Ist Elektrosensibilität bewiesen?

Feb 23, 2009 190 Replies

$FREUNDIN hatte immer ein kabelgebundenes Telefon mit 10m Kabel welches sie durch die ganze Wohnung schleppte. Beim Umzug in die neue Wohnung habe ich vorgeschlagen ein DECT-Fon zu kaufen, des Kabelsalats wegen. "Bäh! So ein Gerät kann ich nicht verwenden, ich kann sie Strahlung förmlich im Ohr spüren", war die Antwort. Ohne argumentieren zu wollen, das ein DECT nicht schlimmer als ein Handy sein kann, habe ich stillschweigend ein Schnurlostelefon als Zweitgerät in MEINEM Arbeitszimmer montiert. Was glaubt ihr, wer sich eine Woche später mit dem 10m Kabel rumärgern musste weil sein Schnurlostelefon stundenlang besetzt war?

Bye, Dan (in dessen Haushalt mittlerweile 2 DECTs funktionieren)

  • Stefan Brröring :

Guck mal

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Die Abschaltparty für den 180-kW-MW-Sender Beromünster war am 28. Dez.

2008. Im Artikel wird eine Frau zitiert:

sie habe schon zwei Tage nach dem Abschalten, also am 30. Dezember, besser geschlafen, wo ihr doch früher alle Glieder weh getan hätten nach dem Aufwachen.

Nun wurde am 28. Dez. nur das *Programm* abgeschaltet. Bis zum 31. Dez um Mitternacht lief aber noch eine Ansage, der Sender würde ebendann den Betrieb einstellen. Ich weiss allerdings nicht, ob diese Ansage mit voller Sendeleistung verbreitet wurde.

- Andi

Fra'ge a'm Ran'de: Meins't Du diese'n Apostro'ph erns't? ;-)

vG

Das Kind hat schon einen Namen: Nocebo-Effekt. Und "invers" ist daran ja einklich nichts: in beiden Fällen wird ohne nachvollziehbaren Weg die Wirkung ausgelöst, die der Erwartung der Zielperson entspricht.

vG

Dann hat dem Unterbewußtsein der Frau also nur das Programm nicht gefallen.

vG

Und das bedeutet, "bemerken, wenn da was sendet".

-ras

Die Endgeräte "pulsen" bei GSM immer, die Basisstationen auch, sobald ein weiterer HF-Träger zur Kapazitätserweiterung hochgeschaltet wird. Der sendet nämlich dann nur in den auch real belegten timeslots, und mit der gerade benötigten Sendeleistung. Der mindestens eine Sender pro Sektor, der einen BCCH aussendet, ist tatsächlich auf Dauersendung, rund um die Uhr, und mit voller Leistung.

-ras

Das wäre für mich ein Scheidungsgrund :-) Aber meine Frau ist auch Funkamateur, also keine Gefahr in Sicht, über irgendwelche HF in Zwist zu geraten.

-ras

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Nein, Kapitel 2 scheint dem ersten Querlesen nach zu passen. Die Schlüsse daraus kann man aber entsorgen, ja.

Nein, siehe mein anderes posting.

-ras

Vergiß nicht die Zeitschlitze.

-ras

Du kannst machen was Du willst. Du wirst die niemals davon abhalten, es weiter zu glauben. Egal wie Du argumentierst. Nur denen, die damit anderen Angst machen, um daraus Kapital schlagen, denen muss man kräftig in "die Fressen" hauen. Den anderen Gläubigen verkauf' ein billiges Placebo, damit ist der Schaden gering und der Nutzen (für ihr weiteres Wohlbefinden) riesengroß.

Vergebene Liebesmüh'. Gläubige kann man mit Argumenten nicht überzeugen. Außer man erzählt ihnen Dinge, an die sie eh schon glauben. Somit hat der "Freund" *immer* die besseren Argumente als der "Feind".

jbe

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Was mich an vielen Diskussionen um solche Dinge inzwischen richtig nervt ist, dass ab einem gewissen Punkt immer eine Verschwöhrungstheorie ins Spiel kommt (gääähn). Aber das liegt offenbar in der Natur des Menschen: Immer auf der Suche nach einem Sündenbock. Früher hat man dann jemandem auf dem Scheiterhaufen verbrannt und alle waren zufrieden, weil damit das Problem ja gerade erfolgreich gelöst wurde. Heute wirft man Politiker aus dem Amt und alles wird wieder gut oder Geschäftführer müssen gehen, damit der Aktienkurs endlich wieder steigt (oha, ich sehe schon überall Placebos).

jbe

Natürlich kann man mit der Zunge Elektrizität spüren. Und wenn die Feldstärke groß genug ist, kann man auch eine Erwärmung durch eine Sendeanlage spüren.

