Korrosionsschutz im Stahlbau

Nov 11, 2005 28 Replies

Hallo,



bin kein Werkstoffspezialist, deshalb meine Fragen zu dem folgenden Problem. Eine Balkonkonstruktion (Stahl) soll nachträglich an ein Haus angehängt werden. Die Stahlkonstruktion muss mit längeren Zugankern im Gebäude rückverankert werden. Wie sehen denn die Korrosionschutzanforderungen für eine solche Situation aus und wo kann ich diese nachlesen. Aussen wird man verzinkte Bauteile brauchen. Dann geht es durch die Wand, da braucht man sicher Edelstahl. Muss das sein und wie sieht der Anschluss an die verzinkten Bauteile aus? Braucht man da unbedingt eine Zwischenfolie? Besteht bei den Zugankern die Gefahr des Tauwasserausfalles?



Mit Gruß Ernst Sauer


Du meinst CrNi(Mo)-Stahl?

Wenn es dort feucht ist, hast Du ein Korrosionselement.

Michael Dahms

Ich weiss, Edelstahl ist ein schlechter Begriff. Die Fa. Schöck schreibt für ihren Stahl vor: Nichtrostender Stahl, Werkstoff 1.4571 der Verfestigungsstufe 700.

Gibt es Probleme, wenn dieser Stahl mit verzinktem Stahl in Kontakt kommt?

Mit Gruß Ernst Sauer

Dann bitte auch nicht benutzen. :-)

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^Was ist damit gemeint?

Wenn es einen Elektrolyt gibt, haben wir zwei oder drei Potentiale:

Zink-Baustahl, Baustahl-1.4571, eventuell auch Zink-1.4571. Dazu kommt die Frage der Sauerstoffaktivität und des pH-Wertes im Elektrolyten. Ich finde diese Kombination nicht prickelnd, da es prinzipiell sowohl Gefahr der Kontaktkorrosion als auch der Spaltkorrosion gibt. Reale Lebensdauern kennen wahrscheinlich Bauingenieure.

Und dann besteht noch die Frage, wie 1.4571 mit dem Baustahl verbunden wird. Warum nicht auch außen 1.4571? Oder warum nicht innen Baustahl?

Michael Dahms

Wir hatten bei der Flügelwegbrücke in Dresden einen vergleichbaren Fall:

einbetonierte Ankerplatten und angeschweissten Gewindehülsen aus rostfreiem Stahl, Anbauteile aus verzinktem S 235.

Die Ausführung erfolgte dann mittels Trennung der Ankerplatten über Polyamid ca. 1 mm dick auf der ganzen Kontaktfläche und Polyamidbuchsen in den Schraubendurchgangslöchern und unter den Schraubenköpfen bzw. Scheiben.

Jürgen

Hallo,

@Ernst: siehe auch me> Ernst Sauer wrote:

700 ist die Bezeichnung für die Festigkeitsklasse des Edelstahl oder (fürs Bauwesen) des nichtrostenden Stahls. Welche Zugfestigeit ein Stahl der Festigkeitsklasse 700 haben muss, weiß ich gerade nicht, da ich meinen Schneider nicht da habe. Infos gibts aber sicher bei
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Am besten man macht einen Schraubstoß und legt eine Folie dazwischen. Ober du beschichtest den "schwarzen Stahl" und dann hast du das Problem nicht mehr.

Warum nicht auch außen 1.4571?

Weil das kein Bauherr bezahlen kann (will).

Oder warum nicht innen Baustahl?

Die Zuganker kann ich nach Einbau nicht mehr auf Korrosionschäden kontrollieren. Für solche Verbindungsteile ist es Regel der Technik (im Bauwesen) sie in Edelstahl auszuführen.

Axel

Ich glaube mich zu erinnern, das die Festigkeitsklasse 700 in etwa einem St52 (S355) entspricht.

Axel

Nein. Verzinkte Dübel und Schrauben sind da besser,

Schwierig. Ich würde galv. verzinkte Dübel mit Innengewinde und feuerverzinkte Schrauben nehmen.

