Wärmepumpen im Winter

Moin,

Wärmepumpen schalten im kalten Winter schonmal ab, wenn es zu kalt wird.

Wie sieht es mit Wärmepumpen aus, die sich aus vergrabenen Erdkollektoren speisen? Ich habe recht viel unversiegelte Fläche in Südlage, aber dafür wenig Grundwasser. Um wieviel besser sind Erdkollektoren als eine reine Luftwärmepumpe und funktionieren Erdkollektoren auch noch bei minus 25 °C?

Hat da jemand praktische Erfahrung?

Danke

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Gunter Strack
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Am 11.02.2012 08:50, schrieb Gunter Strack:

Der Frühling kommt in so einem Grundstück etwa 2 Wochen später an als bei den Nachbarn. Technisch scheint das durchaus zu funktionieren.

Aber überlege mal, welchen Aufwand du damit hast. Mit dem gleichen Aufwand oder sogar noch weniger kannst du dir auch ein Stück Kraftwerk von der Grünen Wiese ins Haus holen. Dann heizt du ohne Fernwärmeleitung und ohne irgendwelche Grabungsarbeiten mit der Abwärme aus der Stromproduktion. Mit dem selbst genutzten und verkauften Strom kannst du dann sogar deutliche Teile deiner Energierechnung bezahlen. Das halte ich deshalb sowohl für eine bessere technische als auch wirtschaftlichere Lösung. Unter dem Strich wird damit auch mehr Energie gespart als per Wärmepumpe. Wärmepumpen werden erst dann interessant, wenn die sowieso anfallende Abwärme tatsächlich nicht reichen sollte (sehr unwahrscheinlich) und wenn der dafür nötige Strom ohne Umweltbelastung produziert wird.

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Christoph Müller

Gunter Strack schrieb:

Ja sie stehen hier im warmen Keller und bekommen die Kälte gar nicht mit. Die Bohrungen befinden sich unter dem Haus.

Solche WP nachrüsten zu wollen, stelle ich mir allerdings sehr problematisch vor. Umstehende Gebäude müssten während der Bauarbeiten abgefangen werden, damit keine unplanmäßigen Setzungen auftreten. Rentabel ist das nicht.

Maria

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Maria Bin

"Maria Bin" schrieb

Wie tief habt Ihr die Kollektoren verlegt und welche Fläche?

Ich habe einen riesigen Garten vor dem Haus, da kann man auch noch ein Haus drauf bauen. Also, an Fläche sollte es nicht scheitern.

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Gunter Strack

"Christoph Müller" schrieb

Wir haben kein Gas und außerdem wäre ich gerne politisch unabhängig. Auch erscheint mir eine WP technisch einfacher und leichter zu warten und zu reparieren.

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Gunter Strack

Am Sat, 11 Feb 2012 10:36:47 +0100 schrieb Gunter Strack:

Ich hatte mich gerade letzte Woche mit jemandem darüber unterhalten der so eine Kollektorfläche zusammen mit WP in einem modernen Haus betreibt.

Bei den Temperaturen auf derzeitigem tiefem Niveau wird elektrisch zugeheizt. Das wird bei einer Bohrung besser aussehen, die ist aber natürlich aufwendiger.

Lutz

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Lutz Schulze

Gunter Strack schrieb:

Wir haben zwei Erdsonden, zwei sind immer erforderlich: Ein Förder- und ein Schluckbrunnen. Die Bohrtiefe richtet sich nach den jeweiligen geologischen Verhältnissen.

Zur Unterstützung haben wir Solarthermie auf dem Dach, die Paneele sind derzeit aber teilweise mit Schnee bedeckt.

Maria

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Maria Bin

Am 11.02.2012 08:50, schrieb Gunter Strack:

wie tief friert es in deiner Gegend in den Boden bei Kahlfrost hinein?

Hier hat z.B. der örtliche Wasserversorger Erfahrungen.

