-20°C

Apr 10, 2023 Last reply: 2 years ago 641 Replies

Am 04.06.2023 um 19:52 schrieb Rolf Bombach:

Weil man auf ein Auto leichter verzichten kann als auf seine Liebsten.

Nur für den Fall, dass das Auto fahrbereit gehalten werden soll.

-15°C sollten reichen. Heizkörper wird man in den Garagen üblicherweise nicht verbauen. Deshalb wird man dort mit Heizlüftern arbeiten. Zumindest, so lange es noch Strom gibt. Aber wer sollte in einem solchen Szenario überhaupt genug Strom produzieren? Ich fürchte, dass sich mit Extremwetterlagen einige Dominoeffekte ergeben werden.

Ich betreibe einen stromproduzierenden Heizkessel. Der ist aber nicht inselfähig, sondern braucht ein Netz zur Führung. Leider bin ich nicht Elektroniker genug. Aber ich könnte mir vorstellen, dass man dem Teil auch ein Netz vorgaukeln kann, um es inselfähig zu machen.

Die Heizen mit Holz. Falls erreichbar mit fossilen Brennstoffen, wie Benzin.

Was sonst?

Im Notfall Bäume oder besser Altholz zu verfeuern, ist die schnellste und einfachste Lösung.

Auch die Keller im Ratshaus usw. sind durch ihre Lage im Erdreich aus natürlichen Gründen recht frostsicher.

Peter F'up de.soc.politik.misc

(Frostschutz im Kühlkreislauf bei -25 °C)

  1. Hat man aber, ist Teil des Servicechecks.
  2. Man könnte den Motor kurz laufenlassen?
  3. In der Zwischenzeit heizt man mit dem "Bioethanol"-Kamin zu.
  4. oder mit dem Teelicht.
  5. oder dem Fondue.

Klar, geht dann alles nicht wenn es in der Garage dann doch -35 °C hat.

Erinnert mich an:

"In the space of one hundred and seventy-six years the Lower Mississippi has shortened itself two hundred and forty-two miles. That is an average of a trifle over one mile and a third per year. Therefore, any calm person, who is not blind or idiotic, can see that in the Old Oolitic Silurian Period, just a million years ago next November, the Lower Mississippi River was upwards of one million three hundred thousand miles long, and stuck out over the Gulf of Mexico like a fishing-rod. And by the same token any person can see that seven hundred and forty-two years from now the Lower Mississippi will be only a mile and three-quarters long, and Cairo and New Orleans will have joined their streets together, and be plodding comfortably along under a single mayor and a mutual board of aldermen. There is something fascinating about science. One gets such wholesale returns of conjecture out of such a trifling investment of fact."

(Bonuspunkte für Autor ohne googeln.)

Thomas Prufer

Christoph Müller schrieb am Sonntag, 4. Juni 2023 um 22:45:38 UTC+2:

Von fossilen Brennstoffen wird man sich Zug um Zug bis 2045 weitgehend verabschieden, synthetische und biologische (pflanzliche) Brennstoffe werden aber weiterhin verfügbar sein. Also z.B. Holz, Biogas, grüner Wasserstoff, synthetische Kohlenwasserstoffe, Pflanzenöle, ...

Nur hat man mit diesen regenerativen Brennstoffen ein Mengen- und Kostenproblem. Man wird sie also nur in Zeiten einsetzen können, in denen preiswertere Energiequellen wie z.B. PV- und Windstrom nicht ausreichend verfügbar sind.

Für dich mit deinem stromerzeugenden Heizkessel (BHKW) hat das zur Folge, dass du deine Wärme nicht zu 100% aus deinem BHKW erzeugen können wirst, sondern als 2. Wärmequelle zumindest noch eine Wärmepumpe plus idealerweise eine PV-Anlage auf dem Hausdach brauchen wirst.

Tut mir leid, damit sind deine stromerzeugenden Heizkessel in kleinen Wohneinheiten wie EFH, 2FH und kleinen MFH gestorben, weil das dafür ein zu hohes Invest bedeutet.

