Drehstromsteckdose

Jan 22, 2012 37 Replies

Hallo,



ich brauche in meinem Einfamilienhaus vorübergehend für einen Handwerker einen 32A-Drehstromanschluss.



Im Verteilerkasten ist für L1,L2,L3 je eine 35A-Schmelzsicherung installiert, danach kommen die üblichen Reihen von 16A-Automaten.



Meine Frage:



Kann ich die Drehstromsteckdose direkt nach den 35A-Sicherungen anklemmen, ohne zusätzlichen Automaten? Die um 10% zu hohe Absicherung dürfte zu verschmerzen sein, aber gibt es andere Gründe, die dagegen sprechen? Vorschriften?



Danke schonmal -


Am 22.01.2012 11:32, schrieb Heinrich Pfeifer:

Garantiert werden zahlreiche folgende Beiträge dieses Thema verteufeln. Aber wer bei solch 'tempörärer' Maßnahme viel fragt. . . Mirko

Heinrich Pfeifer schrieb:

Nein - auf keinen Fall!

Und DU darfst es sowieso nicht. Lass das bitte einen Elektriker machen. Du spielst mit deinem Leben oder dem deiner Mitbewohner.

Vorschriften!

Mirko Siederik schrieb:

... es dann aber trotzdem oder auch ohne zu fragen macht und irgend jemand zu Schaden kommt ist voll haftbar!

Strom ist keine Spielzeug!

Heinrich Pfeifer schrieb:

Was zuallererst mal bedeutet, dass er ein Gerät mit

32A-Drehstrom-Stecker verwendet. Braucht das Gerät auch diese 32A? Wie sieht's mit dem Anlaufstrom aus?

Ich habe keine Erfahrung mit Schmelzsicherungen. Wie sieht's mit der Charakteristik aus? Flink? Dann könnten die bei zu hohem Anlaufstrom auslösen.

Nach Vorschrift wahrscheinlich nicht, aber:

Für eine temporäre Lösung verschmerzbar. Wenn nichts passiert. Wenn doch, haftest Du. Auch wenn bei korrekter Lösung das Gleiche passiert wäre.

Siehe meine Fragen oben. Je nachdem, wie sich das Gerät des Handwerkers verhält, könnten die Sicherungen beim ersten Einschalten durchbrennen. Dann hast Du im gesamten Haus keinen Strom. Ich würde mir überlegen, die 32A-Schmelzsicherungen durch 64A-Automaten auszutauschen und einen 32A-Automaten für einen Drehstrom-Anschluss zu spendieren.

CU, Christian

Christian Treffler schrieb:

Lass bitte solche Schwachsinnsempfehlungen sein! Das ist mehr als Unfug!

Am 22.01.2012 11:32, schrieb Heinrich Pfeifer:

Du sagst es! Neben den Vorschriften, bewegst du dich haftungstechnisch auf dünnem Eis. Ich befürchte, das wird dich nur sekundär interessieren... Wie du die CEE-Steckdose absicherst, hängt von den Umständen ab. Wenn du die Schutzmaßnahme Abschaltung im Fehlerfall haben willst,/sollst, musst du das messtechnisch nachweisen. Was dann letztendlich angeschlossen werden soll (Betonmischer, Hebezeug, Kompressor) gibt dann die Kennlinie der Überstromschutzeinrichtung (vulgo "Sicherung") vor! I.d.R. sollte dann ein dreipoliger LSS B32, C32, je nachdem vorgeschaltet werden. Für temporäre Geschichten gibt es aber Baustromverteiler, die dann die Sicherung in der Kiste (Isolierstoffgehäuse)neben der CEE-Steckdose haben.

Ich empfehle dir, das einem Fachmann machen zu lasen! Ralle

Am 22.01.2012 12:33, schrieb RalleH:

das kann doch rein logisch gar nicht sein! An eine Steckdose kann doch alles mögliche angeschlossen werden. Wenn die Charakteristik des LSS zum Verbraucher passen müsste, dann wären bestimmt unterschiedliche Steckdosen vorgeschrieben.

Da kommen wir der Sache schon näher. Aber wo bekommt dieser Baustromverteiler den Strom her? Doch wieder über die hausinterne CEE-Steckdose ohne spezifischen LSS?

Am 22.01.2012 12:16, schrieb Christian Treffler:

nach Angabe des Handwerkers: ja.

ja und? Das täten sie auch, wenn ein zusätzlicher Sicherungsautomat nachgeschaltet wäre (es sei denn, der würde schneller auslösen).

klar, das nehme ich notfalls in Kauf.

das mach ich auf keinen Fall, soviel ist sicher. Diese Schmelzsicherungen sind heilig.

