Frage zu Solaranlage

Gernot Griese schrieb:


Und genau deshalb wurde die Kaltreserve angefordert.

Nee, hatte alles seinen Sinn. (n-1) in Süddeutschland, sowie in den Netzen der Partnerländer. Die Netzbetreiber besorgen physikalische Engpässe. Auch wenn deren Maßnahmen paradox klingen und für den Aussen- stehenden auch auf den dritten Blick nicht einsichtig sind.
VG Jörg
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wrote:

Natürlich sind die Maßnahmen schon auf den ersten Blick einsichtig. Sie sind in diese Situation nötig um einen Zusammenbruch des Netzes zu verhindern.
Es wäre aber nicht nötig dass diese Situation überhaupt eintritt. Man könnte sie auch einfach dadurch verhindern dass man die Verkäufer/Käufer von Strom für den Transport von Strom entfernungsabhängig zahlen lässt. Wenn eben der Strom von Braunkohlekraftwerken in Ostdeutschland nac Österreich verkauft wird, dann muss es entsprechend der knappen Netzresourcen viel mehr kosten als wenn der Braunkohlestrom direkt in Ostdeutschland verbraucht würde.
Ich habe immer noch nicht herausfinden können, ob die Käufer aus dem Ausland auch Netzentgelte für den Strom bezahlen müssen, oder ob die Netzentgelte ausschließlich durch die nicht-priviligierten Stromkunden in D bezahlt werden müssen.
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Joerg Bradel schrieb:

Das ist wohl so.
Gruß aus Bremen Ralf
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R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
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Emil Naepflein schrieb:

Soso, Batterien.
Zur Auflockerung könnten wir ja jetzt mal ein kleines Ökoquiz veranstalten:
Ordne folgende globalen Killer nach ihrem Blutzoll: - Ziviler und militärischer Ge- und Missbrauch der Kernenergie - Malaria - Batterierecycling
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mfg Rolf Bombach

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On Fri, 03 May 2013 17:34:36 +0200, Rolf Bombach

Welche Batterien (Akkus) meinst Du?
Wenn Die Bleiakkus meinst, dann ist das nicht relevant, da niemand im großen Stil Bleiakkus zur Zwischenspeicherung von Solarstorm verwenden will.
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Emil Naepflein schrieb:

Und welche verwendet er denn heute, deiner Meinung nach? Und welche Akkus werden denn sonst so in richtigen Speicheranwendungen gebraucht (USV und so,nicht Handys und dergleichen)?
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mfg Rolf Bombach

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Rolf Bombach schrieb:

Eine USV liefert eine Reservekapazität, da wird aber nicht wie bei PV-Pufferbaterien regelmäßíg Energie ein- und ausgelagert. Im USV-Fall spielen die Verluste keine große Rolle, die Verlustkosten sind marginal im Vergleich zu den Investkosten einer günstigen Speicherlösung.
Gruß, Gunnar
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On Sun, 12 May 2013 00:13:25 +0200, Rolf Bombach
LieFePO4