Dafür kommt jetzt die Stunde der Wärmenetze, mit denen man problemlos verschiedene, größere Wärmequellen wirtschaftlich kombinieren kann. Ich persönlich heize mein Haus über ein regeneratives Nahwärmenetz mit bald 3 Wärmequellen: a) der Abwärme einer flexibilisierten Biogasanlage (BHKW) b) Holz-Hackschnitzel Spitzenlastkessel c) bald Großwärmepumpe + PV-Freiflächenanlage

Im Grunde bleiben für EFH und 2FH wirtschaftlich gesehen im Kern nur 2 realistische Möglichkeiten zur Wärmeerzeugung, alles wird in der Nische stecken bleiben:

a) Wärmepumpe b) Nah- oder Fernwärmenetz

Also Notheizung vielleicht noch ein zusätzlicher Holzofen, ist aber wegen den Emissionen fraglich.

Martin Kobil schrieb am Montag, 5. Juni 2023 um 10:39:58 UTC+2:

Btw, die BHKW der Wärmenetze ergänzen die Wärmepumpen, weil sie mengenmäßig passend mit der Wärme den Strom für die Wärmepumpen erzeugen.

Am 05.06.2023 um 10:39 schrieb Martin Kobil:

ist auch sinnvoll.

Wäre auch sinnvoll, sie zu nutzen. Diesbezüglich traue ich unserer aktuellen Regierung aber nicht über den Weg. Da fehlt die grade und nachvollziehbare Linie. Deshalb hängt alles von der Meinung von ein paar Leuten mit der größten Klappe ab. Die Verunsicherung ist entsprechend groß. Man unterhält sich nur noch in Schlagworten, um sich nicht rechtfertigen zu müssen.

Synthetische Brennstoffe: schlechter Wirkungsgrad. Braucht zu viel Fläche. Schlecht für die Natur. Lehnen wir deshalb ab.

Pflanzliche Brennstoffe: Konkurrenz zu Lebensmitteln. Lehnen wir deshalb ab.

Holz: Muss aufgrund der Effektivität erst mal ein Produkt gewesen sein, bevor es verbrannt werden darf. War es erst mal ein Produkt, dann weiß man ja nicht, wie das Holz behandelt wurde. Könnte also giftige Stoffe freisetzen. Lehnen wir deshalb ab.

Biogas: Viel zu großer Flächen- und Düngemittelbedarf. Konkurrenz zu Lebensmitteln. Methan ist etwa 80 Mal klimawirksamer als CO2. Lehnen wir deshalb ab.

Grüner Wasserstoff: Der ist aktuell grade hip. Wen kümmern da noch hohe Preise, Flächenbedarf, katastrophaler Wirkungsgrad, problematische Handhabung usw.? Wen kümmert da noch was in dieser Richtung:

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? DAS MACHEN WIR! Wir wollen der Welt ja mit gutem Beispiel voran gehen!

Synthetische Kohlenwasserstoffe und Pflanzenöle: siehe oben. Lehnen wir ab.

Also geht man das Problem am Besten gar nicht erst an. Also Klappe halten, bevor irgendwer "auf dumme Ideen kommt" und am Ende auch noch behauptet, dass ja nur ein sehr kleiner Teil der Nutzenergie damit bereitgestellt werden soll/kann.

Wenn im Vorfeld bereits alles abgeblockt wurde, dann wird im Akutfall nichts (nicht genug) da sein, um andere Energiespeicher als Akku und Wasserstoff zu nutzen.

Geld spielt für Politikys ja keine Rolle. Die sind es gewohnt, immer genug davon zu haben. Normalbürger haben keine so glückliche Position. Sie müssen ordentlich Haushalten, um gut über die Runden zu kommen.

Würde man sich nicht komplett auf Wärmepumpen versteifen, dann gäbe es Leute, die sich Wärmepumpen kaufen und andere, die sich stromproduzierende Heizkessel leisten. Beides sollte etwa für das gleiche Geld zu haben sein. Wenn die beiden Anteile ein sinnvolles Gleichgewicht haben, dann steht auch in Extremwetterlagen genug Strom aus der Nachbarschaft (kein Überlasten des Stromnetzes) zur Verfügung, um die Wärmepumpenleute selbst dann noch versorgen zu können. Das Szenario, das uns die aktuelle Politik verkaufen will, wird allerdings in solchen Fällen zu Massensterben durch Erfrieren führen.

