Fragen zur Wärmepumpe

Apr 20, 2023 Last reply: 3 years ago 226 Replies

Hi Heiko und Carla,

Ui ui ui!

Wo sind wir hier denn? Hat schon mal jemand einen Phasenprüfer leuchten sehen? Das ist DAS Kindheitsdrama, das mich ETEC hat studieren lassen und es hat bis ins sechste Semester Felder und Wellen gebraucht, bis sich dieses Paradoxon hat auflösen lassen und das auch erst durch zähes Durchfragen bis zum Emeritus, der sich wunderte, dass bisher noch niemand auf diese Frage kam.

Da erzählt man im Sachkundeunterricht den Drittklässlern, dass man Leiter in Form von Metallen oder Kohle braucht, um den Strom im Kreis treiben zu können, ohne Leiterkreis kein Strom. Aber Papas Phasenprüfer leuchtet auch auf der Holzleiter, die auf PVC steht und Papa trug Gummisohlen an den Schuhen. Unter dem PVC kam Estrich und selbst die Stahlarmierung im Beton war ziemlich sicher nicht geerdet. Dennoch meinten mehrere Lehrer, mir erzählen zu müssen, dass der Strom nach dem Phasenprüfer durch meinen Papa gegen Erde abgeflossen sein müsse. Dass das komplett gegen das von diesen Lehrern (bis hinein ins Technische Gymnasium mit promovierten Physikern und Elektroingenieuren als Fachlehrern) verzapfte Lehrinhalte sprach, war denen immer egal.

Egal, ich weiß es seit Kindheit: Es braucht für Strom keinen Stromkreis. Es hat jedoch lange gebraucht, bis ich es auch erklären konnte. Ich bin immer wieder erstaunt, dass keiner meiner Studenten je auf die Idee gekommen wäre, dass man solch offensichtlichen Unsinn hätte hinterfragen sollen.

Marte

Marte Schwarz snipped-for-privacy@gmx.de writes: Aber Papas Phasenprüfer

Hier werden zwei Leiter (der Mensch und die Steckdose) verbunden, die unterschiedliche Potentiale haben. Dann fließt aufgrund der Potentialdifferenz ein Strom. Mensch <------------- Steckdose

Dieser Strom gleicht die beiden Potentiale im Laufe der Zeit aneinander an, so daß er schließlich endet.

Mensch -------------- Steckdose

Ist aber nun die Steckdose noch an einer Quelle für Wechselspannung angeschlossen, so entsteht immer wieder neu eine Potentialdifferenz, und es fließt immer weiter Strom. Mensch -------------> Steckdose Ein Deutschlehrer muß so etwas nicht unbedingt erklären können, aber ein Physiklehrer schon.

Ein sich bewegendes Elektron (man stelle sich vor, daß es durch das Vakuum im Weltall fliegt), ist ein elektrischer Strom im Sinne der Physik, aber nicht unbedingt im Sinne der Elektrotechnik.

Da verweise _ich_ auf die 95%er mit dem Wortschatz aus dem _Abschluss_ und dem _Heureka_ - Effekt, der zum Dazugehören dient. Ordinär wäre das ein Gaunerzinken aber den gibt es in der Wissenschaft nicht.

--------- An engineer is interested how something works. He doesn't care what the plebs think of him. Oxymoron Physics Nobel Prize.

--------- Allerdings muss ja nicht jeder Physikprofessor mit Lehrplan gleichzeitig ein kreativer Ingenieur sein.

GL

Nicht "nur". Wenn sich alle in die selbe Richtung stoßen, dann ergibt das einen Stromfluß.

DoDi

So wie das Kugelspiel auf den alten Managerschreibtischen ...

Im Labor haben die HF-Techniker über "uns" Telefonierer mit Gabeln gelästert: alles unter 500 MHz ist Gleichstrom :-)

GL

Hi Stefan,

Wem schreibst Du das? Schau in Lehrbücher, in denen das Gleichtaktpotential versucht wird zu erklären. Da steht zu allermeist Unsinn drin. Falls Du eins finden solltest, das den Effekt richtig erklärt, ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Jeder Deutschlehrer hat das Prinzip der elektrostatischen Entladung , die der Physiklehrer mit einer Glimmlampe demonstrierte, auch schon erlebt. Umso schlimmer, dass dieses Experiment von keinem der Physiklehrer in meiner Schulkarriere und auch nicht die Professoren in den ersten 5 Semestern meines Studiums willens oder in der Lage war, vernünftig zu erklären. Erst bei Felder und Wellen, da hatte mich der Tutor dann zum Assistenten verwiesen, der mich zu seinem Chef, der gerade keine Zeit fand, mich aber zu seinem emeritierten Kollegen in den Keller schickte ...

Warum nicht im Sinne der Elektrotechnik? Innerhalb einer Röhre würdest Du dieses Elektron doch genauso als Strom betrachten.

Marte

Hi Hans-Peter,

Sagen wir es einmal so: Wenn sich statistisch gesehen mehr Stöße in eine Richtung als in alle anderen Richtungen ergeben ... Von "alle" ist man in der Praxis meist weit entfernt.

Marte

Dann hat man einen Ladungstranport.

Beim Energietransport vom Erzeuger zum Verbraucher, mittels Stromleitung wird netto keine Ladung transportiert.

Das ist allein schon deshalb wichtig weil der Ladungstransport zu einer Aufladung von Quelle und Ziel fuehrt, d.h. wenn man das oefter macht, faellt die geladene Kugel nicht mehr weil das Elektrische Feld verhindert dass die Kugel ueberhaupt faellt.

