Grosse Energiediskussion

May 10, 2011 301 Replies

"Harald Hengel" schrieb im Newsbeitrag news:4dd32bd1$1$6893$ snipped-for-privacy@newsspool2.arcor-online.net...

Denk mal zurück an die New economy. Firmen schossen aus dem Boden, Internetblasen und Telefongesellschaften entstanden, die nichts ausser teuren Mitarbeitern, einer Adresse und einer Idee besaßen. Der Rest wurde angemietet. Finanziert durch Milliaren, die aus Aktien kamen. Eigenkapital: Null. Morgen sind es Energieversorger, die nichts besitzen, kein Grundstück, keine Stromleitung, keinen Meter Kabel, kein Kraftwerk. Die nur die Idee haben, mit massiv Werbung Kunden zu gewinnen, an der Strombörse Energie zu kaufen und an die Kunden weiter zu verkaufen. Finanziert wird das Ganze dann aus Aktien und soll sich später einmal selbst tragen. Wer solche Aktien kauft, ist ein Spekulant. Er will nicht wirklich Anteil an diesem Nichts erwerben, er will an weiteren Kursgewinnen teilhaben, um dann rechtzeitig vor dem Zusammenbruch mit Gewinn zu verkaufen.

Am Sun, 15 May 2011 18:15:18 +0200 schrieb Christoph Müller:

Deine Rechnungen lügt - und zwar ganz gewaltig!

BHKW können dann und nur dann mit einem ausreichend guten (Gesamt-) Wirkungsgrad betrieben werden, wenn die erzeugte Wärme auch benötigt wird. Ansonsten ist der Wirkungsgrad für die Stromerzeugung grottig.

Selbst in meinem ungedämmten Altbau auf dem Stand von 1950 (Einfamilienhaus & Bürogebäude mit 160m2 Wohn- und 300m2 Bürofläche) benötigen wir nur

80.000kWh pro Jahr, davon etwa 50.000kWh im Dezember und Januar, und ca. 20.000kWh im November und Februar.

*Ich* könnte in vier von zwölf Monaten einen _sinnvollen_ Beitrag zur Stromversorgung leisten, der dann etwa 23.000kWhel beträgt, davon ca.

17.000kWhel in den zwei Monaten Dezember und Januar. Rechnet man den durchschnittlichen Wärmebedarf pro EFH von 22.000kWh/Jahr, der sich ähnlich verteilen dürfte, können diese etwa 4.500 kWhel in den zwei Wintermonaten und 2.000kWhel in den anderen beiden Monaten bereit stellen. Das gleiche kann man auf Wohnungen in MFH berechnen und kommt dann auf 2.500kWhel bzw. 1.000kWhel.

Bei ca. 40 mio Haushalten, davon ca 30% in EFH ergäbe sich dann eine Strommenge im Winter (Jan/Feb) von ca. 62.000 GWh pro Monat, aber _nur_ in diesen beiden Monaten. Im Februar bzw. November sinkt die Produktion dann schon auf ca. 20.000 GWh pro Monat und den Rest des Jahres gibt es fast nichts (Selbst wenn du noch die Warmwasserbereitung mit rechnest kommst du auf keinen grünen Zweig...)

Bei einem durchschnittlichen Bedarf von 50.000 GWh/Monat (Januar etwa

56.000) Hast du im Jan/Feb (bei Vollausbau!!!) zu viel Produktion, für den Sommer musst du noch weitere Kraftwerksreserven in der selben Höhe wie bisher vorhalten.

Und 'kleine Nebenprobleme' der koplett dezentralisierten Stromversorgung unterschlägst du gepflegt, denn diese sind in keinster Weise gelöst.

Wie willst du Netzfrequenz, und Spannung vernünftig hinbekommen? Stichwort hierzu: Netzsteifigkeit...

Wie willst du die Versorgunssicherheit hinbekommen? Z.B. bei warmen Tagen, wo dann auf einmal nicht die benötigte Stromproduktion erreicht wird?

Bei bedarf kann ich dir gerne weitere Dinge nennen, die von dir nicht berücksichtigt werden. Klar kann man vieles lösen, aber das kostet viel, viel, und noch viel mehr Geld...

