Windkraft - thermische Energiespeicher

On Wed, 23 Dec 2009 16:47:54 +0100, Christoph Müller


Eben. Die Wahrscheinlichkeit dass in den nächsten 100 Jahren eine thermisches Klein-BHKW einen elektrischen Wirkungsgrad von 60 % erreicht ist genauso hoch wie dass Großkraftwerke einen von 100 % erreichen.

Eines ist ganz sicher was ich tue - keinesfalls ein BHKW kaufen.

Ich schreibe mehrere 100 Gleichungssystem mit ebenso vielen Unbekannten hin und warte darauf dass das Ergebnis 42 ist.

Ich orientiere mich nicht an einer "beabsichtigten" Wirkung sondern an der "realen" Wirkung.

Ich halte mich an die Realität. Es würde keinen Umweltschutz geben wenn nicht entweder derjenige der Schaden anrichtet bestraft, und/oder derjenige der positives für den Umweltschutz tut, belohnt wird.

Es ist eben nicht der Normalbetrieb, da Astrohs alleine keinerlei Anreiz bietet ökologisch zu handeln.

Endlich hast Du das kapiert.

Ich Habe Astrohs schon verstanden, Du aber als "Erfinder" nicht.

Wie ist das denn in einer lauen Sommernacht?
Da scheint keine Sonne, es weht kein Wind, und die Wasserkraft kann wegen niedriger Wasserstände auch nicht viel beitragen.

Das sind jedenfalls nicht die Millionen von Klein-BHKWs die der kleine Mann in seinem Eigenheim eingebaut hat. Und es sind auch nicht die Millionen von Klein-BHKWs die in normalen Gewerbegebäuden und Bürohäusern eingebaut sind.
Welche sind es dann noch?

Gas ist eine hervorragend speicherbare Energie. Es gibt riesige Kavernen davon die im Sommer das ganze Gas speichern um es im Winter abzugeben.

Das Warmwasser hat leider schon die Solaranlage tagsüber erwärmt. Die Deckung beträgt 9 von 12 Monaten rund 100 %.
Was soll ich dann mit der Abwärme des BHKWs machen?

Davon gibt es Millionen und die brauchen die Energie auch noch nachts?

Wenn der Wärmebedarf im Sommer nur 1/10 dessen beträgt wie im Winter, dann wird auch nur 1/10 der Strommenge erzeugt.
Wer erzeugt dann die anderen 90 % die man sonst im Sommer vielleicht so braucht?
Oder wer soll denn den Strom im Winter abnehmen wenn die meisten BHKWs laufen? Sollen dann die anderen regenerativen Kraftwerke, die keinen Brennstoff verbrauchen, alle zugunsten der BHKWs abgeschaltet werden?

Nimm doch Pellets als Beispiel. Ein Pelletswerk bezieht Holz aus der Region und erzeugt daraus Pellets. Dieser Aufwand ist erstmal für gleich ob die Pellets jetzt dezentral oder zentral genutzt werden.
Bei dezentraler Nutzung gehen die Pellets an irgendwelche Großhändler die die Pellets irgendwohin verkaufen, wo er den besten Preis bekommt. Das kann jeztt so sein, dass ein Österreicher die Pellets nach Norddeutschland verkauft. Diese werden jetzt auch per Massentransport dorthin transportiert. Der Großhändler verkauft sie dann an einzelne Lieferanten. Die Lieferanten holen sie mit dem LKW ab und verteilen sie in die Fläche bis ans Haus.
Bei zentraler Nutzung erfolgt der Transport direkt per Massentransport zum Kraftwerk.
Ich halte letzteres für wesentlich einfacher, ökologischer und kostengünstiger.

Nein, aber es zeigt, dass Massentransport billig ist.

Das liegt daran, dass die Maschinen einfach noch nicht die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit überschritten haben. Und niemand wird Interesse haben den Prozess zu beschleunigen wenn er mit Astrohs noch weniger erlöst als er heute schon über Subventionen bekommt.

Genau das passiert wenn Astrohs eingeführt wird und die Subventionen dann wegfallen.