In einigen sandigen Regionen im Nordosten werden die Leitungen daher in mehr als einem Meter Tiefe verbuddelt.

Und diese Erfahrungswerte für deine Region würde ich mit einem Sicherheitsaufschlag berücksichtigen.

Da muss ev. ganz schön tief gebuddelt werden. Und das treibt die Erstellungskosten in die Höhe.

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Dieter Schultheis

Dieter Schultheis schrieb:

Frosttiefe liegt in D bei -80 bis -120 cm aber das spielt hier keine Rolle: Wenn die Leitungen unter einem Haus liegen, wird das Haus unterkellert sein oder falls nicht, muss für die Gründung ohnehin so tief ausgehoben werden.

Man sollte mit Hilfe eines Baugrundgutachtens die Alternativen durchspielen und durchrechnen und sich dann erst für Tiefen- oder Flächenkollektoren entscheiden.

Maria

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Maria Bin

Zweiter Versuch, nach 3 / 4 h, da hat was geklemmt, sorry.

Hallo, Nicht sooo praktisch, aber theoretisch und aus vielen Erfahrungsberichten durchaus fundiert.

Zuerst das Wichtigste: Lies Dich intensiv in die Materie ein, bevor Du irgend etwas unternimmst. Das Thema ist nicht so einfach, dass es sich mit Gemeinpl=E4tzen, Vorurteilen und Halbwissen erschlagen l=E4sst. Ich selbst habe mich =FCber die Jahre immer wieder damit befasst und w=FCrde mich heute genau so rein knien, wie wenn ich noch nie etwas davon geh=F6rt h=E4tte. Bundes=E4mter f=FCr Energie haben in der Regel Literatur = zum Einstieg und bei uns in der Schweiz gibt es staatliche Energieberater, die billig und gut weiter helfen. Muttu suchen. Ich will versuchen, Dir mit einigen Gedanken etwas zu helfen. Verzeih, bitte, wenn Du Gewisses schon kennst.

- Eine W=E4rmepumpe erzeugt nur wenig (Verlust-) W=E4rme, sondern VERSCHIEBT die W=E4rme von einem tieferen auf ein h=F6heres Temperaturniveau.

- Oh Wunder, dabei ist ein Wirkungsgrad von 250 0/0 m=F6glich. Bevor Ihr mich in die Klapse schickt: Der Wirkungsgrad ist hier =84etwas anders=93: Verschobene W=E4rme / Antriebsleistung . Ein Perpetuum Mobile kann man damit aber nicht bauen.

- Der Wirkungsgrad nimmt mit zunehmender Temperaturdifferenz zwischen dem tieferen (draussen) und dem h=F6heren (beheizter Raum) Temperaturniveau ab, bis es sich nicht mehr lohnt und weiter. Die beschriebene Abschaltung bei tiefen Temperaturen kann u.A. damit zusammenh=E4ngen, dass Dir der Entwickler unsinnige Kosten ersparen wollte.

- Dieser letzte Punkt ist =E4usserst =E4rgerlich f=FCr Luft-Luft- W=E4rmepumpen, da sie genau dann schlechter werden, wenn es schneidend kalt ist.

- Gen=FCgend tief ( ? 2 m ? ) vergrabene Erd-Kollektoren bleiben davon recht wenig ber=FChrt. Du holst die W=E4rme in einer Tiefe, die die extremen Temperaturschwankungen der Luft weniger und nur langfristig mit macht. Die Deckschicht wirkt wegen ihrer grosses Dicke als Isolation, obwohl Erde nicht so toll isoliert. Im Permafrost geht es nicht. Hoch in den Alpen, in Alaska und in Sibirien l=E4uft det jar nich.

- Ein Erfahrungsbericht der Bewohner des ersten mir bekannten, in dieser Weise beheizten Hauses ( ? in CH-8127 Forch ? ) klang sehr begeistert. Gen=FCsslich haben sie vielen Leuten erkl=E4rt, dass sie nicht etwa frieren w=FCrden, Gott bewahre, sondern es recht behaglich h=E4tten. Aber das ist nur eine Stimme. Recherchiere noch ein wenig.

