Kann eine durchbrennende GlĂŒbirne einen Ku rzschluß verursachen?

Mein seit Jahrzehnten festgefĂŒgtes Weltbild, nach dem KurzschlĂŒsse mit einer so drastischen Verminderung des Widerstands in einem Stromkreis
gleichzusetzen sind, daß es an einer nicht (oder gerade) dafĂŒr vorgesehenen Stelle zum Durchschmelzen kommt (im vorausgeplanten Fall sollte das die Sicherung sein), ist ins Wanken geraten:
Meine Mutter hat schon mehrfach berichtet, daß eine alte GlĂŒhbirne beim Einschalten die Sicherung zum Auslösen gebracht hĂ€tte. Sie sei mit einem hörbaren Klick oder anderem GerĂ€usch durchgebrannt und danach wĂ€re der Strom weggewesen. Das sei spontan passiert, ohne daß sich jemand zuvor an der elektrischen Installation zu schaffen gemacht habe. Auch sie die Lampenfassung nicht korrumpiert gewesen, denn nach Einsetzen einer frischen GlĂŒhbirne und Freischalten der Sicherung habe alles wieder normal funktioniert. Zu allem Überdruß hat ihr ein Elektriker aus dem Dorf auch noch bestĂ€tigt, daß das "völlig normal" sei.
Ja - verdammt nochmal - hat denn der Bundestag oder die EU (oder sonst eine Verschwörungsorganistation ;-) ) denn neue physikalische Gesetze beschlossen, von denen ich noch nichts erfahren habe? Oder produziert die Industrie neuerdings bösartige GlĂŒhbirnen, die am Ende ihres Lebens noch mal richtig Feuerwerk wollen?
Ironie beiseite! Wenn eine GlĂŒbirne durchbrennt tut sie das, weil der Wendel ungleichmĂ€ĂŸig abgedampft ist, so daß an einer Stelle der Widerstand deutlich höher als im restlichen Bereich geworden ist, an dieser Stelle also ein grĂ¶ĂŸere Spannungsabfall auftritt und somit mehr thermische Energie erzeugt wird, wodurch die Verdampfung sich exponentiell (von mir aus auch eine andere Funktion - umgangssprachlich "plötzlich" genannt) beschleunigt, an dieser Stelle plötzlich kein Draht mehr ist und der Widerstand auf "unendlich" steigt. Daraufhin kommt die Lichtemission zum Erliegen.
So habe ich es jedenfalls gelernt und verinnerlicht. Gilt das plötzlich alles nicht mehr? Gibt es "umweltbewußte GlĂŒhbirnen, die auf solch drastische Weise Stromsparen erzwingen wollen, daß sie die Sicherung zum Auslösen zwingen?
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Gruß,

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Moin,
Eberhard Spittler schrub:

Ist wohl eher selten, kann aber vorkommen. Ich wĂƒÂŒrde vermuten, es hat auch sehr viel mit der Bauform der GlĂƒÂŒhbirne zu tun, genauer gesagt wie darin der GlĂƒÂŒhdraht verlegt und befestigt ist. Wenn der GlĂƒÂŒhdraht durchbrennt, hÀngen da ja zwei lose Enden rum. Eventuell können diese oder eines davon dann den anderen Kontakt irgendwo berĂƒÂŒhren, so dass sich kurzzeitig ein neuer Weg fĂƒÂŒr den Strom ergibt, nur dass dieser neue Weg kĂƒÂŒrzer ist und weniger Widerstand hat. Dann fließt noch mal kurz ganz viel Strom, der Rest des Drahtes verdampft komplett und gleichzeitig kommt die Sicherung.
Ob dann eventuell auch noch eine kurzzeitige Bogenentladung im Spiel ist, weiß ich nicht. Ein Lichtbogen hat ja einen sehr geringen Widerstand. Nur sollte normalerweise der Gasdruck im Lampenkolben so gering sein, dass eine Bogenentladung nicht gezĂƒÂŒndet werden kann.
CU Rollo
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Roland Damm wrote:

Kommt aber vor. Mir ist schonmal eine GlĂŒhlampe geplatzt beim Einschalten. Einklich nur erklĂ€rbar durch spontanen Druckanstieg im Kolben infolge Leiterverdampfung am Lichtbogen. Oder so.
vG
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Volker Gringmuth wrote:

Ich steuere eine zusÀtzliche These bei, eine kleine Oper: 1. beim Durchbrennen des Drahtes wird zuerst der Strom unterbrochen. 2. Die Zuleitung ist auch eine InduktivitÀt. Daran entsteht eine Spannungsspitze. 3. Durch diese Spannungsspitze entsteht ein Lichtbogen in der "Birne" an einer ganz anderen Stelle, womöglich in der Fassung oder in der Halterung oder wo auch immer. 4. Der Lichtbogen initiiert einen tollen Kurzen mit vielen Ampere LeitfÀhigkeit, die mit dem Faden nix mehr zu tun haben.
Ich habe nÀmlich auch schon "Birnen" gesehen, die im E27 explodiert sind.
MfG
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Hatte ich auch schon, da habe ich die Schuld auf die angedachte Schmelzsicherung geschoben...aber wer weiß?!
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Hallo, Franz,
Du (franz) meintest am 06.06.07:

Aber zu den ehernen Prinzipien einer InduktivitĂ€t gehört, dass sie die StromstĂ€rke beibehalten will. Wenn vorher der Draht durchgebrannt war, dann dĂŒrfte dazu ein Strom gehört haben, der die Sicherung noch nicht ausgelöst hat.

??? Bei einer InduktivitÀt?
Viele Gruesse! Helmut
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Helmut Hullen schrieb:

Die Zuleitung eher nicht, aber der Trafo natĂŒrlich.