Genauso, wie man es spürt, wenn man mit einer Taschenlampe über kurze Entfernung auf die Haut strahlt. Wärmestrahlung eben. Wobei da zwischen etwas spüren und einer Schädigung ein großer Unterschied besteht.

Diese Effekte werden auch auch von niemandem bestritten.

Die eigentliche Frage ist aber, ob schwache elektromagnetische Felder spürbar sind, bzw. ob durch schwache elektromagnetische Felder eine Beeinträchtigung hervorgerufen wird.

Dabei reden wir z.B. von DECT Telefonen, mit einer Sendeleistung von

10mW, also maximal ein hundertstel der von einer alten Taschenlampe mit Glühbirnchen abgegebenen Wärmestrahlung.

Oder wir reden von Mobilfunksendeanlagen, die weniger als 50W abstrahlen und wo man immer einen Abstand von >50m hat.

Und ob ein Mensch diese Art von Strahlung spüren kann, läßt sich leicht experimentel überprüfen. Einen entsprechenden Nachweis hat aber offenbar niemand erbingen können.

Insofern gehe ich davon aus, dass es "Elektrosensibilität" in Bezug auf DECT-Telefone und Mobilfunkmasten tatsächlich gar nicht gibt.

Gruß

Stefan DF9BI

Mit Untersuchungen kann ich leider nicht dienen, aber vielleicht kann ich zwei interessante Anekdoten beisteuern.

Die erste Anekdote ist die Geschichte einer älteren Dame, die ich im DARC-Ortsverein kennenlernte. Diese war "strahlungsempfindlich" und hatte sich zur Abhilfe auf den Nachttisch einen Kurzwellenempfänger gestellt, der die schädlichen Strahlen "absorbierte", so dass sie nachts schlafen konnte. Das Problem war nur, dass die schädlichen Frequenzen immer höher wurden und irgendwann das obere Bandende des Empfängers erreicht war! Um dem abzuhelfen, machte die gute Frau mit viel Mühe die Amateurfunklizenz Klasse C, um sich die "Nutzung" der höheren Frequenzen zu ermöglichen ;-) Was sie im Endeffekt für einen Empfänger genommen hat und ob es geholfen hat, weiß ich nicht mehr, jedenfalls kam sie stets pünktlich zur OV-Sitzung, obwohl sie eigentlich mit den Themen gar nichts anfangen konnte. Sie hat bei meinen OM-Kollegen allerdings für manches Lächeln gesorgt ;-)

Kleines Zwischenfazit: So spinnert die Ideen mancher Menschen auch zu sein scheinen, sollte man sie doch ernst nehmen. Schließlich geht es ja um subjektives Un- bzw. Wohl- behagen, und wie bereits jemand anders postete, um die Beseitigung der Angst vor dem Unbekannten.

Die zweite Anekdote stammt von einem Althippie, der mir vor Jahrzehnten über seine LSD- Erfahrungen erzählte. Er behauptete, er hätte in seinem LSD-Rausch das elektrische Feld um die im Zimmer verlegten UP-Leitungen (!) sehen können, als blaues, pulsierendes Irgendwas. Ich habe das mal mit einem befreundeten Arzt diskutiert, der diese Möglichkeit synästhetischer Sinneserfahrung durchaus nicht als Unfug abtun wollte. Natürlich beweist das gar nichts im wissenschaftlichen Sinne, aber zumindest der Möglichkeit, elektromagnetische Felder/Strahlung wahrzunehmen, räume ich seither doch etwas Wahrscheinlichkeit ein.

Natürlich sagt das auch nichts darüber aus, ob eine solche Wahrnehmung bzw. Empfindlichkeit immer zwangsläufig einen negativen Einfluss haben muss. Vielleicht wären diese Effekte noch individueller verschieden als die "Empfindlichkeit" selbst, so dass man diese zwei Aspekte in Studien und Diskussionen trennen müsste.