Jens Fittig schrieb:

Nein. Ich nehme es mir heraus, den größten Blödsinn zu posten, wann immer ich will. Und ich werde nicht um Erlaubnis fragen, erst recht nicht einen Wolfgang Gerber.

Aber ich lasse mich gerne korrigieren. Ich war z.B. der Meinung, dass ich 64A Haupt-Sicherungen im Sicherungskasten habe. Ich habe nochmal nachgesehen und 32A Sicherungen gefunden. Es mag also durchaus Gründe dafür geben, dass mein Vorschlag Unfug ist.

Beweis durch Behauptung? Magst Du das belegen?

Es gibt bestimmt Haus- oder Geschäfts-Installationen, in denen ein 32A Drehstrom-Anschluss vorhanden ist. Da muss man das irgendwie lösen.

Im vorliegenden Fall durch eine höhere Hauptsicherung mit nachfolgender Absicherung für den Drehstrom-Anschluss, oder gleich den Drehstrom-Anschluss extra am Hausanschluss (Bei mir mit 63A abgesichert).

CU, Christian

Heinrich Pfeifer schrieb:

Alles klar.

Ich bin nicht religiös, aber neugierig: Warum?

CU, Christian

Christian Treffler schrieb:

PLONK!

Jens Fittig schrieb:

Ich fühle mich geehrt. Es ist selten, dass man so deutlich im Usenet bestätigt bekommt, etwas richtig gemacht zu haben.

CU, Christian

Heinrich Pfeifer schrieb am 22.01.2012 11:32:

...

Neben die 998x "lass das einen Fachmann..." die nun unweigerlich folgen werden mal noch einen ganz anderen Tipp: lass dir den Bedarf von dem anfordernden Handwerker *schriftlich* (mit den genauen Daten) geben.

Ich hatte bis vor kurzem auch noch keine CEE32, ein Handwerker sagte mir, dass es jene bräuchte. Er erklärte auch genau welche Maschine und dass sie diese eigentlich immer... glücklicherweise habe ich nicht alles umgebaut, weil auch zu dieser UV nur über 3x25A mit C-Charakteristik eine 5x6mm² (NYY) führt - also nur eine CEE Dose gesetzt. Der Handwerker brauchte sie nicht, bis heute noch nie eine Maschine daran gewesen. Mit UV + HV Umbau von einer Fachfirma wären das mindestens etliche Hundert Eur für die Katz' gewesen.

Thomas

Am 22.01.2012 11:32, schrieb Heinrich Pfeifer:

Die Physik. Mit einem für 200 km/h zugelassenen Reifen 220 km/h zu fahren kann gut gehen, ist aber dennoch alles andere als schlau. Die 32A Dosen werden oft von 25A (Schraub)Sicherungen versorgt, wäre in denem Fall nur nicht selektiv zur "Vorsicherung".

Butzo

Will er gar nicht, ich kann aber. Die 35A-Hauptsicherungen haben dort mit hoher Wahrscheinlichkeit einen guten Grund und stammen vielleicht sogar vom Netzbetreiber selbst, damit sind sie f=FCr alle Bastler absolut tabu. Es k=F6nnte auch durchaus sein, dass die Zuleitung nicht f=FCr mehr als 35A ausgelegt ist und durch die nachgeschalteten Sicherungen vor =DCberlastung gesch=FCtzt wird. Wenn du jetzt deine 35er durch 63er (64 gibt es nicht! H=F6chstens museale 60A) ersetzt kann es durchaus sein, dass dann eine 6mm2- Leitung nur an der 100A oder 160A-NH irgendwo weiter drau=DFen h=E4ngt. Empfiehlst du immer noch blind, die St=E4rke der UV-Vorsicherungen oder Hauptsicherungen zu erh=F6hen?

Im Normalfall mit einer entsprechend massiven Zuleitung und 63A- Absicherung... oder man geht davon aus, dass die 32A sowieso nicht ausgenutzt werden und sichert die CEE nur mit 25A ab.

Mach mal, wenn der Hausanschluss nur 35A hat. Das ist in Deutschland je nach Netzbetreiber, Alter des Anschlusses und Laune unterschiedlich, zwishcen 25A und 63A f=FCr EInfamilienh=E4user.

Im gegenst=E4ndlichen Fall w=FCrde ich den 35A-Sicherungen einen 3-poligen LSS C32 und einen FI 40/4/0,03 nachschalten. Mit der mangelnden Selektivit=E4t (d.h., dass im Fehlerfall unberechenbar eines der beiden Schutzorgane ausl=F6st oder gar beide) muss man eben leben.

sg Ragnar

Ragnar Bartuska schrieb:

Bei mir sind es 63A NH Sicherungen am Hausanschluss. Vom Elektriker nach Netzbetreiber-Vorgaben angeschlossen und verplombt. Die 35A Hauptsicherungen sind im Sicherungskasten nach dem Stromzähler und zugänglich.