Dein Konzept ist gelinde gesagt Unfug, Milchmädchengerechnet und nicht durchführbar...

Frank

Am 18.05.2011 13:14, schrieb Frank Müller:

Ich bitte um anständige Belege statt nur um Behauptungen.

Wirkungsgrad ist nur eine Hilfsgröße von vielen. Angesichts unseren immensen Energieüberangebots ist die Umwelt- und Sozialbelastung viel wichtiger.

Warmwasser brauchst du demnach keines.

Mal ganz global betrachtet: Kraftwerke werfen fast 2/3 der eingesetzten Energie weg, weshalb überhaupt teuer zu versorgenden Heizungen betrieben werden müssen, die diese Wärme an anderer Stelle NOCHMAL produzieren müssen. Trotzdem können die Kraftwerksbetreiber ganz gut davon leben. Wer zahlt deren Gewinne, wenn nicht wir? Wer zahlt die teuren Brennstoffe für die Heizungen, wenn nicht wir? In der Mobilität sieht das ganze noch viel schlimmer aus. Da werden fast 95% der Energie weggeworfen. Scheißegal - wir haben's ja. Weil wir die größten, besten, tollsten usw. sind, können wir uns das eben leisten und tun das deswegen auch. Man muss ja in der Welt sehen, was für Hechte im Karpfenteich wir sind...

Mit Sicherung von Lebensgrundlagen hat das freilich nichts mehr zu tun. Eher mit Krankheit in den Köpfen der Entscheidungsträger, die uns dann auch noch vorrechnen wollen, dass es ja doch gar nicht anders geht...

wo sind die Handwerksbetriebe, Verwaltung, Industrie, Militär usw? Aus welchem Grund sollte es ihnen unmöglich sein, mit Kraft-Wärme-Kopplung zu arbeiten?

Wozu? Aus welchem Grund sollte es diesen Anlagen nicht möglich sein, auch mal im Sommer zu laufen? Zur Warmwasserbereitung laufen doch heute auch schon Heizkessel selbst im Juni und August. Dann solltest du auch mal die dabei freiwerdende Wärmeleistung mit der deines Autos vergleichen...

Du nennst sie nicht mal.

Stichwort: Wechselrichter.

Statistisch nach dem Gesetz der großen Zahlen.

Wenn Not am Mann ist, dann lässt man seine Kiste schon auch mal im Sommer laufen.

Dann nenne mal...

Solltest du belegen statt nur behaupten.

Am 18.05.2011 08:12, schrieb Wolfgang Horejsi:

Durchaus. DESHALB werden doch überhaupt Heizkessel betrieben. Ansonsten könnte man ja mit Abwärme heizen.

Dort werden jetzt die eigentlich völlig überflüssigen Heizkessel für teures Geld betrieben.

Du sollest dich mal über Kraft- und Arbeitsmaschinen schlau machen. Neben Otto- und Dieselmotoren gibt es auch noch andere Motoren.

jetzt haben wir diese Abgase gleich doppelt. Einmal vom Kraftwerk und nochmal durch unsere Heizungen.

Du meinst, dass sowas nur am x MW oder GW möglich wäre? Wie wirken sich solche Filter im Kraftwerk eigentlich auf unsere Heizungen aus? Sagen dir Begriffe wie Kat und Feinstaubfilter was? Hast du dir schon mal überlegt, wieso sowas in normalen Heizungen nicht verbaut ist?

Am Wed, 18 May 2011 15:49:09 +0200 schrieb Christoph Müller:

Du nennt sie doch selbst: Wirkungsgrad 33% und das nenne ich grottig. Kraftwerke erreichen erheblich mehr, bis zu 70% (GuD).

Energiebedarf für die Warmwassererzeugung sind etwa 600-800kWh/Jahr/Person. Also kommen noch sinnvolle 4.500 GWh/Monat dazu, bei Vollausbau wohlgemerkt. Immerhin 9% des Energiebedarfs.