Schöne Theorie. Praktisch braucht man dafür eine recht dichte Bebauung, weil so Netz sehr teuer ist. Geht wahrscheinlich mindestens 50% der Bevölkerung damit nichts an. Die Anschlüsse wären viel zu teuer.

Alles ist NUR auf Wärme aufgebaut. Nur das BHKW KÖNNTE auf Angebot und Nachfrage wirklich sinnvoll reagieren. Doch das setzt etwas in Richtung ASTROHS voraus. Etwas in dieser Art scheint in eurem kleinen Nahwärmenetz nicht vorgesehen zu sein. Nur ein Stromerzeuger ist dafür auch etwas zu wenig.

Strom braucht niemand?

Mit stromproduzierenden Heizkesseln wird man sehr wahrscheinlich mit Brennwerttechnik arbeiten. Hat bei Holz den angenehmen Nebeneffekt, dass im kondensierenden Wasser der Feinstaub recht gut gebunden wird. Für Notkessel wird man auf solche Technik natürlich verzichten. Als stromerzeugender Heizkessel wär's Standard.

Kann eigentlich nur der gelernte Schiffsjunge sein. Einer der mehr als viele andere für die Anerkennung und Wertschätzung der Schwarzen in den USA getan hat und dessen Bücher deshalb jetzt gecancelt und zensiert werden.

Am 04.06.23 um 22:54 schrieb Christoph Müller:

Ein inselfähiger Wechselrichter hat eine netzbildende Funktion. Er braucht ausdrücklich nichts und niemanden, der ihm ein Netz "vorgaukelt". Er bildet es selbst.

Die Inselfähigkeit ist i.W. (fast) ausschließlich eine Frage der Software. In

K. De Brabandere. Voltage and Frequency Droop Control in Low Voltage Grids by Distributed Generators with Inverter Front-End. PhD thesis, Katholieke Universiteit Leuven, Leuven, Belgium, 2006.

kannst Du übrigens ab S. 31 gut nachlesen, wie die verschiedenen Regelkonzepte für netzbildende, netzspeisende und netzstützende Wechselrichter funktionieren.

Und wenn Du nicht so eine offensichtliche Aversion gegen Grundlagen hättest, könntest Du Dir dort auch Anregungen dafür holen, mit welchen Konzepten Du Deine Myriaden von stromproduzierenden Heizkesseln ausstatten müsstest, damit Du die Nachfrage nach elektrischer Energie abdecken könntest. Jedenfalls so, dass es grundsätzlich funktionieren könnte, anstatt sich in arbiträrer Beliebigkeit an einem von irgendwem irgendwann nach irgendwelchen Kriterien in den Wald gerufenen Preis zu orientieren.

V.

Christoph Müller schrieb am Montag, 5. Juni 2023 um 12:13:45 UTC+2:

Das sehe ich ganz anders. Es ist die erste Bundesregierung die die Sache endlich angeht. Genau genommen ist es nur eine Partei davon.

Die letzten 16 Jahre CDU/CSU Bundesregierung in wechselnden Koalitionen mit FDP und SPD war davon geprägt die angeblich teure PV- und Windenergie möglichst stark einzubremsen und sich dafür einseitig vom angeblich billigen, fossilen Erdgas aus Russland abhängig zu machen.

Die haben nicht mal jemand, der sich fachlich intensiv mit dem Thema Klima und Energie beschäftigt. Das passt perfekt in unsere alternde Boomer Gesellschaft mit dem Motto "es soll alles bleiben wie es ist". Ja nicht die Bevölkerung mit notwendigen Veränderungen belästigen, dafür wird man vom Wähler abgestraft.

Alle diesen regenerativen Wasserstoffe und Kohlenwasserstoffe haben Vor- und Nachteile. Aber man braucht sie alle zwingend als Ergänzung für PV- und Windstrom, insbesondere als Saisonspeicher um die Sonnenenergie vom Sommer in den Winter zu bringen.

