Ist die Verschaltung in dieser Verteilerdose in Ordnung (siehe Foto)

Jul 05, 2010 83 Replies

Hallo,



ich habe heute eine Verteilerdose aufgemacht und blicke auf Folgendes: (ohne Worte...)



Grafik-Link:


Ist das so in Ordnung?



Man achte u. a. auf die zwei hintereinander verzwirbelten Leitungen rechts unten, die sich vermutlich nicht gegenseitig berühren dürften.



War das jemals in den 60er / 70er Jahren zulässig, es



*so* zu machen?

Könnte diese Verschaltung ggf. irgendwann gefährlichere Probleme erzeugen? Wenn man davon ausgeht, dass ein gesamtes Haus nach dieser "Manier" verschaltet wurde?



Wie schaut es Versicherungstechnisch aus?



Grüße Christian



Natürlich nicht.

Nein.

Ja.

Die wird sich freuen. Den Verursacher wird sie aber nicht mehr dingfest machen können.

Lutz

Christian Poll schrieb:

Was für eine dumme Frage!

nein

ja

Dann besteht eine extrem erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Brand oder Elektroschlag kommt.

Bei so einem Murks zahlt keine Versicherung! Und derjenige, der dafür verantwortlich ist, bekommt ziemliche Probleme mit dem Staatsanwalt.

Ab jetzt bist du dafür verantwortlich, dass dieser Murks umgehend beseitigt wird. Wenn du das jetzt weiter so lässt, bist du zu Recht dran wenn was passiert.

Bei einem Mietobjekt musst du sofort deinen Vermieter informieren und für sofortige Korrektur der Elektrik sorgen lassen. Nur so kannst du dich aus der Haftung freimachen falls du Mieter bist.

Nein.

Nein. War es nie und wird es nie.

Damals gab es schon verschiedene Arten von Schraubklemmen, die man im Zuge einer Renovierung dann, sofern die Verdrahtung selbst sauber ist, nur mal nachziehen müsste. Diese "verzwirbelten" Drähte kann man aber lediglich rausreißen. Sie sind, so wie man das auf dem Bild sieht, teilweise zu kurz um sauber mit anständigen Klemmen neu verdrahtet zu werden. Zudem scheinen mir die Aderfarben wild gemischt zu sein.

--> Einmal komplett neu machen!

Gruß

Manuel

die Frage ist eher, ob sie den Schwarzen Peter auf den Eigentümer abwälzen kann, wenn der nichts davon wissen konnte. Aber ich schätze, wenn die Feuerwehr nicht gerade eine solche Dose als mögliche Brandursache identifiziert, ist die Diskussion bzgl. Versicherung akademisch.

Anders sieht es mit dem Handlungsbedarf aus. Jetzt, wo man es weiß, muss aber der Eigentümer handeln, sonst greift er den Schwarzen Peter auf.

Marcel

Würgeverbindungen sind so nicht zulässig, da gehört ne Klemme drauf. Meines Wissens war das auch in dieser Form nie zulässig, passend zum Baujahr hätte ich Porzelan-Klemmen erwartet. Nächste Probleme: Das, was da von oben reinkommt, könnte ne Stegleitung sein. Auf Putz? Nie zulässig gewesen. Und: Der Deckel war mal verschraubt, da hat aber jemand den Deckel ohne Lösen der Schraube aufgebrochen.

Also schrieb Manuel Reimer:

Soweit ACK...

Sehe ich jetzt nicht so kritisch: das gibt's auch heutzutage noch, wenn Du ein Kabel mit bl/br/gn-ge als Stichleitung zu einem Schalter legst, wird der braune L zum Schalter führen und der blaue den geschalteten L wieder zurückführen. Wenn Du dann zur Lampe (oder wasauchimmer) wieder 3-adrig weitergehst mit derselben Sorte Kabel, wirst Du eine Stoßstelle braun/blau bekommen (denn blau und gn-ge werden ja da dann für N und PE gebraucht). Daran ist dann leicht die geschaltete Verbindung zu erkennen - wenn man das durchgängig so macht.

Würde ich im beschriebenen Fall allerdings auch so sehen.

Ansgar

"Christian Poll" schrieb im Newsbeitrag news:4c3129ab$0$7667$ snipped-for-privacy@newsspool1.arcor-online.net...

In den 60er Jahren haben wir das im Prinzip so wie gezeigt gemacht, die Leitungsenden wurden lang abisoliert und dann mit der Kombizange verdrillt. Dann kam aber noch eine Dosenklemme drauf. Trotzdem war der Isolierzustand danach alles andere als gut, denn die verdrehten Enden standen oft weit aus der Dosenklemme heraus. Mit Dosenklemme wäre das aber damals nicht beanstandeswert gewesen.

Grüße

Jürgen

Richtig, es wurde oft genauso gemacht. Hat man durch die Jahrzehnte immer wieder so vorgefunden. Sch=E4den sind eher nicht bekannt geworden. Das Zauberwort war-mit der Kombizange-.

Die Verdrillungen sehen hier sehr fest aus. Eben Kombizange. Und- Klemmstellen k=F6nnen auch mal nachlassen..... Wenn man erst mal wenigstens Schrumpfschlauch oder doch Klemmen dr=FCbermacht, eilt es nicht.

Wo da allerdings ein Auf-Putz-Steg zu sehen ist ?

