Wer sollte dafür sorgen, dass man die Anlage trotzdem laufen lassen muss? Was hältst du davon, sie einfach nicht zu starten, wenn man sie nicht braucht. Damit man sie startet, obwohl man die Wärme nicht sinnvoll unterbringen kann, müssten unter solchen Voraussetzung schon wirklich sehr hohe Erlöse für den Strom erwarten lassen.
Ich sehe dein Problem nicht. Wenn es mit Leichtigkeit gelingt, 200 kW Wärme aus einem kleinen und leichten Auto raus zu blasen, dann wird man das doch mit nur 20 kW auf ein ganzes Haus auch schaffen können. Stichwort "Notkühler".
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C
Christoph Müller
Lutz Schulze schrieb:
Spricht da grundsätzlich was dagegen?
Macher suchen Wege. Bremser nur Gründe. Erst mal kann man für einen ordentlichen Strommarkt sorgen (wie beschrieben). Infolgedessen hat man dann einen echten Massenmarkt für entsprechende Gerätschaften, die eben deshalb dann auch nicht mehr in Werstatt- und Kleinserie, sondern in Großserie produziert werden. Der Preis dürfte dann etwa um den Faktor 10 gegenüber heute fallen und liegt dann mit den heutigen Heizkesseln etwa gleichauf. In den Heizkessel muss man IMMER Geld reinstecken. Eine richtig betriebene Strom-Wärme-Kopplung kann im beschriebenen Umfeld allerdings auch zu versteuerndes Geld durch Stromverkauf erwirtschaften. Die Frage wird dann also nicht heißen, ob man sich einen Heizkessel oder Stromerzeuger kauft, sondern wie man den Stromerzeuger am Besten betreibt.
Man kann davon aus gehen, dass sich die daraus ergebenden Heizkostenvorteile auch für die ärmere Bevölkerung positiv auswirken dürfte.
Da wäre ein generelles Grundeinkommen eine gefragte Sache.
Ich bin Lecksucher!
E
Emil Naepflein
Das ist zu stark von der Isolierung abhängig. Und beim Warmwasserspeicher kommt noch eine eventuell aktiver Zirkulation hinzu. Nach der Stilllegung letzterer hat sich z.B. der Energiebedarf für Warmwasser um etwa 10-15 kWh reduziert.
Wenn dann mancht nur ein richtiger Speicher mit mehreren 100 l Wasser sind, wie z.B. für Solar. Die sind hoch isoliert und so konstruiert, dass z.B. auch über die Anschlüsse nur ein minimaler Wärmeverlust entsteht. Aber das kostet alles viel Geld. Und wenn man so einen Speicher hat dann hat man in der Regel auch Solar. Und wenn man das hat dann ist der Wärmebedarf im Sommerhalbjahr sowieso minimal. Da kann ein BHKW erst recht keine Energie mehr speichern.
A
Ansgar Strickerschmidt
Also schrieb Christoph Müller:
Also, ich habe das Konzept noch nicht im Ganzen gesehen, aber von dem, was ich ich hier so lese, scheint mir das sehr unausgegoren zu sein, und das Risiko des insgesamten Scheiterns wäre mir auch als technik-affinem Menschen zu hoch.
Welchen Sinn hat das, dass sich jeder so ein Kleinaggregat ins eigene Haus holt? Allerdings: Mit einer dezentralen, kleinteiligen, genossenschaftlich organisierten Struktur wäre durchaus was zu machen. Also einen mittelgroßen Strom- und Wärmeerzeuger, meinetwegen pro 1000 Bewohner, an dessen Betrieb die angeschlossenen Bewohner beteiligt sind, und wofür man einen hauptamtlichen Techniker (oder auch 2, zwecks Urlaub) beschäftigen kann. Sowie einen, der sich um Angebot und Nachfrage kümmert. Der Wirkungsgrad wäre bei größeren Maschinen auch noch besser. Solardächer kann man dabei auch regelungstechnisch in eine größere Anlage zusammenfassen. Und einen automatisierten Handel kann man trotzdem aufsetzen, wobei der Overhead für den Einzelnen geringer würde.