Das ist er Punkt. Astrohs verbessert nicht die Marktbedingugnen für die potentiellen Betreiber von BHKWs, sondern es verschlechtert die Bedingungen, da nach dem Wegfall der Subventionen die harten Marktbedingungen gelten und deshalb weniger erlöst werden kann.

Die werden genau das Gegenteil erkennen, wenn die Subventionen weggefallen sind.

Wenn die BHKWs weiterhin Subventionen erhalten dann speisen sie die Energie unabhängig von den Steuermechanismen von Astrohs ein. Sie werden versuchen soviel Strom einzuspeisen wie geht um ihren Gewinn zu maximieren. Damit bricht Astrohs sowohl als Markt als auch als Steurmechnaismus zusammen.

Es dürfte äusserst selten sein dass ein E-Herd tatsächlich sein Anschlussleistung braucht. Meistens reicht im Durchschnitt ein Bruchteil davon und zu dem Takten die meisten in kurzen Abständen wenn sie die Zieltemperatur erreicht haben.

Das geht in vielen Fällen nicht da kein Raum für die Speicherung zur Verfügung steht.

Das ist nicht im wirtschaftlichen Interesse des Betreibers.

Wenn es für sie selbst wirtschaftlich sinnvoll ist. Und da die Subvention über dem Marktpreis liegt werden sie ein Interesse haben ständig einzuspeisen.

Mit gleichzeitiger Subvention können sie immer einspeisen wann sie wollen. Sie bekommen ja einen Festpreis, der in der Regel immer über dem Marktpreis liegt.

Wenn Astrohs eingeführt würde dann wisen die potentiellen Hersteller ganz sicher dass es sich nicht rentiert. Das bewirkt aber genau das Gegenteil.

Das bedeutet nur, dass man an Astrohs ganz sicher die 10 Jahre teilnehmen kann. Aber eine Garntie für die höhe der Einnahme gibt es nicht. Der Unternehmer wird sich dann die Marktpreise ansehen und einfach abwinken, weil er nicht weiss wie er mit seinen Anlagen eine Prduktion zu Marktpreisen erreichen kann.

Das ist immer noch besser als ständig von den Launen des Marktes abhängig zu sein.
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[...]

Das ist der einzig richtige Weg: Berechnen und vergleichen
BEISPIEL
* http://home.arcor.de/janch/janch/_news/20091224-thermodynamik /
Das funktioniert mit allen Wärmetechnischen Systemen.
--
Grüße JCH




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JCH schrieb:

Vollste Zustimmung. Aber bitte auch die Schadensanreicherung in unserem Lebensraum im Auge behalten und sich nicht stattdessen nur mit irgendwelchen Hilfsgrößen wie z.B. Wirkungsgraden zufrieden geben.
--
Servus
Christoph Müller
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On Fri, 25 Dec 2009 08:52:11 +0100, Christoph Müller

... oder als Steuerung nur den Preis zu verwenden und alles rein auf die Wirtschaftlichkeit ausrichten.
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Uwe Hercksen schrieb:

Du mußt Dich langsam mal entscheiden, ob es die nicht *hat* oder nicht haben *kann*.

--
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begin quoting, Uwe Hercksen schrieb:

Du mußt Dich langsam mal entscheiden, ob es die nicht *hat* oder nicht haben *kann*.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Uwe Hercksen wrote:

Das würde auch bei einem Großkraftwerk passieren, wenn es sowas falsches machen.

Und das müssen Großkraftwerke auch. Andernfalls, Beispiel: Netz aus 10 Kraftwerken laufen mit 49.9Hz, ein Regelkraftwerk will die Frequenz anheben... meinst du, man steuert dieses Kraftwerk dann auf eine Frequenz von 51Hz? Nein, denn dann fliegen - wie du bemerktest - nach 0.5s die Sicherungen raus. Auch das Reglekraftwerk läuft synchron.
Der Unterschied zu den anderen nicht geregelten Kraftwerken ist nur, dass diese ihren Strom ohne Phasenverschiebung zur Spannung einspeisen, das Regelkraftwerk jedoch eine kleine Phasendifferenz zwischen Strom und Spannung macht. Es wird in dem Fall das Strommaximum etwas früher einspeisen, als das Spannungsmaximum liegt. Also Blindleistung umsetzen.

