KfZ-Steuer nach CO2-Ausstoß: Denkfehler wegen mangelhafter physikalischer Kenntnisse bei Politikern?

Feb 27, 2007 130 Replies

Ole Jansen schrieb: Hallo Ole

Erlöse mich vom Sklaventum.

Ja. leider.

Wie hier im Thread schon erwähnt, vielen braucht man Blödheit und Bequemlichkeit nicht unterstellen. Sie fahren mit Ihrem Kleinwagen 5x/d Strecken von 0,5km bis 3km, haben nichts schweres zu schleppen. Legen mal eben 10 Kaltstarts hin ohne das der Motor nur ein Chance hat durchzuwärmen.

Da ist mir der jenige lieber der morgens mit der S-Bahn durchs Ruhrgebier fährt und am Wochenende mal das Cabrio, Sportwagen oder das Bike rausholt - vielleicht ebenso viel aber suaberer verbrennt. [wirklich tollerieren wollen kann man auch das nicht]

Man rechnet ja über dem Daumen gepeilt ca. 15tkm/a - paßt so. Schauen wir uns mal die Zahlen an und greifen mal auf das es vielen nicht klar ist das häusliche Wärmeerzeugung, zu allen Zwecken, zu einer wesentlich größeren CO2-Emission führt.

Wie lange wird wohl das Durschnittshäuschen mit der gleichen Menge beheizt? 3 vielleicht 4 Jahre? Ziehen wir noch Warmwassererzeugung für die Hygiene ab stellen wir fest das im Wohnbaubereich wesentlich größere Einsparpotentiale liegen als der Kraftverkehr überhaupt emitiert. Nicht das der Kraftverkehr so unbescholten davon kommen darf, aber bitte warum wird CO2-Reduktion nicht an erster Front im Gebäudebereich forciert?

Die Frage ist für mich nicht retorisch. Die Zulassungszahlen und vorallem die gefahrenen km solcher Fahrzeuge liegen im rauschen. Ebenfalls kauft der kleine Ottonormalverbraucher solche Fahrzeuge selten als gebrauchte.

(Allg.) Wir fahren unsere Kinder heute um die Ecke zur Grundschule, Kindergarten, Sportverein...holen sie wieder ab weil die Welt so böse und es mal wieder regnet oder unter 5 °C kalt ist. Um einen Einkauf zu tätigen geht man die Brötchen bei A holen, die Wurst bei B, den 'Braten im Angebot' bei C, und und und....

Weil es Dinkelkekse sind.

solange man nicht CO2-Indezes auf dem techn. Stand der Technik definiert und ein überschreiten mit Strafzöllen oder Import-/Export belegt. Mittlerweile ist die USA nicht mehr der größte Staat(enverbund) unter einer "Regierung", es ist die EEC. Damit sehe ich die Pflicht der EEC bei Umwelt- und Verbraucherschutz niht nur Geisselungen in eigenen Reihen anzustellen sondern auch Forderungen für den Import aufzustellen.

Prabodh C. Brendler schrieb:

Läßt sich somit schlecht beurteilen. Je nach PKW und Fahrer könnten PKW etwas besser sein, vermute aber das über eine Durchschnitt betrachtet der Bus eher noch einen kleinen CO2-Vorteil einspielt. Ist der Bus 30% Ausgelastet sind PKWs undiskutabel.

Bodo Mysliwietz schrieb:

Halten wir dem PKW eventuell noch zugute, daß er genau dort hin fährt wo ich auch tatsächlich hin will während ich im ÖPNV um von A nach B zu kommen teilweise eine etwas erhöhte Fahrsrecke benötige (Einmal zum ZOB, dort umsteigen, danach wieder schräg zurück).

Habe einen Busfahrer mal gefragt. Er braucht z.Zt. so 33l, im Sommer weniger.

So gesehen ja. Vorrausgesetzt der Bus verkehrt auch einigermaßen bedarfsgerecht für seine Fahrgäste.

O.J.

Ole Jansen schrieb:

Ups - ich übersah. Dabei kommt z.T. ein mehrfaches raus. Gerade Abends/Nachts kann es z.T. abenteuerlich sein Ziel im Benachbarten Stadtteilen per ÖPNV zu erreichen.