- Auch ein Erd-Speicher als W=E4rmereservoir (nicht Quelle) ist nicht unersch=F6pflich. Man/frau kann es aber im Sommer aufladen. Je heisser es ist, desto weniger Leistung braucht es. Ich k=F6nnte mir denken, dazu nicht die W=E4rmepumpe, sondern Sonnenkollektoren und eine separate Pumpe zu verwenden. Es w=E4re zu =FCberlegen, ob dabei ein zweiter Strang von Rohren und v=F6llige Trennung vom W=E4rmepumpen-Kreislauf hilfreich w=E4re. Das w=FCrde es erlauben, im Fr=FChling mit der W=E4rmepumpe zu heiz= en und an sonnigen Tagen gleichzeitig nach zu laden. Achtung: Die Rohre der beiden Kreisl=E4ufe sollten gen=FCgend Abstand haben, damit Du nicht das K=FChlmittel der W=E4rmepumpe zum Kochen bringst. Beide K=FChlmittel sollten nicht einfrieren k=F6nnen.

- Der Gedanke, das warme Abwasser aus Bad und ev. auch K=FCche zum Heizen des Erd-Speichers zu verwenden scheint nahe liegend. Wenn Du auch so etwas planst: Die Verschmutzung ist dabei ein wichtiges Thema. Die Rohre brauchen gen=FCgend Gef=E4lle, sonst bleibt der Dreck liegen. Sie sollten gen=FCgend dick sein. Ein spezielles, nicht kreisf=F6rmiges Profil kann die Str=F6mungsgeschwindigkeit auch dann etwas hoch halten, wenn wenig Wasser fliesst. Als Mindestl=F6sung sehe ich ein hochkant stehendes, elliptisches Profil an, aber vielleicht gibt es noch Besseres. Lass Dich von Kanalisationen inspirieren. Die Rohre m=FCssen so tief vergraben werden, dass Sie nicht einfrieren. Zug=E4nge zum Reinigen sind sehr wichtig.

- Bei allen L=F6sungen mit mehr als einem Strang ist sorgf=E4ltig darauf zu achten, dass man nicht pl=F6tzlich unter gewissen Betriebsbedingungen =FCber die Nachlade-Str=E4nge W=E4rme abf=FChrt. So m=FCsste die Abwasserle= itung am Ende eine Klappe oder einen Siphon haben, der verhindert, dass es darin zieht.

- Noch etwas Wichtiges zu den Sonnenkollektoren: Es gibt verschiedene Typen, auch solche, die durchaus f=FCr den Eigenbau geeignet sind. Eines ist allen gemeinsam: Die Scheibe muss aus Glas und nicht aus Plexiglas sein! Die Energie wird gr=F6ssten Teils als LICHT eingestrahlt. Eine sogenannte selektive Beschichtung, meist schwarz, wandelt das Licht in W=E4rme um. Bequemer weise ist Glas f=FCr Licht recht durchsichtig, f=FCr W=E4rmestrahlung fast nicht. Das erh=F6ht den Wirkungsgrad drastisch und man kriegt W=E4rme, wenn ein Plastik-Kollektor noch tief im Winterschlaf liegt. Auch hier gibt es Interessengruppen.

- In der Anf=E4ngen dieser Technik habe ich im Schweizerischen Beobachter gelesen, es sehe danach aus, als ob sich W=E4rmepumpen nur f=FCr Leute lohnen, die einen guten Teil der Wartung selbst =FCbernehmen. Wenn man f=FCr jede Kleinigkeit den Service oder den Sanit=E4r- Installateur in Anspruch nimmt, l=E4uft das grauenvoll ins Geld. Die Anlage sollte entsprechend leicht zu warten sein. In diesem Zusammenhang m=FCsste man sich auch =FCberlegen, ein K=FChlmittel zu verwenden, mit dem man leicht selbst hantieren kann. Ob es das gibt, weiss ich nicht.

