Stromausfall/Blackout am Samstag 04.11.2006 ca. 22 Uhr 10

Nov 06, 2006 191 Replies

Moin,

Uwe Hercksen schrub:

Was soll man daran sehen können, wenn man die Einspeiseleistung nicht kennt? Angenommen es kommt eine Lastspitze. Dann sackt die Frequenz kurzzeitig etwas ein und erholt sich wieder, sobald die Spitzenlastkraftwerke nachgeregelt haben. Angenommen die Lastspitze wird erwartet, dann steigt die Frequenz kurzzeitig bevor dann die Lastspitze wirklich kommt. Das Bild des Frequenzverlaufes ist ein völlig anderes, der Sachverhalt ist aber fast der selbe.

Die Frequenz sollte doch überall im Verbundnetz die gleiche sein. Bestenfalls die Phasenlage kann variieren, aber das kann sie - wie ich inzwischen hier gelernt habe - aus diversen Gründen und aus der Phasenlage lässt sich ebensowenig genau etwas über die Lastsituation ablesen.

CU Rollo

Ralf Kusmierz wrote: > Ich würde gerne wissen bzw. anregen, daß die BNA die > aktuelle Lastsituation im deutschen und benachbarten > Höchstpannungsnetz inkl. der Schaltzustände der > einzelnen Leitungen und Abgänge zeitnah veröffentlicht > und dokumentiert...

Hier gibts etwas Info zur Lastsituation bei der Störung:

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mfG Wolfgang Martens

Moin,

Helmut Hullen schrieb...

Es ist ja nicht das erste mal, dass die Hochspannungsleitung wegen eines=20 Meyer-Schiffes abgeschaltet wurde. Bisher gab's da nie Probleme. Sollte=20 ja auch nicht, das es ein Verbundnetz gibt und die Energie dann eben=20 =FCber andere Wege verteilt wird.

- Heinz

Thomas Karer schrieb:

Ganz stark vereinfacht kannst du dir die Generatoren im Kraftwerk wie einen Automotor vorstellen in den eine konstante Menge Treibstoff fließt. Wenn das Auto plötzlich bergauf fährt sinkt die Drehzahl und du musst zusätzlich Gas geben um die Last aufzufangen. Wenn du bergab fährst steigt die Drehzahl wieder. Wenn wie am Freitag geschehen innerhalb von 6 Sekunden die Frequenz um 1 Hz abfällt bedeutet das übertragen auf das Stromnetz eine sehr plötzlich einwirkende Unterversorgung von ca. 8-10 Gigawatt. Leider kann man bei der Frequenzregelung nicht erkennen ob der Verbrauch gestiegen oder die Einspeisung gesunken ist (du weisst also nicht, ob das Auto plötzlich bergauf fahren muss oder dein Fuss vom Pedal gerutscht ist :). Interessanterweise gab es auf dem VDE-Kongress vor 2 Wochen einen Vortrag über größere Frequenzabweichungen im Verbundnetz, die immer wieder nachts um die vollen Stunden herum auftreten. Die Vortragenden (von der Uni Stuttgart IIRC) waren der Meinung, dass diese Frequenzeinbrüche auf Handel an den Strombörsen und plötzlich zugeschaltete Pumpspeicherwerke zurückzuführen seien. Aufgrund der Größenordnung an fehlender Leistung kann die Ursache nicht bei einem einzelnen Kraftwerk oder Windpark gelegen haben, ebenso halte ich die Abschaltung der Höchstspannungsleitung im Emsland für nicht alleine ausreichend.

Falls jemand weitergehende Informationen hat wäre ich sehr interessiert. Gruß, Thomas

X-No-Archive: Yes

begin quoting, "Franz Glaser (KN)" schrieb:

Die "Öffentlichkeit" besteht nicht nur aus grantelnden Dummköpfen wie Dir.

Gruß aus Bremen Ralf

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Uwe Hercksen schrieb:

Die Netzfrequenz ist überall im Verbundnetz exakt gleich und sagt fast nichts über die lokalen Lastverteilungen aus, daher ist so eine Messung reichlich hyperfluid. Es ist ganz einfach so: Entweder ist die Leistungsbilanz ausgeglichen, dann "stimmt" die Netzfrequenz, oder eben nicht, dann bricht das Netz zusammen bzw. zerfällt in Inselnetze

- mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Gruß aus Bremen Ralf

Das ist unwesentlich. Mein Dynamo sitzt am Hinterrad :)

vG, scnr

10-15min deutlicher =DCberspannung kann durchaus reichen, um Ger=E4te zu besch=E4digen oder Wohnungsbr=E4nde auszul=F6sen. Es erstaunt mich, dass anscheinend nichts dergleichen geschehen ist.

Bis dann,

- Mark

--=20 AnaMark V2.21 - The VST-Synthesizer

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Ralf Kusmierz schrieb:

Hallo,

man sollte bei so feinen Unterschieden nat=FCrlich auch von der Phase=20 sprechen, das ist richtig. Aber es gab schon Vorf=E4lle im Verbundnetz=20 wenn ein gr=F6sseres Kraftwerk ausfiel wo eben die Frequenz nicht =FCbera= ll=20 exakt gleich war, zumindestens kurzzeitig. Aber es ist wohl besser diese =

Schwankungen als Phasenverschiebungen zu bezeichnen, denn ein bleibender =

Frequenzunterschied entstand dabei nat=FCrlich nicht so lange das Netz=20 nicht zerf=E4llt.