Wofür sie zu teuer sind und mengenmäßig nicht taugen ist, alte fossile Heizkessel weiter zu betreiben.

Vielleicht es es dir entgangen, dass in der neuen Kraftwerksstrategie der Bundesregierung bis 2030 eine Zubau von 25 GW flinke H2 Ready Gaskraftwerke drin sind. Wenn die ersten davon 2025 in Betrieb gehen, ist das ein Zubau von 5 GW/Jahr.

Die notwendige Umgestaltung der Fernwärmenetze von Kohle/Erdgas auf BHKW etc. werden ihr Übriges tun.

Versuche doch endlich zu verstehen, dass man die teuren regenerativen Brennstoffe nicht dazu verwenden kann um 100% des Wärmebedarfs von einzelnen Häusern zu decken. Wie gesagt, diese Brennstoffe sind in Zukunft insbesondere dafür da Wärmeenergie und Strom zu liefern, wenn PV+Wind+Co nicht im ausreichenden Maße liefern. Wirtschaftlich darstellbar ist das mit BHKW in Wärmenetzen, nicht aber in kleinen, einzelnen Häusern.

Wärmepumpen haben den unschlagbaren Vorteil, dass sie a) 3-4 Teile Wärmeenergie mit einem Teil elektrischer Energie liefern b) direkt ohne Wandlung laufen mit der zuk. Hauptprimärenergie (Wind/PV Strom)

Da ist energetisch mindestens ein Faktor 3 zu heutigen gasbetriebenen Brennwertthermen drin.

Btw, das ist genauso wie bei dem Vergleich Verbrennerauto und Elektroauto. Auch gut Faktor 3 dazwischen, ich fahre seit 10 Jahren BEVs und weiß genau, wie die Praxis aussieht.

Das ist maßlos übertrieben.

Wobei auch niemand berücksichtigt, dass Brennwertthermen in vielen Berechnungen unter voller Anrechnung des Brennwerteffekts kalkuliert werden, der sich nur bei entsprechend niedriger Rücklauftemperatur einstellt, die wiederum *tadaa* oftmals nur mit einer Fußbodenheizung tief genug zu drücken ist.

Grüße Marc

Und einer vorhandenen Trenneinrichtung, damit man bei Netzausfall nicht in dieses zurückspeist.

Grüße Marc

Das irgendwie schon, aber wie? Biobrennstoffe haben nach den optimistischsten Rechnungen (andere kommen auf unter null) höchstens 25 % Nutzen. Der Rest geht in den Aufwand der Herstellung, also Landwirtschaft und Verarbeitung. Drei Viertel des Ertrages müssen also mindestens in den Prozess zurückgeführt werden. Zumindest rechnerisch, praktisch fahren Traktoren natürlich mit normalem Diesel.

Halbwegs ehrlich darf also nur ein Viertel des Ertrages als kohlendioxidfreier Biotreibstoff vermarktet werden. Bei drei Vierteln ist das Kohlendioxid aus deren Verbrennung voll anzurechnen und mit allen darauf entfallenden Gebühren und Steuern zu versehen. Und was wird tatsächlich gemacht? Eben.

... die trivialerweise ohnehin vorhanden ist. Allein schon, damit man sich im netzspeisenden Betrieb auf das Netz synchronisieren kann, bevor man einspeist.

Aber Dir fallen bestimmt noch mehr Dinge ein, die ebenso trivialerweise vorhanden sein werden :-)

Gruß, V.

Am 06.06.2023 um 10:28 schrieb Martin Kobil:

Das ja. Wie ich die Dinge allerdings einschätze, eher im Hudrihudri-Modus mit haufenweise Fehlern als mit kühlem Kopf und rationalem Verstand. Anstatt erst mal eine solide Basis aufzubauen, auf der sich die regenerativen Energien optimal entfalten können, geht man den zweiten Schritt vor dem Ersten und fällt auf's Maul. Das Thema Heizung entwickelt sich entsprechend zum Fiasko. Wie so eine Basis überhaupt ausschauen könnte - davon weiß anscheinend niemand was. Also wird mit blindem Aktionismus einfach irgendwas hervor gekramt, von dem man meint, dass das bringen könnte. Das wird dann mit voller Energie voran getrieben. Für Extremfälle hat man dann natürlich keine Zeit mehr. Aber sie treten halt hin und wieder trotzdem auf. Wenn es dann zu Massensterben durch Kälte kommt, ist es zu spät, um noch drauf reagieren zu können. Aber genau darauf steuert unsere Regierung völlig unnötigerweise zu.