- Wenn Du wirklich mitreden willst, w=E4re etwas Thermodynamik nicht schlecht. Stichworte Enthalpie (etwa die herumgeschobene oder erzeugte W=E4rme) und Entropie (etwa die verlorene Energie), wie das mit den Temperaturniveaux geht, Carnot-Diagramm und Abk=F6mmlinge Wirkungsgrad. Das Fach ist gef=FCrchtet. In meinem Studium an der ETH gab es aber einen grossen Durchbruch, als unsere Gruppe als Betreuer den Ober- Assistenten, den legend=E4ren Yussuf erhielt. Ihm machte das Fach Spass und er vermittelte dies auch durch angstfreie =DCbungen. Zudem tickte er so schnell, dass er einem i.d.R. Nach den ersten Worten der Frage mit einer Super-Antwort unterbrach. Man m=FCsste so etwas an der Volkshochschule oder bei einer Interessengruppe finden.

Gr=FCsse und gutes Gelingen

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fox27

Gunter Strack schrieb am 11.02.2012 10:39:

Der Strom für die WP ist doch auch stark von der Politik abhängig.

Ein Bekannter von mir hat nach vielen einigen Jahren seine WP rausgeschmissen und sich eine Gastherme zugelegt. An so einer WP sind viele stark belastete mechanische Bauteile vorhanden.

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Mark Ise

Gunter Strack schrieb am 11.02.2012 08:50:

Vielleicht hat dein Antrieb eine Hinderniserkennung, die ausgelöst hat.

Vielleicht sind auch die Endlageneinstellungen verstellt. Bei meinen Rohrmotoren werden die mit einem Setztaster oder einer Setzleitung festgelegt. Die Setzleitung muss nach dem Setzen mit dem Neutralleiter verbunden werden, weil sonst Störspannungen etwas verstellen können. Vielleicht ist das bei dir nicht richtig verdrahtet und nun hat es sich verstellt.

Vielleicht ist aber auch nur einfach eine Kabelverbindung oder ein Kontakt kaputt.

Die Kabelausgänge an den Rohrmotoren müssen nach unten zeigen, damit kein Wasser rein laufen kann. Bei dem aktuellen Wetter könnte Eis in den Rollladenkasten gelangt und dort geschmolzen sein.

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Mark Ise

Mark Ise schrieb am 11.02.12:

[Frage zu Wärmepumpen]
[Antwort zu Rolladenantrieben?]

Kann es sein, dass du da etwas verwechselt hast...? ;-)

MfG Gerald

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Gerald Gruner

Dann ist sie zu klein dimensioniert oder nicht tief genug im Erdreich.

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Martin Kobil

Damit habt ihr eine Grundwasser-Waermepumpe

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Martin Kobil

Am Sat, 11 Feb 2012 09:24:52 -0800 (PST) schrieb Martin Kobil:

Wahrscheinlich ist die Anlage einfach nicht für Abdeckung von Temperaturen um 15 bis 20 Grad unter Null ausgelegt die hier recht selten (1-2 Wochen im Jahr, manchmal auch gar nicht) auftreten.

Lutz

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Lutz Schulze

Ich hab hier eine klimaanlage, also eine luft-wärmepumpe. Bei -10°C heizt die noch ganz gut. Sie soll aber nur bis -15°C funktionieren.

JMS

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jms

Gerald Gruner schrieb am 11.02.2012 18:13:

Jo. Sorry Leute. Das sollte nachfolgenden Thread platziert werden.

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Mark Ise

Am 11.02.2012 10:39, schrieb Gunter Strack:

womit heizt ihr jetzt?

Dann solltest du deinen Strom selber machen, bevor ihn dir wer abdreht.

Der Unterschied ist nicht sehr groß.

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Christoph Müller

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