Mal ganz Global betrachtet schmeißen Kraftwerke _weniger_ Energie durch die Abwärme weg als BHKW wenn sie betrieben werden ohne dass die Wärme abgenommen wird. Großkraftwerke haben einen Wirkungsgrad von 45% (klassisch Kohle) bis über 70% (GuD). BHKW liegen zwischen 25% (Kleinanlagen) und 50%. Die Abwärme wird bei Kleinanlage zu 80%, bei größeren zu 90% genutzt. Heizkessel nutzen die Wärme etwa zu 98%. Lege ich _meine_ Daten zugrunde, müsste ich bei _meinem_ Wärmebedarf mit mindestens 20% Mehrbedarf an Gas rechnen.

Dort, wo das ganze Jahr über Prozesswärme _und_ Strom gebraucht wird, ist auch heute schon überwiegend Kraft-Wärme-Kopplung im Einsatz. Dort lohnt es sich auch. Bei Kleinanlagen lohnt es nicht.

Aus den selben Gründen warum Privathaushalte die überwiegend nicht tun: Auch hier lohnt sich die Stromerzeugung bzw. der Vorteil der KWK nur dann, wenn auch die Wärme benötigt wird. Also im Winter.

Weil es zu teuer ist.

Was hat die damit zu tun?

Gut, dann erklär mir bitte mal, welche Typen von Wechselrichter du dort einsetzen willst? Netzgeführt oder selbstgeführt? Und danach erklärst du mir, wie ich damit ein steifes Netz ausführe, wenn ich z.B. in unserem Ort etwa 20.000 Haushalte habe, von denen ich aus 8.000 Wechselrichtern elektrische Engergie beziehe? Die auch _alle_ nicht durchgängig laufen, denn soviel Wärme, wie die Dinger produzieren können (wenn sie richtig ausgelegt sind, nämlich ausreichend für die kältesten Tage im Jahr) braucht i.d.R. kein Mensch.

Muahhhhh! Etwas länglich für 'Keine Ahnung'.

Ach. Und die Wärme schmeiße ich weg? Ich dachte das wolltest du nicht, Wärme wegschmeißen. Aber egal, ich sage nur 'Wirkungsgrad = 33%'.

Meine Rechnungen _sind_ belegt. Oder kannst du meine Rechnungen nicht nachvollziehen?

Auf diesen Einwand habe ich gewartet! Dass wir lange finanzielle Stabilität hatten, muss nicht heißen, dass das immer so bleibt. Die vermeintlich risikolose Anlage kann auch und gerade heute wieder ein Geschäft sein, dessen Verluste erst nach Jahrzehnten ausgeglichen sind. (Ich halte Anleihen übrigens für risikoreicher als Aktien, letztere repräsentieren immerhin industrielle Sachwerte.)

Wer über 111 Jahre mittelt, kann den Vorwurf, sich den passenden Zeitraum herauszusuchen, gelassen nehmen.

Am 18.05.2011 18:06, schrieb Frank Müller:

Mini-BHKWs liefern locker 86% Nutzenergie ab. Wenn man selbst mit GuD nur auf 70% kommt, ist das eine schwache Leistung.

Solltest du nur auf den elektrischen Wirkungsgrad abheben, dann solltest du begründen, weshalb du die Heizung und die Abwärme außer acht lassen willst.

Solltest du der Auffassung sein, dass man gute elektrische Wirkungsgrade NUR mit RIESIGEN Anlagen erreichen kann, dann solltest du auch das mal etwas genauer hinterfragen. Zu bedenken wäre dabei z.B., dass selbst mobile Dieselmotoren, die vor allem auf Drehfreudigkeit, geringes Gewicht, kleinen Bauraum und große Drehzahlbandbreite sowie widrige Umweltbedingungen getrimmt sind, schon bis zu 40% mechanischen Wirkungsgrad abliefern. Stelle dir vor, man verlangt nur noch eine Drehzahl und hat recht konstante Umweltbedingungen und kann diese Motoren in ähnlichen Stückzahlen wie Autos verkaufen und mit dementsprechend viel Geld optimieren... Dabei gibt es nicht nur Dieselmotoren. Es stehen alle thermodynamischen Bauarten und auch auch noch Brennstoffzellen zur Verfügung.

Sie reduzieren allerdings keine Heizungsrechnung, weil deren Abwärme NICHT genutzt wird und DESHALB Heizungen zu betreiben sind.

Zeigen! Ich kenne eher nur 40%.