Dann wäre die Sache einfach. Nebst der Frequenz gibt es aber noch die Spannung, die gehalten werden muss. Beides hängt natürlich zusammen, wobei die Spannung sicher ein eher lokales Phänomen ist, die Frequenz aber europaweit überall gleich ist.
CU Rollo
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Hi,
Roland Damm schrieb:

bei der f-P-Regelung - also derjenigen Regelung, die die ins Netz eingespeiste Wirkleistung an die dem Netz entnommende Wirkleistung angleicht - ändert der P-Regler des Blocks die _Wirk_leistung, die ein Regelblock ins Netz speist.
Volker.
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Moin,
Volker Staben wrote:

Dagegen sage ich ja nichts. Nur man kann Wirkleistung so oder so einspeisen, mit positiver oder negativer Phasenverschiebung bezogen auf die Spannung. Dann kommt zur Wikleistung halt noch Blindleistung hinzu, und? Ist aber nötig, um an der Frequenz zu drehen.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Aua, aua, aua...
Das tut richtig weh.
************************************************************ * * * Die Wirkleistungsbilanz bestimmt die Frequenzänderung. * * Die Blindleistungsbilanz bestimmt die Spannung. * * * ************************************************************
Bitte mal ausschneiden und merken, das.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Danke.
Volker.
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Tut mir leid:-)