Das weisst Du doch. Da wird sehr viel Blei benutzt. Aber der Betrieb einer USV ist völlig anders als der eines Solarstromspeichers.
Bei einer USV wird der Akku viele Jahre auf vollem Ladezustand gehalten und nur einige Male während der Lebensdauer wird tatsächlich entladen. Dies kommt Bleiakkus sehr entgegen, denn sie haben die längste Lebensdauer wenn sie bei einer etwas niedrigen Ladespannung gehalten werden. Bei einer Nutzung wie bei einem Solarstromspeicher, d.h. täglich werden sie bis zur unteren wirtschaftlichen Grenze entladen und bleiben dann mindestens 12-15 h im Leerzustand, im Winter sogar mehrere Tage, überleben typische USV Akkus nicht sehr lange. Man hat 365 Zyklen pro Jahr, in 10 Jahre 3650 in 20 Jahren 7300. Die meisten h befindet sich der Bleiakku im teilentladenen Zustand. Es gibt zwar auch Bleiakkus mit mehreren 1000 Zyklen, aber die sind auch nicht günstiger als LieFePO4.
Hier können dagegen LiFePO4 Akkus ihre Fähigkeiten ausspielen. Sie können in jeden beliebigen Ladezustand monatelang überleben. Es ist sogar vorteilhaft wenn sie nicht zu lange im Vollzustand sind. Und sie haben eine sehr hohe Zahl von Entladezyklen. Ein Faktor 10 ist gegenüber herkömmlichen USV Akkus problemlos machbar. Zudem halten sie wesentlich höhere Lade-/Entladeströme aus.
Auch das Laden ist auch sehr einfach. Man braucht nur einen einfachen DC/DC-Regler der die MPP-Spannung in CV mit etwa 3,6 V/Zelle wandelt und ein einfaches BMS in Verbindung mit Spannungsbegrenzung auf 3,65 V an jeder Zelle. Der Wechselrichter hängt direkt am Akku Das BMS sorgt dafür dass bei spätestens 3,65 V an jeder Zelle der Solarregler abgeschaltet wird und beim Unterschreiten von 2,8 V an einer Zelle der Wechselrichter vom Akku. Den Wechselrichter kann man von der Leistung so auslegen, dass er jede h maximal 1/24 der maximalen Gesamtenergie des Speichers einspeist. Damit kann man über weite Teile des Sommers die eigene Grundlast decken. Und wenn man netzdienlich einspeist kann mit PV in der sonnigen Zeit auch einen großen Teil der konventionellen Stromversorgung ersetzen, ohne dass hohe Leistungsüberschüsse entstehen und deshalb das Netz weiter ausgebaut werden muss.
http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/speicherstudie-2013.pdf http://www.sfv.de/pdf/Energiewende_Folien_V99.pdf
Hier zwei Links zu günstigen LiFePO4 Quellen incl. des nötigen Zubehörs: http://www.ev-power.eu/ http://3xe-electric-cars.com/get-into-store/lithium-battery-lifepo4
Die heute von der Solarindustrie angeboten Speicher sind noch viel zu teuer. Da werden pro kWh Speicher oft mehrere 1000 ? verlangt. Im Eigenbau geht das alles viel günstiger.
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Emil Naepflein schrieb:

Ach ja? Sucht man nach Solarakku, findet man Bleiakkus oder heisse Luft auf Seiten der Sonnenanbeter, die finden, das höchste Glück auf Erden ist die eigene Stromautonomie. Mit Bleiakkus. Was ökonomisch und ökologisch wahnsinnig und energetisch grenzwertig ist. Bleigift fordert mehr Menschenleben als Malaria.

Halb geladen neigen sie aber zu Disproportionierung der an der Speicherung beteiligten Nanopartikel und damit zum Memory-Effekt. Ladeverfahren zum Vermeiden oder Kurieren des LiFePo Memory-Effekts müssen zuerst noch entwickelt werden. Und mir scheint, das wird nicht ohne tiefen Zyklus gehen.

http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/speicherstudie-2013.pdf
Hab selten so ein seichtes Geschwafel gelesen. Gibt es das auch auf Deutsch?

Seite 123: Bleibatterien... Ansonsten: Traurig, wer heute so in Europa Professor werden kann. Ansonsten: Macht ruhig, Methan und/oder Wasserstoff aus Strom. Wir forschen an deren Verwendung in Gasturbinen... Dass PV dadurch teurer und nicht billiger wird, wird eh nicht eingegangen.
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mfg Rolf Bombach

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Am 12.05.13 19.46, schrieb Rolf Bombach:

Oberpeinlich. Und dazu noch die armen Grundschülerinnen und Grundschüler, die die vielen Malings gemacht haben. Auch noch Kinderarbeit...
V.
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Volker Staben schrieb:

Irgendwie vermisse ich Käptn Blaubär, wie er mit dem Kutter den Tagesgang rauf und runter schippert. Vielleicht haben sie auch nur versucht, sich intellektuell der Klientel anzupassen.
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mfg Rolf Bombach

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Am 04.06.13 21.27, schrieb Rolf Bombach:

Dafür wäre dann ja Hein Blöd zuständig - s.

http://www.youtube.com/watch?v=VQbOrxRYTkg

bei 3:30 lernen wir, dass Blödheit eine ansteckende Krankheit ist. Und bei 5:18 auch, dass dagegen "Hausaufgaben machen" hilft. Da sage noch einer, dass das Fernsehen nicht bilde...
Gruß, V.
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Am 12.05.2013 00:13, schrieb Rolf Bombach:

Wie wäre es denn mit Sammlern von Turnhallenumfang die den Stromverbrauch einer Kleinstadt, von vielleicht 100.000 Einwohnern, für 24h speichern könnten? Verschleiß etwa wie bei einem Kondensator. Aber keinen Nasselko. Für deren Entwicklung könnten doch die überaus üppig bezahlten Manager, insbesondere die Investment Banker herangezogen werden. Also die Leute, die von sich behaupten, sie wären jede Million wert. Mit solch einer Entwicklung könnten diese Leute mal zeigen, was sie wirklich für die Gesellschaft an Wert erbringen. Bei Nichterfüllung dann Strafen wie in folgendem Link: ;-) https://www.google.de/search?q=im+mittelalter+ertr%C3%A4nken+bild&client=firefox-a&hs=tGX&rls=org.mozilla:en-US:official&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei GPUc2dOYfPsgaIqYGgDA&ved DMQsAQ&biw49&bih5
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hdw

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Emil Naepflein schrieb:

Rotierene Massen lassen sich relativ einfach emulieren. Das nennt sich dann "virtual inertia" oder auch "virtuelle Synchronmaschine".
Ein Testsystem zum Ausprobieren kann man hier bestellen: http://www.iehw.de/produkte.html
Gruß, Gunnar
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Emil Naepflein schrieb:

Dem Netzbetreiber wird vorgerechnet, was er am Ende des Tages behalten darf (Eigenkapitalverzinsung rund 8%, wenn er sich nicht doof anstellt) und auf diesen Überschuss werden die Netzentgelte ausgelegt.

Ja das ist der Fall, und es ist kein Betrug am Verbraucher, sondern der Status Quo, nach dem das System funktioniert. Redispatchingkosten betragen übrigends einen niedrigen zweistelligen Mio-Betrag. Das wären ein paar wenige km HöS-Leitung. Als Mechanismus zur Stabilisierung des Netzbetriebs ist das IMHO eine kosteneffiziente Lösung.
Gruß, Gunnar
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wrote:

Auch wenn das System so im Einsatz ist, heißt das nicht dass es dann nciht Betrug am Verbraucher ist. Der der nichtpriviligierte Verbraucher muss für etwas bezahlen von dem er keinerlei Vorteil hat. Es ist sogar ein Nachteil, da wenn der Strom nicht exportiert werden könnte, der Strompreis an der Börse noch weiter sindken würde.

Dann sollen doch bitte diejenigen die Kosten tragen die davon profitieren und nicht die nicht-privilegierten Verbraucher.
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On 2013-05-05 11:49, Emil Naepflein wrote:

Du trittst also endlich auch dafür ein, den EE-Betreibern die von ihnen verursachten Kosten aufzuerlegen? Eine erstaunliche Einsicht, hätte ich Dir nicht zugetraut.
--
rs

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Joerg Bradel schrieb:

Die GWh im hohen zweistelligen Bereich werden bei der Solarenergie vor allem durch die peanuts im zweistelligen kW-Bereich erzeugt. Rund 70% der PV-Leistung stammt aus Anlagen kleiner 100 kW. Daher glaube ich schon, dass in zukunft auch dezentrale Speicher das Potential haben werden, die 12-Stundenperiode auszubalancieren, insbesondere die Sodaspeicher aus der E-Mobilität.