Und übrigens: Während mich die Möglichkeit, elektrische Felder zu sehen, schon reizen würde, habe ich bisher von der Einnahme von LSD Abstand genommen und greife stattdessen lieber zum Messgerät. Nur dass mir hier keine Verherrlichung illegaler Substanzen nachgesagt wird ;-)

Grüssle, Leo

Verschwoerungstheorie ist oft eine schlechte und verzerrende Bezeichnung. Ich denke, meist ist der Begriff Konspirationsmechanismus besser geeignet und hat, weil kaum abgedroschen, weniger emotionalen Zuendstoff.

Es geht damit darum, dass man ganz realistisch davon ausgehen kann, dass dort wo (Macht-)Politik und (Hoch-)Finanz im Spiel sind und es Beruehrungspunkte bis weit hinaus in die Medienwelt gibt, solche Interessenvernknuepfungen auch entstehen. Mit der Fokussierung auf Interessen und Interessengemeinschaft ist der konspirative Mechanismus schlicht und einfach eine ganz logische Folge davon, weil ethische Inhalte ganz einfach nicht vorhanden sind. Ethik ist bestenfalls ein Werkzeug der Propaganda, was wiederum sehr viel damit zu tun, dass ein Grossteil der Menschheit halt betrogen sein will.

Damit waere diese Sache meinerseits wieder einmal klar auf den Punkt gebracht. Wenn ein philosophisch interessierter Leser mir nun vorhalten will, dass meine Aeusserungen ganz schoen nihilistisch angehaucht sind, dann hat er recht. Das stimmt. Und das hat viel mit der persoenlichen Erfahrung, betreffs von Langzeitbeobachtungen zu tun. Kein Problem, dazu stehe ich.

So, und damit ist dieses Thema fuer mich hier in d.s.e. erledigt. Schreiten wir fort zu andern Ufern... :-)

Das was Du da schreibst stimmt auch. Suendenboecke werden immer gesucht. Nur schliesst das was Du denkst und schreibst in keinsterweise das aus wovon ich denke und schreibe.

Gruss Thomas

Hast Du Belege fuer Deine Behauptung?

Ich weiss doch, dass ich gelesen habe, dass es u.a. gesundheitliche Aspekte sind, dass der Schweizer Landessender Beromuenster (Musikwelle 531) auf Mittelwelle 531 kHz Ende 2008 ultimativ abgestellt worden ist. Und aus rein gesundheitlichen Gruenden musste der Betrieb schon seit vielen Jahren zwischen 23:00h und 05:00h abgeschaltet sein.

Dass Jahre zuvor die schweizerischen Kurzwellensender in Schwarzenburg abgestellt worden sind, geht ebenfalls auf das Konto der Gesundheit, neben den hohen Unkosten die genannt worden sind.

Wenn Du aber konkrete Beweise dafuer hast, dass es gesundheitliche Schaeden ueberhaupt nicht geben kann, dann interessiert mich das sehr aus neuro-physiologischen Gruenden, ueber die ich ein klein wenig Bescheid weiss.

Gruss Thomas

Die noch viel eigentlichere Frage ist oder waere, ob und wie stark die Muster, bzw. Frequenzen von Aktionspotenzialen in den (Muskel-)Nervensystemen wie stark beeinflusst werden. Hier ist eine Beeinflusseng durch konstenten HF-Pegel im a-thermischen Bereich eher unwahrscheinlich. Anders koennte es allerdings aussehen wenn pegelvariante Modulationsarten im niederfrequenten Bereich, wie Amplitudenmodulation oder eben Pulsmodulation, in Aktion sind. Selbst dann wenn man solche physiologische Effekte nachweisen kann, muss nicht augenblicklich eine Gesundheitsbeeintraechtigung erfolgen.

Eine solche Erkenntnis waere ausserordentlich beruhigend, weil im Folge von Spaetschaeden in z.B. 20 Jahren, kann man unmoeglich mehr Rueckschluesse auf den Mobilfunk o.ae. ziehen, weil in dieser langen Wirkzeit noch eine ganze Menge anderer pathogenen Quellen wirken. Und weil diese Realitaet besteht und sich darueber auch die Mobilfunkbetreiber laengst schlau gmacht haben, besteht nicht das geringste Risiko, dass der Betrieb der Mobilfunktelefonie auch nur im geringsten attakiert werden koennte. Das Milliardengeschaeft bleibt in vollen Zuegen bestehen. FREUDE HERRSCHT!