Das wäre etwa der theoretisch (!) maximal erreichbare Wirkungsgrad. Wo wird dieser REAL erreicht? Als Weltrekordkraftwerk ist mir da nur Irsching mit 61% im Ohr.

Ich habe so ein Ding mit Brennwerttechnik. Demnach wäre diese

1-kWel-Anlage nach deiner Auffassung bereits eine der größeren Anlagen.

Brennwerttechnik macht das. Sie produziert allerdings keinen Strom. Aber man kann einen Stromerzeugungsprozess vor die Kondensation des Abgases schalten. Genau das wird bei den Mini-Anlagen gemacht, weshalb sie einen entsprechend hohen Gesamtwirkungsgrad haben UND auch noch Strom produzieren.

??? Keine Begründung? Ein Heizkessel ist auch auch "zu teuer" und wird trotzdem betrieben. Der kostet immer nur Geld und bringt keines rein. Ist im Sommer nicht anders wie im Winter.

Du gehst davon aus, dass die Minianlagen im Sommer mangels Wärmeabnahme nicht laufen könnten. Autos können's trotzdem, obwohl sie gleich 10 Mal so viel Wärme produzieren.

Passend. Am Besten umschaltbar, um ggf. auch im Inselbetrieb arbeiten zu können. Für den Fall, dass draußen am Netz Wartungsarbeiten anstehen sollten...

Notfalls wird die Netzfrequenz aus der Atomuhr per DCF77 abgeleitet. Das sollte genau genug sein. Vorteil: Die kleinen Anlagen sind täglich mindestens 1 Mal aus, womit die Möglichkeit zur Netzsynchronisierung auf jeden Fall gegeben ist. Üblicherweise mehrmals täglich.

Viel Fantasie zeigst du ja nicht gerade. Was du hier als "keine Ahnung" bezeichnest, heißt nichts Anderes, als dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass auf einen Schlag z.B. ein GW Leistung wie bei einem Kraftwerkschaden oder Brand in einem Umspannwerk wegbricht. Dafür müssten ganz einfach viel zu viele Anlagen gleichzeitig ausfallen. Ein dezentrales System ist bei weitem nicht so anfällig, wie das derzeitige. Im schlimmsten Fall schaltet man halt auf Inselbetrieb um. Im gegenwärtigen sind allerdings schnell gleich ganze Landstriche dunkel.

Du meinst, das dürfen NUR die GANZ GROSSEN?

Es geht darum, was unter dem Strich rauskommt. Und Wärme ist NICHT das zentrale Thema. Genauso, wie es auch Energie nicht ist, weil wir davon weit mehr als genug haben. Es geht um die Vermeidung von Umwelt- und Sozialschaden.

Was hat das mit Umwelt- und Sozialschaden bzw. -nutzen zu tun? Du erklärst hier ganz einfach die nächstbeste HILFSgröße zur zentralen und alles entscheidenden Größe. Eine Hilfsgröße ist allerdings eine Hilfs- und keine Zielgröße.

Christoph Müller schrieb:

Woher weisst Du das? Oder nimmst Du es nur an? Ich habe z.B. einen PIII mit einer DLD 6.x von 1998 im Netz. Die Kiste ist hornalt, macht aber genau das, was ich von ihr erwarte.

Was hat die Wettervorhersage mit dem Betrieb von konventionellen Kraftwerken zu tun? Das Problem liegt doch eher bei den Regenerativen. Die haben ein Problem mit der Wettervorhersage. Dazu kommt, dass sie nicht regel- fähig sind (PV überhaupt nicht, Wind nur über §13(2)EnWG). Diese Anlagen tragen also zur Regelung des Netzes wenig bis über- haupt nichts bei. Im Gegenteil: bei einem elektrischen Fehler im Netz, wie er jederzeit vorkommen kann und als normales Betriebs- ereignis gilt, schalten sich diese Anlagen auf Grund des Spannungs- einbruchs ab und kommen nach 10min wieder. Da jubeln jedes Mal der Regler und die Frequenz, weil es sich hier mittlerweile um mehrere GW handelt... Ein konventionelles KW beherrscht auch einen kraftwerksnahen Kurzschluss, ohne sich zu inseln.

