Leitung abstellen

Aug 18, 2008 89 Replies

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Der Hubschrauber soll doch auch nur das E-Team in die Nähe des Einsatzortes bringen. Die letzten zwei Kilometer darf es dann doch ruhig im Polizeiwagen fahren. Und die EuK-Garnituren anklemmen ist ja nun auch nicht _so_ ein Akt - den Kran braucht man für die Insassenbergung ohnehin (naja: Kletterkünstler hätten natürlich auch am Erdseil langrutschen, den Flieger laschen und dann die Insassen per Winde abseilen können), damit kann man dann auch zuerst die Leitungen erden.

Ich hatte dann übrigens Blder mit Hubschrauber über der Einsatzstelle gesehen, da war der Fuß des Flugzeugs allerdings schon am Erdseil mit Anschlagmitteln gesichert. Wie wurden die denn eigentlich angebracht? (Theoretisch evtl. auch vom Hubschrauber aus per "langer Leine" (Seilwinde) - wenn der hoch genug ist, dann stört der Washdown je nach Windstärke und -richtung wenig.)

Gruß aus Bremen Ralf

Am Thu, 21 Aug 2008 22:02:31 +0200 schrieb Marcus Woletz:

Das Risiko ist zwar sehr klein, aber der dann eintretende Schaden sehr groß, so dass die Abwägung sogar richtig sein kann.

Eine Trennung des KKW vom Netz ist nicht ganz ohne und führt zu erheblichen Spannungsschwankungen. Vor allem gelingt es m.W. nicht unbedingt, die Generatorensätze schnell in der Leistung so runter zu bringen, dass sie nur noch das Kraftwerk versorgen. Also muss der notwendige Strom für Pumpen gegen eine Überhitzung des Reaktors aber auch für den Leitstand aus Notstromaggregaten kommen. Diese funktionieren aber vergleichsweise unzuverlässig - einfach weil sie so selten gebraucht werden.

Die Katastrophe von Tschernobyl hatte ihren Auslöser in dem Experiment, ob eine Schnellabschaltung bei Ausfall des äußeren Netzes möglich ist.

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Der glimpflich verlaufene Störfall in Forsmark hatte gerade seine Ursache in solch einer Netztrennung, die wohl vor allem deshalb ekelig war, weil nicht nur die Kühlwasserpumpen ausfielen, sondern gleich der ganze Leitstand weitgehend tot war. Eine Situation, für die das Personal nicht geschult war.
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Daf=FCr braucht man eben die "echt gusseisernen" Feuerwehrleute. Die k=F6nnen sich dann in Kette an die Leitung h=E4ngen. SCNR Harald

Das gilt für alle größeren Generatoren in allen Kraftwerken.

Das ist so ein Punkt den ich nicht verstehe und der wahrscheinlich nur hier im Westen diskutiert wird. Notstromaggregate sind min 1 mal die Woche zu überprüfen. . das kenne ich so, ich kann eigentlich nicht verstehen, das das woanders nicht der Fall ist.Wenn die dann gedoppelt sind ist das eigentlich unwahrscheinlich das die nicht anspringen . Speisepumpen und Kühlpumpen müssen ja auch mehrfach vorhanden sein, und Pro Schicht mindestens einmal getestet werden. Sind westliche Vorschriften wirklich sooo lasch das man auf solche Masnahmen verzichtet??

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aber dort wollte man das ganze noch mit einer Pumpe testen . das war schon leichtsinnig.

Ist bei einer Vernünftigen Bauweise eigentlich auch nicht denkbar. Entweder es wird im westen mit der Kaftwerkssicherheit maßlos übertrieben. oder östliche kraftwerke waren für solche Lapaillen besser gewappnet. ( Aber dar Umstand das Flugzeuge drauffliegen können der ist natürlich viel Häufiger als das mal ne pumpe ausfällt.)

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G.K.

snipped-for-privacy@front.ru schrub...

Mir sagte der Chefingenieur eines Notstromer- und BHKW- Herstellers, dass das mit wöchentlich testen totaler Mumpitz ist und so lange die bei den Tests keine Last haben, sagt der Test nur aus, dass der Anlasser noch dreht.