Ansgar
U
Uwe Hercksen
Christoph Müller schrieb:
Hallo,
und im Inselbetrieb wird dann zuerst über die Hitze im Haus gestöhnt, dann die Fenster aufgerissen bis dann langsam die Erkenntnis reift das man das eigene BHKW doch abschalten muß weil man weder den selbst erzeugten Strom noch die dabei anfallende Wärme in vollem Umfang nutzen kann.
Bye
U
Uwe Hercksen
Christoph Müller schrieb:
Hallo,
und dann gibt es noch solche die etwas machen möchten und dazu Holzwege suchen....
Bye
U
Uwe Hercksen
Christoph Müller schrieb:
Hallo,
aber vom Klimawandel und dem Problem des steigenden CO2 Gehalts der Atmosphäre hast Du aber schon mal gehört? Da kann man es nicht verantworten die Wärme über den Notkühler sinnlos rauszublasen nur um gerade Strom zu erzeugen mit besonders schlechtem Wirkungsgrad und entsprechent viel CO2 Ausstoß nur weil der Strompreis gerade besonders hoch wäre. Ein gutes Grosskraftwerk würde viel weniger CO2 pro erzeugter kWh ausstossen. Wenn man das eigene BHKW einigermassen klimaverträglich nutzen will darf man es nur laufen lassen wenn man die Wärme auch braucht und das zu heizende Haus auch vernünftig isoliert ist.
Bye
C
Christoph Müller
Uwe Hercksen schrieb:
... und die nicht zu vergessen, die nur Sprüche absondern wollen, damit sie auch mal gesehen werden...
C
Christoph Müller
Uwe Hercksen schrieb:
Notkühler! Oder meinst du, dass man für die vielleicht 20 kW einen haushohen Kühlturm bräuchte? In einem PKW schafft man durch den Kühler lässig 100 kW weg...
Einem solche Betreiber gehört es nicht anders.
Normale Betreiber werden ihre Anlagen anders optimieren. Strom und Wärme haben zu unterschiedlichen Zeiten einen unterschiedlichen Wert. Als Wert für die Brennstoffe nimmt man meistens den realen Einkaufswert. Aus diesen Größen kann ein Automat ganz individuell darüber befinden, ob seine Anlage nun laufen soll oder nicht und welche Aggregate laufen sollen oder nicht. Wer seine Anlage so programmiert, dass er sich nicht mehr wohl fühlt, dann hat er was falsch gemacht.
Daraus ziehst du anscheinend den Schluss, dass ein System, in dem man was falsch machen kann, grundsätzlich abzulehnen ist. Ich halte eine solche Schlussfolgerung für ziemlich weltfremd.
C
Christoph Müller
Uwe Hercksen schrieb:
Schon mitgekriegt, dass wir hierzulande VIELE Kraftwerke mit riesengroßen Kühltürmen haben und wir DESHALB sehr viele Heizungen betreiben, die diese dort weggeworfene Wärme NOCHMAL produzieren?
Großkraftwerke blasen ihre Wärme NUR durch Notkühler raus. DESHALB wird die dort freigesetzte Wärme in deiner Heizung NOCHMAL produziert. Das ist dann wohl besser, als wenn man an wenigen Tagen im Jahr mal für kurze Zeit einen Notkühler beaufschlagt?