Als Elektriker würde ich das vielleicht tun, als der, der ich bin, würde ich aber schon mal gerne wissen, wieso das so sein sollte.
Wenn der Satz so stimmen würde, dann wäre es unmöglich, bei ausgeglichener Wirkleistungsbilanz die Netzfrequenz zu ändern. Wieso ist das / sollte das so sein?
Nun gut, es muss falsch sein, das zeigt schon jeder Fahrraddynamo. Leistungsbilanz stimmt, Frequenz ändert sich mit der Drehzahl und unabhängig von der Leistung.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Zunächst einmal ist klar, daß es für beide Größen eine Sollwertvorgabe gibt - wir müssen hoffentlich nicht diskutieren, daß das sinnvoll ist. Obiges _beschreibt_ (hat nichts mit Vorschreiben zu tun; es gibt halt Leute, die den Unterschied zwischen Naturgesetz und Gesetzgebung nicht verstehen können oder wollen, deshalb erwähne ich das) das dynamische Verhalten des *Verbund*netzes: Wenn Du das Gaspedal stärker durchtrittst, dann ändert sich dadurch kurzfristig nicht die Motordrehzahl, sondern das Drehmoment - das Fahrzeug wird beschleunigt. Der Zusammenhang ergibt sich aus dem bezogenen Massenträgheitsmoment: Je schwerer der Wagen ist, um so verhaltener reagiert er auf die zusätzliche Leistungszufuhr des weniger gedrosselten Motors.
Im Verbundnetz ist das "Trägheitsmoment" für den einzelnen Erzeuger praktisch "unendlich groß", es besteht aus der synchronen Schwungmasse aller angeschlossenen umlaufenden Maschinen, insbesondere natürlich der Turbosätze der Kraftwerke. Deshalb kann der einzelne an der Frequenz nichts drehen, und das wäre auch äußerst unerwünscht: Im Interesse einer stabilen Frequenzhaltung wird die Regelung der Kraftwerke so eingestellt, daß sie "dynamisch steif" ist - mit einem hohen D-Anteil wirken sie gemeinsam Frequenzänderungen entgegen (und zwar keineswegs langsam, das bildet sich Christoph nur ein). Damit das gut funktioniert, muß man ein abgestimmtes Reglerverhalten aller "Großen" verabreden (nämlich die Leistungs-Frequenz-Kennlinie), damit die Ausregelung auch schön gleichmäßig auf die einzelnen Kraftwerke verteilt werden, sonst würden die "Schlafmützen" nämlich gar nicht regeln, sondern relativ konstante Leistung einspeisen, während die "Fixen" die ganze Zeit wie verrückt rauf und runter regeln, was bestimmt nicht gut ist.
Was bestimmt eigentlich (bei konventionellen Kraftwerken) die eingespeiste Leistung? Können die einfach die Spannung ein bißchen hoch und runter drehen?
Irrtum: Die Leistung wird durch das Drehmoment der Turbine, also letztlich den Dampfstrom (und bei den "dicken Brummern" liegt der in der Größenordnung Tonnen pro Sekunde) vorgegeben - was soll denn aus der mechanischen Leistung auch sonst werden, als sie in elektrische umzuwandeln und sie ind Netz gehen zu lassen? Mit der Spannung kann man da gar nichts machen, die stellt sich vielmehr ganz von alleine so ein, daß das mit der Leistung "paßt".
Nun will man das aber gar nicht, daß sich die Spannung "ganz von alleine einstellt" - dann meckert nämlich wer, das ihm kein Licht aufgeht oder die Lampe gleich durchbrennt (viel teurer sind die Über- und Unterspannungsschäden an elektrischen Maschinen). Aber dafür gibt es glücklicherweise eine Stellschraube, die von der Wirkleistung unabhängig ist - das ist die Blindleistung. Blindleistung gibt es nicht umsonst, die kostet auch Geld, und zwar zum einen wegen der erforderlichen Erregerblindleistung (für die man, um sie zu erzeugen, nämlich Wirkleistung aufbringen muß: die ziemlich zu Unrecht sträflich vernachlässigte Erregermaschine, die den Gleichstrom für das Polrad erzeugt(e) (das macht man heute mit Leistungselektronik), und deren Grenzleistung*) früher die maximale Größe von Generatoren bestimmte, schluckt nämlich ein paar Prozent der aufgewendeten Leistung, und bei großen Annlagen sind das dann gleich Megawatt), und zum anderen wegen der höheren Leitungsverluste blindstromführender Leitungen. Deshalb versucht man das so hinzudeichseln, daß man nicht soviel Blindleistung erzeugen muß, und das geht auch ganz gut, weil die Leitungsimpedanz von der Übertragungsleistung abhängig ist: Bei hohen Strömen verhalten sie sich induktiv (verbrauchen Blindleistung), bei niedrigen kapazitiv (erzeugen selbst Blindleistung - Stichwort Ferrantieffekt), und den optimalen Punkt dazwischen nennt man "natürliche Leistung" - der liegt vor, wenn die Abschlußimpedanz der Leitung reell ist und dem Wellenwiderstand der Leitung entspricht, dann bleibt die Spannung über die Leitungslänge konstant, und man braucht auch keine Blindleistung in die Leitung einzuspeisen.
Das alles sind Zusammenhänge, die erstens das Kleine Einmaleins des Elektrotechnikers sind, weswegen er auch einen Lachanfall kriegt, wenn ihm Laien diesbezüglich Unfug erzählen wollen, und zweitens sich ganz zwangsläufig aus der Physik (Maxwell und so) ergeben und damit in Wechselspannungssystemen naturgegeben sind.

Der stimmt.

Ist es auch. Die Frequenz wird für die allermeisten Kraftwerke extern vorgegeben - einige wenige designierte Regelkraftwerke sind für deren Einstellung bestimmt (dien regeln mit I-Anteil und haben ein Knöpfchen für PLL, damit im Mittel die Netzsynchronuhren auch richtig gehen).

Weil das System so eingerichtet wurde, denn eine sehr konstante Netzfrequenz ist eine sehr praktische Angelegenheit.

Dein Fahrrad arbeitet im Netzverbund?
*) Die Grenzleistung einer Gleichstrommaschine klassischer Bauart wird durch den Kommutator, also letztlich _deren_ Erregerleistung bestimmt - dafür gibt es physikalische bzw. technische Grenzen der Kommutierungsspannung und des Bürstenstroms, die man nicht überschreiten kann, weil sonst starkes Bürstenfeuer ("Rundfeuern") und entsprechend hoher Verschleiß auftritt. Diese Grenzleistung liegt im MW-Bereich und begrenzte, nebenbei bemerkt, früher auch die Leistung der Antriebssätze von El-Lokomotiven - mit Stromrichterantrieben ist das kein Thema mehr.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z wrote:

ACK
ACK
Mag ja alles sein. Aber:
Wenn es nun so ist, dass die Spannung ihr Maximum zu spät erreicht und ich als Regelkraftwerk will den Scheitelpunkt der Spannung nach vorne verlagern (aka Netzfrequenz anheben), was soll ich dann tun? Es bleibt nur eines: Den Strom den ich erzeuge bei jeder Welle etwas zu früh ins Netz einspeisen.
Die Tatsache, dass der Generator die Wellenleistung ins Netz einspeist, sagt nichts darüber aus, mit welcher Phasenverschiebung er den Strom ins Netz einspeist. Natürlich will man möglichst wenig Phasenverschiebung, weil je mehr Phasenverschiebung, desto mehr Blindleistung. Aber nichts desto trotz:Wie soll ein Generator die Netzfrequenz beeinflussen, wenn nicht über die Phasenlage zwischen Strom und Spannung? Es gibt keinen magischen dritten Freiheitsgrad. Es gibt nur Amplitude und Phase. Aus beidem kann man Wirk- und Blindleistung berechnen. Zweifellos kann aber ein Generator sowohl Frequenz als auch Spannung beeinflussen, ergo muss der Generator um beide Größen zu steuern, sowohl seine Phase und seine Spannung regeln.
Also zurück: Wenn ein Generator nur seine Leistung erhöht, erhöht er nur seine Leistung. Das kann so oder so erfolgen. Erst wenn der Blindstrom, den er einspeist korrekt kontrolliert wird, kann der Generator die Frequenz des Netzes ändern.

Eine schöne Vorgabe nutzt aber nichts, wenn man die Stellgröße nicht beeinflussen kann:-).

Was ziemlich nebensächlich ist, es könnte auch ein zentraler I-Regler seine Erkenntnisse per Funk an alle Kraftwerke mitteilen.

Ja? Den allermeisten Geräten ist die Netzfrequenz heute relativ egal.

Sicher doch. Es gibt einen Erzeuger und ein bis zwei Verbraucher. Was soll daran kein Stromnetz sein?
CU Rollo
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Am Fri, 18 Dec 2009 01:26:52 +0100 schrieb Roland Damm:

...
<SCNR> ... ein "Stromnetz", welches z.B. mit dem "Stromnetz" aus Helmlampe, Helm-Solarmodul und Akku zu einem _Netzverbund_ verbunden werden könnte. ;)
--
MfG Knut

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Roland Damm schrieb:

beantworte bitte
[ ] ich kann Fragen lesen.
Ein Netz schon, aber eben kein Verbund.
V.
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Moin,
Volker Staben wrote:

Und wo liegt der grundlegende Unterschied? Dass es nur einen Erzeuger gibt? Das scheint erst mal plausibel, aber...
Angenommen zwei Genetatoren arbeiten vor sich hin, alles im grünen Bereich. Und es gibt ohmsche Verbraucher. Dann kann der erste Generator den zweiten Generator einfach wie einen ohmschen Verbraucher mit negativem Widerstand ansehen und einfach mit den anderen Verbrauchern verrechnen. Kein Problem. Also kann dieser erste Generator wieder wie beim Fahrrad machen, was er will. Oder doch nicht? Eben, doch nicht. Denn der andere Generator ist eben kein ohmscher Verbraucher mit negativem Widerstand, sondern er hat eine Trägheit, bei einer Frequenzänderung wird er mit Blindstrom reagieren. Also was muss man tun, um dennoch eine Frequenzänderung zu machen? Eben, Blindstrom erzeugen.
Ist doch ganz einfach...
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Eben. Und sonst nichts.

Kein Aber.

Den Dampfstrom aufdrehen (der allerdings durch die Kessel-/Reaktorleistung limitiert ist, also muß man die nachregeln, was in gewissen Grenzen auch geht).

Praktischerweise braucht man sich darüber genau null Gedanken zu machen: Das Polrad hängt immer exakt phasenstarr an der Netzspannung (daher Synchronmaschine) - wenn der Polradwinkel nicht genau stimmt, dann fließt sofort ein riesenhafter Kurzschlußstrom. Die "elektrische Welle" ist schon sehr steif.