Ich schreibe es allen Interessierten. Ich weiß nicht, ob Du mir mit Deinem Kommentar sagen willst, daß meine Ausführungen einen Mangeln haben. Falls ja, dann verstehe ich den Hinweise nicht.

Wenn die Elektrotechniker das auch als Strom sehen, dann herrscht ja Einigkeit in dieser Frage, was mich natürlich freut.

Zur Frage der Stromrichtung, die hier einmal gestellt wurde, fällt mir gerade noch ein, daß ich mir einmal eine Merkregel ausgedacht hatte: "An der Anode kommen die Elektronen /an/.".

Ja, unter "elektrischen Strom" verstehe ich den Transport elektrischer /Ladungen/. Denn man nennt das "I" in "R=U/I" ja normalerweise den /elektrischen Strom/.

Der Schlüssel zur elektrischen /Energie/ ist für mich die /Potentialdifferenz/. Wenn ich eine Potentialdifferenz habe, kann ich damit verschiedene nützlich Geräte, wie zum Beispiel Glühbirnen, betreiben. Ich kann die Glühbirne zwischen statisch geladener Plastikkugel und Erde einbauen. Sie leuchtet dann, aber nur sehr kurz! (Und höchstens im Infraroten.) Denn dabei werden Ladungsträger so transportiert, daß die Potentialdifferenz schnell abgebaut wird. Die Energie wird verbraucht. Das Kraftwerk baut die Potentialdifferenz wieder auf und liefert so Energie nach, denn das Kraftwerk muß selber Energie aufwenden, um die Potentialdifferenz herzustellen oder wiederherzustellen.

Entsprechend kann ich Wärmeenergie entnehmen, wenn ich eine /Temperaturdifferenz/ habe. Für Volumenarbeit von Gasen brauche ich eine /Druckdifferenz/. Man braucht ein Differenz eines Potentials wie elektrischen Potentials, Temperatur oder Druck.

Das Potential heißt "Potential" weil es die Potenz (Fähigkeit) hat, Arbeit zu leisten. Beim Leisten der Arbeit wird die Potentialdifferenz dann abgebaut.

Der elektrische Strom erlaubt es, eine Potentialdifferenz zu transportieren. Die Potentialdifferenz von 220 Volt entsteht zunächst beim Kraftwerk. Schließe ich eine Leitung an, so wird sie über die Leitung zum Haushalt transportiert.

Bei Gleichstrom als stationaerer Zustand.

Bei Wechselstrom sieht das etwas anders aus, der fliesst auch durch Kondensatoren, als Verschiebungstrom. Aber da das Thema hier Batterie ist muesste man das eigentlich nicht betrachten.

Die Kondensatoren sind Teil des Stromkreises. Und der Strom fliesst zur Erde weil der Sternpunktleiter geerdet ist, d.h. er fliesst eigentlich dorthin.

Marte Schwarz schrieb:

Es ist durchaus ein Stromkreis. Der Rückweg durch die Gummisohlen erfolgt halt durch einen Verschiebungsstrom. So was geht nicht ewig; da aber der Wechselstrom 100 Polwechsel pro Sekunde bietet, ist das beim Strom durch eine Glimmlampe und der zur Verfügung stehenden Spannung bereits bei geringer Kapazität kein Problem. Dass es für den Stromfluss keinen durchgehenden Leiter braucht, ist etwas verwunderlich; merkwürdigerweise macht man sich aber bei einem diskreten, erkennbaren Kondensator da keine Gedanken.

Carla Schneider schrieb:

Jetzt ja. Vor 50 Jahren gab es durchaus noch in Mannheim Quartiere mit 220 V-Systemen. Also in jedem Dosenkontakt 156 V gegen Erde. Immerhin war der Sternpunkt geerdet. Da leuchtete der Phasenprüfer nur schwach. Ja, ich kann mich erinnern. Nachteil war, dass es doppelt so viele Sicherungen brauchte. In der Gegend von Saarbrücken gab es eine Zeit, da war auch ein

220 V-Netz vorhanden, aber mit geerdeter Ecke. Findige Bastler haben dann 220 V-Drehstrommotoren mit einem einfachen Schuko- Stecker betrieben.

Franz Glaser schrieb:

Der Restbrumm des Netzteils ist mittlerweile auch > 100 kHz.

Nicht in jeder Netzform.

Heiko

Friedrich Karl Siebert schrieb:

Auch nicht 1952 bis 1963? Erst 1963 wurde zumindest ARAL-Super verbleit. Ob und wann ARAL-Normalbenzin verbleit wurde, weiss ich nicht.

Stefan Ram schrieb:

Bei "Magnetfeld" und "schnell" passieren sehr merkwürdige Sachen.

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Harald Klotz schrieb:

Du kämpfst gegen Windmühlen. Ich hab über 30 Jahre Tür an Tür mit den Elektrokom^W Elektrochemikern gearbeitet. Da muss man nur ein Poster von denen ansehen:

Eine Lithium-Zelle wird da als Batterie bezeichnet. Ein Brennstoffzellenstapel hingegen als Brennstoffzelle.

Diskussionen sind da hoffnungslos.

Harald Klotz schrieb:

["Schraubenzieher"]

Bei Sechskantstiftschlüsseln mit Kugelkopf nur anziehen, nicht festziehen.

Heiko Neubauer schrieb:

An der ETH kannte ich einen Professor Rudolf von Rohr. Wie lautet sein Vorname? Alles nicht ganz so einfach.

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