Donnerwetter, der Glaser schreibt mal keinen Schwachsinn!

Sicher. Der war nÀmlich durch die Drahtresistanz begrenzt, nicht durch die Trafo- und Zuleitungsreaktanz.

Ja, und? Der Kurzschlußstrom dĂŒrfte bei einigen kA (L < 0,5 mH) liegen; am Bogen fallen vielleicht 50 oder 100 V ab, da bleibt dann noch genug Spannung, um so ca. 1 kA Strom zu treiben und die Lampe mit ĂŒber 50 kW zu heizen, und dann knallt die noch fix weg, bevor der LS fĂ€llt. (Nicht unbedingt wegen des Druckanstiegs, aber vielleicht wegen der StromkrĂ€fte und der hohen Strahlungsabsorption der Lichtbogenstrahlung im Glas, das dadurch evtl. thermische Risse kriegt.
Schwachpunkt von Franz' Argument: Warum sollte die Stoßspannung ausgerechnet in der kaputten GlĂŒhlampe durchschlagen? Das könnte sie doch auch ganz woanders tun.
Gruß aus Bremen Ralf
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An der Stelle, an der der GlĂŒhfaden gerade durchgebrannt ist, ist der Abstand der Leiter besonders gering, zudem wird das Gas durch das frisch verdampfte Metall etwas ionisiert sein. Im weiteren Verlauf wird durch die Hitze des Lichtbogens der Faden weiter verdampfen, und dabei der Ionisation des restlichen FĂŒllgases krĂ€ftig Vortrieb leisten. Und wenn alle Parameter gut zusammenpassen...
Hergen
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Moin,
Hergen Lehmann schrub:

Dann frage ich mich inzwischen aber eher, wieso es nicht der Normalfall ist, dass die Sicherung rausfliegt. So wie hier beschrieben mĂƒÂŒsste es die totale Ausname sein, wenn eine Lampe beim Durchbrennen nicht die Sicherung schmeißt und explodiert.
CU Rollo
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Wie bereits an anderer Stelle im Thread geschrieben wurde, passiert das bei bestimmten Lampentypen (Hochvolt-Halogen) tatsĂ€chlich so hĂ€ufig, daß bei hochwertigen Fabrikaten extra eine Sicherung in der Lampe vorgesehen wird.
Bei "normalen" GlĂŒhlampen ist der innere Aufbau schlicht so gerĂ€umig, daß schon widrige UmstĂ€nde zusammenkommen mĂŒssen, bevor der Lichtbogen tatsĂ€chlich die Zuleitungen erreicht und kurzschliesst.
Hergen
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Moin,
Hergen Lehmann schrub:

Und was passiert, wenn die dann durchbrennt? Warum gibt's da nicht die selben LichtbogenphÀnomene?
CU Rollo
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Halli-Hallo!
Roland Damm schrieb am 07.06.2007 14:18:

Weil eine Sicherung normalerweise einen Bogenschutz hat.
Ciao/HaJo
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Moin,
HaJo Hachtkemper schrub:

Und wie sieht der dann wieder aus?
CU Rollo
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Halli-Hallo!
Roland Damm schrieb am 07.06.2007 23:31:

Durchsichtig, Körnig oder Blank, je nachdem. Luft oder Quarzsand um den Schmelzdraht löscht den Lichtbogen, das zurĂŒckfedern gespannter SchmelzdrĂ€hte ebenfalls.
Ciao/HaJo
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Moin,
HaJo Hachtkemper schrub:

Und das ist in einer 20±-GlĂƒÂŒhbirne eingebaut, wo doch hier gesagt wurde, dass so eine Sicherung einfach ein Draht (der Zuleitung) ist, der an einer Stelle etwas dĂƒÂŒnner ist?
CU Rollo
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Halli-Hallo!
Roland Damm schrieb am 07.06.2007 23:55:

Gib mal Deine Bezugsquelle fĂŒr hochwertige Hochvolt-Halogenlampen mit StĂŒckpreis 0€20 an, dann reden wir weiter.
Ciao/HaJo
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Moin,
HaJo Hachtkemper schrub:

Also reden wir hier von zwei verschiedenen Sachen. Bei Niedervolt-Halogen die an einem Trafo hÀngen sehe ich die Sache sogar besonders ein, denn der Trafo hat viel InduktivitÀt.
Nur so richtig plausibel scheint mir die Sache mit dem Lichtbogen bei Billig-GlĂƒÂŒhlampen (nicht Halogen) noch nicht zu sein, diese geschilderten Effekte in Sachen Lichtbogen sollten da - wenn die ErklÀrungen hier stimmen - ja bei jedem Druchbrennen auftreten. Und das ist nun mal nicht der Fall. Und eine Einfachst-Sicherung a la dĂƒÂŒnne Drahtstelle wĂƒÂŒrde das LichtbogenphÀnomen nur an einen anderen Ort verlagern aber - wenn die Schilderungen hier stimmen - das Problem nicht beseitigen.
CU Rollo
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Roland Damm schrieb:

Zur Klarstellung: der eingangs beschriebene Fall bezieht sich auf Billigbirnen aus des Supermarkt (ohne Schnickschnack - Stromspar, Edelgas, Sonderbauform) in E27-Gewinde.
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Da denkst Du allerdings falsch: Die Ausgangsspannung des Trafos ist da fĂŒr einen Lichtbogen viel zu klein, zudem begrenzt er den Ausgangsstrom. Da passiert bestimmt nichts.
Gruß aus Bremen Ralf
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HaJo Hachtkemper schrieb:

Das sind ja richtige Hightech-Maschinen! Wußte ich gar nicht. Aber jetzt verstehe ich auch, daß sich niemand mehr deutsche Produktion leisten kann und billige osteuropĂ€ische Birnen die Regale fĂŒllen.
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