Sagen wir mal so: Gibt's bei Euch keine Bibliotheken?

Lassen wir's: Schuster -> Leisten.

Aua, aua, au... ach, das schrieb ich schon.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Aber nicht beliebig, oder doch? Gut, also doch. Dass man also in den USA 110V verwendet, liegt also daran, dass man 60Hz verwendet...:-) Also an der Frequenz kann man via der Leistung drehen, die sich daraus ergebende Spannung ist das Gott-gegeben. Wieder was gelernt:-)

Nein, das hast du wohl vergessen.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Jein: Gewünscht ist eine konstante Frequenz - die ist nur bei einer ausgeglichenen Leistungsbilanz gegeben. Wenn die eingespeiste Leistung höher als die abgenommene ist, dann beschleunigt der Leistungsüberschuß die angeschlossenen umlaufenden Maschinen, dadurch steigt die Frequenz (und umgekehrt). Man kann das auch lokal am Generator so sehen: Bei Einhaltung der Sollspannung nimmt das Netz halt eine gewisse (Wirk-)Leistung ab - wenn man mehr Dampf auf die Turbinen gibt, dann wird der Generator nicht mehr adäquat durch die Stromkräfte gebremst, sondern es verbleibt ein Drehmomentüberschuß, der den Generator (und damit auch alle anderen im Netz) beschleunigt, dadurch steigt die Frequenz. Das ist also auch in einem Inselnetz (z. B. am Fahrraddynamo) so. Der Unterschied zu einem Verbundnetz ist nur, daß es nicht von vornherein klar ist, wie die Leistung verteilt wird - ein einzelner Generator im Verbundnetz kann seine eigene Leistung frei wählen, also den anderen eine Minderproduktion aufzwingen, jedenfalls, wenn die anderen Frequenzdisziplin halten (wenn nicht, dann läuft die Frequenz halt weg bis zum Netzzusammenbruch).
(Beim Fahrrad ist es noch insofern anders, als daß eine Drehzahl erzwungen wird, mit der auch noch wegen der vorgegebenen Permanenterregung eine jeweilige Polradspannung (fiktive Leerlaufspannung des Generators) fest verbunden ist (näherungsweise proportional zur Drehzahl). Zusammen mit der "Verbraucherkennlinie" (U-I-Kennlinie von Glühlampen, ca. U^3~I^5 bzw. P~U^1,6, also weniger "steil" als P~U^2 bei ohmschen Lasten) und der synchronen Reaktanz des Dynamos stellen sich dann Spannungen ein, bei der die Leistungsbilanz ausgeglichen ist.
Warum funktioniert das mit so "riesigen" Drehzahlabhängigkeiten aller Größen am Fahrrad überhaupt leidlich? Weil der Dynamo weitgehend im Kurzschluß läuft: Schon bei relativ niedrigen Drehzahlen ist der (drehzahlproportionale) Betrag der synchronen Reaktanz groß gegen die Resistanz der Verbraucher und bestimmt damit den Strom praktisch allein - der ist dann mit der ebenfalls drehzahlproportionalen Leerlaufspannung praktisch konstant (und deswegen brennt dann bei durchgebrannter Scheinwerferlampe die Rücklichtlampe aus Sympathie gleich mit durch: Die verträgt einfach den Gesamtstrom von 0,5 A nicht, die braucht nur 0,1 A - dagegen haben die Radler Spannungsbegrenzerdioden (Z-Dioden) am Fahrrad erfunden. Da die allerdings die Spannung um 41 % erhöhen oder Zusatzverluste hervorrufen, ist das auch nicht so das Wahre).)

Nein, auch nicht: An der Spannung kann man noch zusätzlich drehen, via Blindleistungseinstellung. Das geht bei Synchronmaschinen über den Erregerstrom. Sofern man es nicht darauf anlegt, damit den Verbrauchern ihre Geräte kaputtzumachen, also im Abnehmernetz die Sollspannungen einhält, wirkt sich das allerdings nur an den Generatorklemmen aus: Man kompensiert damit die Leitungs- bzw. Netzreaktanz zwischen Generator und Verbrauchernetz. Da bei gegebener Leistung und Leitungskonfiguration isofern keine Wahlfreiheit mehr besteht: doch gottgegeben.