Bei der Kurzschlussleistung gebe ich Dir recht. PV-Anlagen sind auf einen I_max von kurz über dem Nennstrom ausgelegt. Das sieht aber bei Batteriewechselrichter anders aus. Die können zumindest für ein paar Sekunden durchaus den doppelten Strom vertragen. Das ist eine Dimensionierungsfrage vor allem der Kühlkörper und der kurzfristigen Überlastbarkeit in kleinen Inselnetzen. Wenn der Kühlschrank anspringt, soll nicht das Licht flackern.
Blindleistung können Umrichter genauso wie Synchronmaschinen bereitstellen. Das ist nur eine Frage der Regelung, die in der Mittelspannung seit 2009 gefordert wird. Q(U) ist allerdings erst bei einigen süddeutschen VNBs im Einsatz, die anderen haben noch etwas Schiss vor dem Gedanken, dass eine vielzahl von verteilten Einheiten die Spannungsregelung besorgen und nicht mehr einer zentral am Regeltrafo.

Ein Differentialschutz ist im Übertragungsnetz aus Kostengesichtpunkten keine Frage, aber im Verteilnetz muss man sich noch was einfallen lassen, wenn die Kurzschlussströme abnehmen. Wobei die These steht, dass Kurzschlussleistung nach wie vor im Verteilnetz über den Leistungstrafo aus der HöS-Ebene bereitgestellt werden kann. So hat das ja auch vor 20 Jahren gut funktioniert.
Gruß, Gunnar
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Gunnar Kaestle schrieb:

Würde mich interessieren, bei welchen süddeutschen VNB das tatsächlich gelebt wird. Dass die großen Anlagen das können, ist die eine Seite, ob sie es wollen, die andere. Hier geht es um Geld. Auch würde mich interessieren, ob die Regelung messtechnisch nachgewiesen wurde und durch den Netzbetreiber überwacht und angefordert wird, oder nur ein Zertifikat des WR-Herstellers bei der Genehmigung des Netzanschlusses gezückt wurde. Gerne mit konkretem Namen des VNB. Die bei uns in der HöS angeschlossenen EEG-Anlagen können das und wir fordern das auch ab, aber das ist nur ein verschwindend geringer Anteil an der gesamten installierten Leistung.

Und hier ist es wieder, das Problem: EEG-Einspeiser, vorrangig in der MS und NS bedienen sich schamlos an den Resourcen des Netzes.
VG Jörg
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Joerg Bradel schrieb:

Um welches Geld? Da muss doch bei der Inbetriebnahme nur das entsprechene Programmmodul in der Anlagensteuerung aktiviert werden?
Eon Bayern ab S. 9: http://www.eon-bayern.com/pages/eby_de/Netz/Stromnetz/Netzanschluss/Technische_Mindestanforderungen/TAB_MSP/Technische_Richtlinie_Erzeugungsanlagen.pdf
EnBW Regional: http://www.enbw-regional.de/enbw-regional.de-reg/docs/veroeffentlichungspflichten/netzanschluss/inbetriebssetzungsprotokoll-erzeugungsanlage.pdf
Eon-Bayern hat noch eine Hysterese drin, bei der EnBW ist eine Gradientenbegrenzung eingebaut. Das finde ich beides unschön, weil es nichtlineare Elemente im Signalfluss sind. Besser wäre meines Erachtens ein abgestimmter Tiefpass mit definiertem linearem PT1-Zeitverhalten besser. Das reale Leben ist schon nichtlinear genug (Stichwort Ferroresonanzen), da muss man nicht noch weitere Ansatzpunkte für einen nichtlinearen Oszillator einbauen.
Von der TU München wurde auch eine Q(U)-Studie erarbeitet: http://www.hsa.ei.tum.de/Forschung/StudieQU-Schlussbericht.pdf S. 100: "Grundsätzlich ist stets eine möglichst geringe Blindleistungeinspeisung ins Netz anzustreben. Die Q(U)-Kennlinie bietet gegenüber anderen Regelmethoden eine bedarfsgerechte Blindleistungsbereitstellung, die die tatsächlich vorherrschenden Spannungsverhältnisse berücksichtigt."

