110-kV-Abzweig

Tach,
gestern bin ich mal wieder an der Stelle vorbeispaziert, an der der Strom, mit dessen Hülfe ich das hier schreibe, die Kurve zum dafür nötigen
Umspannwerk kratzt, und stand vor einer merckwürzigen Frage.
Von einer durchgehenden Leitung mit zwei 110-kV-Systemen zweigen hier zwei Stichleitungen mit jeweils zwei 110-kV-Systemen nach Gmünd ab, und zwar so, daß auf jeder dieser beiden Stichleitungen ein Hin- und ein Rückweg liegt (ich weiß, die Leitung kann von beiden Seiten gespeist werden ...).
An der Abzweigstelle ist die durchgehende Versorgungsleitung also unterbrochen.
Ich verstehe nicht ganz den Vorteil, den das gegenüber einem schlichten T-förmigen Abzweig bietet, der die durchgehende Leitung nicht unterbräche. Hingegen hat es den Nachteil, daß bei einem Schaden an einer der Stichleitungen (Baum fällt drauf oder so) auch die durchgehende Leitung an diesem Abzweig unterbrochen ist. Außerdem käme ein T-förmiger Abzweig mit nur einer zweisystemigen Leitung nach Gmünd aus, es wären nicht zwei davon nötig.
Fotto: <
http://einklich.net/temp/abzweig.jpg , die Stichleitungen gehen nach rechts ab.
vG
--
"Die Merkel steht dann da, so wie sie dann immer da so steht, und dann
guckt sie so, nicht wahr, versucht der Krise ein Gesicht zu geben, und ich
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Volker Gringmuth wrote:

Wird bei einem T-förmigen Abzweig irgendwo auf dem T eine Leitung unterbrochen, muss ebenfalls das ganze T abgeschaltet werden. Das kann man nur vermeiden, indem man genau am Abzweigpunkt eine Schaltanlage hinbaut, was oft nicht erwünscht ist, weil man die Schaltanlagen gerne mit Trafostationen zusammenfassen will, und die näher an den Ortschaften liegen sollten als die 110kV-Trassen.
Mit freundlichem Gruß
    Jan
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Jan Kandziora wrote:

Roger. Bleibt noch der Nachteil des doppelten Aufwandes für die Stichleitung.
vG
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"Allein die Chinesen besitzen jetzt schon 1,9 Billionen Dollar
amerikanische Staatsanleihen. Wenn die Chinesen morgen ihr Geld wiederhaben
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Wäre noch die Frage, ob man das evtl. aus Impedanzgründen nicht will, einen T-Abzweig anzulegen. Keine Ahnung, ob das da wirklich ein Argument wäre, will das nur als wilde vermutung in den Raum werfen :)
-ras
--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de /
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, "Ralph A. Schmid, dk5ras" schrieb:

Nö.
"Man" will ganz einfach die Leitung an dieser Stelle unterbrechen können (z. B., um eine Leitungshälfte ohne Versorgungsunterbrechung abschalten zu können), und da hat man dann eben eine "Stichleitung" zur Schaltanlage gelegt.
In Wirklichkeit ist es aber noch komplizierter: Von dem Abzweig bei 48,83698° N 9,84655° E aus gehen die beiden Systeme noch Süden nämlich zu zwei verschiedenen Umspannwerken - die westliche zu dem bei 48,81716° N 9,8316° E, und die östliche zu dem bei 48,80086° N 9,82134° E.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
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Volker Gringmuth wrote:

Ich wusste nicht wozu das ganze T unterbrochen werden muss wenn eine der Leitungen oeffnet. Aber wie auch immer, die Unterbrecherfunktion in eine Umspannstation zu legen hat noch einen praktischen Grund: Im Gegensatz zu vielen Hochspannungsmasten ist die im Wartungsfall i.d.R. mit normalen Fahrzeugen ohne Allradantrieb erreichbar.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg wrote:

Weil sie sich dann üblicherweise nicht in Luft auflöst, sondern runterfällt.
Mit freundlichem Gruß
    Jan
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Jan Kandziora wrote:

Wieso? Im Foto sind sie jeweils an einem Mast festgemacht. Bei uns nimmt man statt zwei Masten wie im Foto nur einen, kostet weniger. Die Stichleitung bekommt jeweils eigene Isolatoren und dann geht es mit einem kleinen Stahlseil rueber auf die Hauptleitung.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg wrote:

Der OP meinte:
-------- Ich verstehe nicht ganz den Vorteil, den das gegenüber einem schlichten T-förmigen Abzweig bietet, der die durchgehende Leitung nicht unterbräche. Hingegen hat es den Nachteil, daß bei einem Schaden an einer der Stichleitungen (Baum fällt drauf oder so) auch die durchgehende Leitung an diesem Abzweig unterbrochen ist. --------
Fällt der Baum auf eine Stichleitung, fällt die Leitung runter. Dann ist Kurzschluss im ganzen Segment, nicht nur auf der Stichleitung. Das Argument des OP ist also keins, was er ja ein Posting weiter auch eingesehen hat.
Mit freundlichem Gruß
    Jan
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Jan Kandziora wrote:

Ausnahme: Er fällt so glücklich, daß nur die leistungsempfangende Seite auf dem Boden liegt und die leistungsabgebende direkt am Isolator abgeschert wurde.
Wahrscheinlich ein wenig an den Haaren herbeigezogen :-)
vG
--
"Der Lafontaine hat schon vor Derivaten gewarnt, da wußten 90 Prozent der
Abgeordneten noch nicht mal, was das ist - und 100 Prozent der Banker
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Jan Kandziora wrote:

Ich auch nicht :-)

Ich frage mich nur warum die das so gebaut haben wenn beide Leitungen zum gleichen Umspannwerk gehen. Vielleicht war es ja eine ABM ... <duck>
--
Gruesse, Joerg

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Joerg wrote:

Tun sie nicht. Es gibt zwei Umspannwerke, zu jedem geht eine Hin- und eine Rückleitung, also sechs Leiterseile plus Erdseil.
Ich frag mich nur, obs nur eine Hinleitung nicht auch getan hätte. Nur schalttechnisch, oder hat das auch Impedanzgründe? Die Stichleitung ist vielleicht 3 km lang, da kenne ich aber längere Abzweige :-)
vG
--
"Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn mehr Leute begreifen würden, was
hier los _ist_!" (Volker Pispers, "Bis neulich")
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begin quoting, Volker Gringmuth schrieb:

Nein, ja, nein.
Gruß aus Bremen Ralf
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Joerg wrote:

Nur damit wir über dasselbe sprechen:
Gebaut ist so was:
---------------, ,----------------------------- ---------------|-|-----, ,--------------------- | | | | | | | | | | | | USW -----' | | `----- USW Gew. -------' `------- Stadt
Und ich hätte so was einfacher gefunden:
---------------o------------------------------- ---------------|-------o----------------------- | | | | | | USW -----' `------- USW Gew. Stadt
vG
--
"Zum Beispiel das Konzept einer Haftpflichtversicherung überfordert den
Deutschen intellektuell völlig. Ein Leben lang jedes Jahr 50 Euro einzahlen
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Volker Gringmuth wrote:

Vor allem dann auch noch zwei Masten direkt nebeneinander. Sowas wuerde hierzulande nie getan. Viel zu teuer. Impedanz macht nichts, einige Kilometer spielen bei 50Hz praktisch keine Rolle.
--
Gruesse, Joerg

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Hi, Ihr habt ja auch keine "gemischten" Unternehmensbereiche. Und vermutlich baut man bei Euch sowas dank des ausufernden Stadtrandes unterirdisch. Kann doch sein, daß es da ein "kritisches Unternehmen" gibt, dem eine "eigene Leitung" Geld wert war. Oder, daß sich da eine Gemeindegrenze befindet :-) zwei Masten wirkt etwas bemüht. Vielleicht gabs EU-Geld für den Wildwuchs.
--
mfg,
gUnther
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Joerg:

Das Ergebnis ist auch eindeutig:
Nichtverfügbarkeit der Stromversorgung innerhalb eines Jahres in Deutschland 0,0026% (lt. RWE für 2009)
... in den USA 0,0319% (Lawrence Barkeley National Laboratory für 2009)
In Europa steigt die Verfügbarkeit, in den USA fällt sie. Auch in Frequenzstabilität, Ausfalllänge und Ausbreitung sehen die USA nicht aus wie die World leading Nation.
Falk D.
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Hallo, F@lk,
Du meintest am 19.07.11:

Jörg hatte sich zu den Preisen geäussert - Hochverfügbarkeit hat nun mal ihren Preis.
Viele Gruesse! Helmut
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Helmut Hullen:

_Hoch_verfügbarkeit hat für mich sechs oder mehr Neunen in einer Reihe. Bei nur drei neunen würde ich glatt über einen privaten Notstromdiesel nachdenken.
Falk D.
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Hallo, F@lk,
Du meintest am 19.07.11:

Eben - das Problem lässt sich auch so lösen. Im Zentrum einer Grossstadt brauche ich als Privatmensch bestenfalls eine USV für meinen wichtigsten Rechner, und beim Laptop ist die bereits eingebaut.
Als Milchbauer oder Schweinezüchter in der Pampa, fernab von der nächsten Umspannstation, brauche ich einen Diesel, der an die Zapfwelle des Treckers angeschlossen werden kann - der muss aber nicht binnen 20 Millisekunden die gewünschte Leistung bringen (muss also keine U-SV sein). Und vermutlich brauche ich den nur alle 10 Jahre mal ...
Wenn ich die Intensivstation eines Krankenhauses zu betreuen hätte, dann müsste ich mehr investieren (und den Kunden in Rechnung stellen). Da brauche ich vermutlich auch eine mehrstufige Notstromversorgung.
Viele Gruesse! Helmut
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