durch Unterlassen"
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Ja, dann habe ich da was grundsätzlich mißverstanden. Ich dachte diese Baustelle wäre längst abgeschlossen gewesen.
Damit erübrigt sich meine Frage.
CU Rollo
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*Ralf . K u s m i e r z* wrote on Tue, 09-03-17 19:25:

Wenn ich es richtig verstanden habe kommt noch eins dazu: Das Wasser wurde nicht einfach weggepumpt sondern etwas abseits der Grube zurückgeleitet. Der Zweck war, den Spiegel nur im direkten Umfeld zu senken und etwas weiter weg auf der normalen Höhe zu halten. Das füht dan zwangsläufig im näheren Umfeld der Grube zu sehr starker Strömung durchs Erdreich und damit wohl auf Dauer zu erheblicher Schwächung. Irgendwann ist das bißchen Wand dann überfordert.
Bin ich froh, daß ich mit sowas undefinertem wie Erdreich nie zu tun hatte und wohl auch nicht mehr zu tun haben werde.
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begin quoting, Axel Berger schrieb:

Nochmals zur Klarstellung: Das obige ist nur eine /Vermutung/.

Das sieht allerdings vernünftig aus.

Die "starke Strömung" kann man allerdings anzweifeln: Grundwasser sickert i. a. relativ langsam, die hohen Fördermengen ergeben sich durch die großen Querschnitte - es sei denn, daß es da größere Hohlräume gibt, durch die das Wasser wirklich kräftig strömen kann).

Sehe ich auch nicht zwangsläufig: Ob Strömung oder nicht hat doch mit dem Erddruck nichts zu tun. (Aber wie hoch ist der eigentlich? Im worst case müßte das ja wohl Dichte mal Höhe (bzw. Tiefe) mal g sein. Und welche Dichte? "Nur" die von Wasser, oder die des Erdreichs? Das wäre ein Unterschied von ca. 4:1.)
Da kommt wohl einiges zusammen: Nehmen wir eine Dichte von 4 t/m^3 an, dann haben wir einen Druckverlauf
p(z) = rho*g*z ,
das ist bei einer Tiefe von z0 m ein Druck von 12 bar.
Eine Schlitzwand, die als biegesteifer Träger betrachtet wird, hat dann eine Kraft von 54 MN/m abzufangen (1 MN entspricht 100 t), und zwar davon oben 1/3 = 18 NM/m und unten 2/3 = 36 NM/m. Bei einem Grundbruch würde die Wand unten nachgeben. Denkbar wäre natürlich auch, daß sie nicht genügend steif oder fest war und geknickt bzw. gebrochen ist. Das sollte sich zeigen, wenn die Unfallstelle ausgebaggert ist, also erst nach Abschluß der Bergungsarbeiten.
Gruß aus Bremen Ralf
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*Ralf . K u s m i e r z* wrote on Wed, 09-03-18 13:13:

Auf dem Gebiet bin ich totaler Laie. Aber dennoch, gemeint ist mit unquantitatven Begriffen wie "stark" natürlich relativ zu den normalen Verhältnissen ohne Baustelle. Wenn jetzt künstlich ein sehr großer unnatürlicher Gradient des Wasserspiegels im Umfeld geschaffen wird dann steigt zwangsläufig die Strömung an.

Gute Wasserschmierung erhöht unter Umständen erheblich die Fließfähigkeit des Erdreichs. Da es hier schon seit Jahrhunderten so etwas wie "gewachsenen Boden" ohnehin nicht mehr gibt und Gewölbe und andere Hohlräume dazukommen, kann von normalen Verhältnissen nicht die Rede sein.
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[...]

http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/sachgeschichten/sachgeschichte.php5?id09
flup2 de.sci.geschichte, die anderen NG habe ich nicht abonniert.
Sabine
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