Der ständige Hinweis auf ein automatisches Dingens, welches von Dir resp. Deinem Ingenieurbüro entwickelt wurde, um am Markt mitzu- mischen. Die Nennung der Msg-IDs der letzten Monate spare ich mir, das wäre ein abendfüllendes Programm.

Jörg

Am 18.05.2011 20:22, schrieb Joerg Bradel:

Kennst du auch nur EIN Arztprogramm, das den heutigen Ansprüchen genügt und tatsächlich auf CP/M mit tolerierbaren Antwortzeiten reagiert?

Das nehme ich deshalb an, weil die Entwicklung und Pflege professioneller Software ganz schön Geld kostet. Deshalb wird man kaum Programme anbieten, die de facto unverkäuflich sind. Warum sollte man das denn machen?

CP/M ist ein paar Jahre älter.

Wenn du keine besonderen Ansprüche stellst... Für manche Zwecke (meistens billigste Massenware) werden noch heute 8-Bit-Prozessoren programmiert und verbaut. Aber halt nur für ganz einfache Dinge. Die Zeiten, in denen diese Dinger mal echte High-Tech darstellten, sind längst vorbei. Inzwischen erwartet man schon für primitive Schreibmaschinen mindestens 16-Bit-Prozessoren. Für Drucker und Kameras werden sogar Spezialprozessoren gebaut, weil das alte Zeug nicht tut, was man heute davon erwartet. Wer hätte 1980 von einer Schreibmaschine erwartet, dass sie auch gestochen scharfe und ganzzseitige Bilder verarbeitet? Die Ansprüche steigen auf breiter Front. Das macht vor Kraftwerken nicht halt. Warum auch?

Sie geben den großen Kraftwerken mehrere Tage Zeit zur Leistungsanpassung. Trotzdem kriegen's die Meisten nicht auf die Reihe.

??? Je sauberer die Energieform, desto schlechter lässt sie sich speichern. Will man saubere Energie haben, muss man für ein komfortables Leben mit Energiespeichern arbeiten. Die Brennstoffe, die in Kraftwerken verwendet werden, SIND doch schon Energiespeicher! Anstatt diese Eigenschaft zu nutzen, indem man diese Energiespeicher nur dann verstromt wenn die saubersten Energieformen nicht reichen, dreht man den Spieß um und schaltet lieber die sauberen Energien ab, bevor man die die Dreckschleudern runter fährt. Meinst du wirklich, dass das noch zeitgemäß ist? Wie soll man denn unter solchen Voraussetzungen die Forderung nach Speicherkraftwerken noch nachvollziehen können? Die Kraftwerke SIND doch schon Speicherkraftwerke! Sie arbeiten doch längst mit gespeicherter Energie, die jederzeit abrufbar ist.

WER meinst du, hat also tatsächlich ein Problem und warum?

na und? Mit Energiespeichern (Brennstoffen) kann man doch lässig für die nötige Regelung sorgen. Man braucht die Anlagen nur flink genug zu bauen. Je kleiner die Anlagen werden, desto flinker werden sie und desto wahrscheinlicher wird es, dass ihre Abwärme einer sinnvollen Verwendung zugeführt wird. Braucht man solche Anlagen nicht, schaltet man sie kurzerhand ab. Angebot und Nachfrage regelt den Preis. Idealerweise zumindest.

Na und? Machen doch Waschmaschinen, Geschirrspüler, Bügeleisen usw. auch nicht. Trotzdem geht's. Statistik und Wissen um Regelung hilft beim Verständnis.

Du hast keine Ahnung und willst anscheinend auch keine haben. Mit dem gleichen Argument kann ich dir vorhalten, dass du Werbung für die etablierten Großstromer machst.

Christoph Müller schrieb:

Das ist Deine Lesart. Im Gegensatz zu Dir weiss ich, wie man ein elektrisches System am Leben erhält. Und das hat mit Werbung für irgendwelche Kraftwerksbetreiber nichts zu tun. Lies Dir einfach noch mal Deinen geschriebenen Text durch, ich habe ihn nicht gekürzt... Du disqualifizierst Dich als ernstzunehmender Gesprächspartner in Sachen elektrischer Systembetrieb selbst.

Jörg

Frank Müller schrieb:

Sie ist ziemlich ungenau. Lügen würde ich das nicht nennen.