Ist das nun alles Wechselspannungswoodoo? Nein, eigentlich nicht: Zwar gibt es bei Gleichspannung keine Frequenz, an der man herumdoktern könnte (sonst wäre es keine Gleichspannung mehr), aber die Überlegungen zur Leistungsbilanz gelten natürlich genauso: Das Antriebsmoment der Generatoren muß hybsch der Abbremsung durch den Laststrom entsprechen, sonst geht der Generator ein bißchen kaputt, weil er hochläuft (oder die Verbraucher, weil man denen per Spannungsüberhöhung zuviel Leistung reindrückt). Der Unterschied wäre nur, daß den Rest der Welt die jeweilige Generatordrehzahl eines einzelnen Kraftwerks nicht interessiert - das hat aber wieder den gewaltigen Nachteil, daß es nicht möglich ist, bei Netzfehlern die Spannung durch die versammelte Schwungsmasse aller Generatoren an der "elektrischen Welle" zu stützen: Wenn in Norddeutschland ein KKW tot umfällt, dann "lebt" wegen der sich einstellenden Phasenverschiebungen das Netz für die nächste halbe Minute von der kinetischen Energie aller Turbosätze von Messina bis Warschau, und die regeln aufgrund ihrer vorgegeben f-P-Kennlinien ihre Leistung dann vollautomatisch vorübergehend nach, so daß der Lastverteiler, wenn er mit Fluchen fertig ist, minutenlang Zeit hat, passend zu disponieren (bis die Überlastauslöser der Hochspannungsleitungen ansprechen, vergehen auch noch mal gut zehn Minuten), während sich in einem HGÜ-System über größere Entfernungen nur moderate zusätzliche Spannungsabfälle einstellen würden, die niemanden groß kratzen.
Das war schon eine ziemlich geniale Sache mit dem Drehstromverbund - bequeme Transformierbarkeit der Spannungsebenen und phasenstarre Drehzahlkopplung über große Entfernungen, dadurch hohe Kurzschlußleistungen und ein dementsprechend spannungsstarres Netz. "War" deswegen, weil man das heutzutage natürlich auch alles mit Leistungselektronik und Ferwirkeinrichtungen hinkriegen könnte, prinzipiell also nichts gegen den Verzicht auf den Drehstromverbund und seinen Ersatz durch ein HGÜ-Netz spräche. Da im Gegensatz zur Politik die Energiewirtschaft aber extrem rationell und sparsam agiert und das mit riesenhaften Umstellungskosten verbunden wäre (elektrische Anlagen sind ziemlich langlebig und insofern sehr kapitalintensiv - sie haben kaum Betriebskosten), drängt sich dabei "Reformismus" nicht gerade auf.
Um mal auf Christophs und Dein "Lieblingsthema" zurückzukommen: Hinter dem Wunsch nach dem "freien Stromhandel" (tatsächlich ist der längst gegeben, von der Rechtslage her steht ihm nichts entgegen) steckt die implizite Annahme, daß es ausnutzbare Preisschwankungen gibt, die z. B. den Betrieb von Speichern wirtschaftlich machen. Dabei wird nur leider übersehen, daß eben diese Einrichtungen die Preis- und Leistungsschwankungen dämpfen, so daß sich letztlich eine noch ausgeglichenere Leistungsbilanz ergibt, die insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Grundlastkraftwerke (Kernenergie, Braunkohle und Laufwasser) verbessert und damit die Strompreise tendenziell senkt - gut für den Verbraucher (schlecht für die Umwelt), aber die "kleinen Krauter" können dabei nichts mehr verdienen.
Daß sich die BHKW wegen des besch... Wirkungsgrads der Antriebsmaschinen auch ökologisch nicht lohnen und die E-WP in Kombination mit der Wärmedämmung der Gebäude (die Heizung weitgehend überflüssig macht) und dem effizienten GuD-KW ihnen klar überlegen sind, hatten wir nun schon hinreichend oft durchdekliniert.

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Gruß aus Bremen Ralf
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