Kriegt man damit auch die vielen Heizkessel in den Gebäuden weg? Oder produzieren die jetzt kein CO2 mehr, weil das schon das Großkraftwerk gemacht hat?
das wird auch der NORMALFALL sein. Dein Problem dürfte eine vielleicht einprozentige Abweichung des Normalfalls sein. Wegen diesem einen Prozent lehnst du gleich das ganze System ab. Da ist es dir schon lieber, weiterhin Großkraftwerke mit Kühltürmen zu bauen, die man aufgrund ihrer Größe nicht mal richtig dem realen Bedarf anpassen kann. Lieber generiert man zusätzlichen Bedarf, um diese großen Dinger GLEICHMÄSSIG auslasten zu können. Kleine Anlagen würde man halt abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. So aber werden lieber ganze Gebäude elektrisch geheizt, um den hohen ELEKTRISCHEN Wirkungsgrad der Großanlagen aufrecht erhalten zu können.
Gebäudedämmung ist vor allem was für den Wohnkomfort (auch wenn's gelegentlich mal daneben geht). Für die Umwelt müssen wir erst mal schauen, dass wir nicht mehr so viele Schadstoffe in unseren Lebensraum anreichern. Die Verwendung der RICHTIGEN Energieformen ist deshalb SEHR viel wichtiger als ein hoher elektrischer Wirkungsgrad. Dieser ist nur eine einzige Hilfsgröße von Vielen.
C
Christoph Müller
Ansgar Strickerschmidt schrieb:
Die eingesetzte Energie wird wesentlich besser genutzt als per Großkraftwerk + Heizkessel. Speicherkraftwerke werden überflüssig, weil man die Primärenergie damit sehr viel einfacher, effektiver und preiswerter speichern kann, indem man grade nicht gebrauchten Strom gar nicht erst produziert. Ist der Strompreis niedrig genug und wird auch keine Wärme dringend gebraucht, wird man solche Anlagen einfach ausschalten. Massenproduktion wird die Kleinaggregate preislich etwa mit modernen Heizkesseln gleich setzen. Mit Heizkesseln kann man kein Geld verdienen. Mit den Aggregaten schon (wenn auch nicht berauschend viel). Als Veredelungsbetrieb, der man mit so einem Aggregat wird, lernt man alle typischen Geschäftsvorgänge eines Unternehmers mit wenig Risiko kennen. Das dürfte die Angst vor der Selbständigkeit nehmen und zu mehr Firmenneugründungen führen. Ein Land von Machern dürfte mehr Erfolg haben als ein Land von eingeschüchterten Befehlsempfängern. Weil die Anlagen aufgrund der Massenproduktion mit günstigen Preisen auf den Markt drängen werden, wird es zur Marktsättigung kommen. Diese geht für die Produzenten einher mit massivem Spezialisierungsdruck. Dem kann auf unterchiedlichste Weise nachgekommen werden. Große Unternehmen werden dann z.B. Standardeinheiten bestehend aus Wechselrichter, Generator, Elektronik (Computer) und Stirlingmotor produzieren. Kleinere Firmen, werden "verlängerte Werkbank spielen". Sie werden sich also diese Einheiten von den großen Massenproduzenten kaufen und z.B. einen eigenen Erhitzerkopf und Brenner drauf setzen, um damit lokale Primärenergieformen nutzen zu können. Z.B. komplette Rapspflanzen, Häckselgut, Kartoffelkraut, Sroh, Hachschnitzel, Scheitholz, Pellets usw.
Je nach dem halt...
Kommt drauf an, was das Ganze kostet und wie brauchbar es ist. Das kann regional sehr unterschiedlich sein.
Das sollten besser Automaten machen.
INSGESAMT? Was der Wirkungsgrad besser wird, geht gerne mit Verlusten in langen Leitungen wieder verloren.
Klar.
T
Thomas Einzel
Christoph Müller schrieb am 21.10.2009 11:59:
Für dich nicht? Schade. Das Thema Spitzenlastkraftwerke hast du ja wohl deswegen auch nicht aufgegriffen.
Wenn du mir hingegen einen *konkreten* und *wirtschaftlichen* Vorschlag für (m)ein privates BHKW mit einer Wärmeleistung von gut 20KW machen kannst, sehr gern!
Thomas
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