Da muss ich dir leider Recht geben. Hat mich auch enttäuscht. Von einer Physikerin an der Spitze hätte ich mir wesentlich mehr erwartet.

Wer etwas besser weiß, wird erst mal beiseite geschoben. Könnte sich ja zur Konkurrenz entwickeln. Dem beugt man gerne vor. Mit einem Besserwisser-Image kommt man nicht weit. Wie will man unter solchen Voraussetzungen eigentlich Wissen vermitteln, wenn doch eh' schon alle alles besser bissen?

Ich bin zwar auch so ein Boomer. Aber ich will durchaus was verändern. Nämlich insbesondere die Basis für eine regenerative Energiewirtschaft schaffen. Aber die Verantwortlichen scheinen alles besser zu wissen. Deshalb brauchen sie sowas nicht.

Es geht nicht um geringe Veränderungen. Es geht - jedenfalls mir - eher darum, dass man sich gegenseitig als Partner respektiert.

Sogar mehr Vor- als Nachteile.

Sag' ich auch schon lang. Aber sag' das mal den Entscheidern! Die hören nicht mal zu. Sie haben viel Wichtigeres zu tun.

Mit einer regenerativen Energiewirtschaft wird die Industrie recht schnell preiswerte Technik auf den Markt bringen. Weil aber Großserienprodukte erst mal mächtig Anschubfinanzierung für teure Fabriken brauchen, will man auch einen entsprechenden Absatzmarkt für die angepeilten Produkte sehen. Ohne solche Aussichten bleibt's bei Einzelstücken oder Kleinserien mit entsprechend abschreckend hohen Stückkosten. Dann gibt's Parteien, die fordern deshalb große Subventionen. Dann wird definiert, wer für Subventionen überhaupt infrage kommt. Dann gibt's haufenweise Sonderfälle, die noch zu berücksichtigen wären. Und am Ende ein Bürokratiemonster, vor dem man nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann. Einfach zwei politische Grundsatzentscheidungen und die Sache sollte weitgehend auch ohne Eingriffe durch die Politik in die richtige Richtung laufen. Aber man hat ja keine Zeit, weil man an all die Ausnahmefälle denken muss, was dann in den entsprechenden Antragsformularen ihren Niederschlag findet...

Das ist genau so eine Katastrophe. Geht schon mit H2 los und geht mit gigantischer Verschwendung weiter. Solche Kraftwerke sind einfach zu groß, um die viele Abwärme noch sinnvoll verwerten zu können.

Rechne mal 40 Mio. Haushalte zu je 3 kW elektrisch. Macht 120 GW elektrisch, die jederzeit abgerufen werden könnten. Die gleiche Leistung nochmal aus Handel, Handwerk, Industrie, Verwaltung usw. - macht dann

240 GW. Gut 70 GW war bislang das Maximum, das im Land gebraucht wurde. Wenn nur jeder 3. oder 4. mit stromproduziernder Heiztechnik arbeitet, ist die Spitze des Strombedarfs bereits komplett (!!!) gedeckt. Gleichzeitig kann man davon aus gehen, dass entstehende Abwärme so gut wie immer einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird. Bei Kraftwerken wird das eher selten der Fall sein. Dafür ist die Fernwärme einfach zu teuer und im Übrigen auch ziemlich verlustreich, was auch gerne übersehen wird.

Einem Fernwärmenetz ist es völlig egal, woher die Wärme kommt. Allerdings muss der Durchfluss und die Temperatur stimmen.

