"Moderne" Tribologie und Spätantike

Aug 22, 2007 51 Replies

Inhalt: hydrothermale Karbonisierung: unter Zugabe von Zitronensäure und /oder FeSO als Katalysator werden Pflanzenbestandteile unter Druck gesetzt, mit der Folge sehr schneller Pyrolyse

Zitronensäure ist nun aber die in der Natur wohl am häufigsten vorkommende Säure. Man darf wohl davon ausgehen, dass auch die urzeitlichen Pflanzen Zitronensäure enthielten oder alternativ genügend FeSo vorhanden war. Beides läßt sich reichlich in Mooren und Sümpfen finden. Die Vegetation des Karbon läßt darauf schließen, dass die Umgebung vorwiegend aus solch sauren Sümpfen bestand. Was denn nun im Labor so schnell und gut funktioniert, warum sollte das nicht in der Natur ebenso funktionieren? Anders gefragt, kann es möglich sein, dass die Umwandlung zu Kohle wesentlich schneller stattgefunden hat/stattfindet als man üblicherweise annimmt? Man spricht ja üblicherweise von Millionen Jahren, wenn es um die Umwandlung von organischem Material zu Kohle/Erdöl geht. Auch wenn die Erdtemperaturen der entsprechenden Schichten im Mittel lange nicht so hoch wie in einem Dampfkochtopf mit 180°C sind, so kann man imho doch davon ausgehen, dass zumindest kurzzeitig auf sehr kleinen Größenbereiche (Molekülbereich) durch erdverschiebungsbedingte Reibung und hohem Druck recht hohe Temperaturen auftreten müßten, so dass sich der angenommene Zeitrahmen möglicherweise sehr stark in den Bereich einiger tausend Jahre verkürzen könnte.

Wie seht ihr das?

x-post/f'up2 d.s.c

Grüße Harald

Ungeachtet der Möglichkeit, dass noch Antworten nachkommen, möchte ich mich kurz bei allen für die vielen sachkundigen Reaktionen bedanken - Ihr habt sogar Fragen beantwortet, die ich noch gar nicht gestellt habe!

Das war sehr nett, besten Dank!

(fup dsim)

AFAIR haben die Spanier doch seinerzeit die Syphillis aus SA importiert.

Saludos Wolfgang

Uwe Hercksen schrieb:

Der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können. Europa hätte auch Krankheiten aus Amerika einschleppen können. Allerdings hätte dazu die Inkubationszeit länger sein müssen oder die Keime hätten sich irgendwo verstecken können gemusst.

Servus Christoph Müller

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X-No-Archive: Yes

begin quoting, Dirk van den Boom schrieb:

Olivenöl dürfte hitzebeständiger sein.

Gruß aus Bremen Ralf

*Dirk van den Boom* wrote on Wed, 07-08-22 10:59:

Nichts. Ich habe hier irgendwo Artikel, die der Frage nachgehen, was eigentlich ein Öl "ölig" macht und warum manche Öle gut schmieren und andere nicht. IIRC sind die nach dem WKII geschrieben. Davor wurden also lediglich die schjweren Komponenten aus dem Rohöl rausdestilliert. Ich bin nichtmal sicher ob bei Dampfmaschinen wirklich alle Schmiermittel mineralisch waren.

Moin,

Christoph Müller schrub:

Es gibt auch Berichte davon, dass die Europäer, als sie die Wirkung erkannt hatten, davon auch wissentlich Gebrauch gemacht haben.

Es gibt da eine These (Autorname kann ich erst raussuchen, wenn ich meinen alten Computer mal wieder starte)(Der Autor hat aber eine 3-teilige Dokumentation produziert, Name war IMO "Kampf der Kulturen"), nach der die Krankheitserreger in Europa deswegen so schlimm waren, weil kaum sonst auf der Welt die Menschen so eng mit ihren Haustieren zusammengelebt haben und sich deren Krankheitserreger mit diesen teilten. Darüber hinaus gab es nirgendwo auf der Welt so viele verschiedene Arten von domestizierten Haustieren. Deswegen waren die Europäer einfach fitter in solchen Sachen.

Allerdings Gegenbeispiel: Afrika konnte von den Europäern auf diese gewohnte Weise nicht erobert werden.

CU Rollo

*Roland Damm* wrote on Fri, 07-08-24 00:03:

Du meinst doch nicht den Klassiker "Guns, Germs, and Steel" (Dt. Arm und Reich) von Jared Diamond?

Moin,

Axel Berger schrub:

Kann ich nicht ausschließen. Das was ich gesehen habe, war jedenfalls nicht erst gestern produziert. Aber für Namen habe ich echt garkein Gedächnis.

CU Rollo

Am Thu, 23 Aug 2007 11:21:15 +0200 schrieb Uwe Hercksen:

Das ist mir schon klar :-) Ich denke ja nur darüber nach was ab einem bestimmten technischen Standard geht. Und da unterschätzt man unsere Altvorderen meistens.

Am Thu, 23 Aug 2007 07:47:48 +0200 schrieb Michael Dahms:

Das glaube ich nicht so ganz, aber du darfst mich gerne Aufklären. Blei und Kohlenstoff sind wohl die Komponenten. Es fragt sich nun was unsere Altvorderen da schon wussten oder überhaupt konnten. Das es heute selbstschmierende Bronzelager gibt ist normal, aber dass Geheimniss der Fertigung kenne ich nicht.

Das Blei ist im Cu-Basis-kfz-Mischkristall kaum löslich und bildet daher eine eigene Phase mit den üblichen Schmiereigenschaften. Die Bronze enthält außerdem so viele Legierungselemente, daß sich intermetallische Phasen bilden, die zur Verschleißbeständigkeit führen.

Reine kfz-Bronze ist extrem plastisch verformbar, waß die Freßneigung enorm fördern würde.

Bronzen wird gern genommen, da sie als Kupferlegierungen relativ hohe Wärmeleitfähigkeiten haben und deshalb nicht so leicht heiß werden.

Michael Dahms

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