Was meist weniger optimal ist. Richtig krass ist es halt auf einigen Nebenstrecken wo abends/nachmittags oder an Ferien-/Feiertagen ganze Linien wegfallen.

Wenn ich am WE mal aus Gründen des Aloholkonsums auf den ÖPNV zurück greife, trifft mich das meist nicht ganz so hart. Von div. Zielen läßt sich z.T. mit den Nachtexpressen fahren. Nur muß man immer noch in der Lage sein nach dem 9 schlechten Bier pünktlich die Haltestelle zu finden, den Anschlußbus/Zug zu erwischen und nochmal eben 2km bei Regen und kälte zu laufen. Ein klacks für alle.

Nach einer Nacht mit gutem Bier, Leuten und Musik fast ein erträgliches übel. Verpaßt man jedoch am Hauptbahnhof/Knotenpunkt die nächtliche S-Bahn oder den Bus ist es auch ganz amüsant sich eine Stunde lang das treiben der Menschheit anzusehen oder einzuschreiten wenn noch besofenere aufs härteste junge Mädels angehen oder jemanden zusammentreten. Ich trags(machs mit einer gewissen Fassung, kann aber verstehen das diese Widrigkeiten für viele nicht ertragbar sind.

kennst du das wort 'Parksuchverkehr'?

frank paulsen schrieb:

Herbert Grönemeyer: "Ich dreh hier schon seit Stunden so meine Runden..." aber damit werden wohl selten aus 4km 8km.

Moin,

Fritz schrub:

ACK, nur das mit der Versicherung ist ein ungewohnter Gedanke. So funktioniert dann aber zumindest nicht mehr das wirksame Druckmittel der Einstufung nach Schadensfreiheitsklassen.

ACK, Flugzeugtreibstoffe, Strom für die Eisenbahn nicht vergessen. Es sollte so sein, dass wenn sich die Leute nach dem Preis richten, auch automatisch CO2-optimal verhalten. Dabei ist es ganz egal ob sie mit der Bahn oder einem Auto fahren. Der Umwelt ist es schließlich auch egal, ob da 100 Personen oder nur eine in einem Fahrzeug sitzen. Was zählt, ist wie viel hinten raus kommt.

Nur mit vollen Tank verlassen dürfte noch dazu in der EU nicht durchsetzbar sein. Aber es ließe sich schon noch eine praktikable Lösung finden.

Da würde ich sogar so weit gehen, diese Ausgleichszahlungen/Steuervergünstigungen abzuschaffen. Derzeit ist es doch so, dass sich große Firmen gerne in Ballungszentren ansiedeln. Nicht weil es da insgesamt alles so billig wäre, sondern deswegen, weil die Transportkosten, die die Firma zu zahlen hat, dort minimal sind. Die Transportkosten der Arbeitnehmer hingegen muss die Firma ja nicht zahlen, der Staat subventioniert sogar noch lange Arbeitswege.

Der Markt sollte dafür sorgen können, dass eine Firma vor die Entscheidung gestellt wird, sich entweder im Ballungszentrum anzusiedeln und seinen Mitarbeitern höhere Löhne zu zahlen, damit sie die hohen Mieten oder weiten Anfahrtwege bezahlen können, oder ab sich auf dem Dorf anzusiedeln, und dafür den Leuten weniger bezahlen muss. Derzeit ist so ein Einpendeln auf das natürliche Optimum nicht möglich, weil die Löhne überall gleich sind (Flächentarifvertrag) und weil der Staat lange Anfahrtwege zur Arbeit subventioniert.

Denke ich auch, aber einen Haken hat die Idee: Sie ist vernünftig. Das ist in Deutschland schon genug, die Idee nicht umzusetzen. :-)

CU Rollo

Auch Pkw müssen im Stadtverkehr an jeder Ecke halten, insofern weiss ich nicht, ob die Unterschiede so gewaltig sind.

Die entsprechenden Daten sind erhältlich (und es wurden ja auch in anderen Postings hier schon Zahlen genannt), aber ich wüsste nicht, inwiefern sie relevant sein sollten. Dass in Nebenverkehrszeiten Busse fahren, ist Teil des Systems Busverkehr.

Das hat auch niemand behauptet.