Wenn bei uns im Sommer die Kollektoren zu heiß werden, dann schalten wir nur die Zirkulationsleitung ein. Das reicht aus, um die maximale Temperatur zu begrenzen. Um im Rest des Jahres die Wärmeverluste gering zu halten, wird die Zirkulation per Zeitschaltuhr ein- und ausgeschaltet. Ein Fernwärmenetz hat sehr viel längere Leitungen und sehr viel höhere Temperaturen. Einfach per Zeitschaltuhr ein- und auszuschalten, geht mit Fernwärmenetzen aus naheliegenden Gründen nicht. Das alles sorgt für nicht unerhebliche Verluste, über die nicht gerne gesprochen wird.

Was vielleicht ginge, wäre das Verlegen UNgedämmter Leitungen in Gegenden mit etwas Geothermie. Beim Deutschen Museum in München kommt z.B. vom rechten Isarufer warmes Wasser in die Isar. Dieses Wasser kann man per Wärmepumpe abkühlen. Mit den ungedämmten Leitungen als Wärmetauscher. Straßen aufreißen, Leitung rein, Häuser anschließen, wieder zu machen... Das kostet aber halt. Die Wärmepumpen natürlich auch.

Und hat man schon mal eine Wärmepumpe, dann kann man sie ja im Sommer auch als Kühlung laufen lassen. Der schattenspendende Baum vorm Haus hat dann ausgedient. Ohne Baum sieht man weiter... Das Allgemeininteresse dürfte ein anderes sein...

Wer sagt denn, dass das überhaupt nötig wäre? Ist der Strom nur billig genug, dann kann man auch über elektrische Widerstandsheizung heizen und Brennstoffe derweil auf Lager legen. Wer genug Geld hat, kann sich auch eine Wärmepumpe leisten und bekommt dann entsprechend mehr Wärme.

Wird aber das Regierungsszenario verfolgt, dann wird NUR noch mit WPs geheizt, was sich für brandgefährlich halte. Denn üblich sind Luft-WPs. Gehen die Temperaturen mal richtig runter - wie im Betreff -20°C - dann hört sich der Spaß schnell auf. Denn dann schnellt der Strombedarf plötzlich rasant in die Höhe. Dann gibt's elektrische Heizlüfter statt Wärmepumpen mit entsprechend hohem Strombedarf. Ich rechne etwa mit bis zum 10-Fachen des normalen Strombedarfs. Dafür werden die Netze sicher nicht ausgelegt sein und sie werden nach meiner Einschätzung auch erst einer Katastrophe bedürfen, um sie auf die 10-fache Last auszubauen. Dann wird's RICHTIG kalt, was vielleicht 1% der Bevölkerung das Leben kosten könnte. Das wären dann um 800.000 Tote, die mit einem guten Konzept leicht vermeidbar wären.

Was genau nährt diese These? Was müssten demnach kleine einzelne Häuslebewohner tun?

das machen sie aber nur, wenn's dafür auch warm genug ist. Dann holen sie mit großem Aufwand im Wesentlichen die Energie zurück, die die Kraftwerke andernorts durch Kühltürme und Gewässer weggeworfen haben.

WPs werden hautpsächlich in der dunklen Jahreszeit betrieben. Da ist PV-Strom nicht besonders prickelnd. Wind weht auch nicht immer. Also braucht's thermische Stromerzeuger, die dort arbeiten sollten, wo es auch entsprechenden Wärmebedarf gibt. Einfach deshalb, weil thermische Stromerzeuger i.d.R. mehr Ofen als Stromerzeuger sind. GuD kommt zwar auf bis zu 60% Strom. Doch das sind noch immer 40% Verlust, wenn die Wärme nicht genutzt wird. Im Mini-BHKW in den Häusern lässt sich dieser Verlust mit gutem Management zu nahezu 100% vermeiden, ohne dafür teure Fernwärmeleitungen und Anschlüsse zu benötigen.

Aber nur, so lange es draußen warm genug ist. -20°C sind nicht mehr warm genug.

Der Faktor ist sogar noch viel größer, wenn man die Treibstoffgestehung mit ins Kalkül nimmt.

