Ich brauche Rat von Experten.
Vor Monaten kaufte ich in einem Baumarkt einen Wechselstrom-Zähler, um in meinem Arbeitszimmer den Strom für meine Computer und die daran angeschlossenen Geräte zu erfassen.
Spaßeshalber ließ ich auch den Strom für meine gesamte Wohnung über diesen Zähler laufen, um zu sehen, ob es Abweichungen zwischen meinem eigenen Zähler und dem des EVU gibt. Es gab sie: bei einem Tagesver- brauch von ca. 4 kWh eine Abweichung zwischen 1,0 und 1,5 kWh.
Ich fand heraus, daß mein Vermieter die Verstärker der Haus-Antennen- Anlage über meinen Strom-Zähler laufen ließ. :-(
Nach Ausschluß dieser Verbraucher blieb aber immer noch eine Abweichung von 0,5 bis 1,0 kWh pro Tag. Ich suchte nach weiteren versteckten Ver- brauchern, fand aber keine.
Für meine Messungen beziehe ich den Strom für alle Verbraucher aus einer Steckdose, an die mein eigener Strom-Zähler hängt. Da die Messungen bei unterschiedlichen Steckdosen (anderer Sicherungskreis) immer ähnliche Resultate erzeugen, glaube ich erst einmal, daß weitere verborgene Ver- braucher auszuschließen sind.
Als nächstes hatte ich meinen eigenen Strom-Zähler in Verdacht. Ich kaufte mir ein Energie-Messgerät, das bei der Leistungsmessung auch den cos(phi) berücksichtigt. Sowohl der eigene Strom-Zähler als auch das Energie-Mess- gerät lieferten fast immer identische Ergebnisse. Wenn, dann unterschieden sie sich lediglich um 0,01 bis 0,03 kWh.
Nun habe ich festgestellt, daß bei geringem Strom-Verbrauch (nachts oder während meiner Abwesenheit) die prozentuale Abweichung zwischen 20% und
40% liegt, bei höherem Strom-Verbrauch zwischen 15% und 25%. Wenn gar kein Strom verbraucht wird, beträgt die Abweichung 0%.
Das legt in meinen Augen den Schluß nahe, daß der EVU Strom-Zähler bei geringen Verbräuchen mehr zu meinen Ungunsten anzeigt als bei höheren Verbräuchen. Davon wurde auch bereits mehrfach in dieser Newsgroup be- richtet.
Abschließend noch einige Daten (Typen-Schild) zu den Strom-Zählern:
EVU-Zähler: Siemens kWh Drehstromzähler 7CA4461 3 x 220V/380V 10(60)A 50Hz 75 U/kWh Schaltung 400
Eigener Zähler: DZG Wechselstromzähler Form W6L3 230V 10(30)A 50 Hz 600 U/kWh Schaltung 100
Wenn diese Abweichung/Ungenauigkeit im Bereich kleiner 5% liegen würde, dann wäre für mich alles im grünen Bereich, aber Abweichungen zwischen
15% und 40% halte ich doch für etwas überzogen. Liege ich da mit meiner Einschätzung richtig oder falsch? Wenn ja, was kann ich tun, um zu einer genaueren Verbrauchsmessung seitens des EVUs zu kommen?
Dieter Rohlfing