Erstens kann man durchaus BHKW bauen, die auch für die Stromerzeugung einen akzeptablen Wirkungsgrad haben und dafür weniger Heizwärme produzieren. Man kann sogar welche bauen, die je nach Bedarf mehr Wärme oder mehr Strom produzieren. Alles nur eine Frage der Auslegung.

So what?

Im Sommer kann man einen großen Teil des tagsüber erforderlichen Stroms mit Photovoltaik erzeugen. Da dann auch keine Heizung erforderlich ist, muß man das BHKW dann genau gar nicht anwerfen.

Wenn doch, kann man nicht benötigte Heizwärme eines BHKW mit Photothermisch gewonnener oder anderweitig anfallender Wärme zusammenführen und über eine kleine Dampferzeuger/Turbinen-Einheit zur Stromerzeugung nutzen.

Was danach übrig bleibt, sorgt für heißes Badewasser, kann als Prozeßwärme in der Küche genutzt werden oder in Langzeit-Wärmespeicher - ja, sowas gibts druchaus auch - eingebracht werden.

Was den Wirkungsgrad betrifft, so muß man das differenzierter betrachten. Der Wirkungsgrad photothermisch oder photovoltaisch betriebener Stromerzeugung ist in weiten Grenzen schlicht egal, weil für diese Prozesse mehr als genug Primärenergie verfügbar ist und im gegensatz zu fossiler Primärenergie auch kein großer Umweltschaden durch den niedrigeren Wirkungsgrad entsteht.

Das stimmt nur zum Teil. Die erforderlichen Komponenten und die Rechenleistung sind durchaus verfügbar und auch in vielen Bereichen technisch erprobt. Nur müßten die Energiekonzerne dieses intelligente Netz halt einfach mal bauen, anstatt rumzulamentieren, daß sie trotz ihrer Milliardengewinne dafür kein Geld hätten.

Das geht z.B. durch hierarchisch aufgebaute Regelsysteme, die nach dem Lokalitätsprinzip überwachen und steuern, und durch per HGÜ entkoppelte Netzsegmente.

An warmen Tagen wird man eher zu viel Strom haben, weil dann die Photovoltaik richtig loslegt. Tatsächlich können sich die verschiedenen regenerativen Energieträger in einem Kleinmaschigen Netz durchaus recht ordentlich ergänzen, wenn man nur alle verfügbaren Optionen gleichermaßen einbindet. Das geht sowohl über räumlichen Ausgleich (irgendwo weht z.B. praktisch immer Wind, nur halt nicht immer an der gleichen Stelle) als auch über Speicher (Pumpspeicher, Methanisierung) als auch über Substitution (wenn nachts keine Sonne scheint, kann man dafür Windkraft nutzen, Biogas und Methan verstromen oder per Wärmespeicher und Stirlingmotor die Tag-/Nacht-Temperaturdifferenz ausnutzen.

Geld wäre genug dafür da, die Energiekonzerne haben schließlich in den letzten Jahren konstant Milliardengewinne ausgewiesen und wissen letztlich gar nicht wohin damit. Der Punkt ist: man muß es _wollen_. Und natürlich wollen die Konzerneigner nicht, weil sie das Geld der Stromkunden lieber für ihren persönlichen Luxus verwenden.

Morgen?

Du hinkst deiner Zeit hinterher. Ich bin Teldafax grade noch mal von der Schippe gesprungen (mit 650 ? Jahresvorauszahlung).

l.

"Frank Müller" schrieb im Newsbeitrag news:1pfymax9hw0n6$.13xy73t8x3q6s$. snipped-for-privacy@40tude.net...

Neben dem schlechten Wirkungsgrad haben diese Teile noch den Nachteil, dass Abgase in Wohngebieten entstehen, die auch noch schlechter gefiltert sind, als die Abgase der großen Kraftwerke ausserhalb der Innenstädte.

Am 19.05.2011 07:25, schrieb Wolfgang Horejsi:

machen die normalen Heizungen + Kraftwerke nicht? Damit gibt's doch sogar noch MEHR Abgase!

Die Abgase aus den Heizungen sind normalerweise GARNICHT gefiltert!

Diese Abgase kommen ZUSÄTZLICH in die Städte.