------------------------ Bei uns im ganzen Land wird schon immer nur verdrillt. Warum- weil keinerlei Klemmen kostenlos zu kriegen sind. Allerdings wird meist mit Tesafilm-Leukoplast-Hansaplat isoliert. Ja, Isolierband hab ich auch schon gesehen-selten. Nein-die H=E4user brennen deswegen nicht ab.

MfG bastian

Ggf. einfach auf die Verzwirbelung eine Klemme drauf, gut zuziehen.

-ras

Marcel Müller schrieb:

Das wird sie 100% wenn sich sonst kein anderweiter eindeutiger Verdacht ergibt. Die Brandexperten wissen, wonach sie suchen müssen.

ACK!

Wieso denn das? Das Kabel und die Dosen gibt es ja vermutlich auch nicht kostenlos, oder?

Grüße, Torsten

Am 05.07.2010 02:39, schrieb Christian Poll:

wie Lutz schon schrieb ist das Verdrillen nicht in Ordnung. Es gibt aber =

noch etwas, das mir nicht gef=E4llt: unten rechts scheint eine rote mit=20 einer schwarzen Ader verdrillt zu sein. Das bedeutet, dass in dieser=20 Installation mit dem Schutzleiter nicht sorgf=E4ltig umgegangen wurde. Da= s=20 w=FCrde ich auf jeden Fall genauer pr=FCfen.

Gru=DF, Alexander

Hallo,

danke für Eure Antworten.

Es ist ein Kellerraum gewesen, der dann zum Wohnraum umfunktioniert wurde. Ist ein Haus, das ein Bekannter gemietet hat.

Wundert mich inzwischen auch nicht mehr was ich bei ihm gesehen habe. Die Hälfte der Häuser dieser Baujahre sollen ohnehin ohne Baugenehmigungen gebaut worden sein. Laut Aussage der Nachbarn auf dem Dorf.

Tragende Wände teilweise aus Steinen wie Y-Tong oder ähnlichem Hohlstein gebaut worden, worauf Stahlträger für die Decke aufgelegt sind. Aber: die Hohlsteine sind nicht mit Beton ausgefüllt worden, so dass diese hohl sind und die Last eines zweiten Geschosses tragen. Somit übliche Deckentragkraft: 150 kg / qm. Empfinde ich als zu wenig.

Typisch Niedersachsen eben.

Nun zurück zum Problem. Ich werde in der offene Dose solche Wago Steck-Klemmen die bis 6 qmm zugelassen sind auf die Verzwirbelungen drauf machen und die Dose verschließen, sowie meinem Bekannten mitteilen, dass er den Vermieter darüber informieren soll. Aber der wird ehe nichts machen.

Theoretisch müsste man da ausziehen und komplett neu Renovieren inklusive Elektrik.

Bezüglich des Schutzleiters gehe ich davon aus, dass dieser einfach vom Nullleiter abgezweigt wurde.

Ist für Euch am Bild der Dose ersichtlich, an welcher Verzwirbelung sich der Außenleiter, der Nullleiter und der Schutzleiter vermutlich befinden wird?

Grüße Christian

"Jürgen Spelter" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...

Man hat mir während meiner Lehre (61-64 BASF) beigebracht, daß Leitungsenden gleichmäßig, ohne Verdrillung in die Klemmen zu führen sind! Verdrillte Leitungen können sich bei Erschütterung leichter lösen . Das der Murks im genannten Beispiel so lange gehalten hat, grenzt an ein Wunder. Ich habe schon genug verschmorte Verteilerdosen erleben dürfen. Die Unsitte des Verdrillens stammt wohl noch aus Kriegs- und Nachkriegszeiten, als Klemmmaterial rar war?

Servus friz

Damals gabe es doch so Teile mit Kunstoffisolierung, welche man auf mehrere Adern draufgedreht hat und welche damit die Adern verzwirbelt haben. Ich habe das nie selbst gemacht (zu jung), aber =F6fters bei bestehenden Installationen gesehen. Z.B. in einer Installation von

1961 im Haus meiner Eltern.

Welche Namen hatten diese Zwirbeldinger eigentlich? Gab es zur Montage ein spezielles Werkzeug, die "Zwirbelklemmen" welche ich kenne hatten hinten einen Seckskant.

"Ralph A. Schmid, dk5ras" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@4ax.com...

Hi, diese "Gewinde" sehen aus wie von diesen beliebten Drehkappen gedreht. Vermutlich haben die dann aufgetragen oder sind altersbedingt inzwischen weggebröselt. Die kann man gelegentlich im gut sortierten Schundladen noch kriegen, einfach wieder draufdrehen.

"bastian" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@n19g2000prf.googlegroups.com...

Hi, aber man muß öfter streichen, über den Dosen bilden sich so schwarze Rauchstreifen an der Wand. Und gelegentlich leuchtets im Dunkeln geheimnisvoll aus der Wand .-) hatte soeine Dose selber...war gut handwarm, die Mauer, und die Dose innen zugequalmt. Sparte sicher einige Watt "Leckstrom", die Neuverdoselung.

Martin Kobil schrieb:

Würgeklemmen, und die gibts nach wie vor.

Akkuschrauber mit entsprechendem Bit.

Gruß Dieter

erdsieb schrieb:

Der Murks war jahrzehntelang Stand der Technik um Telefonleitungen zu spleissen.

formatting link
Und da sind Erschütterungen genauso wahrscheinlich wie in einer eingeputzen Verteilerdose.

Siegfried

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required