Meinetwegen kann er auch doppelt oder dreimal so gross sein. Mir ging es nicht darum, hier präzise volkswirtschaftliche Rechnungen anzustellen, sondern nur überschlägig die Grössenordnung darzustellen, um die Behauptung zu entkräften, ein einmonatiger "Streik" der deutschen Autofahrer zöge "den Zusammenbruch der Staatsfinanzen" nach sich. Egal ob der Ausfall nun 1%, 2% oder 3% der jährlichen Staatseinnahmen beträgt, von Zusammenbruch kann bei dieser Höhe nicht die Rede sein.

(Nebenbei ist "Streik" eine falsche Bezeichnung, es würde sich um einen Boykott handeln. Ein Streik ist eine Arbeitsverweigerung.)

mawa

Hallo Bodo,

Bodo Mysliwietz schrieb:

Ich weiß nicht wie. Ich werde mal diesen Nietzsche fragen, wenn ich ihn treffe ...

52 Wochen mal 5 Tage mal 3km sind 780km. Bei pessimistisch geschätzten 10 litern für einen Kleinwagen sind das zwei Tankfüllungen. Der Anteil dieser Herrschaften an der globalen Erwärmung dürfte eher gering sein. Aber es freut sich die Werkstatt, weil der Motor schön schnell kaputt ist.

Wetter warm, Sonne scheint, Motorrad fahren ... einfach nur so. Schööön. Braucht auch nur drei liter...

In der Tat.

"Je weniger Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, um so besser schlafen sie." (Bismark)

Gegen Rentner zu wettern, die alleine in riesigen Einfamilienhäusern wohnen und 3000l Heizöl im Jahr für sich alleine verbrennen ist eben nicht Bestandteil des jetzigen Medienhypes. (Kommt evtl noch...)

Wer jetzt genau entscheidet was in dem Zusammenhang *wichtig* ist oder nicht weiß ich zwar auch nicht, aber es sind IMHO nicht die Politiker alleine. (Habe letztens "Charakterwäsche" von Caspar von Schrenck-Notzing im Antiquariat ergattert, bilde mir jetzt ein etwas besser zu verstehen, wie Meinungsmache in der Praxis funktioniert... Nein, und ich halte mich nicht für rechtskonservativ. Und Bielefeld existiert!)

Zur Zeit zählen nur Autos und Glühbirnen. Der verbale CO2-Ausstoß von PKW in den ÖR-Medien hat in letzten drei Wochen um 5000% zugenommen, jetzt *muß* einfach ein Gesetz gemacht werden. Vielleicht doch ein klitzekleines Tempolimit diesmal? Wegen der EU?

Porsche ist ein Extrembeispiel. Die Hälfte aller Carreras von 1970 ist immer noch unterwegs, das ist nicht normal.

Mal von Extrembeispielen abgesehen: Der Kraftstoffverbrauch ist doch bei Gebrauchtwagen schon mit eingepreist. In der 4000-2000¤-Klasse ist das "gleiche" Auto mit dem sparsameren Motor doch fast immer teurer als die Schluckspecht-Variante.

Wer sowieso wenig fährt nimmt dann halt den Schluckspecht. Der Markt regelt das schon, daß niemand übermäßig dabei spart...

Siehe home.vrweb.de/~was/x/frueher.pdf

Aber Dinkel ist doch soo gesund!

O.J.

Roland Damm schrieb:

Nunja, lassen wir halt nur Fahrzeuge mit leeren Tanks rein.

nein - lange PKW-Anfahrtswege unterhalten den Staat.

Ole Jansen schrieb:

Zumindest wenn es niicht Hochsommer ist brauchen viele Fahrezeuge auf den ersten km deutlich mehr.

Das nicht unerheblich viel unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid rausgeblasen werden ist dabei auch _total_ egal. Und wenn

2 Tankfüllungen für so einen Scheiß wie Brötchen holen ect. egal sind, brauchen wir uns erst recht nicht über ein Top-speed-begrenzung unterhalten. Real sind Top-speeds eher marginal.

und so schön viel Öl verbraucht wird.

Wenn man ohne echte Notwendigkeit nur mal eben 3l/100km verbraucht - achja natürlich 4x am Wochenden ist das auch nicht der Rede Wert.

Das ist Weitblick.

Hör' auf sonst unterstellt man Dir noch neidgetriebene Diskriminierung.