Christoph Müller wrote in news:4dd4b903$0$6885$ snipped-for-privacy@newsspool2.arcor-online.net:

Heizungen ja, allerdings arbeiten die nur wenige Monate im Jahr. Kraftwerke praktisch nicht, denn deren Abgase werden mit aufwendigen Filteranlagen gereinigt.

Wieso das denn?

Daran willst du in deinem Modell nichts ändern. Du möchtest aber noch zusätzlich ungefilterte Abgase hinzufügen. Nämlich genau die Abgase der elektrischen Leistung, die bisher in Kraftwerken anfallen und gefiltert werden. Das ist einer der Punkte, wo die viel höhere Effizienz der Großtechnik augenfällig wird.

Am 19.05.2011 08:38, schrieb Wolfgang Schwanke:

Im Schnitt sind's 9 Monate.

Die laufen rund um die Uhr selbst dann, wenn ihr Strom gar nicht gebraucht wird, weil er z.B. grade aus aus nicht speicherbaren Formen wie Sonne oder Wind gewonnen wird oder weil grade der Strombedarf zu gering ist (damit das trotzdem geht, hat man ein aufwändiges Tarifwerk geschaffen). Bevor man diese Dinger abschaltet, dreht man lieber die Windräder aus dem Wind. Fazit: Umwelt interessiert die Betreiber der Großkraftwerke deutlich weniger als die Umwelt.

Es geht nicht nur um die Abgase, sondern auch um das sinnlose Verbrennen von Rohstoffen.

Weil die Abwärme der Großkraftwerke NICHT genutzt wird, sondern stattdessen andernorts Heizungen betrieben werden, die eben diese Abwärme NOCHMAL produzieren.

Es nimmt auf die Filterei keinen Einfluss.

Die Kraftwerke liefern trotzdem mehr Umweltschaden ab, weil sie auch langfristig auf Energieträger mit hoher Energiedichte und somit fossiler oder nuklearer Natur angewiesen sind. Damit reichern sich die Schadstoffe in unserem Lebensraum immer mehr an. Für regenerative Energien wäre der Transportaufwand zu groß. Diese müssen zweckmäßigerweise dort genutzt werden, wo sie anfallen. Das ist nun mal dezentral. Regenerative Energieformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie naturgemäß gar keine Schadstoffe anreichern können. Lediglich mal hier und da sehr kleinräumig, aber sicher nicht global. Das wäre nur mit Raubbau möglich. Die Nutzung fossiler und nuklearer Brennstoffe IST RAUBBAU.

Wie schon oft betont: Wir haben mehr als genug Energie, weshalb es auf die Effizienz gar nicht mal so sehr ankommt. Es kommt aber sehr darauf an, WAS wir nutzen und WIE wir diese Energieformen nutzen.

Insgesamt, aber wenn man in Wohngebieten mit Motoren Strom erzeugt, verbrennt man natuerlich dort mehr Oel als wenn man damit nur Heizkessel betreibt und das gibt dort mehr Abgase. Das wesentliche ist aber dass die Grosskraftwerke gar kein Oel verstromen sondern Kohle, im Gegensatz zu Heizungen mit Dieselmotoren.

Die sind aber heutzutage perfekt gefiltert und damit sauber, (was bein Kohle auch noetig ist) und sie kommen natuerlich nur zu einem kleinen Anteil in die Staedte. Grosse Dieselmotoren (Schiffsmotoren) haben Wirkungsgrade bis 50% und koennen jahrelang durchlaufen, waeren also durchaus als dezentrale Stromversorgung brauchbar, wenn man aus irgendwelchen Gruenden das Verbundnetz abschaffen will...

Am Wed, 18 May 2011 23:58:02 +0200 schrieb Erhard Schwenk:

Summary: Ich (oder wer auch immer) soll _mehrfach_ investieren um den Bedarf an Wärme und elektrischen Strom zu decken:

  1. BHKW
  2. Photovoltaik
  3. Sonnenkollektoren
  4. Wärmespeicherung
  5. Dampferzeuger/Turbine

Plus Windenergie, Pumspeicherkraftwerke, ...

Plus Netzausbau und Umbau

Ich nehme alles zurück, wir nehmen einfach die riesen Gewinne der Stromkonzerne, die bezahlen die nötigen Investitionen... Die Investitionen rechnen sich nicht? Macht nix, die Stromkonzerne haben ja das Geld...