Bye

Ralf Kusmierz schrieb:

Hallo,

und nach diesem Dokument=20

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das gesamte Netz ja eben gerade in drei Teilnetze zerfallen, eines=20 mit 49 Hz, die anderen beiden mit =FCber 50 Hz. Da h=E4tte so eine vertei= lte=20 Frequenzmessung durchaus Ergebnisse gebracht. Man h=E4tte an den Messdate= n=20 den Zeitpunkt des Zerfalls und auch die Synchronisation vor der erneuten =

Zusammenschaltung rekonstruieren k=F6nnen, unabh=E4ngig von den=20 Energieversorgern und Netzbetreibern. Die Netzfrequenz ist ja das einzige was einer unabh=E4ngigen, privaten=20 Messinitiative zur Verf=FCgung st=FCnde. Interessant w=E4re es nat=FCrlic= h wenn=20 die Messung so pr=E4zise an Atomuhrzeiten angebunden w=E4re das man auch =

lokale Phasenschwankungen aus den Messungen entnehmen k=F6nnte.

Bye

Stefan Hachmann schrieb:

Hallo,

sehr interessant, aber die Spannungsschwankungen sind dem Ereignis nicht =

so eindeutig zuzuordnen, der Frequenzeinbruch aber schon. Bei so einem Ereignis w=FCnscht man sich dann nachtr=E4glich eine feiner =

Zeitaufl=F6sung als 10 Minuten im Protokoll, wenn die sonst auch nur eine= =20 Datenhalde produziert. Allerdings d=FCrfte bei der Frequenz die zweite Stelle hinter dem Komma=20 schon ziemlich unsicher sein, jedenfalls bei einer USV als Frequenzmesser= =2E

Bye

  • Mark Henning:

Weil die Spannung nicht so gro=DF geschwankt haben wird. Die ist schlie=DFlich auf jeder Netzebene an den Transformatoren regelbar. Beim Verbraucher kommt daher in den hierzulande =FCblichen Topologien mit geregelten Ortstrafos f=FCr komplette Bl=F6cke oder Gemeinden praktisch immer eine Spannung innerhalb der Toleranzwerte an - nur im Au=DFenbereic= h liegende Einzelgeb=E4ude, die nach amerikanischer Manier mit einem ungeregelten Kleintrafo an die Mittelspannung angebunden sind, sind da st=E4rker gef=E4hrdet.

Gru=DF Sevo

  • Thomas Dederichs:

Die kenne ich aus eigener Erfahrung, da unsere USV viele derartige St=F6rungen loggt - ich dachte zuerst, da=DF uns da Rundsteuersignale reinfunken, aber dazu passiert das zu oft am Tag, und im Speicheroszi nur eine St=F6rung unterhalb der Netzfrequenz zu sehen...

D.h. die Versorger gleichen mit den Pumpspeichern nicht mehr weich die eigene =DCberkapazit=E4t aus, sondern kaufen Nachts Billigstrom aus den =DCberkapazit=E4ten fremder Grundlastkraftwerke und f=FCttern damit mit h= arten Schaltungen zur vollen Stunde ihre Speicher? Denkbarer Ansatz.

Gru=DF Sevo

Nicht das netz ist marode, sondern die software. Es kann ja wohl nicht sein, dass wegen ein paar lastschwankungen ein panikartiger "lastabwurf", also das abschalten ganzer bundesl=E4nder und nachbarl=E4nder, durchgef=FCht wird. Das hat dann logischerweise einen dominoeffekt zur folge, der bis nach marokko durchgeschlagen hat.

Normalerweise w=E4re hier eine sensible PID-regelung notwendig.

Heinz Saathoff schrieb:

Hallo,

aber jeder einzelne dieser anderen Wege muss eben noch insgesamt=20 gen=FCgend freie =DCbertragungsleistung haben um die abgeschaltete Leitun= g=20 zu ersetzen, auch bei unvorhersagbaren Lastspitzen.

Bye

Martin schrieb:

Hallo,

besser es werden einzelne Teile abgeschaltet als wenn das ganze Netz=20 zusammenbricht. Wenn da die Frequenz von 50 auf 49 Hz abgesackt ist wie=20 berichtet, dann gab es einen sehr massiven Leistungsengpa=DF.

Bye

Mark Henning schrieb:

Hallo,

die Ger=E4te sollten schon die =FCblichen Toleranzen der Netzspannung von= -=20 bis + 10 % aushalten k=F6nnen, also von immerhin 207 V bis 253 V. Welches Ger=E4t soll denn dabei einen Wohnungsbrand ausl=F6sen?

Bye

Martin schrieb:

So panikartik war der Lastabwurf doch gar nicht, wie es in den Grafiken in den Nachrichten dargestellt wird. Mein Heimatlandkreis ist laut der in den Nachrichten immer wieder gezeigten Karte mitten im Ausfallgebiet gewesen. Trotzdem ist nur in zwei kleineren Ortschaften laut Lokalpresse ein Ausfall gewesen und im restlichen Landkreis hat man gar nichts davon mitbekommen.

Matthias

etwa?), eine Kuh schlachten statt melken ?

Die Forderungen kamen, frag mich nicht von wem. Ich halte es für nicht besonders realistisch (wo soll das Geld dazu herkommen?) könnte dem aber schon etwas abgewinnen. Erstens würde es den Wettbewerb fördern, zweitens die Qualität sichern.

Deinen Hinweis mit der Kuh habe ich nicht verstanden.

Gruß Gerd

"Franz Glaser (KN)" schrieb im Newsbeitrag news:454fb530$0$26622$ snipped-for-privacy@newsreader01.highway.telekom.at...

Nur so nebenbei. Viel katholischer als das Emsland geht nicht. Ob das jetzt was damit zu tun hat ...

Gruss Dieter

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