Die Regelung wird meines Wissens durch ein Zertifikat nachgewiesen. Bei kleineren Anlagen gibt's ein Einheitenzertifikat, bei größeren erstellt der Zertifizierer aus den Einheitenzertifikaten und der Anlagenkostellation ein Anlagenzertifikat. Die Personalkapazitäten sind beim Netzbetreiber doch gar nicht vorhanden, um den Run zu bewältigen. Weder bei der Anschlussbeantragung und von einer messtechnischen Überwachung ganz zu schweigen. Deswegen wurde ein Teil der Aufgaben an den Zertifizierer delegiert, der im Übrigen nicht vom Netzbetreiber sondern vom Anlagenerrichter bezahlt werden muss, wenn er einen Konformitätsnachweis erbingen will.
Bei Verteilnetzbetreibern wird insbesondere in Süddeutschland, wo eine Masse an Kleinanlagen angeschlossen werden, nach dem Motto vorgegangen: Knicken, Lochen, Abheften. Der Netzbetreiber sieht sich nicht als Netzpolizei. Wenn etwas schief geht, können sich die zuständigen Versicherungen im Rahmen forensischer Untersuchungen streiten, ob der Inbetriebnehmer die Vorgaben nicht richtig umgesetzt hat, der Zertifizierer geschlampt hat, der Hersteller etwas fehlerhaftes geliefert hat, der NB sich falsche Parameter ausgedacht hat, oder, oder. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - das lässt sich bei der EZA-Zahl gar nicht nachprüfen. Hier muss in ein vernünftiges und vertrauenserweckendes System aus normativen Anforderungen, harten Typprüfungen und guter Zertifizierungspraxis investiert werden, anders bekommt man m.E. die dezentrale Systemtechnik nicht in den Griff.

Das sind vor allem auch nur einigen wenige größere Parks, wo der Betreuungsaufwand überschaubar ist und auch die Kosten für eine leittechnische Anbindung zum Abruf von Echtzeit-Daten keine Rolle spielen. Im Verteilnetz will man eine robuste Fire & Forget Einstellung haben, die man wenn möglich nie wieder anfassen muss.

Das wird sich ändern, wobei ich bei der Kurzschlussleistung noch keine so große Baustelle sehe. Die ist der dezentralen Einspeisung aus dem Trafo geflossen und tut es nach wie vor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kurzschluss auf HS-Ebene es bis zur Schutzauslösung es schafft, über das HöS/HS-Umspannwerk das das Übertragungsnetz leerzusaugen. Nur falls Inselnetze in Mode kommen, muss man sich etwas überlegen, um dann auch im Inselfall genügend Kurzschlussleistung für die Schutztechnik im Verteilnetz verfügbar zu machen. Wenn da noch das ein oder andere BHKW am Start ist, ist der Drops gelutscht, ansonsten muss man gemäß der Sunny Island Spezifikation ein paar WR mit 5 fach Nennstrom für einige Dutzend ms zur Verfügung stellen.
Ich habe größere Bauchschmerzen, dass dezentrale Einspeiser "PSS-stabilisierte träge Massen" verdrängen und die Diskussion um die genauen Anforderung zur Emulation dieses Verhaltens zu lange dauert, so dass da ein Vakuum entsteht, was sich negativ auf die Netzdynamik (insbesondere Dämpfung) auswirkt.
Gruß, Gunnar
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