Ich würde in meinem eigenen Haus nichts machen, ohne vorher zu prüfen, ob es machbar ist. Was Empfehlungen hier in der Gruppe angeht: Die können auch nur umgesetzt werden, wenn es machbar ist. Das zu prüfen ist Sache des OP. Ansonsten könnten wir hier erst mal tagelang nach Details fragen, bevor wir irgendetwas schreiben.

Dann sehe ich ein lästiges Problem während der Handwerker-Arbeiten:

Was der OP anscheinend kann.

CU, Christian

Am 22.01.2012 11:32, schrieb Heinrich Pfeifer:

Zitat:

------------------------------------------------ NEOZED-Sicherungseinsätze 32A Zur Absicherung von 32A CEE Steckdosen sind entsprechend der neuen DIN VDE 0623 Teil 1/06.93 (DIN EN 60309-1) Sicherungseinsätze mit maximal 32A Bemessungsstrom vorgeschrieben. Bisher durften 32A CEE Steckdosen ausnahmsweise mit 35A abgesichert werden. Diese Ausnahmeregelung darf zukünftig für Neuanlagen nicht mehr angewendet werden, da die entsprechende Vorschrift DIN VDE 0623/03.77 nicht mehr gültig ist. Die Übergangsfrist ist zum

01.02.2003 erloschen. Passorgane: Es sind die Hülsenpasseinsätze 35A zu verwenden.

------------------------------------------------

Vielleicht wäre es am sichersten, die Steckdose anzuschliessen und die

35A-Sicherungen für diese Zeit gegen 32A-Sicherungen zu tauschen (oder sind die im verblombten Bereich?).

Ob Du das DARFST, ist noch ne ganz andere Frage, aber das wäre zumindest technisch im grünen Bereich.

Gruß, Martin

Am 22.01.2012 13:19, schrieb Heinrich Pfeifer:

Also: du kannst an eine CEE- oder andere Wechselstromsteckdose sicherlich alles anstecken, was dazu passt. Als Fachmann frage ich natürlich, was überwiegend an diesem Stromkreis betrieben wird. Will der Kunde an der 32er CEE z.B. überwiegend einen Betonmischer oder eine Kreissäge betreiben, die einen rel. hohen Anlaufstrom bringen, werden wir mit einem B-Automaten nicht richtig glücklich werden. Also setze ich ihm, Schleifenimpedanz natürlich nachgewiesen, einen C oder D-Automaten ein. Wenn es ganz korrekt ausgeführt werden soll, wird es ein Festanschluss! Aber die Gegebenheiten sind ja oft unterschiedlich, die es fachgerecht anzupassen gilt.

entsprechende Vorsicherung, selektiv ausgewählt und alles ist schön :-) Schwer von der Ferne zu beurteilen, wie deine Gegebenheiten sind. Ich denke, entsprechende Vorsicherung in der Verteilung, dann auf Festanschluss oder CEE-32 von da auf einen entsprechenden Baustromverteiler. Hier kann sich dein Handwerker dann einstöpseln. Allerdings stellst du dem dann die Energieliefrung her und haftest vollumfänglich für Sach- und Personenschäden! Würde ich an deiner Stelle bei Selbstversuchen genau überlegen!

Ralle

Heinrich Pfeifer schrieb:

32A-Drehstromanschluss.

danach kommen die üblichen Reihen von 16A-Automaten.

ohne zusätzlichen Automaten? Die um 10% zu hohe Absicherung dürfte zu verschmerzen

Als Nicht-Elektriker darf ich nicht sprechen ;-), aber beobachten. Zumindest hier in CH geht einiges. Wir haben Verteiler (ähnlich Baustellenverteiler, einfach fix montiert im Haus), bei denen eine CEKON 32er mit einem 40er Automaten abgesichert ist. Die Firma, welche die Kästen herstellt, ist zertifiziert, homogenisiert usw. daher gehe ich davon aus, dass das erlaubt ist. Die Betriebselektriker haben offenbar auch nichts dagegen, und die lassen nicht so schnell was durch.

Laienerklärung: Ein LSS schützt die Leitungen, nicht die Anschlüsse und schon gar nicht das, was dranhängt. 13C Automaten und 10A Dosen sind hier "normal", offenbar auch, dass dann gelegentlich die Dosen abrauchen (auch schon mit 10A).

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