Jetzt oeffnet sich aber ganz stark die Frage, warum hat man denn den Mittwelwellensender Musikwelle-531 (Bermuenster) und die Kurzwellensender in Schwarzenburg aus gesundhelichen Gruenden abgeschaltet? Ganz einfach lieber Leser: Diese Sender waren defizitaer, kein Milliardengeschaeft.

Voila und damit ist alles wieder ganz huebsch im gruenen Bereich.

*haende_in_schoss_leg*

Gruss Thomas

Heinz Saathoff schrieb:

Wenn du also ein schleichendes Gift aufnimmst, macht das nichts, weil's dir im Moment nichts ausmacht. Wenn das Zeug Krebs auslöst - darüber kann man ja beruhigt hinweg sehen, weil ja im Moment jedenfalls nichts passiert.

Dann bedarf es offensichtlich einer Begriffsklärung. Wenn man für etwas keinen Sensor hat (Radiaktivität spürt man deshalb nicht), heißt das noch lange nicht, dass man darauf nicht sensibel reagieren würde (z.B. keinen Krebs bekommt). Sensor und Sensibilität halte ich für zwei paar Stiefel.

Dann muss man sich aber auch eingestehen, dass man NUR die akute Wirkung damit misst und keinerlei Aussagen über etwaige Langzeitwirkungen treffen kann.

Die Betonung liegt auf KÖNNTE. Sicherheit gibt es nicht. Aber interessanterweise werden Placebos tatsächlich oft mit gutem Erfolg eingesetzt. Wie ist das nun zu bewerten? Die "kranke" Person hat REAL gelitten und leidet nach dem Placebo nicht mehr. War sie jetzt krank oder nicht? Wenn nicht - wie konnte sie konnte sie dann von ihrem Leiden befreit werden?

Ich denke, wir sollten uns hüten zu glauben, dass "eingebildete Kranke" NICHT krank wären! Sobald sie leiden, SIND sie krank! Wenn auch nicht unbedingt körperlich. Für viele Leiden gibt es eine Therapie. Manchmal sind auch Placebos sehr hilfreich. "Wer heilt, hat Recht", heißt es unter Medizinern. Das Wie und die Ursache der Krankheit sind nebensächlich, sobald die Krankheit abgestellt ist.

WIE bemerken? Nur unmittelbar sofort? Nur wenn die Einwirkdauer länger als x Minuten, Tagen oder Wochen ist? WORAN merken? Brummschädel, Depression, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen, Krebs, ...?

Stefan Brröring schrieb:

Es könnte sein, dass es sich ähnlich wie mit Schallwellen verhält. Mit ihrer Hilfe kann man gut Witze erzählen, Intrigen spinnen und Volksverhetzung treiben. Wer die Witze versteht, lacht. Wer nicht, der nicht. Wer die Volksverhetzung durchschaut, reagiert anders als jemand, der sich blind verhetzen lässt. Die Energie ein und derselben Schallwellen ist i.d.R. ganz weit unterhalb jedweden organischen Schadenspotenzials. Trotzdem kann ihre Wirkung millionenfachen Tod oder Glückseeligkeit bedeuten.

Nun ist ein menschlicher Körper ein ziemlich komplexes Gebilde mit ruhenden und strömenden elektrischen Ladungsträgern, mit vielen chemischen Reaktion und Strukturen unterschiedlichster Größe, die auch als Antennen wirken können; teilweise auch selektiv. Ältere elektrische Blutdruckmessgeräte haben viele Versager, weil einfach nur "Geräusch da oder nicht" messen. Muskeln werden von den Nervenzellen nicht mit Gleichstrom, sondern mit Impulsen gesteuert. Wenn es dumm läuft, kommen die Impulse in einer Frequenz daher, die dem Blutdruckmesser "Geräusch" vorgaukeln. Die abgelesenen Blutdruckwerte werden dann gut mit den Hausnummern korrelieren, die man ablesen kann, wenn man aus einem fahrenden Fahrzeug zufällig aus dem Fenster schaut.

Ähnlich aussagekräftig könnten Versuche zur Elektrosensibilität sein, die einfach nur mit Feld ein/aus und "Merkst was ja/nein" arbeiten.

Die Einen verstehen den Witz, die Anderen nicht. Sprich die Einen Organismen reagieren und die anderen nicht. Nicht unbedingt aufgrund der Sendeenergie (die halt gar so einfach zu messen ist), sondern evtl. aufgrund des Sendeinhalts. Manche erliegen der Volksverhetzung...

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