Du müßtest die Dübel und die Konstruktion elektrisch trennen, das ist ein immenser Aufwand.

Sicher. Mir sind allerdings keine Schäden dadurch bekannt. Die Dübelflächen sind einfach zu klein.

Gruss, Werner

Ein Dübelanschluss reicht mir nicht. Es ist ein alter Mauerwerksbau und da will ich nicht eine H-Kraft von 10 kN in der Giebelwand verankern. Es muss schon ein Zuganker sein, der durch die Wand geht und in einer Querwand verankert werden muss. Eine richtige Deckenscheibe ist auch nicht vorhanden, es steht lediglich eine 11 cm dicke Querwand zur Verfügung, die entsprechend nachgewiesen werden muss (Scheibenschub usw.).

Gefühlsmäßig würde ich auch sagen, dass da nicht viel passieren kann, aber sicher bin ich mir nicht.

Mit Gruß Ernst Sauer

Ich hab das schon mal so gemacht, daß ich die Anker im Bereich des Taupunkts mit 2 Kopfplatten gestoßen habe und dazwischen 50 mm Foamglass eingelegt habe. Bei mir hat das funktioniert. Garantieren kann ich natürlich nicht dafür.

Gruss, Werner

Nach welcher Norm?

Michael Dahms

Er meint wohl "70" statt "700" und die DIN ISO 3506 (nachdem es um Schrauben geht?).

Gruß, Nick

Die Werte der Festigkeitsklassen 50, 70 und 80 und Anforderungen sind ebenfalls in "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-30.3-6 5 Dezember 2003" aufgeführt. Ist zwar nur für das Bauwesen bestimmend, war aber auch hinterfragt.

Jürgen

HAllo,

Ernst Sauer schrieb:

wie wär es außen an der Wand 2 Etagen hohe Stützen zu stellen an denen der Balkon auskragt. Nachweis über Zug an der Geschoßdecke in Höhe des Balkones, Druck auf die Wand unter dem Balkon und die Überstehende Stütze auf Biegung ... Dann wär die Giebelwand außen vor und der Balkon dennoch nach oben abgespannt.

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HAllo,

Ernst Sauer schrieb:

noch schlichter wäre es, durch die Wand Balken zu schieben die an der Geschoßdecke befestigt werden. ... als Auflager für den neuen Kragarm wird die Wand ja wohl nachzuweisen sein.

Fragt sich nur, ob man an der Deckenunterseite darf oder ob man im Fußbodenaufbau ...

Längsrichtung einer Holzbalkendecke wär ideal, denn da hätte man _in_ der Deckenkonstruktion Platz.

Die Triviallösung die Balkone (deren Stützen) am Boden aufstehen zu lassen scheidet wohl aus?

Gruß, Nick

Ich bezweifle, daß das bauphysikalisch funktioniert. So gut kannst du das Holz gar nicht imprägnieren, daß es nicht eher früher im Bereich des Taupunkts der Wand zerstört wird.

Gruss, Werner

Habe ich schonmal ansatzweise probiert. Das ergibt sofort einen wüsten Verhau von Diagonalen. Außerdem ist das eine Einladung für jeden Einbrecher.

Bei einem Altbau (Wandstärke >= 50 cm) habe ich mal eine Fluchttreppenanlage (5 Geschosse) in schwalbenschwanzförmigen Aussparungen in der Mauerwerkswand mit eingegossenen Konsolen konstruiert.

War weder einfach noch billig, aber die Kirche hatte damals noch Geld.

Gruss, Werner

Ohne nachzurechnen (ich kenne mich mit Windlasten auch nicht aus). So groß dürften die seitlichen Kräfte doch nicht sein, dass man das mit verdübeln nicht leicht abfangen kann. Freistehend wird es natürlich wirklich ein Diagonalenverhau.

Wg. Ausdehnung/Senkung?

S' is a Kreiz mit da Kirchn. :-)

Gruß, Nick

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