Um das richtig einsortieren zu können, werden wir halt erst mal ein paar

100.000 Tote haben müssen. Vorher glaubt's einfach niemand, weil man sich doch eine so schöne Welt ausgedacht hat. Im Ahrtal war man auch gewarnt. Nur hat's halt niemand geglaubt. -> 200 Tote alleine wegen dieses örtlich doch sehr begrenzten Ereignisses.

Über sowas kann man wirklich lang und fruchtlos streiten. Auf dem Bauernhof muss das Zeug so oder so irgendwie behandelt werden. Da heißt's dann nur hier hin oder da hin schieben? Im einen Fall macht man eine eigene Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf. Im andern Fall läuft das Ganze einfach unter "sonstiges" und ist nicht der Rede wert. Dazwischen gibts eine riesige Bandbreite, über die man endlos diskutieren könnte...

Oder mit Rapsöl.

Das mit selbst angebautem Rapsöl gefahren wird, ist hier nach meinen Infos nicht unüblich.

Am 06.06.23 um 18:18 schrieb Volker Staben:

Balkonkraftwerke können das offenbar auch ohne Trenneinrichtung. Warum das bei größeren Einheiten prinzipiell anders sein sollte ist unklar.

Vielleicht doch besser ein wenig kleinere Brötchen backen...

Hanno

Am 06.06.2023 um 20:06 schrieb Hanno Foest:

du hast |Volker Staben snipped-for-privacy@hs-flensburg.de wrote: |> Die Inselfähigkeit ist i.W. (fast) ausschließlich eine Frage der |> Software.

weggequotet und das obere Zitat ist von Marc, nicht von Volker. Dass da etwas feht, kann man auch an den Quota-ebenen sehen.

Der Zusammenhang "Inselfähig" war in so fern wichtig, da Stecker-fertige PV Anlagen ("Balkonkraftwerke") nicht Insel-fähig sind, somit ist der Kontext gar nicht vorhanden. Sie müssen sich wie andere Einspeisewechselrichter auch innerhalb von (IIRC) <=0,2s vom Netz trennen - Netz- und Anlagenschutz. Dass Netz-geführte Inselanlagen/Hybridwechselrichter einen gesonderten Notstrom- oder Ersatzstromkreis haben, hat _damit_ erst mal nichts zu tun.

Am 06.06.23 um 22:42 schrieb Thomas Einzel:

spielt ja auch keine Rolle.

Eben. Wo ist das Problem?

Es geht ja auch nicht um Inselfähigkeit, sondern um Rückspeisefähigkeit. Balkonkraftwerke sind das offenbar. Inselfähigkeit irrelevant.

Oder anders formuliert: Volker schreibt, daß eine Trenneinrichtung ALLEINE SCHON vorhanden [sein muß], damit man sich im netzspeisenden Betrieb auf das Netz synchronisieren kann. "Alleine schon" heißt hinreichende Bedingung, andere Bedingungen (Inselfähigkeit, sonstwas) nicht notwendig.

Genau. Aber es braucht keine "Trenneinrichtung, damit man bei Netzausfall nicht in dieses zurückspeist". Der Wechselrichter schaltet sich ab, das war's.

Unter eine Trenneinrichtung verstehe ich etwas, was komplett elektrisch trennt (Schalter mit Luftspalt). Das ist beim Balkonkraftwerk offenbar nicht der Fall, weil es sich ja sonst nicht mehr aufsynchronisieren könnte.

Keine Ahnung, worauf du hinauswillst...

Hanno

Diese Trenneinrichtung ist üblicherweise im Wechselrichter. Das nützt für einen Inselbetrieb nichts, hier muss das Netz des Hauses vom öffentlichen Netz abtrennbar sein, damit der Wechselrichter ins Hausnetz, nicht aber ins öffentliche Netz speisen kann.

Und das ist bei den mir bekannten Anlagen (das ist nur eine Handvoll, aber trotzdem) durchweg nicht der Fall.

Grüße Marc

Könnten die das überhaupt jemals sein? Und wen würden die dann speisen können?

Grüße, H.

PS Aber wer sein Geld zum Fenster rausschmeißen will, muss es doch mit seinem Balkonkraftwerk nur noch direkt über die Brüstung werfen.

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