230V-Umstellung

Jun 05, 2026 Last reply: 1 week ago 160 Replies

Von früher ist mir noch 220V in Erinnerung. Wann wurde das eigentlich umgestellt auf 230V?



Das ist doch wahrscheinlich nicht auf einen Schlag von jetzt auf nachher geschehen, andererseits ist mir kein Umstellungstag in Erinnerung. Wie ging das dann eigentlich vonstatten? Kann der eine 220V einspeisen und der andere schon 230?


Am Fri, 5 Jun 2026 10:33:40 +0200 schrieb "Wendelin Uez" snipped-for-privacy@online.de zum Thema "230V-Umstellung":

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Abschnitt Geschichte: Ab 1987 wurde Schrittweise damit begonnen.

Kann nach meinem Verständnis nicht funktionnieren. cu. Juergen

Am 05.06.26 um 10:33 schrieb Wendelin Uez:

Man hat über einen längeren Zeitraum schrittweise die Toleranzfenster verschoben, bis 230V schließlich der Sollwert und 220V eine weiterhin zulässige Toleranz waren. In 240V-Ländern entsprechend in der umgekehrten Richtung. Siehe den von Juergen verlinkten Wikipedia-Artikel.

Bei der Einspeisung ist nahezu ausschließlich die korrekte Frequenz entscheidend.

Kleine Spannungsunterschiede gleichen sich über den Innenwiderstand der Generator- und Trafowicklungen sowie der Leitungen aus. Wo das nicht ausreicht, sieht der Einspeiser mit der niedrigeren Spannung weniger Last, womit sein Generator minimal schneller läuft, womit seine Phase voraus eilt, womit er wieder mehr Last abbekommt. Das regelt sich nahezu von selbst.

Wobei "der Einspeiser" heute oft eine Solaranlage mit Inverter ist, der wird sich ab einer gewissen Spannungsdifferenz abschalten dürfte oder die eigene Spannung nachregelt innerhalb gewisser Grenzen.

/ralph

Doch ging ganz gut. Jedenfalls dort, wo vom Trafo Freileitungen an die Häuser gingen. Original waren hier 3x220V als Dreieck vorhanden. Später wurde einfach eine Ecke geerdet. Das lief Jahrzehnte so. Bei der Umstellung hatte man überall Erdkabel verlegt, das aber auch gleich von einem anderen Trafo kam. Nachteil für die Hausbesitzer war, dass ein neues Anschluss- und Verteilungsmonstrum installiert werden musste.

MfG hjs

Am Fri, 05 Jun 2026 15:46:02 +0200 schrieb Hans-Juergen Schneider snipped-for-privacy@hrz.tu-chemnitz.de> zum Thema "Re: 230V-Umstellung":

Ich meinte, mit 220 Volt einspeisen in ein Netz mit > 230 V könnte schwierig sein. Aber anscheinend kommt es auf die Frequenz ein.

Eine Ecke? Verstehe ich nicht. Wurde auch ein Neutralleiter in die Häuser geführt?

Komisch. Soweit ich mich erinnere, wurde bei uns im Keller einfach ein Kasten mit 3 "Panzersicherungen" installiert, von dort wurde eine Steigleitungen zu den Stockwerksverteilungen geführt.

Meiner Meinung nach betreibt unser Versorger ein TN-C-Netz, das im Haus zu einem TN-C-S Netz wird.

cu. Juergen

Am 05.06.26 um 16:22 schrieb Juergen:

Wenn es verschiedene Netzbereiche sind, also nicht das gleiche Vermaschte Ortsnetz mit 1+n Einspeisepunkten/Trafos kann ein Bereich durchaus noch 220/380V haben und ein anderer 230/400V.

Und die 220V lagen dann zwischen welchen Punkten genau an? Zwischen Zwei Außenleitern sollten es 380/400V gewesen sein! 220/230V ist die Strang-spannung. Also zwischen L1/L2/L3 und N. Den man sich bei Dreieck "zaubern" muß. ;-)

Die Frequenz ist die Leitgröße ja.

Als die Netzspannung umgestellt wurde hat noch kaum einer von Energie einspeisen gehört noch geträumt. Die Frage der Einspeisespannung Stellte sich also überhaupt nicht.