Stefan schrieb:

das war 'n *Lupo* 3L ...

die Gründe, warum der kleine nicht verkauft wurde: i) der Wagen war als VW-Konzeptstudie gedacht ii) der Wagen wurde nie am Band produziert, sondern mehr oder weniger in Handarbeit iii) in den Wagen wurden viele innovative Teile verbaut, die heute quasi Standard sind iv) und viele Sonderteile, die in Kleinserie horrend teuer waren (Magnesium-Heckklappe, Magnesium-Felgen, Magnesium-Lenkrad) v) der Wagen war zu teuer (wg. i) bis iv) ) => 30.000 DM für einen Kleinwagen PS: gabs auch als Audi A1 3L, dann aber 40.000 DM teuer

das mit den Werkstattproblemen stimmt, resultiert aber letztlich aus den wenigen Verkäufen. Bei meinem waren es damals

- die Schaltung (komplett getauscht durch ein Team, das direkt aus Wolfsburg kam)

- ein defektes Relais

Seit 9 Jahren und 170tkm schnurrt der kleine vor sich hin. Das einzige Ärgernis sind die horrenden Preise für Verschleißteile.

bis die tage jochen

Christoph Müller schrieb:

Und genau deswegen funktioniert die Frequenz-Wirkleistungsregelung mit den bestehenden klassischen thermischen Kraftwerken seit Jahrzehnten so hervorragend. Mit einer kleinen, entscheidenden Besonderheit: ein Block ist bspw. im natürlichen Gleitdruckbetrieb nicht schnell genug für die Primärregelreserve, dazu benötigt man Blöcke mit Androsselung und z.B. gesteuertem oder geregeltem Gleitdruckbetrieb. Und die Frequenz-Wirkleistungsregelung wird mit entsprechend angedrosselten regenerativen Einspeisern (also WKAn, die nur 95% der Windenergie ausnutzen oder Photovoltaik oder Biogasanlagen, die schnell um weitere 5% hochgefahren werden können) genauso gut funktionieren. Nur dann halt nicht, wenn der Primärenergieträger nicht zur Verfügung steht. Dann müssen eben die Speicher oder die klassischen thermischen Kraftwerke her.

Genau diese Primärregelreserve müssen regenerative Einspeiser derzeit (noch) nicht bereitstellen. Also können sie es dementsprechend auch nicht.

Hier offenbarst Du zum wiederholten Mal, dass Du möglicherweise grundlegende Defizite im Verständnis hast. Der Verbrauch von Waschmaschinen, Geschirrspüler, Bügeleisen usw. ist eine Störgröße der Frequenz/Wirkleistungsregelung. Die eingespeiste Wirkleistung der Regelblöcke ist die Stellgröße, Führungsgröße ist der Sollwert der Netzfrequenz, Regelgröße ist der aktuelle Wert der Netzfrequenz. Ein nicht regelfähiger Einspeiser ist einer, der keinen Beitrag zur Stellgröße der Frequenz-Wirkleistungsregelung liefern kann.

Eine Störgröße kann schon rein definitionsgemäß keinen direkten Beitrag zur Stellgröße liefern. Diese Tatsache ist kein gutes Argument dafür, dass Deiner Meinung nach regenerative Einspeiser keinen Beitrag zur Stellgröße zu liefern brauchen. Selbstverständlich müssen sie mittelfristig - darüber kann Dein "Na und?" nicht hinwegtäuschen.

Du müllerst einfach komplett an der Sache vorbei.

Der Hinweis Deines Vorposters, dass bei weiterem Ausbau der regenerativen Einspeiser ein Problem zu lösen ist, ist völlig korrekt. Dieses Problem ist auch erkannt und wird bearbeitet. Über kurz oder lang werden auch die regenerativen Einspeiser weitere Systemdienstleistungen übernehmen und dafür eine zusätzliche Vergütung erhalten. Dabei tränen natürlich den militant Regenerativen die Augen ob der "verschenkten" regenerativen kWh, aber das werden die auch noch lernen.

Das ist doch mal ein Beitrag, dem man mit ganzem Herzen zustimmen kann...

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