Überlandleitungen mit Gleichstrom?

Hallo alle,
heute habe in der Zeitung gelesen, daß in Deutschland einige "Stromautobahnen" per Überlandleitung realisiert werden sollen (wegen
den ganzen Öko-Energie-Erzeugungskram). Was mich jedoch verwundert hat war, daß diese anscheinend als Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen genutzt werden sollen, da weniger Verlustleistung.
Mit meinen bescheidenen Physikkenntnissen verstehe ich das aber nicht so ganz. Geht das wirklich? Macht das Sinn?
Gerade fĂŒr hohe Ströme ist doch meines Wissens nach Wechselstrom sinnvoller, oder?
Wer kann mir das mal einfach erklÀren?
Jörg
PS: Kenntnisstand: Physik-LK und diverse Hardware-Vorlesungen an der Uni.
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Ein Stromnetz zeichnet sich durch lange Leitungen aus. Diese wirken selbst mit 50Hz wie eine Antenne. WellenlĂ€nge = Lichtgeschwindigkeit / Frequenz = 300.000.000 m/s / 50 Hz = 6000 km. Antennen werden meistens auf Lambda/4 getrimmt. Sind dann also nur noch 1500 km. Diese sind schnell beisammen. Außerdem gibt es noch induktive Verluste durch Metalle in der NĂ€he. In ihnen werden Wirbelströme induziert, die die Strukturen aufheizen und somit ebenfalls Energie aus dem System nehmen. Analoges gilt fĂŒr das elektrische Feld im Zusammenhang mit polaren Substanzen.
Mit Gleichstrom wird das elektrische und das magnetische Feld nur einmal aufgebaut und steht dann mehr oder weniger unverÀndert. Mangels Frequenz ist die WellenlÀnge sozusagen unendlich lang, keine wechselnden Magnetfelder erzeugen auch keine Wirbelströme und ein statisches elektrisches Feld polt auch nicht stÀndig die Dipole in begleitenden Substanzen um. Die Wechselstromverluste entfallen damit. Was bleibt, ist nur noch der Ohmsche Widerstand. Doch den hat der Wechselstrom ganz genauso.
--
Servus
Christoph MĂŒller
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begin quoting, Christoph MĂŒller schrieb:

BeschrĂ€nke Dich mit Deinen Äußerungen doch endlich mal auf Themen, von denen Du etwas verstehst. Die Abstrahlung von Wechselstromleitungen ist vernachlĂ€ssigbar klein, und Wechselstromleitungen können beliebig lang gebaut werden.

Auch Unsinn.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Am 01.06.2012 16:55, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Du kÀmpfst um einen Platz im Filter?
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Servus
Christoph MĂŒller
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Hi Christoph, Du hattest geschrieben: "Mit Gleichstrom wird das elektrische und das magnetische Feld nur einmal aufgebaut und steht dann mehr oder weniger unverändert. Mangels Frequenz ist die Wellenlänge sozusagen unendlich lang, keine wechselnden Magnetfelder erzeugen auch keine Wirbelströme und ein statisches elektrisches Feld polt auch nicht ständig die Dipole in begleitenden Substanzen um. Die Wechselstromverluste entfallen damit. Was bleibt, ist nur noch der Ohmsche Widerstand. Doch den hat der Wechselstrom ganz genauso."
Was ist dann der Unterschied bei den beiden Arten der Stromleitungen? Was veranlasst zum Bau von Gleichstromleitungen fuer die sogenannten Energie- autobahnen?
K.L.
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Am 01.06.2012 19:57, schrieb Karl-Ludwig Diehl:

Mit HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) gibt's ĂŒber große Distanzen weniger Verluste als mit Wechselstrom.
--
Servus
Christoph MĂŒller
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begin quoting, Christoph MĂŒller schrieb:

Erstens ist in dieser Allgemeinheit auch das falsch, und zweitens war die Frage, warum das so ist.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Hi, wenn Du lesen könntest...es stand schon mehrmals da. "Vorteil" der Gleichstromtechnik kommt aber nur zum Tragen, wenn man zwei Punkte verbindet...fĂŒr ein Grid taugt es nicht. ZukĂŒnftig richtig nett wirds dann mit Supraleitern, die UmrĂŒstung der HGÜ wĂ€r vergleichsweise billig. Sofern keine Freileitung...
--
mfg,
gUnther
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Der Umwandlungsaufwand wird auch etwas kosten, aber diese Kosten muessten insgesamt geringer sein als der finanzielle Verlust, der durch den Ver- lust beim Wechselstromtransport entsteht. Man wird sicher Zahlen nennen koennen.
K.L.
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Also schrieb Karl-Ludwig Diehl:

Ein Effekt ist, dass man bei AC die ganzen Schutzmaßnahmen und Isolationen auf die Scheitelspannung (+ einen Sicherheitszuschlag) abstimmen muss, die Leistung aber nur mit dem Effektivwert Energie transportieren kann. Bei HGĂŒ ist Effektivwert=Scheitelwert, so dass man bei (prinzipiell) gleichartiger Leitungsausstattung eine um den Faktor SQRT(2) bessere Ausnutzung erreichen kann. Man muss natĂŒrlich bei den Schaltern einberechnen, dass bei DC der Funken beim Öffnen nicht von selbst verlischt, weil es ja keinen Nulldurchgang gibt. Da mĂŒssen die Kontakte mehr aushalten können.
Dass man mit HGÜ kaum ein Netz fahren kann, leuchtet irgendwie auch ein... da mĂŒsste man ja zur Lastverteilung regelbare LĂ€ngswiderstĂ€nde einbauen, und niemand will gerne MW-weise Leistung verheizen. Bei AC kann man das eleganter mit der Blindleistung machen, da muss man nichts verheizen.
Meine 2 cent... habe so Zeug vor unendlichen Zeiten mal in der Vorlesung gehabt... mag sein, dass das zu stark vereinfachend oder nicht ganz korrekt ist. Man korrigiere mich bitte.
Ansgar
--
*** Musik! ***

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begin quoting, Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Gibt es solche neuerdings? ErzÀhl...

O je, o je...

Naja, das mit der Blindleistung zur Spannungshaltung, das stimmt schon. Aber sonst muß auch in AC-Netzen die Einspeiseleistung immer hybsch auf die Last abgestimmt werden. Und in DC-Netzen wĂŒrde man das auch nicht anders machen - "verheizt" wird da nichts.
Überleg Dir einfach mal, was passiert, wenn die Quelle eine idealer innenwiderstandsfreier Nebenschluß-Gleichstromgenerator ist und sich die Stromaufnahme der Verbraucher Ă€ndert. Welche Konsequenzen hat das fĂŒr das Bremsmoment des Generators und auf die Maschinendrehzahl?
Offenbar zwei Konsequenzen: Dem Netz ist die Maschinendrehzahl egal - im Gegensatz zum AC-System, in dem alle Generatoren durch die "elektrische Welle" alle phasenstarr synchron gehalten werden. Und zweitens muß die Maschinenregelung deshalb selbst auf die Drehzahl aufpassen. Andererseits kann man mit Gleichstromkupplungen offenbar auch Energie ĂŒber die Grenze nicht-synchroner Netze transportieren.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Hallo,
das machte man auch in Mitteleuropa mit Gleichstromkurzkupplungen, inzwischen braucht man das wegen synchroner Netze nicht mehr. Aber Japan kann wegen seiner getrennten 50 und 60 Hz Netze darauf gar nicht verzichten. http://de.wikipedia.org/wiki/HG%C3%9C-Kurzkupplung
Bye
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begin quoting, Gernot Zander schrieb:

<http://de.wikipedia.org/wiki/Gedankenexperiment
Abitur hast Du aber schon?
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Hi,

Abitur passt schlecht zu Wikipedia, sagt man...
mfg. Gernot
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< snipped-for-privacy@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Tel Aviv, Mondamin!
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snipped-for-privacy@gmx.de (Gernot Zander) wrote:

Lies einfach bei Wikipedia nach. Höherpulsige Gleichrichtung, den Rest machen Drosseln nieder.
-ras
--

Ralph A. Schmid

http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de /
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Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Das ist so einleuchtend, dass ich mich frage, ob das wirklich zutrifft. Immerhin hat man bei AC NulldurchgĂ€nge, welche weniger spektakulĂ€re (beinahe) ÜberschlĂ€ge löschen lĂ€sst. Wenn bei DC deswegen (und womöglich wegen anderer Effekte wie Elektrochemie) mehr Isolation gebraucht wird, ist das Argument futsch.
Dazu kommt, dass bei AC Dreiphasensysteme möglich sind, d.h. mit 50% mehr Kupfer können 73% mehr Leistung ĂŒbertragen werden.

Jupp, das Muster-PV-Kraftwerk auf dem Mont Soleil (der hiess schon vorher so ;-)) ist deswegen abgebrannt. Jedenfalls so im Umkreis des Schalters. "Normale" Schalter wie Trenner können auch AC nicht abschalten.
http://www.youtube.com/watch?v=PXiOQCRiSp0

--
mfg Rolf Bombach



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Hallo, Rolf,
Du meintest am 17.06.12:

"Trenner" sollten nach Definition keine grossen Lasten schalten.
Ansonsten: es gibt schon seit einigen Jahrzehnten Gleichstrom- Lastschalter (schon Edison musste das Problem lösen).
Viele Gruesse! Helmut
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Am 18.06.2012 04:05, schrieb Helmut Hullen:

Gut das du den Konjunktiv benutzt.

Und die Entwicklung wird weitergehen. Edison, ĂƒÂŒbrigens, hat Schalter fĂƒÂŒr 110-V aber eben nicht fĂƒÂŒr 110-kV gebaut. ;-)
--
mfg hdw

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Hallo, Horst-D.Winzler,
Du meintest am 18.06.12:

Die Nennspannung des Systems ist bei Gleichstrom-Schaltern eher ein Nebenproblem. Das hat schon Robert Bosch gewusst.
Viele Gruesse! Helmut
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Horst-D.Winzler schrieb:

Jep, einmal geht immer. Der letzte hat's erstaunlich gut ĂŒberstanden ;-).
VG Jörg
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