Es kann aber wichtig werden wenn es eine (größere) Einspeise-anlage mit Generatoren gäbe. Wenn die Schneller drehen und damit die Netzfrequenz erhöht würde liefern die allgemein auch mehr Spannung. Evtl. kann man das über die Erregung steuern aber ich denke der Regelbereich ist da begrenzt durch die Auslegung der Komponenten.

Bei Dreieck? Das dürfte zu schiefer Belastung führen - und zu nur noch 2 Phasen. Bei Stern würde ich das eher annehmen. Oder der "Nullpunkt" ist "virtuell".

Ja, üblich ist das, aber frag mich nicht wie lange schon. Die Leitungen vom Versorger waren/sind sowieso oft nur 4-Adrig (Mehrdrähtige Sektorenleiter). Der PE kommt dann aus dem Fundament- o.a. Erder des Hauses. Was da ankommt sind also L1, L2, L3 und N. (oder PEN)

Damals war noch viel Diazed die eh mehr Spannung (Abstände) können. Ein Grund für einen neuen Hausanschluß mit Hauptverteilung war eher wenn es von Freileitungen (Dachboden) auf Erdkabel (Keller) geändert wurde.

Mit der Netzspannung dürfte das aber nicht zusammen hängen.

Früher waren das gern Braune "Panzerkästen" mit einer quer liegenden verplompten Klappe hinter der drei Schraubsicherungen (Diazed,DIII E33) saßen. Heute sind die Kisten grau, rechteckig und tragen NH-Sicherungen an die man nur heran kommt wenn man den (Verplompten) Deckel abschraubt.

Die Meisten EVU wollten die (ungezählte) Steigleitung (bis zu den Zählern) möglichst kurz halten. Daher sitzen die Zähler oft in der nähe des Hausanschlußkastens und das ist meist im Keller. Die Wohnungs/Stockwerk-Verteilungen kommen erst danach.

Das dürfte der übliche Fall sein. Der Neutralleiter der 4-Adrige Anschlußleitung wird im Hausanschlußkasten mit der Gebäudeerdung verbunden. Davor TN-C, danach TN-C-S und 5-adrig.

Bye/ /Kay

Am Fri, 5 Jun 2026 13:20:40 -0000 (UTC)hat Ralph Aichinger snipped-for-privacy@h5.or.at>

geäußert:

Diese Gewissheit ausstrahlende Aussage veranlasst mich zu der einfachen Frage, wieviel Prozent der NS-Leistung im 230/400V/50Hz-Netz Deutschlands kommen wohl gerade ( vielleicht an einem "normalen" mitteleuropäischen Juni-Tag gegen 15:00) aus den Solar-Invertern? Wohl nicht einmal Promille, denke ich... Willi

Weit daneben. Zahlen für die ganze EU:

| Currently, rooftop PV accounts for the main share of the European | Union’s solar PV capacity. Data from 2024 show that the residential | and non-residential rooftop PV capacities combined represent about | 61%—or 215 GWp—of the 339 GWp total installed PV capacity9.

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Woanders findet man eine Aufteilung zwischen residential und non-residential von ca. halbe halbe. Selbst wenn das nur GWp sind ist das nicht nichts. Ich setze mal residential rooftop solar mit Invertern gleich, die mit 230V einspeisen, das wird im großen und ganzen stimmen.

Also eher einstellige oder niedrige zweistellige Prozente an einem Sommertag gegen Mittag.

/ralph

Am Fri, 5 Jun 2026 19:17:19 +0200 schrieb Kay Martinen

Der "Kasten" ist braun und mit Deckel zum Abschrauben (natürlich verplompt). Drinnen sind NH-Sicherungen.

Die EVU wollen viel. Und die Hausbesitzer wollen ihre Installation nicht auf Zuruf umbauen, weil von Freileitung über Dach auf Erdverkabelung umgestellt wird.