AFAIK prüft Österreich sogar die Anhebung des Tempolimits, Italien hat das auch schon gemacht!

Die fahren aber nicht als Einkaufsdauerbrenner in massen rum.

CO2-Reduktion im Gebäudebereich wird bereits seit vielen Jahren forciert, Deutschland hat für Wärmedämmung und Heizanlagen ziemlich strenge Richtlinien (EnEV, früher WSchV und HeizAnlV).

mawa

*Bodo Mysliwietz* wrote on Mon, 07-03-12 18:59:

Nein. Ich habe das vor Jahren im recht extremen Bereich mit einer ganzen Tankfüllung betrieben und hatte keinen Mehrverbrauch. Man muß aber wissen was man tut und Einfluß auf die Startanreicherung haben - heute bei Regelung vermutlich selbst das nicht mehr.

Axel Berger schrieb:

Was auch bedeuten könnte das Du generell mit hohem Verbrauch fährst ;-)

bei modernen Motoren ist nichts mehr mit Choke ziehen (oder nicht) ect.

Ich stelle es definitiv an zwei Fahrzeugen (Diesel 4J. + Benziner 3J.) fest. Beim Benziner ist vorallem in der 1. Minute der Leerlauf stark angehoben und selbst wenn die Absenkung Nenndrehzahl erreicht liegt der Verbrauch bis zum erreichen einer Motor/Sondendurchwärmung für den Leerlauf bis zu 50% höher.

Zus. weisen einige Fahrzeuge, insbesondere Diesel, noch zuschaltende Quickheatsysteme auf die den Motor möglichst schnell erwärmen sollen. Das schlägt bei Kurzstrecken dann sehr schnell zu buche.

Matthias Warkus schrieb:

und gibt es eine verbindliche Gesetzeslage die vorschreibt das Duschtassen nur noch mit Wärmetauscher und Durchlauferhitzer ausgestattet sein müssen? Gibt es sowas überhaupt schon auf dem Markt? Imho würde es großen Sinn machen Duschen mit Wärmetauscher und elektronisch geregeltem Durchlauferhitzer zu verbauen und nachzurüsten. Genial wäre es wenn das ganze dann noch über Gas funktionieren täte.

Matthias Warkus schrieb:

Der Bus hält aber noch zus. zwischendurch und kann die ein oder andere grüne Welle nicht ausnutzen.

das dürfte auch, sofern nicht eh Berufsinhalt, sehr schwer sein.

Zumindest insofern das die Neuverschuldung dann reicht um EU-Vorgaben wiederholt nicht zu erfüllen ;-)

das laß ich so gerade durch gehen ;-)

es wuerde soch keinen zweimonatigen Streik geben, weil es fuer den OePNV unmoeglich ist die anfallenden Menschenmassen zu transportieren... Dann muessen diejenigen die um acht bei der Arbeits sein muessen mitunter um vier Uhr losfahren und selbst dann ist nicht Gewaehrleistet, dass sie wenn sei zweimal umsteigen muessen ueberall reinkommen...

faktisch waere es ein nahezu Generalstreik, weil mindestens die Haelfte er leute nicht zur Arbeit kommen wuerde...

Michael

Richtig. Das Unternehmen ist in der Form, dass überhaupt niemand mehr privat Auto fährt, nicht realisierbar, auch nicht für einen Tag. Insofern handelt es sich um rein akademische Überlegungen.

mawa

an Son oder Feiertageb hielte ich das fuer umsetzbar Michael

Und der dabei massig CO2 in die Luft pustet. Wenn die Steuer tats=E4chlich denjenigen treffen soll, der den Schadstoffausstoss verursacht, dann muss der Lupo-Dauerfahrer mehr Steuern zahlen als der Porsche-Wenigfahrer.

Womit er weniger CO2 ausstossen w=FCrde, und so die Steuer ihren Sinn erf=FCllt h=E4tte.

Ich werde jetzt mal aus deutscher Sicht ein Sakrileg begehen und folgende Frage stellen: Soll die Steuer sozial gerecht oder sachlich richtig sein? Sozial gerecht hiesse: Porsche-Wenigfahrer zahlt mehr, da er es sich leisten kann. Sachlich richtig hiesse: Lupo-Dauerfahrer zahlt mehr, da er mehr verursacht.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required