Falk D. (Meiner hat zur Not noch ein Seil.)

Im Zuvieldienst war ich Haustechniker im Altenheim, da mußten wir den NSG regelmäßig (weiß nicht mehr, ob alle 2 oder 4 Wochen) im heißen Betrieb laufen lassen. Am Generator-Schaltschrank gab es einen Schalter "Netzausfallimitation", darauf mußte der NSG automagisch anspringen, das fette Schütz machte "klack" und der NSG übernahm hörbar die Versorgung (hörbar heißt: jedesmal, wenn der Aufzug anfuhr, ging die Frequenz auf 49 Hz runter). Nach einer halben Stunde oder so wieder zurück auf Netzbetrieb.

Wenn das schon in Altenheimen so gehandhabt wird ...

vG

Falk Duebbert schrieb:

Und das der Motor anspringt. Bei uns wurde das Aggregat halbjährlich für 1h getestet. Bei Vollast.

Ja. Bei anderen Kraftwerken platzt im dümmsten Fall der Kessel, die Heißdampfleitungen oder Turbine und Generator machen sich selbständig. Das kosten den Mitarbeitern in der Anlage schon mal das Leben und macht einen gigantischen Sachschaden. Aber wenn die Kohleförderung steht oder der Stausee leer ist, dann ist auch Feierabend.

Bei Kernkraftwerken dauert es aber erheblich länger, bis der Brennstoff alle ist... Und dann ist das auch bösartiger als Dampf und Kohlenstaub, was in die Umwelt austritt.

Irgendwie scheint sich die Realität dort der Theorie nicht so recht unterordnen wollen. Aus einer Vorlesung "Elektrische Anlagen auf Schiffen" habe ich mitgenommen, dass die Notstromdiesel zur Unzuverlässigkeit neigen und deswegen die nautisch wichtigen Systeme lieber an redundanten kontinuierlichen Stromerzeugern hängen sollten.

Vielleicht traut man sich auch aus gutem Grund nicht, es wirklich auszuprobieren?

Oder die Fehler in östlichen Kraftwerken sind einfach nicht öffentlich geworden.

Am Sun, 31 Aug 2008 00:00:43 +0200 schrieb Falk Duebbert:

Das ist ja noch nicht einmal das eigentliche Problem. Bei einer Netztrennung oder einem Kurzschluss auf der 380kV Leitung wird die Leistung aus dem Generator zunächst an der Schadstelle zum wesentlichen Teil reflektiert und wieder zum Kraftwerk zurück geschickt. Das erfordert dann eine gezielte Trennung mit der Gefahr bösartiger Spannungsspitzen und starken Frequenzschwankungen. Die Frage ist dann, ob diese Transienten über die Ladeelektronik die USV oder die Notstromdiesel bzw. deren Systeme zum automatischen Start geschädigt haben. Und dann werden die Notstromdiesel auf elektrische Maschinen (sprich Pumpenmotoren, Akkupuffer der Rechner usw.) aufgeschaltet mit teilweise recht heftigen Einschwingvorgängen, besonders wenn die elektrischen Maschinen noch rotierten. Was aus dem Stillstand vielleicht ganz gut geht, sieht dann plötzlich ganz anders aus.

Die Frage ist nun, ob sich diese Situation brauchbar simulieren lässt, ob dies gemacht wird und ob einzelne Versuche voll aussagekräftig sind. Schon ein flink mit 1,5fachem Nennstrom abgesicherter Trafo kann beim Einschalten ganz erstaunliche Effekte hervorbringen.

Hallo

Gerade in der "Zeitung für Kommunale Wirtschaft" gelesen:

Unglaubliches Glück hatten die Insassen eines Kleinflugzeuges am 17. August: Beim Anflug mit 110 km/h auf einen Flugplatz bei Kempten/Allgäu hatte sich die rd. 600 kg schwere Maschine im Blitzschutzseil einer 400- kV-Leitung verfangen. Wunder 1: Das Schutzseil hielt. Wunder 2: Die direkt benachbarten Leiterseile waren wegen Arbeiten am Netz stromlos. Der Pilot und seine Ehefrau wurden unverletzt befreit.

Gruß Juergen

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