Wie muss ich mir das im Geschosswohnungsbau vorstellen? Gibt es dann im Keller einen großen Schrank oder eine Wand mit den ganzen Zählern? Schon bei einem mittleren Mehrfamilienhaus über ein Dutzend, bei einem Hochhaus vielleicht auch über 100? Und können die Mieter jederzeit ihren Zähler ablesen? cu. Juergen

Hallo,

Am 05.06.26 um 10:33 schrieb Wendelin Uez:

Der Zeitpunkt war dann, als Du Dich über die nachgehenden Uhren an Deinem Elektroherd/Mikrowelle gewundert hast;-)

Ciao Walter

Am 06.06.26 um 13:03 schrieb Walter Brill:

Mit 10V mehr sollten die eigentlich schneller "rennen" - wenn es keine Synchronmotoren wären die mit der Netzfrequenz gekoppelt sind.

Eher Wahrscheinlich: Dann, als (auf kante genähte) Uhren anfingen kaputt zu gehen (weil sie die 'Überspannung' nicht mehr aushielten). ;-)

Nach gehen liegt eher am zäh werden der Schmierung im Getriebe der Uhren.

Bye/ /Kay

Ja.

Im Prinzip ja und das ist ganz klar so vorgeschrieben. In der Praxis ist bei meiner Tochter in Berlin der Raum abgeschlossen. Der Hausmeister, den sie jedes Mal um das Aufschließen bitten müßte ist für sie auch der Vertreter und Ansprechpartner des Vermieters.

Auf der anderen Seite kenne ich derart viele Leute, die nicht einmal wissen, welches ihr Strom- oder Gaszähler ist und wo er sich befindet und die Abrechnungen nicht lesen können, hauptsächlich, weil sie es gar nicht erst versuchen, daß Vermieter mühelos damit durchkommen.

Hier im Haus gab es eine Vertauschung, zwei Heizungszähler wurden beim falschen Eigentümer in Rechnung gestellt. Nachdem das bekannt wurde sollte man meinen, es hätten alle ihre Zähler selbst abgelesen und die Abrechnung kontrolliert. Wer das glaubt, kennet die Menschen nicht. Nicht einer.

Am 06.06.26 um 00:59 schrieb Juergen:

Wie der aussieht und was er enthält kann an so vielem Liegen.

- Alter der Anlage

- Bei Installation gültiger TAB

- Vorschriften der EVU (s.o.)

Ich war (etwa auch zu der Umstellungszeit) in einem Alten Haus damit beschäftigt die Installation von Alt (EG-Flur, Diazed, AP-Zählerplatte) auf Neu (Keller, Neuer HA, KZV) um zu reißen. Dazu mußten mehrere Dicke Rohre unter dem Halben (nur teils unterkellertem) Haus verlegt werden um alle Zuleitungen zu verlängern. Das hat gefühlt Wochen gebraucht und bei den Erdarbeiten waren wir noch nicht mal involviert. Der Eigentümer hat das Beauftragt. Sein Mehrwert (Annahme): Der Flur wird frei gemacht und kann Vermietet werden da die Installationen aus der Reichweite der Gäste weg fallen. Und außerdem ist die Installation dort eh uralt gewesen und "mußte" einfach mal neu. Irgendwann ist's auch mit Bestandsschutz mal Ende.

Hatte ich hier mal, in einem Gebäude dessen Anschlußraum abgebrannt war

- inkl. HA. Da gab's auch noch Nachtspeicher, es war kalt draußen und wir mußten ohne Strom (nur Notgeneratoren) eine Übergangslösung zaubern

- für ca. ein Dutzend Wohnungen, teils mit mehr als einem Dutzend Zählern. Das Haus war auch alt, aber nur zweigeschossig. Dafür lang und Schmal. Ein Alter Lokschuppen der zu Wohnraum umgebaut wurde.

Hochhäuser gibt es hier nicht, das hört bei ca. 4 Etagen auf. Kann dir vielleicht ein Stadt-Elektriker beantworten.

An 100 Zähler im Keller glaube ich da auch eher nicht. Denkbar wäre noch das man ein Dicke Steigleitung mit einem Gruppenzähler und vorsicherungen in die Höhe verlegt und in der Mitte des Versorgungsbereiches (ein oder mehrere Stockwerke) einen E-Raum hat in dem dann die Separaten Zähler der Parteien aus diesem Bereich versammelt sind.

Bei so was geht es auch schnell mal um Lange Strecken und das Materialgewicht. Einen 10 Meter Aal mit 4*35/25qmm NYY kann man schon nur zu zweit "bändigen". Und selbst wenn man das leichtere Alu als Leiter nimmt (Al-Cu Übergänge!) wird ein so dickes Kabel über 20-50 Meter schon an seinem Eigengewicht zur "Waffe" wenn es nicht ordentlich abgefangen wird.

Wenn ich mir da vorstelle das man für 100 Wohnungen auch 100 5*16qmm (oder höher wg. der Längen) in einem Kabelschacht sammeln wollte... das ist irgendwo auch Verschwendung.

Bei größeren Hochhäusern kann ich mir da schon eher vorstellen das man z.b. mit 10kV Leitungen in die Höhe geht und irgendwo auf der Höhe verteilt mehrere Traforäume hätte. Bei Gebäuden von 3-400 Metern Höhe bestimmt.

Die 230V kommen dann halt aus dem Trafo des Bereiches, dessen Wicklungen (OS/US[1]) ja z.b. auch Anzapfungen haben kann um den Spannungsfall aus zu gleichen. Ist bei Erdkabelverlegung AFAIR Auch so.

Bye/ /Kay

[1] OS=Oberspannung <> Primär US=Unterspannung <> Sekundär Weil die üblichen Haushalts-trafo Begriffe hier nicht passen.

Glaube ich nicht. Das Anlaufen ist das Problem, einmal in Schwung laufen sie. Das schließt Aussetzer so gut wie aus. Entweder sie gehen genau oder sie bleiben ganz stehen. Tertium non datur.

Am 05.06.26 um 15:46 schrieb Hans-Juergen Schneider:

Da wurde gar nichts neu installiert. Dachständer weg, Erdkabel an den vorhandenen Verteiler anschließen, fertig. Bei Mehrfamilienhäuser wird ggf. noch die Steigleitung umgedreht genutzt.

Marcel

Am Sat, 06 Jun 2026 14:18:31 +0200 schrieb Axel Berger:

Kann ich bestätigen. Mein Opa hatte auf seinem Schreibtisch eine mit Synchronmotor betriebene Uhr. Hinten gab es ein Hebelchen, welches gegen eine Feder gespannt wurde, in den Rotor des Motors eingriff und diesen beim Loslassen in Schwung brachte. Sobald die Drehzahl der Erregung durch das Magnetfeld entsprach, lief er netzsynchron. Spannungsschwankungen im üblichen Bereich haben ihr nichts ausgemacht.

Diese Uhr lief ewig sekundengenau, es sei denn, der doofe Enkel hatte mal wieder bei einer seiner Basteleien die Sicherung gekillt ;-)

Am 06.06.26 um 13:22 schrieb Kay Martinen:

Natürlich sind das Synchronmotoren. Andernfalls wäre die Genauigkeit in wirklich jeder Hinsicht vernachlässigbar. Auf die Frequenz hatte die Umstellung keinen Einfluss.

Das mit den nennenswert falsch gehenden Uhren war das letzte mal als Ungarn weniger als den zugesagten Strom in das Verbundnetz eingespeist hat. Da ist die Frequenz etwas weggelaufen, was kumulativ einige Minuten waren.

Die Nennspannung war immer im Toleranzbereich. Lediglich bei Ausnutzung aller Toleranzen zu Ungunsten wird es eng. Da können alte, auf Kante genähte Röhrentrafos schon mal unangenehm brummen.

Dann können sie Takte überspringen. Das endet aber sehr schnell in unbrauchbar.

Marcel

Na, weil es keinen Sternpuunkt und kein Erdpotential gab, eben jeweils zwischen zwei Strippen.

Weil Du das nicht anders kennst.

Die war schon immer schief. Nein es sind weiterhin drei Phasen. Von der Erdung merkt ja keiner was. Nur der Elektriker wusste, wie man die vereinzelt gewünschte Schukodose anschließt. Bei uns kam das mit dem Erwerb des ersten Kühlschranks in den Sechzigern. (Spärer kam der Heimwerker dahinter, bei welchem der gleichmäßig aufgeteilten Zähler die Erde durch den Strompfad ging.)

Meinst Du etwa bei den Freileitungen?

MfG hjs

Bei diesem Haus hier war das 1996. Ander Teile der Stadt aber eher.

MfG hjs

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